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DMT: Rausch, Rätsel und Realität

DMT kann sehr intensive psychedelische Zustände hervorrufen, obwohl der eigentliche Rausch beim Rauchen oder Verdampfen vergleichsweise kurz ist. Beschrieben werden starke visuelle Eindrücke, das Gefühl, vollständig in eine andere Wirklichkeit einzutauchen, sowie Erfahrungen von Ich-Auflösung und Begegnungen mit scheinbar eigenständigen Wesen oder Entitäten. Gerade diese Intensität hat zu zahlreichen Mythen beigetragen, etwa der Vorstellung, ein DMT-Trip bilde ein Nahtoderlebnis nach oder körpereigenes DMT werde beim Sterben massenhaft ausgeschüttet. Für solche Behauptungen gibt es bislang jedoch keine eindeutigen Belege.

Im zweiten Teil des Gesprächs mit Daniel Fuchs geht es um unterschiedliche Formen von DMT, darunter Ayahuasca, Yopo-Samen und das Sekret bestimmter Krötenarten, sowie um die Frage, was über körpereigenes DMT tatsächlich bekannt ist. Die Folge spricht über die Wirkung am serotonergen System, mögliche Angstreaktionen und Ich-Auflösung, das bislang unklare Verhältnis zu Psychosen sowie die ungewöhnlich geringe Toleranzentwicklung. Thematisiert wird außerdem, warum viele Aussagen über Langzeitfolgen und biologische Funktionen weiterhin mit großer Unsicherheit verbunden sind. Deutlich wird: Rund um DMT treffen intensive subjektive Erfahrungen auf eine Forschungslage, die viele populäre Erklärungen bislang weder eindeutig bestätigen noch vollständig auflösen kann.


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Dimethyltryptamin – DMT (2)

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PODCAST-METADATEN

Folge: 52
Erscheinungsdatum: 06.10.2022
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Dimethyltryptamin – DMT (2)
Sprecher: Stefanie Bötsch, Daniel Fuchs
Typ: Transkript

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00:04

Euer Drogen- und Alkohol-Podcast mit Stefanie Bötsch. Zieht’s euch rein! Diese Podcast-Folge wird euch präsentiert von Safe Party People Frankfurt.

00:29

Willkommen zu einer neuen Folge Psychoaktiv. Richtig geil, dass ihr wieder mit dabei seid. Ja, wie ihr schon an der Tonqualität hört, ich bin aus meinem Urlaub zurück. Ja, das weiß natürlich nur die Leute, die die letzte Folge bis zum Ende angehört haben. Da habe ich nämlich die Abmoderation noch mit meinem Laptop machen müssen, weil ich kein Mikrofon nach Schottland genommen habe. Ja, ich habe nicht überall ein Mikrofon dabei. Ja.

00:53

Und ja, jetzt sitze ich wieder in meinem Kleiderschrank vor einem guten Mikrofon, ihr habt wieder eine geile Tonqualie und mache die Anmoderation zum zweiten Teil der DMT-Folge. Das DMT-Interview mit Daniel Fuchs war ein zusammenhängendes Interview. Das heißt, es macht schon Sinn, die erste Folge nochmal zu hören, beziehungsweise die erste Folge zu hören, bevor man die zweite Folge hört. In der ersten DMT-Folge haben wir darüber gesprochen, was DMT eigentlich für eine Substanz ist, die

01:19

die Wirkweise im Körper uns angeschaut und auch Ayahuasca uns angeschaut und was das eigentlich mit DMT zu tun hat. Und ja, in dieser Folge wird es jetzt um die verschiedenen Konsumformen von DMT gehen. Wir schauen uns die erwünschten und unerwünschten Wirkungen an und sprechen zum Beispiel auch über den Ur-Mythos oder vielleicht stimmt das ja auch, das werdet ihr merken, wenn ihr das Interview fertig hört.

01:43

wie viel der Konsum mit DMT oder das Rauscherlebnis mit DMT mit einem Nahtoderlebnis zu tun hat. Ich wünsche euch super viel Spaß mit dem zweiten Teil vom Interview. Wir werden da jetzt ein bisschen ruppig reinspringen. Das ist manchmal nicht so einfach, wenn man es nicht geplant hat, ein Interview zu teilen, es dann noch zu teilen. Aber ich glaube, es ist sehr gut nachvollziehbar, mit was es weitergeht. Und falls euch mein Podcast gefällt,

02:09

Empfehlt ihn gerne euren Freunden, Freundinnen und Kollegen, Kolleginnen, die vielleicht auch was mit dem Thema anfangen können. Oder ratet ihn auf Spotify, Apple Podcast oder wo ihr gerade den hört und gebt mir gerne eine Rückmeldung, auch gerne in Form von einer Sternebewertung. Das hilft mir auf jeden Fall weiter. Dankeschön und jetzt wirklich viel Spaß mit dem Interview.

02:33

Also wir hatten also jetzt als Konsumform das Rauchen in einem Joint. Wir hatten als Konsumform auch via Ayahuasca als Getränk. Gibt es noch andere Konsumformen von DMT? Ja, also haben wir ja auch schon irgendwie Intramuskulär oder Intravenös.

02:49

Was auch von gewissen Personen bevorzugt wird, jetzt aber wahrscheinlich irgendwie so für die meisten Leute nicht irgendwie in Frage kommt. Was auch noch geht, ist nasal. Also indem man dann die Substanz schnupft, da muss man halt wirklich sagen, die Form, wie das DMT hauptsächlich auf dem Markt vorkommt, ist halt als freie Base. Also das ist auch quasi die Form, die für das Rauchen geeignet ist.

03:18

Beim DMT, es handelt sich hier aber um Amin. Also Amine sind Substanzen, die die Eigenschaft haben, basisch zu reagieren. Und ein Großteil der Amine, die auch als psychoaktive Substanzen irgendwann sind, handelt sich um relativ starke Basen. Also sie sind sehr, sehr stark.

03:37

ätzend und auch schädlich für menschliche Zellen. Und wenn man die Base, das geht, schnupfen möchte, dann muss man aber auch in Kauf nehmen, dass es ziemlich schmerzhaft ist. Aber es funktioniert. Eine andere Möglichkeit wäre quasi, das DMT dann mit einer Säure zu neutralisieren, in Anführungsstrichen.

03:59

Dass man dann irgendwie ein Salz des DMT hat. Also viele, viele andere Substanzen kommen nicht als freie Base vor. MDMA ist oftmals das Hydrochlorid und so eine Form ist auch mit dem DMT möglich. Und dann hat man dann halt irgendwie, was weiß ich, das DMT-Hydrochlorid oder DMT-Fumarat, was dann nicht so ätzend ist, wenn man das dann nasal konsumiert.

04:21

In meiner Recherche für diese Folge bin ich auch auf die Yoposamen gestoßen bei einem niederländischen Headshop auf der Seite. Wie werden die dann konsumiert? Ja, beim Yopo oder die Yoposamen, da handelt es sich um Pflanzensamen von der Anadenanthera peregrina. Das ist ein Baum, der ursprünglich aus Südamerika stammt, aber mittlerweile auch in der Karibik gefunden wurde.

04:46

Und dieser Baum, der produziert große dunkelbraune Samen, welche neben DMT noch 5-Meo-DMT und Bufutenin enthalten. Das sind andere Tryptamine, die auch eine psychoaktive Wirkung haben und die neben dem DMT da noch vorhanden sind. Und traditionell werden diese Samen geröstet und zu einem Pulver, das nennt sich dann Chohoba, gemahlen. Und dann werden die in entheogenen Ritualen geschnupft.

05:13

Um einen verändernden Bewusstseinszustand zu erzeugen. Man könnte jetzt auch irgendwie denken, dass man jetzt die Jopo-Samen hernehmen könnte und um daraus DMT zu extrahieren, aber einerseits ist DMT in den Samen ziemlich gering dosiert und

05:30

Und ich würde es auch bezweifeln, dass die Wirkung der Samen oder von dem Samenpulver auf das DMT zurückzuführen ist und auch weniger auf das 5-Meo-DMT. Also ich habe mal nachgeschaut, wie die Konzentration dort vorhanden ist. Und um dann von den beiden Substanzen eine aktive Dosis zu sich zu nehmen, müsste man knapp 20 Gramm Pflanzenmaterial schnüpfen, wo ich denke, dass das auf jeden Fall nicht möglich ist. Und die Wirkung geht weiter.

05:58

vermutlich auf das Bufutinin zurückzuführen.

06:02

20 Gramm Pflanzenmaterial, das muss man auch erstmal durch seine Nase bekommen. Und wenn wir dann noch bei anderen Konsumformen sind, das, was ich auch noch drauf gestoßen bin, ich dachte ja, ja, also ich wusste, dass es sowas wie psychedelische Kröten gibt, klar, aber irgendwie war das für mich auch immer so ein bisschen ein Mythos, dass man an der Kröte lutscht und dann high wird und habe dann gesehen, dass es eben wirklich Kröten gibt, die ein DMT- beziehungsweise ein strukturverwandtes Molekül wirklich absortieren.

06:29

sondern, wie kann ich mir das vorstellen? Also ist das tatsächlich so, dass ich dann an dieser Kröte lecken könnte und DMT-Rausch habe? Ja, das ist so ein Bild, der oftmals irgendwie so in, also ich erinnere mich daran, dass es eine Simpsons-Folge gibt, als der Humor, glaube ich, auch irgendwie in Australien unterwegs ist und da eine Kröte findet, an der er dann leckt und seine Pupillen werden dann größer und er läuft ein bisschen, ja, ferngesteuert durch die Gegend und viele Leute denken, dass das möglich ist.

06:58

Und wahrscheinlich haben es auch schon einige gemacht, aber ich denke, das ist nicht zu empfehlen. Also wenn man sich dieses Krötensekret mal anschaut, also zuallererst vielleicht irgendwie, wo kommt das her? Also diese Kröten, es gibt bestimmte Krötenarten. Also eine davon ist die Bufo alvarius, das ist die Sonoran Desert Toad, die in Nordmexico oder im Südwesten der USA in den Wüsten beheimatet ist. Und die haben eine Ohrdrüse,

07:24

Also direkt hinter den Augen haben die quasi so eine dicke Wulst, das ist diese Ohrdrüse und über diese Drüse sondern die ein Sekret ab, dass sie vermutlich vor Fraßfeinden schützen soll. Also wenn jetzt irgendein Tier kommt und die Kröte ins Maul nimmt, dann sondert die dieses Sekret ab, was einerseits wahrscheinlich ekelhaft schmeckt und

07:46

den Fraßfeind sofort irgendwie dazu veranlasst, es auszuspucken. Gleichzeitig ist es halt auch noch extrem giftig, weil neben psychoaktiven Bestandteilen wurde in dem Sekret auch noch Herzglycoside gefunden, also was wir hier zum Beispiel bei uns vom Fingerhut kennen.

08:02

Und deshalb ist da eine orale Einnahme nicht zu empfehlen. Mitte der 80er gab es einen Typ, Albert Most hat er sich genannt, der hat ein Pamphlet geschrieben über diese Kröte.

08:16

Und er ist da irgendwie in den USA, ich weiß keine Ahnung, keiner weiß so richtig, wie er darauf gekommen ist. Der hat sich dann auf den Weg gemacht in die Wüste, um diese Kröte zu suchen und hat angefangen quasi das Sekret zu rauchen und hat dann quasi in diesem Pamphlet auch erstmalig beschrieben, wie die Wirkung von diesem Sekret aussieht.

08:37

Er beschreibt auch, wie man am besten irgendwie, wie man die Kröte melkt. Also da gibt es dann bestimmte Verfahren, wie du diese Drüse quasi massierst.

08:46

Und die Kröte dann durch diesen Prozess dann das Sekret abstoßt und man das dann sammelt, wie man das dann aufbereitet, wie man das am besten in der Pfeife raucht und ziemlich abgefahren. Das hört sich wirklich abgefahren an, aber was man auf jeden Fall daraus mitnehmen kann, nicht irgendwie wild an Kröten lecken. Ich habe das auch, ich habe das glaube ich auch durch irgendeinen Anime Avatar war, da ging es auch mal in der Folge darum, dass da irgendwie sich eine Kröte in den Mund steckt und…

09:11

richtig high wird und danach isst er irgendwas von einem Kaktus und ist wieder high. Und da kann man sich schon denken, an was das angelehnt ist. Ja, okay, jetzt haben wir schon mal, glaube ich, sehr viel rund um DMT erfahren. Kommen wir mal zu den Hard Facts. Also wir wissen ja inzwischen, dass es ein Psychedelikum ist, wirkt sehr kurz, das liegt vor allem auch am Rauchen, weil es eben sozusagen den Körper umgeht, ist sehr falsch ausgedrückt. Aber

09:36

Wir haben es ja gerade sehr ausführlich besprochen, ihr wisst, was wir meinen. Wie ist denn dieser Rausch? Ist dieser DMT-Rausch einfach wie ein kurzer LSD-Rausch? Wie kann man sich den Rausch vorstellen? Was sind die erwünschten Wirkungen? Ja, natürlich kommt es auch immer darauf an, wie man sich die Substanz jetzt irgendwie zuführt, in was für einer Dosis. Aber wenn man es halt in einer entsprechenden Dosis zu sich nimmt, so wie es auch die meisten Leute machen, auch beim Rauchen,

10:00

Er unterscheidet sich doch schon deutlich vom LSD. Also während das LSD, natürlich kann man da auch eine Dosis zu sich nehmen, die einen dann nicht mehr im Hier und Jetzt irgendwie belässt, aber beim DMT ist das auch die Art und Weise, wie das in unseren Kreisen konsumiert wird, präsenter, dass es einen quasi komplett in eine andere Welt mitnimmt.

10:23

man dann quasi in einem Meer von Farben und von Eindrücken verschwindet. Oftmals ist es auch so, dass sich das Ego auflöst, was dann irgendwie zu einer ozeanischen Selbstentfremdung führen kann oder zu einer Angst vor einer Ich-Auflösung. Das sind ja unterschiedliche Wahrnehmungen quasi von einem Ego-Auflösen.

10:45

Und es wird immer wieder beschrieben, dass es auf jeden Fall viel farbenfroher ist als viele andere Psychedelika und oftmals auch mit der Wahrnehmung verbunden ist, dass es realer als die Realität ist. Was beim DMT auch häufig vorkommt, immer wieder beschrieben wird, dass die Personen, die die Substanz zu sich nehmen, von einem Treffen mit anderen Entitäten zusammenkommen.

11:09

mit Außerirdischen oder mit, was auch immer wieder vorkommt, mit Insektenrobotern, die dann versuchen, mit ihnen in Kontakt zu treten. Also es ist auf jeden Fall ein sehr, sehr tiefgreifendes, spirituelles Erlebnis. Und auch wenn man dann gleich so ein bisschen vorgreift zu Safer Youth, auch wirklich ein Erlebnis, wo man auch zu bereit sein muss, weil das hört sich ja wirklich extremst intensiv an und da braucht man, glaube ich, schon eine gewisse Grundfestigung. Weißt du, du schüttelst mit dem Kopf. Ich würde das jetzt mal behaupten, siehst du nicht so?

11:38

Das muss zum Schluss jeder für sich selbst entscheiden. Also ich bin da mit Sicherheit jemand, der da irgendwie nicht so mit Ängsten oder Befürchtungen rangeht, weil ich auch die Ansicht vertrete, dass die dann in dem Moment quasi auch der Sache wieder im Weg stehen. Also ich denke schon, dass es auch beim Thema Psychedelika immer damit

11:59

darum geht, einfach irgendwie loszulassen und auch loslassen zu können und dementsprechend auch weniger Befürchtungen da von vornherein da reinstreuen, ist oftmals von Vorteil, würde ich mal sagen, aber ist wahrscheinlich dann auch leichter gesagt wie getan. Absolut, also das war auch gar nicht so allgemein so im Sinne von, dass man Angst davor haben soll, sondern dass irgendwie eine Vorbereitung da sein sollte in gewissen Maßen oder man sich wenigstens mal damit auseinandersetzt, auf

12:23

was man sich da einlässt und ob man das für sich möchte. Das sowieso. Das ist bei allem. Also ob es jetzt irgendwie psychoaktive Substanzen oder was auch immer. Es ist nie von Nachteil, sich vorher irgendwie mit der Sache auseinanderzusetzen und sich mal Gedanken darüber zu machen. True that. Das ist wohl wahr. Und jetzt kommt eine Community-Frage, die ich tatsächlich auch so

12:45

Das war, glaube ich, das allererste, was ich über DMT erfahren habe, als ich das erste Mal vor ein paar Jahren von DMT gehört habe. Die sagt, ja, das ist eine Droge, die macht dir ein Nahtoderlebnis. Und das sind das Gleiche, was man ausschüttet, wenn man stirbt. Und das ist sozusagen die Wirkung der Substanz. Was sagst du dazu?

13:02

Ja, ich meine, schon allein diese Frage versucht er ja auch quasi eine Brücke zu bauen, quasi dass DMT eine körpereigene Substanz ist, die im Falle des Todes beziehungsweise dem Weg zum Tod ausgeschüttet wird und wo dann versucht wird,

13:20

bestimmte Verbindungen herzustellen. Für mich ist das ziemlich schwierig. Also ich habe mal geschaut, was es dort in der wissenschaftlichen Literatur gibt und so wirklich befriedigende Ergebnisse habe ich da nicht gefunden. Es wird dann halt einfach irgendwie phänomenalisiert

13:37

Logisch geschaut, Leute, die halt einfach irgendwie ein Nahtoderlebnis hatte, je nachdem, wie man das jetzt genau definiert. Ich denke, auch ein Nahtoderlebnis, das kommt auch immer irgendwie auf den kulturellen Kontext an, auf den man sich bezieht. Also wir haben, glaube ich, irgendwie ein anderes Verständnis von einem Tod oder von einem Weg zum Tod wie andere Kulturen.

13:57

Und ich weiß nicht, vielleicht ähnelt einfach irgendwie unser Verständnis, wie das ist, der Übergang irgendwie so in den Tod genau dem, was auch viele Leute irgendwie bei einem Dem-T-Trip erfahren. Aber ob das jetzt auch alles wirklich irgendwie biochemisch auf dieselben Prozesse zurückzuführen ist oder nicht.

14:17

Bin ich ehrlich gesagt überfragt und ich weiß auch nicht so richtig, was ich da glauben soll. Weil Fakt ist, es ist nicht nachgewiesen, dass DMT bei Menschen, wenn der Tod eintritt,

14:29

Es gibt viele Hinweise darauf, dass DMT irgendwie, also endogenes DMT, körpereigenes hergestelltes DMT in irgendeiner Weise für biologische Prozesse eine Rolle spielt. Aber wo genau jetzt und ob das wirklich im Fall des Sterbens oder des Geborenwerdens der Fall ist, das ist noch nicht wirklich bewiesen und bekannt.

14:53

Es ist eher ein Mythos, der da immer noch irgendwie verbreitet ist. Ja, und ziemlich stark auch verbreitet ist. Wir haben jetzt gerade explizit vom Tod gesprochen. DMT, meinst du, ist ja auch eine körpereigene Substanz. Gibt es denn Beweise, wann sicher oder für was wir DMT im Körper haben? Oder ist das wirklich bis jetzt nur in Verbindung mit Geborenwerden und Tod in Verbindung gebracht worden?

15:16

Also wir wissen es ehrlich gesagt nicht. Also man kann quasi mit hochsensitiven analytischen Methoden, ist nachgewiesen worden, dass DMT natürlich in einer extrem geringen Konzentration im menschlichen Körper, im Blut, ich glaube sogar im Hirnwasser wurde es gefunden, dass es da nachweisbar ist. Aber was es jetzt genau ist, ob es wirklich eine biochemische Rolle spielt, ob es an irgendwelchen biochemischen Prozessen involviert ist oder nicht, das wissen wir nicht.

15:45

Es gibt da verschiedene Theorien, wo auch die Wissenschaft immer noch irgendwie dabei ist, irgendwie der Sache genau nachzugehen. Aber es kann auch zum Beispiel sein, ich meine, DMT muss man auch wirklich sagen, ist ein ziemlich einfaches Molekül, das auch nah verwandt ist mit der essentiellen Aminosäure Tryptophan und dass es sich bei diesen Mengen, die nachgewiesen werden, einfach um Abfallprodukte von anderen Prozessen handelt und das DMT vielleicht gar keinen Nutzen für den Körper hat.

16:14

Dort gibt es natürlich auch wieder andere Hinweise, keine Beweise, sondern Hinweise darauf, dass es nicht so ist.

16:19

Zum Beispiel wurden auch Enzyme im Gehirn, in der Amygdala, also der Bereich des Gehirns, der für emotionale Erinnerungen oftmals auch irgendwie bei Angstprozessen entscheidend ist, wurden Enzyme gefunden, die für die Herstellung von DMT aus Tryptamin wichtig sind. Aber es ist nur ein Hinweis, es ist kein Beweis, dass es wirklich dort eine Rolle spielt. Weil oftmals Enzyme, die haben halt mehrere Substrate, die sie irgendwie umsetzen können und da…

16:49

Nur allein, weil das Enzym das kann, heißt es noch lang nicht, dass es dann auch wirklich so ist. Also es ist noch viel Nichtwissen vorhanden, aber in der wissenschaftlichen Community, da wird dieser Sache nachgegangen und ich denke, dass da auch in den nächsten Jahren peu à peu immer wieder mehr Hinweise oder vielleicht auch dann wirklich Beweise kommen werden, wo, wenn DMT eine Rolle spielt, wo es dann wirklich involviert ist.

17:15

Wissen wir denn, wie DMT in unserem Körper wirkt, wenn wir es zu uns nehmen in höheren Dosen?

17:22

Wie es wirkt? Ja, also auf jeden Fall. Das wissen wir. Also ich meine, das ist quasi, also im Detail natürlich nicht, aber so wie bei quasi allen Psychedelika, die dann über einen bestimmten Rezeptor, einen Serotonin-Rezeptor, ja mit dem interagieren. Das ist der 5-HT2A-Rezeptor. Das ist der, der quasi hauptsächlich die psychedelische Wirkung von psychoaktiven Substanzen oder psychedelischen Substanzen auswirkt.

17:46

da involviert ist. Und auch da ist DMT ein starker Agonist. Und über diese Interaktion mit dem serotonergen System wird dann die Wirkung, wie auch immer, was es da genau tut, im Detail ist das auch nicht verstanden. Aber der Rezeptor ist schon mal klar und schließt sich da an die anderen Psychedelika an. Genau. Werbung

18:13

Kommen wir mal zu den unerwünschten Wirkungen. Wir haben ja bei Psychedelika und es wird bei DMT natürlich ganz genauso sein, eben die Möglichkeit, einen Bad Trip zu haben, dass man überfordert ist mit den Sachen, die man sieht, die man erlebt. Das kann ja immer passieren. Was gibt es denn sonst so für unerwünschte Sachen oder unerwünschte Wirkungen, die uns von DMT erwarten werden können? Ja, was jetzt erwünscht ist und unerwünscht ist, ist ja auch wieder eine subjektive Geschichte und…

18:39

Was wahrscheinlich die meisten Leute sagen, was super ekelhaft ist und daher auch irgendwie unerwünscht ist, ist der Geschmack. Also wenn man DMT raucht, also jetzt mal völlig ab von der psychoaktiven Wirkung.

18:51

Ja, genau.

19:11

Und dann natürlich irgendwie, wie gerade gesagt, so ist es natürlich eine subjektive Sache, je nachdem aus was für einem Kreis der Konsumenten, dass man kommt, sind natürlich auch die psychischen Wirkungen werden dann unterschiedlich wahrgenommen. Also bei einer gewissen Dosis…

19:28

Hat man natürlich einen entsprechend intensiven Rausch oder einen entsprechend intensiven Trip, der oftmals auch wirklich mit einer Ego-Auflösung einhergeht. Und ich habe es ja vorhin schon angesprochen und dann kommt es halt einfach irgendwie auf die Person an, wie sie dann diese Ego-Auflösung wahrnimmt. Also jemand, der halt einfach irgendwie so stark dann an seinem Ego hängt.

19:48

Der wird es erstmal als eine beängstigende Erfahrung wahrnehmen. Das ist dann diese angstvolle Ich-Auflösung und dementsprechend wird er sich da dann reinsteigern und wird dann danach sagen, oh, das war ja furchtbar und sowas möchte ich nie wieder erleben.

20:04

Während andere, die halt wirklich irgendwie auch oftmals Leute, die aus einem spirituellen Kontext rangehen, die auch wirklich diese Erfahrung suchen, dass sich das Ego auflöst, dass man quasi eins mit allem wird, dass man irgendwie spürt, dass es noch etwas Größeres gibt, von dem man aber dann ein Teil ist.

20:23

Was dann für die Person erstmal irgendwie positiv ist. Ja, dementsprechend halt wirklich auch sehr subjektiv. Und auch der Punkt ist ja so, wenn man es angstvoll annimmt, dann kann man da ja dementsprechend auch in so eine Spirale reinkommen, weil er Angst hat. Und dann kann man sich natürlich in so einem Trip auch mit der Angst immer mehr Angst machen. Das kann sich dann sozusagen potenzieren. Was man immer besprechen muss, sollte, wenn es um Psychedelika geht, einfach auch um die größte Debatte weitergehen.

20:50

was gegenzusetzen ist. Wie schaut es denn mit dem Psychose-Risiko bei DMT aus? Das ist auch immer so eine Lieblingsfrage von mir, wo halt auch wieder irgendwie gezielt auf Kalbphysik

21:01

teilweise wirklich an Mythos geschaut wird. Also ich meine, das ist ja auch jetzt was, was in den letzten Jahren da verstärkt wissenschaftlich untersucht wird, wo quasi nachgegangen wird, weil man wirklich versucht, irgendwie auch diese Substanzen in den medizinischen Rahmen quasi einzuarbeiten und diese Angst oder Befürchtung oder auch diese

21:24

dieses Stigma, dass diese Substanzen haben, dass sie halt einfach irgendwie Psychosen verursachen, dass sie quasi den Konsumenten psychisch krank machen, wird da auch untersucht. Und so, ich habe da eine Studie gefunden und da kam dann, also die sind dann zu dem Schluss gekommen, klar kann man sich immer Studien raussuchen, wie man gerade irgendwie möchte, aber die, die ich gefunden habe, dort war dann als Ergebnis, dass Leute, die auch regelmäßig Psychedelika zu sich nehmen,

21:51

Die auch regelmäßig Ayahuasca zu sich nehmen, dass die psychisch quasi in einem gesunderen Zustand sich befinden wie welche, die das nicht tun. Aber es ist natürlich immer die Frage, was sucht man sich da jetzt irgendwie zusammen und was für eine Antwort möchte man haben?

22:06

Das stimmt, aber das ist halt eben auch der Punkt, es muss halt mehr beide Seiten geben und beide Seiten beleuchtet werden, was halt das Problem ist, immer vor allem bei illegalisierten Substanzen, da wird einfach so ein Psychose-Risiko zugesprochen, in unfassbarem Maße gerne. Und es gibt halt auch Studien, die eben, ne, dass die auch einfach mehr Gehör bekommen, dass es halt auch einfach Studien geben, die was anderes sagen und…

22:26

Und das ist eigentlich ganz interessant, vielleicht ein bisschen Spoiler für die nächste Folge, die geht nämlich über die Neuerung der Abhängigkeitserkrankung in der ICD-11 und die ICD-11 wird die drogeninduzierte Psychose, wenn ich das bis meine Recherche, wo ich jetzt gerade bin, richtig verstanden habe, aus dem Drogenkontext rauslösen.

22:43

Und das halt einfach als ganz normale psychische Erkrankung festhackern und das finde ich so sinnvoll, weil ich schon manchmal in der Praxis das vielleicht unterstelle, dass es so ist, so jemand kommt mit einer Psychose, Frage, haben sie illegalisierte Drogen konsumiert und dann ist klar, was Phase ist, Punkt. Und Psychose kann ja auch noch durch Stress, durch so viele andere Sachen entstehen und das wird halt dann immer gern einfach sofort auf die Drogen geschoben und dann…

23:10

ist die Schose durch. Also es ist ja zum Beispiel so, dass LSD eine hohe Toleranzbildung hat oder auch bei Psilocybin und dass man dann sozusagen eine ordentliche

23:23

Ja, eine Weile warten muss, bis man wieder konsumieren sollte, kann, wo es auch wieder was bringt in dem Sinne. Und daran hängt ja auch so ein bisschen das Abhängigkeit eher unwahrscheinlich ist auf diese Substanzen, weil es halt schlichtweg nichts bringt. Wie ist es denn bei DMT? Ja, beim DMT ist es ziemlich interessant. Also was auch irgendwie so quasi ein Hinweis darauf ist, dass der Körper das Molekül kennt, dass er quasi komplett anders mit der Verbindung umgeht als andere Substanzen. Also so eine Toleranzbildung beim DMT-Modell

23:52

hat man festgestellt, dass es die nicht gibt. Also normal ist es so, dass eine Substanz quasi mit einem bestimmten Rezeptor interagiert und durch diese Überstimulation dieses Rezeptors das Gehirn oder der Körper dann darauf reagiert und diesen Rezeptor, der quasi die ganze Zeit aktiviert wird, den dann abbaut.

24:12

Und darauf ist dann quasi die Toneranzbildung von anderen Substanzen zurückzuführen. Also irgendwann fehlen dann diese Andockstellen für die Moleküle, worüber sie dann die Wirkung vermitteln. Beim DMT ist es nicht. Also der Körper macht es nicht. Also er nimmt DMT da quasi komplett anders wahr, beziehungsweise die Signale, die das Molekül quasi dann induziert, nimmt der Körper anders wahr als bei anderen Substanzen.

24:40

Was ich auch ziemlich interessant finde und auch wenn man mit Leuten redet, wenn die DMT rauchen, es gibt keine Toleranz. Also man kann immer wieder auf quasi in dieselben Zustände kommen, ohne die Dose steigern zu müssen. Und da gibt es dann auch ganz, ganz interessante, andere würde sagen, ja, absurde Erscheinung, die das dann hervorruft. Es gibt auch Leute, die sich quasi in den DMT-Tropf verpassen.

25:06

die dann quasi wie im Krankenhaus oder dieses Gestell mit einem Tropf, wo sie sich dann kontinuierlich eine bestimmte Menge DMT geben und dann kannst du da einfach über…

25:17

quasi da im Rauschturm der DMT-Welle hinweg surfen, was halt mit anderen Substanzen so nicht möglich wäre, weil irgendwann stellt sich dann die Toleranz ein. Okay, das ist crazy, dass man sich das sozusagen in einem Tropf einflößt. Wie schaut denn das dann mit den Langzeitfolgen aus, wenn ich sozusagen ohne Stress DMT jeden Tag rauchen könnte und mich an einem Tropf hängen kann?

25:41

Was ist uns über Langzeitfolgen bekannt?

26:00

Und was wir dort auch herausgefunden haben, dass die Substanz die Neuroplastizität erhöht. Also dass mit psychoaktiven Substanzen, also nicht nur DMT, sondern auch Psilocin, Psilocybin oder LSD, dass quasi das Gehirn anfängt, neue Verknüpfungen zu bilden. Also dass halt wirklich von den Substanzen dort induziert wird und dass man…

26:26

also worauf dann auch der Nutzen bei psychischen Erkrankungen zurückzuführen sein soll. Das ist total interessant. Also das ist sozusagen unser…

26:34

Ja, unser Gehirn umbaut, neu baut. Genau, genau. Und sind dann auch schon negative Langzeitfolgen irgendwie bekannt worden oder? Ja, wie gesagt, da gibt es halt immer noch so die, die von dieser, von der Richtung kommen, dass das halt extrem gefährliche Substanzen sind. Da findet man auch immer wieder was. Es sind immer dieselben Wissenschaftler, die da wahrscheinlich auch irgendwie bestimmte Interessen vertreten, dass das Psychose-Risiko erhöht oder dass es, ja, solche Geschichten, aber…

27:04

Ich tue mir das immer schwer, weil das halt auch irgendwie nicht der Bereich ist, in dem ich jetzt irgendwie so meine Expertise sehe und ich bin da wahrscheinlich auch irgendwie ja, nicht mehr und nicht weniger Laie als jeder andere und ich weiß da auch nicht, wo ich da, was ich da irgendwie dann glauben soll. Ja und es ist

27:23

Natürlich super schwer, weil halt diese Substanzen auch einfach wenig erforscht sind oder halt in eine Richtung erforscht werden. Zum Beispiel man möchte gerne den Nutzen, den medizinischen Nutzen herausfinden oder eben man möchte ihn verhindern und dann wird halt eben auch einseitig geforscht. Das ist aber vielleicht auch noch irgendwie eine Frage, was ich mir frage, wenn es so ekelhaft schmeckt.

27:43

Das ist ja im Prinzip auch immer so ein Warnsignal von unserem Körper. Aber gibt es denn auch schon allein für diesen Rauchakt Punkte, wo man sagen kann, oh, das ist jetzt irgendwie besonders schädlich irgendwie für die Lunge oder ist das alles einfach nicht bekannt oder nicht nennenswert?

27:57

Ja, okay, das Rauchen, das ist ja auch irgendwie eine relativ neue Entwicklung des Menschen, würde ich jetzt mal sagen. Also es gibt keine Kultur, die die Substanz schon seit mehreren Jahrhunderten und Jahrtausenden nutzt, die es raucht. Es war erst, es war Nick Sand, es war einer der…

28:16

Ja, bekannteren LSD-Köche in den 68ern, der auch neben LSD noch DMT hergestellt hat und von dem kam dann quasi die Entdeckung, dass man das DMT auch rauchen kann. Und ich habe es ja vorhin schon gesagt, DMT ist eine starke Base, also wenn man es schnupft und es auf der Schleimhaut, es brennt einfach wie die Hölle und genauso, wenn man es einfach irgendwie vaporisiert oder verdampft.

28:40

Ja.

28:55

Ich weiß nicht, ob es so eine schlaue Idee ist, das allzu oft zu machen. Also man muss da seinem Körper oder überhaupt seiner Lunge entsprechend dann Zeit geben, sich da wieder irgendwie zu regenerieren. Aber ich denke, das kommt dann einfach irgendwie von allein. Das merkt man dann halt schon, wenn irgendwann halt so die Lunge brennt oder die Bronchien brennen. Das ist dann, wie du gesagt hast, schon ein eindeutiges Warnsignal beim Geschmack.

29:21

Ja, ich meine, da muss man sich dann mal kurz überwinden oder man muss dann gucken, dass man sofort irgendwie eine ordentliche Dosis zu sich nimmt, dass man sofort so weit rausgezogen wird, dass man auch irgendwie gar nicht mehr eben hier und jetzt ist und den Geschmack dann so wahrnimmt. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, das zu umgehen.

29:39

Gut, aber man sollte auch einfach mal logisch auf seinen Körper hören, das macht auf jeden Fall Sinn. Die Lunge wegblasten, egal ob es mit DMT oder auch mit Zigaretten oder sowas ist, ist meistens nur bedingt eine gute Idee. Danny, ich bin ziemlich durch mit meinen Fragen. Habe ich was vergessen? Gibt es was unbedingt noch rein sollte?

30:00

Wir quatschen auch schon wieder eine Stunde. Ja, dann reicht es doch auch, oder? Magst du sonst noch was loswerden? Nee. Nee. Gut. Dann… Ich grüße meine Mutter. Ja, das lassen wir drin. Und ja, dementsprechend sind wir fertig für heute. Danke, dass ihr wieder mit dabei wart.

30:20

In zwei Wochen geht es weiter. Wie ich schon ein bisschen gespoilert habe, reden wir über die neue Affen-Gehigkeits-Diagnose. Ist ein ziemlich geiles Thema. Ich finde es auf jeden Fall spannend und witzig und skurril. Und ja, dann bis in zwei Wochen. Ciao. Tschö. Das war Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkohol-Podcast mit Stefanie Bötsch.


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