Tabak / Nikotin (Zigaretten, Snus, Schnupftabak etc.)

Tabak und Nikotin werden meist über das Rauchen von Zigaretten gedacht, tatsächlich unterscheiden sich Konsumformen, Wirkmechanismen und gesundheitliche Risiken jedoch deutlich voneinander. Nikotin wirkt je nach Dosis aktivierend oder beruhigend und greift über Acetylcholin-Rezeptoren in verschiedene Prozesse des Nervensystems ein. Bei regelmäßigem Konsum passt sich das Gehirn an diese Stimulation an, wodurch Toleranz und Entzugssymptome entstehen können. Ein Teil der als angenehm erlebten Wirkung einer Zigarette besteht dann nicht mehr nur in einer zusätzlichen Stimulation, sondern auch darin, bereits einsetzende Entzugssymptome wieder zu reduzieren.
Die Folge gibt einen Überblick über die Geschichte des Tabakkonsums und vergleicht Zigaretten mit Snus, Schnupftabak, Shisha und E-Zigaretten. Dabei wird zwischen den Risiken des Nikotins selbst und den zusätzlichen Schäden unterschieden, die vor allem durch Verbrennung und weitere Inhaltsstoffe des Tabakrauchs entstehen. Thematisiert werden das Abhängigkeitspotenzial, Veränderungen im Belohnungssystem, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegsschäden und verschiedene Krebsrisiken. Gleichzeitig zeigt der Vergleich der Konsumformen, dass die Art der Aufnahme einen erheblichen Einfluss auf das Schadenspotenzial hat und Nikotinkonsum gesundheitlich nicht unabhängig davon bewertet werden kann, wie die Substanz konsumiert wird.
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Tabak / Nikotin (Zigaretten, Snus, Schnupftabak etc.)
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PODCAST-METADATEN
Folge: 20
Erscheinungsdatum: 08.04.2021
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Tabak / Nikotin (Zigaretten, Snus, Schnupftabak etc.)
Sprecher: Stefanie Bötsch
Typ: Transkript
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Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Steffi. Zieht’s euch rein!
00:22
Jo Leute, was geht? Ich kann es einfach nicht glauben. Wir haben die 20. Folge. Ganz ehrlich, als ich mit meinem Projekt angefangen habe, war ich mir wirklich nicht sicher, wie lange ich durchhalte. Ich verliere manchmal ein bisschen die Interesse plötzlich an irgendetwas. Aber auch hier möchte ich mich erstmal die Folge dafür nutzen und mich wirklich, wirklich bedanken. Denn meine Community, die Rückmeldung, die Diskussion, die ich durch meinen Podcast mit neuen…
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Menschen, die ich vorher nicht kannte, führen durfte, machen mir so viel Spaß und für mich ist bei dem Podcast motivationsmäßig gerade überhaupt kein Ende in Sicht, weil es einfach richtig toll ist. Und deswegen möchte ich mich bei meinen ganzen Hörern und Hörerinnen bedanken, bei den Leuten, die mir eine E-Mail schreiben, auf Instagram schreiben oder mich auf iTunes bewerten. Einfach Dankeschön, es macht riesig, riesig Spaß.
01:17
Die 20. Folge. Wie zelebrieren wir das? Ich habe mir dieses Mal was überlegt, was wir so jetzt noch gar nicht hatten im Podcast. Und zwar starten wir eine kleine Miniserie. Auf die Idee hat mich Julian gebracht, den werdet ihr in der nächsten Folge kennenlernen. Genau, und wir werden ganz viele verschiedene Themen beleuchten zum Thema Tabakrauchen, Nikotin.
01:45
Und dafür habe ich ganz viele Gäste eingeladen. Also, das hört sich jetzt viel zu viel an. Also eigentlich sind es drei Gäste.
01:52
Es sind drei Gäste, es sind drei Interviews, die zu dem Thema kommen und eben diese Tabak und Nikotin Substanzfolge, die erstmal Grundlagen schaffen wird. Und ich weiß nicht, wie euch es geht, aber ich fand, Betonung auf fand, das Thema Tabak und Nikotin echt langweilig, ausgelutscht, wollte nichts mehr davon wissen. Das
02:18
Das Einzige, was ich so ein bisschen in Kontakt hatte mit Tabak und Nikotin, waren irgendwelche Halbgarnpräventionsangebote von vor zehn Jahren in der Schule. Da wurde mir mal eine Raucherlunge gezeigt und ja. Und ich glaube, so geht es ein paar Leuten auch, dass die dieses Thema so ganz arg in die Ecke geschoben haben. So ja, komm, weiß ich eh schon irgendwie alles drüber, habe mich aber nie wieder aktiv damit beschäftigt. Aber ja, irgendwie geht mir das Thema auch auf den Sack.
02:46
Und jetzt versuchen wir, das Thema mal wieder aus der Charmecke rauszuholen. In der Substanzfolge heute habe ich richtig viele grundlegende Facts wie immer für euch zusammengesucht. Ich wusste ein paar Sachen selbst nicht, ich fand es sehr spannend und auch die Interviews, da könnt ihr euch echt freuen. Ich habe tolle, tolle Gäste und ja, holen wir Tabak mal wieder aus der Schmuddelecke raus und schauen uns das Thema nochmal richtig gut an, denn
03:12
Aus dem Thema kann man sehr viel lernen. Man kann sehr viel über Drogenpolitik lernen. Man kann sehr viel darüber lernen, wie legale Drogenpolitik funktioniert und wie sie eigentlich nicht funktionieren sollte. So ein kleiner Disclaimer für nächstes Mal. Und ja, deswegen. Aber jetzt erst mal zu den Grundlagen. Wir schauen uns die Substanz nochmal ganz grundlegend an. Ich wünsche euch viel Spaß. Genug vorgebubble. Legen wir los! Musik
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Bevor wir uns mit der Wirkung beschäftigen, schauen wir uns als erstes mal die Geschichte an. Um der Geschichte des Tabakrauchens auf die Spur zu kommen und wie der Tabak dann auch nach Europa kam, dafür müssen wir ein paar Jahre zurück. Und zwar ganz genau ins Jahr 1492. Und da kam Kolumbus so Ende Oktober auf Kuba an und hat dann zwei Männer losgeschickt und hat gemeint, jo Leute, schaut euch mal ein bisschen die Gegend an, was geht.
04:09
Und als die Männer wieder zurückkamen, haben die berichtet, ja, sie haben so viele Menschen gesehen und die haben irgendwie so wohlriechende Kräuter, ja, die wiederum in Blätter eingerollt waren, geraucht.
04:21
Natürlich wussten die Europäer damals nicht mal, was es ist und deswegen haben die auch gar nicht Rauchen gesagt. Und ich finde den Begriff sehr, sehr spannend, weil die haben gesagt, sie haben auf der einen Seite den Rauch durch einatmend getrunken. Und der Begriff hat sich in Europa auch noch sehr lange festgesetzt, das Tabak trinken, bevor es wirklich zum Rauchen überging von der Begrifflichkeit.
04:45
Von diesem Kontakt und von diesem Treffen geht man aus, dass das der erste Kontakt von Europäer war mit dem Tabakrauchen. Allerdings ist dann auch mit der Zeit immer mehr aufgefallen, dass nicht nur auf Kuba Tabak geraucht wird, sondern dass sehr viele indigene Völker ganz rund um Amerika geraucht haben. Und zwar nicht alle und auch nicht in allen Ländern, aber trotz allem war Tabak damals in Amerika sehr, sehr verbreitet.
05:13
Aber auch in Asien wurde das Rauchverhalten immer bekannter. Damit meine ich nicht, dass es sich da verbreitet hätte, sondern dass es den Europäern damals einfach aufgefallen ist. Und damit hat sich sozusagen erstmal ein bisschen, ja, ist irgendwann diese Substanz in Vorschein getreten. Was ich ganz spannend fand, war, dass auf der Insel Nias, die gehört zu Indonesien, ist da auch in der Nähe, da gibt es einen Gruß, wenn man auf die Insel kam damals, das
05:41
Das wird jetzt wahrscheinlich komplett falsch aussprechen. Der hat sich angehört wie Fanzio Tokka Fanniso Save. Ich kann überhaupt kein Indonesisch. Sorry, falls jemand das anhören muss und sich jetzt an den Kopf fasst. Aber übersetzt heißt es Tabak her, starken Tabak. Wir sterben her, wenn wir keinen Tabak haben. Das muss man sich mal vorstellen. Das war die Begrüßung auf dieser Insel damals.
06:09
Also fand ich ganz schön krass. Und als den Europäern rund um die Welt das Tabakrauchen, das Tabak trinken immer mehr aufgefallen ist, war es natürlich nur eine Frage der Zeit, dass Europa auch anfängt zu rauchen. Und zwar vor 500 Jahren ungefähr sagt man, dass dann angefangen wurde, den Tabak von Amerika nach Europa zu bringen. Und am
06:32
Am Anfang war halt der Tabak vor allem in Spanien und Portugal publik. Logisch, von dort aus stammten ja die meisten Seefahrer, die nach Amerika ausgesandt wurden. Aber es dauerte halt auch nicht lange, bis der Tabak die Grenzen von Spanien und Portugal verließ und dann ganz Europa überfiel, sich in ganz Europa verbreitete. So.
06:52
So kam es auch, dass der europäische Bedarf sehr schnell nicht mehr von dem mitgebrachten Tabak aus Amerika gedeckt werden konnte und dementsprechend wurde angefangen, in Europa Tabak anzubauen. Und in Deutschland wurde Tabak ungefähr so um 1559 angebaut und zwar in Suhl.
07:11
Was ich auch sehr spannend fand, ist, dass man damals in Deutschland das abhängige Tabakrauchen noch die trockene Trunkenheit nannte. Was kann man aus dem Begriff ein bisschen herleiten? Dass die Abhängigkeitsentwicklung den Menschen schon irgendwo klar war. Denn eine trockene Trunkenheit, Trunkbeute waren ja damals auch nicht wirklich angesehen, im Gegenteil. Und eben dieses abhängige Tabakrauchen wurde schon damals verteufelt und eben dementsprechend trockene Trunkenheit genannt.
07:40
Natürlich war es so, dass der Tabak nicht sich einfach verbreitet hat, sondern es gab schon ein paar Widerstände gegen die Verbreitung des Tabaks.
07:47
Und so hat zum Beispiel der Papst immer mit Verboten und Strafen versucht, in Spanien und in Rom dagegen vorzugehen. In Deutschland stand im Jahre 1692 das Tabakrauchen noch unter Todesstrafe. Und in der Schweiz war um 1660 Tabakrauchen als schweres Verbrechen gehandhabt. Also man hat versucht, wie man das halt so macht, mit Prohibition justiziell irgendwie da den Riegel vorzuschieben.
08:12
Das Ganze war aber nicht von so viel Erfolg geprägt und Papst Benedikt VIII., der war von 1724 bis 1730 Papst und hat unter anderem auch gerne Tabak geschnupft, der hat am Ende alle Erlasse aufgehoben. Und das hatte vor allem den Grund, dass er in den Glaubensgemeinschaften
08:32
den Anblick verhindern wollte, wie sozusagen kirchliche Würdenträger von damals eben schnell immer in den Nachbarraum rannten und heimlich ein paar Züge geraucht haben. Das muss man sich mal vorstellen. Da wurde sozusagen der Sucht nachgegangen des Rauchens und das musste man halt heimlich tun, weil es war ja eigentlich verboten und natürlich waren auch Pfarrer
08:53
oder Bischöfe oder was auch immer, nicht wirklich davon ausgenommen. Und somit haben sie das immer heimlich gemacht und sind dann wohl immer so in kurzen Zwischenzeiten vor der ganzen Gemeinde mal ganz schnell in den Nachbarraum gerannt, um dort schnell ein, zwei Züge zu ziehen und zack, wieder zurück. Und ja, Papst Benedikt VIII. sagt halt so, jo, okay, dann scheiß auf die ganzen Erlasse, wir heben die jetzt auf, dann haben wir den ganzen Käse nicht mehr. Ganz am Anfang wurde der Tabak vor allem in Pfeifen geraucht.
09:22
Und im 18. Jahrhundert wurde dann das Tabakschnupfen immer populärer. Und zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam dann eben auch die Zigarre auf den Markt. Und 50 Jahre später auch die Zigarette.
09:33
Einen wichtigen großen Umschwung gilt es noch zu verzeichnen und zwar so ungefähr ab 1950, denn da kam halt das Tabakrauchen langsam aus der Schmuddelecke raus und verbreitete sich immer mehr und wurde dann zu einer gesellschaftlichen Norm. Vorher haben wir das, ja okay, macht jeder, man kämpft ein bisschen gegen an, aber man muss es irgendwo auch akzeptieren.
09:53
akzeptieren, aber 1950 war es dann langsam so, ja okay, es wird zur gesellschaftlichen Norm und es ist zum Teil auch sehr angesehen, zum Beispiel in den 50er Jahren, wo das Rauchen auch dann für Frauen normal und dann auch sehr positiv konnotiert, denn die rauchende Frau war eben eine emanzipierte, arbeitende Frau und im Jahrhundert davor galt es noch als ziemlich unweiblich für Frauen zu rauchen.
10:17
Aber nur kurze Zeit später, um 1964, verlor dann die Tabakindustrie das erste Mal ihr Gesicht durch den Terry Report. Und der hat nämlich diese gesundheitlichen Schäden des Rauchens untersucht und aufgedeckt. Und es wurde halt klar, dass die Tabakindustrie das schon länger wusste, es aber halt einfach immer, ja, verdeckt gehalten haben.
10:39
Aber wie ihr wahrscheinlich alle wisst, Tabak gibt es immer noch, die Tabakindustrie gibt es immer noch. Also so krass haben sie dann ihr Gesicht auch wieder nicht verloren. Aber dazu erfahrt ihr in zwei Wochen noch viel mehr. Schauen wir vielleicht noch zum Schluss kurz auf die aktuellen Zahlen. Und zwar aus 2018 habe ich dann einen Kurzbericht von einem epidemiologischen Suchtse wie der BZGA. Und das besagt, dass zwischen den 18 und 64-jährigen Frauen und Männern 46,6% der Männer nicht Raucher sind.
11:08
Und 26,4% Raucher und der Rest eben Ex-Raucher. Und bei den Frauen, da haben wir den größeren NichtraucherInnen-Anteil und zwar 56,3% und 20,2% RaucherInnen.
11:24
23,5 Ex-Raucherin. Also doch noch eine ganz schöne Menge, aber man kann eben sagen, dass das Rauchen über die letzten Jahre immer stetig abnimmt. Also es wird immer weniger, immer weniger. Da können wir auf jeden Fall von einer positiven Entwicklung sprechen. Musik
11:43
Schauen wir uns mal die verschiedenen Konsumformen an. Wir haben erstmal ganz klassisch die Zigaretten. Die Zigaretten kannst du in der Packung kaufen, im Lebensmittelhandel oder in irgendwelchen Kiosken also an sich oder natürlich Tankstellen. Das heißt, Zigaretten sind sehr verbreitet. Es werden immer weniger Zigarettenautomaten, aber auch die gibt es immer noch und man kann eigentlich 24-7 in Deutschland Zigaretten kaufen.
12:09
Was nicht geht in Deutschland, was damals, als ich noch in Uruguay gelebt habe, sehr normal war, sind einzelne Zigaretten zu kaufen. In Uruguay war das so, man konnte sich ohne Probleme für ein paar Cent zwei, drei Zigaretten einzeln kaufen. In Deutschland ist das verboten und das ist im Prinzip eine Maßnahme, um eben den Tabakkonsum zu reduzieren.
12:29
nicht zu fördern. Zigaretten können auf der einen Seite gedreht werden, gestopft werden oder eben komplett fertig fabriziert in der Packung gekauft werden. Kommen wir zu einer anderen Konsumart und zwar Snooze. Ich habe das mit Absicht nochmal reingenommen und werde da ein bisschen mehr drauf schauen, da Snooze immer mal wieder so aufploppt, auch während meiner Arbeit, also jetzt ist das nicht krass präsent, aber ist immer mal wieder Thema. Was
12:56
ist Snus. Das ist wahrscheinlich ein bisschen unbekannter. Man kann sich das vorstellen wie ein kleiner Teebeutel, der mit Tabak gefüllt ist und den klemmt man sich sozusagen unter die Lippe und dann wird von dort das Nikotin und der Tabak und das alles, was da halt so drin ist, das Geschleuns, über die Mundschleim-Effaute aufgenommen. Snus kommt aus Skandinavien und hat dort wirklich schon eine jahrelange Tradition. Das ist da sehr normal und ist dort auch legal und normal zu kaufen.
13:26
Und in Skandinavien ist das sogar das Haupttabakprodukt. Und was ich da sehr spannend finde, ist, dass zwar Skandinavien schon eine hohe Tabakabhängigkeit hat über Snooze, aber dass zum Beispiel das Lungenkrebsrisiko dort so gering ist. Denn da wird eben der Tabak nicht geraucht, das heißt, die Lunge wird weniger angegriffen. Und somit hängt halt in Skandinavien der Tabakkonsum nicht mit dem Lungenkrebsrisiko zusammen, wie das zum Beispiel in Deutschland oder in Europa der Fall ist.
13:53
Dafür kann halt Snooze verschiedene Krebsarten innerhalb der Mundgegend verursachen und das ist dann ein bisschen weiter verbreitet. Außerdem kann es da zu Zahnproblemen kommen und zur Verfärbung an der Stelle, wo man sich das Snooze sozusagen hinlegt. Und das kann auch richtig, wenn man das wirklich sehr übertreibt, so wie so Löcher reinätzen unter der Lippe. Aber dafür muss man schon sehr viel Snooze konsumieren. Was bei Snooze besonders ist, dass es vor allem unter Athleten sehr belebt ist, so als kurzes Aufputschmittel.
14:22
Und auch wenn man das halt in Deutschland und auch allgemein in der EU außer Finnland, Norwegen und Schweden nicht kaufen kann, kann man es halt sich gut bei Sportveranstaltungen in Skandinavien mitnehmen.
14:35
Wie schädlich Snooze wirklich ist, ist schwierig zu sagen, denn da spalten sich irgendwie die Geister meiner Quellen. Auf der einen Seite sagen die, ja Snooze ist so wie drei Zigaretten, aber die werden halt nicht geraucht, sondern sozusagen über die Schleimhäute konsumiert und damit ist halt die Konsumform eine deutlich geringere, auch wenn die Dosis höher wäre, also dringend.
14:57
Das Schadenspotenzial der Konsumform ist eine geringere und ja, dementsprechend kann man schon sagen, dass Snus weniger schädlich ist als Zigaretten, aber es halt trotzdem noch schädlich ist. Also es gibt nichts Unschädliches in dem Rahmen.
15:14
Und einen riesengroßen Vorteil hat Snooze auf jeden Fall auch noch und zwar, man schädigt halt nur sich selbst. Man hat natürlich keinen Passivrauch, weil es nicht geraucht wird und somit bleibt auch der Konsum und der Schaden bei einem selbst, der sich dazu entscheidet, Snooze zu konsumieren und belastet nicht die Umwelt mit.
15:32
Es gibt manchmal noch so ein paar Gerüchte, Snooze sei groß verunreinigt, da seien irgendwie Scherben drin, dies, das. Und da muss man sich halt immer überlegen, Snooze kommt aus dem regulierten Markt in Skandinavien. Und wenn man das im regulierten Markt kauft, dann werden natürlich die Inhaltsstoffe nach den verschiedenen Vorschriften vor Ort verwendet.
15:49
Ja, geprüft. Deswegen halte ich tatsächlich diese Gerüchte, dass da irgendwie groß Giftstoff, also Giftstoffe sind da trotzdem drin, wie halt in Zigaretten auch, aber dass halt eben da Scherben oder sonst was drin ist,
16:04
ein bisschen fragwürdig, es sei denn, man kauft das eben irgendwie auf dem Schwarzmarkt. Machen wir mal weiter mit dem Schnupftabak. Den Schnupftabak zieht man sich durch die Nase und der Wirkstoff Nikotin wird dann eben durch die Nasenschleimhäute aufgenommen.
16:19
Und wie schon in der Geschichte erwähnt, ist es eine sehr alte Konsumfarm, das gab es schon sehr, sehr früh und ist auch älter als die Filterzigarette, ist aber mit immer weniger verbreitet. Und auch dadurch, dass beim Schnupftabak wie bei Snooze keine Verbrennung stattfindet, ist es weniger schädlich erstmal als das Rauchen. Aber wie gesagt, auf gar keinen Fall ungefährlich. Dann haben wir noch die Shisha. Auch zu Shisha werden wir im Laufe dieser Serie noch viel, viel tiefer eintauchen.
16:47
Aber erstmal ganz grundlegend, die Shisha ist eine Wasserpfeife. Da wird der Tabak eben oben in einen Kopf platziert und darauf kommt dann entweder ein Sieb oder eine Alufolie und darauf die Kohle. Und dann wird eben durch den Schlauch eingeatmet. Unten drunter hat man so einen Bauch mit Wasser drin und der Rauch wird sozusagen durch dieses Wasser geleitet, bevor man es raucht.
17:12
Man muss dazu sagen, dass das Wasser keine Filterfunktion hat, sondern es kühlt den Rauch nur. Dementsprechend ist auch eine dieser Shisha-Mythen, das sei total unschädlich,
17:22
nicht so viel dran, denn wir haben da halt keine Filterwirkung in der Shisha drin. Aber einen Vorteil im Konsumumfeld von der Shisha haben wir auf jeden Fall und zwar ist es super schwierig, die Shisha die ganze Zeit zu rauchen. Eine Kippe kann man immer rauchen, aber eine Shisha muss man halt immer aufbauen und das entschleunigt das Konsumieren und es sozusagen entschleunigt das Konsummuster.
17:45
Und zu guter Letzt haben wir noch die E-Zigarette und auch das wird ein großes Thema unserer Reihe sein. Trotz allem werde ich kurz zwei Sätze dazu sagen. Eine E-Zigarette ist eben die Möglichkeit, Liquids, die mit Nikotin zersetzt sind, in so einer elektrischen Pfeife im Prinzip zu rauchen.
18:06
Und das gibt es inzwischen in vielen verschiedenen Marken. Und bei der E-Zigarette ist es eben wichtig zu wissen, dass kein Rauch entsteht, sondern ein Dampf. Und dieser Dampf hat weniger Schadstoffe drin, als jetzt Rauch, der bei der Verbrennung entsteht. Und dementsprechend ist E-Zigaretten ein wichtiges Thema im Rahmen der Schadensminimierung, denn der Dampf sowohl für die Konsumentinnen weniger schädlich ist, als auch für die Umwelt.
18:33
Weiter geht’s mit den erwünschten Wirkungen von Dermatitis.
18:43
Hier ist es erstmal wichtig zu wissen, dass Tabak und Nikotin in kleinen Dosen aktiviert und in großen Dosen dämpfend wirkt und beruhigend. Und sowas nennt man eben bivalentes Wirkspektrum und das bedeutet ganz praktisch, dass die Wirkung der Zigarette demnach variiert, wie tief man einatmet. Denn umso tiefer man einatmet, umso mehr Nikotin nimmt man auf und somit hat man eben eine andere Wirkung.
19:10
Bei geringen Nikotinkonzentrationen schlägt das Herz etwas schneller, der Blutdruck steigt, die Gefäße verengen sich und das führt eben kurzfristig zu einer höheren Leistungsfähigkeit. Und Nikotin lässt zudem auch noch die Zuckerkonzentration im Blut ansteigen und das bedeutet eben, dass das Hungergefühl gedämpft wird.
19:30
Außerdem haben wir durch die Nikotin zuvor eine Steigerung der Aufmerksamkeit und Konzentration sowie ein besseres Kurzzeitgedächtnis. Dem Nikotin wird außerdem ein leichterer Umgang mit Gefühlen zugesprochen, vor allem eine Dämpfung von Angst, Wut und Aggressionen.
19:46
Es kommt zu Entspannung bei Stress und Nervosität. Es kommt zu einer Minderung von einer Schmerzempfindlichkeit. Und die Muskulatur wird entspannt und die Müdigkeit wird abgebaut. Aber da hatten wir ja auch gerade den Punkt, je nachdem, wie viel Nikotin man sich zuführt, kann das sich eben variieren. Behaltet euch mal die ganzen Wirkungen im Hinterkopf, denn das wird gleich richtig, richtig spannend. Denn jetzt schauen wir uns an, wie Tabak und insbesondere Nikotin im Gehirn wirkt.
20:15
Tabak im Gehirn. Hierbei werden wir uns besonders anschauen, wie Nikotin im Gehirn wirkt. Die Verbrennungstigarette hat ja noch so
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einige andere chemische Substanzen drin, aber das Wichtigste, um was sich alles dreht, ist eben Nikotin. Und deswegen werden wir uns heute mal anschauen, was Nikotin im Gehirn macht. Und zwar imitiert Nikotin den Neurotransmitter Acetylcholin. Und dieser Neurotransmitter ist dafür zuständig, Signale zwischen Neuronen und Muskeln zu vermitteln. Acetylcholin wird im Rückenmark und im Stammhirn gebildet und setzt im Prinzip die Muskeln in Bewegung.
20:52
Und Acetylcholin beeinflusst den Herzrhythmus, die Atmung, Magen-Darm-Funktion und die Puerpillenverengung. Die ist halt wichtig für Funktionen des autonomen Nervensystems. Also es macht ziemlich viel. Darüber hinaus stimuliert Acetylcholin noch andere Neuronen, wie zum Beispiel die ganze Gruppe der dopamingesteuerten Neuronen. Und so kommt es eben das Nikotin im Prinzip auf
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alle diese Prozesse Einwirkung hat, also ganz schön viel. Und was Nikotin jetzt eben macht, ist, dass das Acetylcholin ja nachahmt und an den Rezeptoren des Dopaminneuronen wirkt. Und Nikotin hat aber den großen Unterschied, es bleibt deutlich länger im synaptischen Spalt. Und zwar imitiert es zwar die Funktion, wird allerdings nicht von dem Enzym abgebaut, das normalerweise Acetylcholin abbildet.
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baut. Das heißt, zwar wirkt es, wird aber nicht mehr rausbefördert aus dem synaptischen Spalt und damit wird das Belohnungszentrum deutlich länger aktiviert als mit dem natürlichen Neurotransmitter Acetylcholin. Also Nikotin ist einfach deutlich potenter. Durch die
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Durch die Aktivierung der Acetylcholin-Rezeptoren kommt es zu einer Freisetzung unterschiedlicher Botenstoffe wie Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin und Serotonin, aber auch von Hormonen wie Cortisol. Und durch die Aktivierung von Dopamin wird eben auch das Belohnungszentrum stimuliert, was ja am Ende immer dazu führt, dass eine Abhängigkeitserkrankung schneller aufgebaut werden kann. Wenn man Tabak jetzt regelmäßig konsumiert,
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werden die Rezeptoren aufgrund der stärkeren Stimulation durch Nikotin überstimuliert.
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Und so stellen die also kurzzeitig ihren Betrieb ein und bilden über die Zeit dafür aber neue Rezeptoren. Und somit vermehren sich diese Acetylcholin-Rezeptoren die ganze Zeit, wenn man dann eben regelmäßig raucht. Und im Prinzip ist das jetzt halt so, dass wenn man raucht, diese Rezeptoren erstmal sehr stimuliert werden, dann sind die mal, brauchen die eine Pause, das heißt, die sind wie so stillgelegt und in der Zeit können kaum Nikotin noch Acetylcholin überhaupt etwas senden.
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dementsprechend braucht man auch immer mehr Nikotin, um überhaupt mal ein Signal durchzubekommen. Hört man dann aber auf zu rauchen, dann kann das natürliche Acetylcholin ganz normal an den Rezeptoren binden. Nun sind da aber so viel mehr Rezeptoren an den Start, an die die alle binden können. Das heißt, die Signale, die jetzt gesendet werden, sind unbegrenzt.
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Richtig viele, weil einfach so viele Rezeptoren jetzt am Start sind. Und das ist eben der Grund für diese Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, Ängste, Schlaflosigkeit, Depression oder Konzentrationsschwierigkeiten, weil einfach viel zu viele Signale am Start sind.
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Wenn man dann wieder eine Zigarette raucht, wird man wieder ruhiger, weil es die Rezeptoren erstmal wieder desensibilisiert und somit das Gehirn wieder normal arbeiten kann, ohne eben einen Überschuss an Signalen zu haben. Das heißt sozusagen, unser Gehirn baut sich auf die Wünsche des Nikotins um und funktioniert dann halt nur richtig mit Nikotin.
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Und hier wird es spannend. Ihr könnt euch vielleicht an die positiven Wirkungen, die gewünschten Wirkungen von Tabak erinnern. Und im Prinzip ist es aber so, dass wenn man sehr viel raucht und unser ganzes Gehirn sich eben auf Nikotin umbastelt, ist es eher so, dass wir unsere Entzugserscheinungen normalisieren, anstatt dass wir wirklich von einem Nullpunkt eine neue positive Wirkung draufsetzen. Versteht ihr, was ich meine?
24:26
Also da ist schon ein Unterschied. Das eine ist einfach, okay, Entzugserscheinungen sind weg und deswegen geht es mir besser. Und das andere, okay, mir geht es normal und dann konsumiere ich noch was drauf. Also genau, das ist bei vielen Substanzen so, wenn man die auf Dauer konsumiert. Aber bei Tabak ist es halt wirklich so, dass unser Gehirn das so umstrukturiert, dass es nur noch mit Nikotin richtig gut funktioniert.
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Dieses Mal packe ich euch diese ganze Funktion auch wieder in die Metapher. Wer die Metapher noch nicht kennt, die ist grundlegend in der Folge, wie wirken Drogen im Gehirn dargestellt und für wen das, was ich vorhin erzählt habe, schon total verständlich war, kann einfach die nächsten 15 bis 30 Sekunden skippen.
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Aber starten wir mit der Metapher. Zum Start müssen wir erstmal eine neue Flotte gründen, weil Acetylcholin hatte ich in der grundlegenden Metapher nicht dabei. Und weil Acetylcholin so viel kann, würde ich einfach mal sagen, das ist unsere Managerflotte, weil die eben so viel Einfluss auf ganz viele Sachen haben.
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Wenn unser Stoffwechsel nun normal funktioniert, dann schickt der Chef des Starthafens, aka Prä-Synapse, die Managerflotte zum Zielhafen, aka Post-Synapse, wo sie an die Anlegestelle geht und die Befehle zu den Funktionen unseres Körpers übermittelt.
25:44
Wenn wir aber nun Nikotin konsumieren, kommen diese als Sprachexperten daher. Das heißt, die Anlegestelle im Zielhafen checkt gar nicht, dass es nicht die normale Managerflotte ist, die sonst kommt, sondern einfach welche, die sich als diese ausgibt. Das Besondere ist jedoch, dass diese nicht in den normalen Booten daherkommt, sondern in Frachtern. Aber Frachtern eben unter der Fahne der normalen Managerflotte.
26:13
ist die Anlegestelle erstmal etwas verwirrt, aber scheinen ja die gleichen Leute wie immer zu sein und haben einfach ein wenig expandiert. Und als die Frachter immer regelmäßiger ankamen, wurde die Anlegestelle einfach erweitert und expandiert, sodass man mit den Frachtern wirklich gut klarkam. Der Zielhafen wurde einfach auf den neuen Ansturm abgestimmt.
26:35
Sind die Frachter aber weg, müssen alle Zielhafenmitarbeiter erstmal in die Mittagspause, weil da so viele Befehle waren, die sie ausgeführt haben. Da braucht man einfach ein bisschen Zeit, sich auszuruhen. Somit macht man für eine kleine Zeit lang alle Schotten dicht und hat gar keinen wirklichen Bock auf irgendwelche Signale zu verarbeiten.
26:54
Gut, dass wenn die ersten Hafenarbeiter wieder aus der Mittagspause erwachen und sich um die Anlegestühle kümmern, erstmal die normalen kleinen Flotten wiederkommen. Nur sind dann einfach viel zu viele Hafenarbeiter am Start und die kleinen Flotten sind total überfordert, die ganzen Hafenarbeiter richtig anzuleiten. Zum Glück kommt dann immer in regelmäßigen Abständen wieder die Dampfer und bringen das ganze Chaos wieder in eine gerade Linie.
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Ich hoffe, euch hat die Metapher wie immer ein bisschen geholfen, diese ganzen komplizierten Funktionen im Gehirn besser nachzuvollziehen. Zu guter Letzt schauen wir uns die Risiken und Nebenwirkungen von Tabak an. Bei den Risiken muss erstmal darauf geachtet werden, dass diese nicht einfach nur von Nikotin entstehen, beziehungsweise Nikotin nicht der Hauptverursacher für die Nebenwirkungen ist.
27:49
Das war mir vor der Recherche auch nicht so wirklich bewusst, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber es schaut so aus, dass Nikotin erst in sehr hohen Dosen giftig wirkt und wenn man sozusagen das Nikotin, das in der Zigarette ist, rein und nicht rauchen zu sich nehmen würde, ein deutlich geringeres Risiko entstehen würde, als eben wenn man es raucht mit dem ganzen Scheiß, was halt sonst noch so im Tabak drin ist.
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Aber auch hier ist die Datenlage ein bisschen widersprüchlich. Denn trotz allem ist die Wirkung von Nikotin, wie oben beschrieben, gemeinsam mit der schnellen Anflutung ins Gehirn durch die Konsumform des Rauchens, Schuld einer schnellen Abhängigkeitsentwicklung von Rauchen.
28:26
Somit kann man das Risiko von der Abhängigkeit schon dem Nikotin zuschreiben. Darüber hinaus sorgt das Nikotin zusätzlich noch dafür, dass unser Belohnungszentrum aktiviert wird und auch hier haben wir eben den Einfluss auf das Abhängigkeitspotenzial vom Rauchen. Dieses Thema wird dann natürlich nochmal richtig spannend, wenn wir mehr über E-Zigaretten reden werden, denn da haben wir eben dieses Tabakprodukt, so wie wir das jetzt in der normalen Verbrennungszigarette haben, nicht mehr.
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Und was auch noch sehr wichtig ist, denn wenn wir von Tabak reden, reden wir ja schon lange nicht mehr von der Rohform der Tabakblätter, die damals konsumiert wurden, sondern inzwischen ist das ein sehr komplexes Gemisch aus über 7000 Chemikalien. Also von einem Naturprodukt kann hier wirklich nicht mehr die Rede sein. Neben diesen ganzen Chemikalien ist aber auch wirklich der Verbrennungsvorgang der Zigarette eins der Hauptproblematik.
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Denn durch das Verbrennen der Zigarette werden die ganzen chemischen Zusatzstoffe natürlich auch verbrannt und sorgen eben für einen Haufen toxischer Nebenwirkungen.
29:29
Zu der Nebenwirkungsliste gehört zum Beispiel unspezifische Herz- und Kreislauffunktionsstörungen, aber auch eine erhöhte Infektanfälligkeit, der Geschmacks- und Geruchssinn kann beeinträchtigt werden. Es kommt zu Wundheilungsstörungen, also dass so Wunden nicht mehr so schnell zuheilen und auch die Haut altert schneller und es kommt zu einer vermehrten Faltenbildung.
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Bei Männern haben wir zusätzlich noch Potenzprobleme und bei Frauen verminderte Fruchtbarkeit, einen vorgezogenen Eintritt der Wechseljahre und ein erhöhtes Osteoporose-Risiko. Raucherinnen und Raucher haben etwa ein doppelt so hohes Krebsrisiko im Vergleich zu NichtraucherInnen und bei starken RaucherInnen steigt es bis auf das Vierfache.
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Vor allem beim Thema Krebsrisiko ist es hier nochmal spannend, Nikotin genauer anzuschauen. Denn ich habe zwar gerade gesagt, Nikotin direkt ist nicht dafür verantwortlich, dass Krebs entsteht, aber dafür indirekt. Denn bei starken RaucherInnen wird der Abbau von Nikotin im Körper extremst erweitert. Man möchte halt den Dreck raus haben. Und dadurch, dass die wenigsten Prozesse im Körper stattfinden,
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oder wahrscheinlich auch kein Prozess, dafür reicht mein medizinisches Wissen nicht aus, für sich komplett alleine steht, sorgt dieser erhöhte Abbauprozess von Nikotin auch dazu, dass andere Stoffe stärker abgebaut werden. Und das wiederum sorgt für eine Aktivierung von krebserregenden Stoffen und somit ist zwar Nikotin nicht direkt verantwortlich für die Auslösung von Krebs, aber man geht davon aus, dass es
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indirekt verantwortlich sein kann für Krebs. Aber auch hier immer ein bisschen schwierig. Die Forschung geht hier schnell und manchmal auch eigentlich viel zu langsam, wie man es eben nimmt. Und das kann auch wieder anders bewertet werden. Aber darüber habe ich eben eine Studie gelesen, fand ich auf jeden Fall sehr spannend. Wenn wir uns noch ein bisschen tiefer die Langzeitnebenwirkungen anschauen, haben wir bei RaucherInnen ein erhöhtes Risiko an einer Abweichung
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Arteriosklerose, also eine Verengung der Blutgefäße durch Ablagerung zu erkranken. Außerdem ist das Herzinfarkt und Schlaganfallrisiko höher. Sie können eine Durchblutungsstörung an Arm und Beinen erleiden. Und besonders sind eben dann nochmal zusätzlich Frauen, die gleichzeitig noch die Pille nehmen. Da hat man eben ein erhöhtes Thromboserisiko. Und sehr typische Folgeerkrankungen durch den langjährigen Tabakkonsum ist natürlich auch noch die chronische Bronchitis.
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Zum Teil mit einer bleibenden Verhärtung der Bronchien und einer dazugehörigen Atemnot und auch das Lungen-Emphyse. Bei dieser Erkrankung sind viele Lungenbläschen geplatzt, andere übermäßig erweitert, sodass die Lunge nicht mehr genug Sauerstoff aufnehmen kann. Zum guter Letzt sprechen wir noch kurz über die Nikotin-Überdosierung. Die zeigt sich kurzfristig.
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mit Kopfschmerzen, Übelkeit, kalten Schweiß, aber auch Zittern und Herzrasen. Und schwere Vergiftungen können zu Krämpfen, Schock und auch ein Koma auslösen. Darüber hinaus kann es zum Kreislaufkollaps und bei Dosen ab 1 mg pro kg Körpergewicht zu Tod durch Atemlähmung kommen. Aber hier ist es wichtig zu sagen, solche Vergiftungen von Nikotin sind fast ausnahmslos Unfälle, bei denen Personen versehentlich eine nikotinhaltige Flüssigkeit haben,
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wie zum Beispiel Pestizide getrunken haben oder eben ein durch Zigaretten verunreinigtes Getränk genommen hat. Also wenn man, keine Ahnung, Aschenbecher mit Wasser austrinkt. Und ganz spannend hier fand ich auch, dass Nikotin einer der ältest bekanntesten Schädlingsbekämpfungsmittel ist. Und dementsprechend kann es eben zu einer Nikotinvergiftung kommen, wenn man sowas wie Pestizide, die halt logischerweise mit Nikotin angereichert sind, konsumiert hat.
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Ja, hiermit ist die 20. Psychoaktiv-Folge auch zu Ende. Ja, ich wollte eigentlich die Folge noch kürzer fassen, hat nicht ganz geklappt, aber naja, bisschen mehr wie eine halbe Stunde sollte schon drin sein.
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Das war der Auftakt unserer Tabak-Nikotin-Reihe, die erste Folge von Vieren. Ich hoffe, sie hat euch gefallen. Ich hoffe, ihr freut euch auf die drei Interviews genauso wie ich. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, könnt ihr mir wie immer unter der E-Mail psychoaktiv.podcast.gmail.com schreiben oder mir eben auf Instagram unter psychoaktiv.podcast. Ich freue mich über ein Follow bei Spotify oder einer lieben Bewertung auf iTunes.
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Wir hören uns in 14 Tagen. Genug Call-to-Action-Kram. Ich freue mich. Bis dann. Tschüss.
