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Cathinone (Mephedron, Hexedron, MDPV)

Cathinone sind eine Gruppe stimulierender Substanzen, die chemisch eng mit Amphetaminen verwandt sind und sehr unterschiedliche Wirkprofile haben können. Manche wirken vor allem anregend und wachmachend, andere zusätzlich empathogen oder psychedelisch. Zu den bekanntesten Vertretern gehören Mephedron, Metaphedron, Methylon, MDPV und Hexedron. Ihre Wirkung hängt unter anderem davon ab, wie stark sie die Ausschüttung von Dopamin, Noradrenalin und Serotonin beeinflussen. Gleichzeitig ist der Markt besonders unübersichtlich, weil viele Cathinone als neue psychoaktive Stoffe entstanden sind und Zusammensetzung, Reinheit und tatsächlicher Wirkstoff häufig schwer einzuschätzen sind.

Im Gespräch mit Dr. Fabia Pitter Steinmetz geht es darum, wie Cathinone eingeordnet werden können, welche Unterschiede zwischen einzelnen Substanzen bestehen und warum Wirkungen sich trotz ähnlicher chemischer Strukturen deutlich unterscheiden können. Die Folge spricht über Mephedron und Metaphedron, Methylon, MDPV und Hexedron, aber auch über Chemsex, psychotische Reaktionen, Herz-Kreislauf-Risiken, Mischkonsum und die Entwicklung problematischer Konsummuster. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der medialen Darstellung sogenannter „Horrordrogen“ und der Frage, wie stark Einzelfälle das Bild einzelner Substanzen verzerren können. Deutlich wird: Bei Cathinonen entscheidet nicht nur die Substanz selbst über das Risiko, sondern auch Reinheit, Dosierung, Konsumform, Mischkonsum und die individuelle Reaktion auf eine oft nur schwer vorhersehbare Wirkung.


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Cathinone (Mephedron, Hexedron, MDPV)

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PODCAST-METADATEN
Folge: 24
Erscheinungsdatum: 09.06.2021
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Cathinone (Mephedron, Hexedron, MDPV)
Sprecher: Stefanie Bötsch, Dr. Fabia Pitter Steinmetz

Typ: Transkript

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00:11

Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Steffi. Zieht’s euch rein!

00:22

Hallo an alle, ich hoffe, euch geht’s gut und ihr seid bereit für ein neues Thema und zwar geht es heute um Katinone. Und ja, ich hole mir einfach gerne auch Unterstützung bei Themen, wo ich mich jetzt halt nicht perfekt auskenne. Und wer sich wirklich deutlich besser auskennt als ich zum Thema Katinone, ist Dr. Fabian Pitter-Steinmitz. Fabi ist nicht nur Toxikologe, sondern er ist auch Mitglied bei ENCOT. Das steht für European Coalition for Just and Effective Drug Policies.

00:51

Und auch bei Lieb. Und Lieb steht für Law Enforcement Against Prohibition. Und da ist er bei Lieb Deutschland. Und auch noch beim Schildauer Kreis. Hi Fabi, schön, dass du heute dabei bist. Liebend gerne. Ich verfolge deinen Podcast sehr gerne und freue mich, dass ich hier einen kleinen Teil dazu beisteuern kann. Deine Empfehlung war ja, nicht nur Mephitron anzuschauen, sondern Katinone im Allgemeinen ein bisschen mehr in den Fokus zu nehmen. Und genau das machen wir heute. Wir schauen uns das

01:17

das Thema Katinone ganz gründlich an und danach zoomen wir noch ein bisschen rein und gehen auf sehr verbreitete Katinone ein. Zum Beispiel Mephitron, Metafitron, Methylon, MDPV und Hexetron. Was das alles genau ist, kommt dann zum Schluss. Aber jetzt erstmal zu Katinone im Allgemeinen. Fabi, kannst du uns erstmal erklären, wo in die Substanzlandschaft wir Katinone überhaupt einordnen können? Also grob erstmal in die Stimulantie.

01:45

Man kann sich das ein bisschen ähnlich vorstellen wie die Familie der Amphetamine. Da gibt es zum einen relativ reine Stimulantien, die halt wirklich fast ausschließlich anregen, bei denen man auch relativ klar im Kopf ist, wie zum Beispiel auch das normale Amphetamin, mit dem man quasi auch theoretisch arbeiten und bis zu einem gewissen Level auch Autofahren und Flugzeuge fliegen, wie beim Militär etc. kann. Dann gibt es aber auch bei den Amphetaminen psychedelische Amphetamine, die dann, ich sag mal, eher so wirken wie Mescalin oder LSD.

02:14

So Trimethoxyamphetamin oder also DOB und so weiter. Das sind so typische Beispiele. Und dann gibt es aber auch die Empathogene und die Entaktogene, wie zum Beispiel Ecstasy, also MDMA oder auch MDA. Und im Prinzip gibt es die gleichen Abkömmlinge mit mehr oder minder leicht unterschiedlichen Wirkungen, auch bei den Katinonen. Also ein typisches psychedelisches Katinon wäre zum Beispiel das Beta-K-2C-B. Also das wäre quasi ein 2C-B-Analog.

02:44

mit quasi dieser Katinonstruktur eine Stimulanz, ich sag mal, oder eine Substanz, die mehr Stimulanz ist und geringfügig eher empathogen ist. Das ist halt zum Beispiel das Mephedron, aber auch zum Beispiel das normale Katinon, was man zum Beispiel aus der Katpflanze kennt. Das ist halt eher so eine reine Stimulanz, wenn man das halt so auch sagen kann. Also es ist schwierig, das so genau immer abzugrenzen.

03:11

Aber dann gibt es auch diese wirklich stark empathogenen und intaktogenen Substanzen, die halt wirklich ecstasy-ähnlich sind. Und das ist zum Beispiel das Methylon. Das ist im Prinzip, also wenn man sich die Moleküle mal anschaut, dann sieht man das, die haben alle quasi zu ihren Verwandten nur eine relativ kleine Änderung. Und das ist halt hauptsächlich dieses Kabonylsauerstoff von dem Katinon. Du hast gerade schon die Kapppflanze erwähnt.

03:35

Woher kommt denn Katinone wirklich ursprünglich? Also der Name kommt wahrscheinlich auch so vom Katstrauch oder Kataedulist. Und das ist halt quasi eine Pflanze, wo man die Blätter vor allen Dingen in Jemen und in Somalia kaut. Und schmeckt nicht so lecker und muss man ziemlich viel von kauen, auch sehr lange, bis man was merkt. Aber im Prinzip ist dann die Wirkung doch sehr vergleichbar mit normalen Amphetaminen, also Speed und so weiter.

04:05

Und ich sag mal, nach der Entdeckung von diesen Stoffen kamen dann quasi diese Weiterentwicklungen. Und witzigerweise gibt es da auch ein Arzneimittel, das ist nicht so populär, aber es ist auch in Deutschland zugelassen, bei zum Beispiel Depressionen und Raucherentwöhnung. Und das ist auch ein Katinon, das Bupropion.

04:28

Also man kann sich halt vorstellen, dass man ähnlich wie bei den Ampvitaminen, dass man quasi da alles mögliche ausprobiert hat mit den Strukturaktivitätsbeziehungen. Das heißt, das Molekül leicht verändern und schauen, wie es dann unterschiedlich wirkt. Und im Prinzip das gleiche, was man mit den Ampvitaminen früher gemacht hat, hat man halt auch mit den Kardinonen gemacht.

04:46

natürlich getrieben durch die, ich sag mal, diese legale Grauzone. Das heißt, dadurch, dass halt diese einzelnen Stoffe halt noch nicht verboten waren, während halt viele Amphetamine schon verboten waren. Und genau, so

05:01

kann man ja auch so ein bisschen ans Mephidro und warum das auch so populär wurde oder auch die anderen Substanzen. Du hast vorhin gesagt, dass die Kattenpflanze gekaut wird, dass man ganz schön lange kauen muss, bis man endlich mal eine Wirkung hat. Wie konsumiert man denn die synthetischen Katinone? Also hier vor allen Dingen, wenn es sich um nahezu Reinstoffe handelt, dann werden die genauso konsumiert wie die Substanzen, die sie so ein bisschen nachahmen.

05:25

Das heißt, es gibt quasi Pulver, die erinnern halt an Kokain oder Speed. Das heißt, die schnupft man eher. Dann gibt es halt auch Tabletten, die schluckt man. Gerade auch natürlich bei so einer Darreichungsform für Methylon, was ja quasi auch im Ecstasy ähnlich wirken soll. Da ist natürlich, also Tabletten, Düngertabletten offiziell. Die Pulver nennt man dann Badesalz. Aber im Prinzip schnupfen, schlucken ist sehr populär. Aber an sich ist alles möglich mit diesen Substanzen.

05:55

Es gibt auch Einzelkatinone, die werden quasi verdampft oder geraucht. Injizieren ist auch möglich. Gerade wenn man Reinstoffe hat, kann man sich natürlich auch Lösungen erstellen. Und gerade wo du eben auch Chemsex angesprochen hast, jetzt muss ich mal nachschauen, wie der Begriff heißt. Bufen ist wohl damit auch in gewissen Szenen relativ populär. Das heißt, dass man quasi Lösungen damit erzeugt und sich das anal vermittelt.

06:24

quasi ohne eine Nadel natürlich, aber dass man sich das in den Anus spritzt. Und dass es da über die Schleimhäute eben aufgenommen wird. Genau. Du hast gerade gemeint, manche kann man auch rauchen, das betrifft aber nicht alle, oder? Soviel ich weiß, zerfallen manche Katinone beim Rauchen und sind gar nicht rauchbar. Da streiten sich halt noch so ein paar Experten darüber.

06:49

Generell, also diese Stabilität von Katinonen ist ein sehr spannendes Thema. Da wurde früher sehr viel publiziert, alles basierend auf einer Studie, die angeblich gezeigt hat, dass Katinonen sehr schnell zu Katin oder nur Pseudoephedrin zerfällt.

07:08

Und das ist wahrscheinlich ein bisschen übertrieben gewesen. Es hängt natürlich auch ein bisschen ab davon, was für einen Siedepunkt die jeweilige Substanz hat. Das heißt, wenn die einen relativ hohen Siedepunkt hat und du musst halt die Temperatur so hoch machen, kann man da leichter was im Molekül verändern, als wenn das eine Substanz ist mit einem relativ niedrigen Siedepunkt.

07:31

Und deswegen, man kann es nicht von Substanz zu Substanz sagen. Und gerade bei Methoden, ich weiß zum Beispiel, dass es Versuche gibt mit Katinonen-Derivaten über E-Zigaretten. Also man hat für Tierversuchsmodelle hat man quasi E-Zigaretten gebaut und hat damit die Tiere quasi dosiert, inhalativ. Und das ging wohl einwandfrei. Deswegen, also diese Instabilität muss man ein bisschen aufpassen. Das basiert teilweise auf Vorurteilen und teilweise ist mit Sicherheit was dran. Aber

07:59

Da bin ich super froh, dass es bei meiner Recherche kam, dass wir das gleich klären konnten. Dafür bin ich immer super glücklich, so Fachmänner wie dich hier zu haben. Aber wie gesagt, ich muss auch sagen, ich

08:11

Ich kann es auch nicht klar beantworten. Vielleicht kann ja der ein oder andere User mal was drunter schreiben. Spannend ist auch, die Substanz, zu dem es am ehesten zerfällt, ist halt auch noch eine psychoaktive Substanz. Das macht die Sache noch schwieriger. Sie ist halt etwas weniger potent meistens. Das sind ja dann die Ephitrien-Analoge. Die sind ein bisschen weniger potent. Das heißt, man merkt aber trotzdem was. Das heißt, auch wenn es zerfällt…

08:37

Kann man es auch als User nicht immer so unterscheiden? Also es ist ein spannendes Thema, aber ich kann es halt nicht zu dem Maße, wie ich es gerne hätte, beantworten. Sorry.

08:47

Kein Problem. Waren auf jeden Fall schon spannende Einblicke trotzdem. Du hast ja vorhin gesagt, bei Katinonen ist es so, man hat sozusagen den Stamm und dann hat man angefangen daran rumzubasteln. Das ist ja sehr typisch für die neuen psychoaktiven Substanzen. Das haben wir auch bei den synthetischen Cannabinoiden, dass da einfach immer neue auf den Markt kommen, dass es immer wieder neue gibt. Ich hoffe, man kann das so vergleichen mit meiner Laienart. Wie viele Katinone gibt es denn eigentlich? Also erstmal auf dem Papier gibt es unendlich viele.

09:16

Davon machen wahrscheinlich, wenn man damit eine interessante Wirkung erzielen will, machen wahrscheinlich ein paar tausend Sinn. Und ich sage mal, die, die wirklich einen Markt erreicht haben, also die meisten werden ja auch in Asien synthetisiert und dann quasi wirklich weltweit von dort aus verteilt.

09:35

Und dann quasi vor Ort meistens formuliert. Das heißt, dann presst irgendjemand in Deutschland, Niederlande, USA oder wo auch immer dann quasi Tabletten raus oder mischt das mit anderen Stoffen und macht einen Schnupfpulver draus. Und da schätze ich mal, dass es so um die 100 sind. Aber das ist wirklich nur eine grobe Schätzung.

09:59

Und ich sage mal, es gibt halt wirklich ein paar, wie sagt man, Gassenhauer. Also diese Substanzen, die du am Anfang genannt hast, oder auf die wir noch eingehen werden, das sind auf jeden Fall ziemlich bekannte Stoffe, aber dann gibt es natürlich auch welche, die waren mal vielleicht mal, da gab es mal einen Batch auf dem Markt und der kam nicht an. Deswegen ist das halt immer schwierig zu sagen, weil es ist halt ein unregulierter Markt.

10:21

Und die Frage ist immer, wie man das zählt. Nimmt man nur die Sachen, die quasi vom Zollmer gefunden worden sind? Oder nimmt man alle Substanzen, die angeblich mal in irgendeinem Forum konsumiert worden sind? Deswegen, das ist ziemlich schwierig. Ich habe mal bei einem Paper mitgearbeitet, wo es darum ging, mal alle NPS zu zählen. Und da muss ich immer drüber lachen, wenn es heißt, man sollte alle Drogen legalisieren. Logistisch ist das ein ganz schöner Aufwand, weil wir haben fast tausend Substanzen gezählt. Wow. Man muss ja bei allem auch…

10:52

sich überlegen, wie produziert man das, was für Qualitätskontrollen macht man, was für eine Logistik macht man, was für Warnungen macht man, Kontraindikationen und so weiter. Auch Pharmakovigilanz, das heißt, man verfolgt auch nachdem ein Produkt auf dem Markt ist, wie oft gibt es welche Nebenwirkungen und so weiter. Das kriegt man ja mit 1000 Substanzen überhaupt nicht hin. Und deswegen würde ich sagen, eine Legalisierung mit 20, 30 Substanzen, das wäre mal ein guter Anfang.

11:22

Schauen wir uns vielleicht mal so ein bisschen genauer die Wirkung an sich an. Wir haben das jetzt schon hier und da ein bisschen angestoßen. Was für erwünschte Wirkungen haben wir denn bei Katinonen? Also wo soll denn die Reise hingehen, wenn ich Katinone konsumiere? Also wie am Anfang schon erwähnt, das Primäre ist wahrscheinlich, dass das alles Stimulantien sind. Das heißt, mehr oder weniger hat man immer quasi einen stimulierenden, erregenden, wachmachenden Effekt.

11:50

Wirkt sich meistens halt positiv aus, so auf das Gefühl für Energie, aber auch so Selbstvertrauen. Und natürlich unterdrückt es auch Hunger. Also, falls man mal eine Diät machen möchte. Muss ich ja anmerken, wenn ich einen Spaß mache. Ich hoffe, dass man das checkt. Aber auch, ich sag mal, Methidron beschreiben auch viele Menschen schon, dass da so eine kleine Komponente auch von Ecstasy und Kokain drin ist. Und es nicht so eine reine Amphetaminwirkung ist. Und

12:22

Und ich sage mal, das kann man auch ein bisschen nachvollziehen, wenn man sich so die Laborresultate dazu anschaut. Und zwar das, was ja quasi im machenden Gehirn ist, also im zentralen Nervensystem, dass sie an gewissen Synapsen quasi wirken. Und da sind das vor allen Dingen Monoamin-Releaser. Das heißt, Dopamin, Neutralin und Serotonin werden ausgeschüttet.

12:45

Und Dopamin ist ja sowas, das assoziiert man vor allem so mit Kokain, Methamphetamin. Und Noradrenalin assoziiert man halt mehr mit Amphetamin, auch normalem Katinon. Und Serotonin assoziiert man ja auch ganz stark mit Ecstasy und diesen assoziierten Substanzen. Oder auch die Psychedelika, wobei es da nicht als Releaser wirkt, sondern als Agonist. Und man muss sich das immer so vorstellen, man hat immer ein ziemlich komplexes Puzzle aus Wirkung. Das heißt…

13:14

Dieses Verhältnis von wie viel ausgeschüttet wird von diesen Substanzen, da kann man schon ein bisschen was sagen über die Wirkung. Aber daneben gibt es halt auch noch Sekundäreffekte. Und das ist zum Beispiel dieser sogenannte TAR-1-Agonismus, aber auch Agonismus am Zielrezeptor. Das heißt zum Beispiel der muskarinische Acetylcholinrezeptor ist wahrscheinlich assoziiert mit ein paar Nebenwirkungen.

13:41

Aber auch der 5-HT2A-Rezeptor, wenn dort das Molekül ein bisschen andockt, dann kriegt man, oder je mehr das quasi andockt, desto mehr hat die Substanz auch eine psychedelische Komponente. Das heißt, dann geht es wieder so ein bisschen in die Richtung Mescalin und LSD. Aber es ist wirklich ein buntes Portfolio, wenn man sich das so anschaut. Aber auf der anderen Seite…

14:01

Je nach Versuchsaufbau. Ich kreische hier ganz kurz grundlegend rein. Monoamine-Releaser, klar, es wird was ausgestoßen. Magst du vielleicht für die, die es nicht wissen, nochmal in ein, zwei Sätzen erklären, was Agonismus bedeutet? Wir haben ja quasi unseren zentralen Nervensystem, Nervenzellen, die kommunizieren miteinander und dazwischen sind Synapsen. Und dazwischen geht die Information normalerweise dadurch, dass Botenstoffe ausgeschüttet werden. Und wenn die dann auf der anderen Synapse ankommen,

14:30

dann öffnen sich zum Beispiel Ionenkanäle und dann kann wieder so ein Aktionspotenzial weiterfließen. Und die Seite, wo quasi der Neurotransmitter andockt oder halt die Substanz, das ist quasi der Rezeptor. Und dort, wo die Substanz emittiert, das nennt man quasi einen Agonist. Das heißt, Agonismus bedeutet einfach das Emitieren von quasi einem aktiven Neurotransmitter.

14:56

Im Gegensatz zu einem Antagonisten. Ein Antagonist wäre eine Substanz, die den Rezeptor blockt. Das heißt, er ist dann nicht mehr empfänglich für die Signalweitergabe.

15:04

Super, danke. Das war jetzt schon aufschlussreicher, weil das Imitieren haben wir schon ganz oft hier besprochen, aber ich bin ja immer sehr bedacht darum, das so zu formulieren, dass das auch jeder verstehen kann. Aber ganz kurz noch, die größte Wirkung insgesamt, wenn man sich wirklich mal über alle Katinone anschaut, ist aber wirklich diese Monamine-Release, also diese Monamine rauslassen an den verschiedenen, an den dopaminergen Nervenzellen, an den noradrenergen Nervenzellen und den serotonergen Nervenzellen.

15:33

und da nimmt man an, dass die Transporter, die eigentlich nach dem Signal die Neurotransmitter wieder zurückschleusen sollen, dass diese zum einen verstopft werden

15:44

und dass die quasi in die umgekehrte Richtung animiert werden, zu transportieren. Das nennt man Inversen-Argonismus. Das ist aber auch sehr spannend, das hat man auch erst beim Kokain herausgefunden vor so zehn Jahren. Das heißt, in den meisten Lehrbüchern über Kokain steht das noch gar nicht drin. Und das ist wahrscheinlich ein sehr ähnlicher Mechanismus bei allen Katinonen und bei manchen besonders stark. Die nenne ich aber später noch. Werbung

16:16

So, jetzt hatten wir die erwünschten Wirkungen von Katinonen und wie das ungefähr im Gehirn klappt, dass wir diese Wirkungen erzielen. Doch leider ist es ja meistens so, dass wir neben den erwünschten Wirkungen auch unerwünschte Wirkungen haben. Was können wir beim Konsum von Katinonen für unerwünschte Wirkungen erwarten? Also wie alle Stimulantien wirkt es natürlich auf den Kreislauf. Und gerade wenn man viel nimmt oder oft hintereinander nimmt, also so eine Konsumsession, wo man oft nachlegt,

16:44

dann potenzieren sich natürlich so kardiovaskuläre Probleme, also Bluthochdruck und so weiter. Und das kann, oder auch Herzflimmern und so weiter, kann vorkommen. Und Überdosen sind eher selten, aber kommen vor. Und das sind halt wirklich oftmals wirklich so kardiovaskuläre Ereignisse, also Herz und Gefäße. Ansonsten langfristiger Konsum kann natürlich die Filterorgane auch schädigen, Stichwort Leber und Niere.

17:11

Dann psychisch darf man nicht unterschätzen. Also zum einen auch besonders bei längerfristigem Konsum und hohem Konsum und auch wirklich, um das mal wirklich ganz krass von Cannabis zu distanzieren, Psychostimulantien können wirklich bei hoher Dosis psychotisch machen und die können auch mal ein bisschen länger anhalten. Also wirklich auch eine pathologische Psychose oder pathologisch manifestierte Psychose. Und ansonsten Substanzgebrauchstörungen.

17:42

Das heißt, man gewöhnt sich daran und möchte dann, also gerade Leute, die so die Stimulanz im Alltag benutzen, zum Arbeiten und so weiter oder für lange Autofahrten, da entwickelt sich halt schnell so ein Konsummuster, wie bei anderen Leuten mit Kaffee oder mit Tabak und so weiter, wo man dann halt immer regelmäßiger oder auch immer mehr konsumiert. Und das natürlich ist dann wieder auch in dem Moment, wo man halt sich so eine Art Abhängigkeit entwickelt, ist natürlich auch, ich sage mal, die Gefahren für

18:15

die anderen Risiken, die ich gerade genannt habe, ein bisschen höher. Und dann gibt es natürlich auch lokale Reizungen. Also viele Katinone werden ja auch geschnupft und da tut man natürlich seiner Nase nicht immer was Gutes. Und da gibt es halt auch, oder kann es auch

18:32

kann es der Fall sein, dass halt wirklich Nekrose, also das Gewebe kaputt geht, zum Beispiel im Septum, der Nasenscheinwand. Könntest du vielleicht nochmal bei der Wirkung von Katinonen speziell auf Chemsex eingehen? Also da ist ja Mephedron vor allem auch sehr beliebt. Was habe ich von Katinonen beim Sex? Also Stimulantien können sexuell erregen, insbesondere natürlich, wenn die Stimulantien auch empathogen wirken, also ein bisschen ecstasy-ähnlich.

19:01

Das kann so ein Verbundenheitsgefühl auslösen bzw. intensivieren. Und das ist, ich sage mal, gerade auch für Männer interessant. Man kann mit Stimulantien wie Katinonen einen Orgasmus hinauszögern. Allerdings muss man auch direkt warnen. Gerade bei zu hoher Dosierung kann man auch sehr leicht Erektionsprobleme bekommen.

19:25

Wie ist es denn jetzt bei Katinonen? Die waren beliebt oder sind beliebt als neu psychoaktive Stoffe, weil sie eben den Legalitätsstatus umgangen haben, nee, den Illegalitätsstatus umgangen haben und erstmal legal konsumiert werden konnten. Wie ist es denn aktuell? Also ein paar Katinone waren schon sehr lange verboten oder also schon ein, zwei Dekaden. Witzigerweise der Katstrauch selber ist nicht verboten, aber die Wirkstoffe darin.

19:56

Und dann, wie gesagt, die ersten Paracatinone, die aufkamen, wurden quasi schon ins BTMG aufgenommen. Aber ich sage mal, der Großteil der Substanzen wurde durch das NPSG, also das neue psychoaktive Stoffe-Gesetz, quasi verboten. Und das ist quasi die Klasse der Phenethylamine. Damit sind quasi nicht nur die klassischen Phenethylamine verwendet,

20:25

sondern hat auch die mit der Katinonsubstruktur. Also im Prinzip ist die Katinonsubstruktur ein Phenylethylamin, nur halt mit dieser Karbonylgruppe dran. Ich weiß, in einem Podcast für Nicht-Chemiker hört sich das wahrscheinlich sehr abstrakt an, aber wenn man einfach mal die Strukturen googelt, das sieht man auf einen Blick, auch als Nicht-Chemiker.

20:45

Du hattest mir ja vorher auch ein paar Bilder geschickt oder eins weitergeleitet und ich bin wirklich keine Chemikerin und habe es auch gesehen. Also schaut euch das mal gerne an, dann leuchtet das ein bisschen mehr ein auf jeden Fall, auch für Menschen, die von Chemie nicht so viel Ahnung haben.

20:59

Rechtsstatus ist ja eine Sache. Da haben wir ja sozusagen jetzt bei Katinonen ein bisschen, wie wir das auch bei synthetischen Cannabinoiden haben oder wie das MPSG einfach funktioniert. Es werden eben Stoffgruppen und Abkömmlinge verboten. Aber wie schaut es denn mit der Nachweisbarkeit aus? Ist das genauso wie bei synthetischen Cannabinoiden, dass das sehr schwer nachweisbar ist und nur in besonderen Laboren mit der nötigen Datenbank oder ist es bei Katinonen ein bisschen einfacher?

21:26

Also Katinone sind ja chemisch sehr nah verwandt, was ich auch eben gerade angedeutet habe mit diesen chemischen Strukturen, die sind ja sehr nah verwandt mit den Amphetamin. Und gerade Amphetamin Speed, Methamphetamin, also Crystal und Ecstasy, MDMA, sind ja in den Standard-Drogentests drin. Und da weiß man, dass es Kreuzreaktionen zum Beispiel auch gibt mit Pseudoephetrin, was man auch so aus diversen Schnupfen, Medikamenten usw. kennt.

21:52

Deswegen gehe ich davon aus, dass einige, zumindest ab einer gewissen Dosis, auch Kreuzreaktionen mit typischen Schnelltests, die man so vielleicht von der Arbeit oder vom Straßenverkehr kennt, dass es da Kreuzreaktionen geben kann. Deswegen ist es keine kluge Idee, diese Substanzen zu nehmen, wenn man weiß, dass solche Tests anstehen. Obwohl ich natürlich beim Straßenverkehr generell von diesen Tests abrate.

22:17

weil freiwillig und wie gesagt, wenn man wirklich beeinträchtigt ist, dann soll man bitte direkt einen Bluttest machen, weil das ist einfach der wissenschaftliche Standard. Und bei Bluttest muss man auch einfach sagen, da kann eigentlich mit jeder normalen Datenbank, wenn die Substanz nicht komplett exotisch ist,

22:36

Also die Standard-Katinone kann man eigentlich ganz gut identifizieren. Also deutlich leichter herauszufinden, ob Katinone konsumiert wurden oder nicht, jetzt verglichen zum Beispiel mit synthetischen Cannabinoiden. Genau, was diese Schnelltests angeht auf jeden Fall. Vielleicht noch eine Mini-Information zum Rechtsstatus. Sehr gerne. Und zwar, also bei Cannabis stört mich das noch viel mehr als jetzt bei Katinonen, Stimulantien und so weiter.

23:00

Aber es ist ja so, dass beim BTMG auch der Besitz quasi schon verboten ist. Also beziehungsweise der Besitz ist auch bei NPSG verboten. Also bei NPS ist er auch verboten, aber er ist nicht mit einer Strafe assoziiert. Das heißt, als Konsument kommt man mit einer kleinen Menge zum Eigenbedarf mit NPS besser weg als mit BTM. Das ist in dem Moment, wenn man jetzt, ich sag mal, ein Gramm Cannabis und ein Gramm Spice oder gestrecktes Cannabis miteinander vergleicht,

23:30

ist das natürlich, wie soll ich sagen, ein bisschen unfair, weil es motiviert halt dann eher, diese unerforschteren, gefährlicheren Substanzen zu nehmen. Bei Amphetamin und Katinon ist wahrscheinlich der Unterschied nicht ganz so stark, aber natürlich animiert man, also man hat eine sehr lange Historie, was Amphetamin angeht, und man weiß da relativ viel darüber,

23:53

Und dass man quasi trotzdem indirekt genötigt wird, wenn man darauf abzielt, im Ernstfall eine mildere Strafe zu bekommen, dann eher NPS zu nehmen, das halte ich für ein bisschen problematisch. Deswegen wäre es für mich sehr wichtig, das NPS-G und das BTM-G anzugleichen, so damit zumindest der Eigenbedarf generell nicht mit einer Strafe assoziiert ist.

24:19

Machen wir mal einen Schritt weiter vom Rechtsstatus und kommen ein bisschen zu unserem letzten Thema. Und zwar schauen wir uns mal die bekanntesten und die am weitesten verbreiteten Katinonen ein bisschen genauer an. Ich habe das jetzt schon hier und da ein bisschen angesprochen, dass ich mich vor allem erstmal an Mephitron interessiert habe, weil das einfach aktuell viel Thema bei mir ist. Und was ich ja sehr spannend fand, dass Mephitron…

24:42

Dass ich gelesen habe, dass Mephitron in Israel tatsächlich eine Zeit lang als Pestizid genutzt worden ist von einer Firma. Und im Prinzip hat man herausgefunden, dass Mephitron die Gehirnaktivität von Plattläusen stört und somit Marienkäfer diese leichter essen konnten. Und dann sind wohl Dritte darauf aufmerksam geworden und haben so ein bisschen die psychoaktive Wirkung mitbekommen, haben von der Firma recht viel gelesen.

25:08

gekauft und das unter Party-Gästinnen verbreitet. So, das ist, ja, ich sage immer Drogen-Storytelling, das kann so passiert sein, hundertprozentig weiß man es nicht, aber ich fand es eigentlich eine spannende Side-Story, dass mit Methidron erstmal Blattläuse verwirrt wurden. Aber kommen wir mal zum Wichtigen. Was ist Methidron eigentlich? Also Methidron sollte eigentlich eine Substanz sein und das ist das

25:39

4-MMC, also 4-Methyl-Med-Cardinon. Und ja, wahrscheinlich wird halt noch mehr als Mephidron gekauft. Es kann sein, dass es der Reinstoff ist, also ein Salz aus dem Mephidron, das heißt Mephidron-Hydroglorid, also HCL. Es kann aber natürlich auch eine Formulierung sein, die, ich sage mal, 80% Laktose ist und 20% Mephidron. Aber im Prinzip, oder eine ganz andere Substanz, ähm,

26:12

Aber ich sag mal, es sollte eigentlich an sich die Substanz sein, also vom Namen her. Ähnlich wie halt Ecstasy eigentlich auch immer MDMA sein sollte. Aber ist es halt nicht. Bei mir ist halt inzwischen mehr zu Ohren gekommen, dass vor allem in der Campsex-Szene unter dem Namen Mephetron…

26:28

3 MMC und 4 MMC verkauft wird. Du hast jetzt gerade von 4 MMC geredet und ich habe auch in der Recherche vorher so ein bisschen gesehen, dass sozusagen das 3 MMC als schlechteres 4 MMC gehandhabt wird. Die Wirkung sei nicht so stark, die Wirkung sei nicht so stark, das wäre irgendwie recht schwach.

26:48

Wurde einfach als das schlechte 4-MMC betrachtet. Und im Vorgespräch hattest du mir ja die chemische Struktur geschickt und im Prinzip unterscheidet die sich kaum zwischen 4-MMC und 3-MMC. Woher kommt die Wahrnehmung, dass das so verschieden wirkt? Genau. Also im Prinzip dieses 3 und 4, das steht halt dafür, wo die Methylgruppe am Benzolring ist. Und dadurch hat es halt eine leicht andere Wirkung.

27:17

Und also es ist schwierig, da dort wirklich exakte Daten zu finden, inwieweit sich das wirklich klinisch bemerkbar macht. Also in Labortests sieht man da kleine Unterschiede. Und ich sage mal, mit dem, was man so hört, das ist halt gerade dieses 3-MMC, was man eigentlich Metaphitron nennen sollte. Weil 3 ist die Metaposition, 4 ist die Paraposition. Ich muss mich nachher bei allen Nicht-Chemikern entschuldigen.

27:44

Auf jeden Fall, die generelle Wirkung soll halt sehr ähnlich sein, aber Erfahrungsberichte sagen halt auch, dass es halt ein bisschen empathogener, also ecstasyartiger ist, aber auch ein bisschen aphrodisierender. Und das könnte halt daran liegen, dass es halt hier auch so einen kleinen 5-HT-Agonismus gibt, also dass es halt auch ein bisschen auf die Serotonin-Rezeptoren wirkt. Aber es ist halt wirklich auch noch relativ viel Spekulation dabei und…

28:10

Und wie du ja gerade schon erwähnt hast, also auch wenn man Leute jetzt zum Beispiel in einer sozialwissenschaftlichen Studie oder ihrem Global Drug Survey danach befragt, die meisten Leute wissen es ja gar nicht, was sie nehmen. Man darf nicht vergessen, Menschen nehmen ja so schon Hypotie und merken was und wenn man da was bei, also es ist ja quasi Placebo-Effekt,

28:32

Und wenn man Drogen nimmt und sowieso die Psyche manipuliert ist durch die Substanz, ist man noch viel, viel anfälliger dafür, so eine Art Placebo-Effekt wahrzunehmen. Deswegen muss man da wirklich ein bisschen aufpassen mit dem, was Leute sagen, aber teilweise ist es erklärbar.

28:51

Kommen wir mal kurz zum Wirkspektrum Mephitron und auch Metaphitron. Wenn ich das noch richtig im Kopf habe vom Anfang, waren eher in Richtung Stimulantien amphetaminartig mit weniger Intaktogenen. Ist das richtig? Ja, es wird berichtet, etwas empathogener zu sein als, ich sage mal, Amphetamin. Aber ich sage mal, mit Ecstasy zum Beispiel kannst du noch nicht mithalten. Und…

29:20

ja, manche Leute sagen auch eine kokainähnliche Wirkung, aber ich würde es halt einfach beschreiben als ein Amphetamin mit einer Prise Ecstasy und einer Prise Kokain. Aber es ist schwierig, weil natürlich auch wie gesagt Set und Setting und so weiter, obwohl es natürlich bei Psychedelikern eine viel größere Rolle spielt, spielt es eigentlich auch bei einer Tasse Kaffee schon eine Rolle, Set und Setting. Wenn du gerade gestresst bist und trinkst einen Kaffee

29:43

wirkt der Kaffee anders, als wenn du müde und entspannt bist, beispielsweise. Also deswegen, also es ist schwierig, sowas so zu verallgemeinern. Musik

29:58

Kommen wir mal zu einem nächsten Katinon, das recht verbreitet ist und das ist das Methylon. Wo kommt Methylon recht vor? Das habe ich jetzt persönlich eher wenig gehört. Vielleicht magst du dazu mal kurz was sagen. Also es wurde halt parallel, also während quasi Mephitron und weitere Analoge, aber auch zum Beispiel das Thio-Amphetamin, in der Zeit, wo das quasi vertrieben worden ist als Speed-Ersatz oder auch Ethylphenidat als Kokain-Ersatz,

30:27

oder 5-Fluorokokain als Kokainersatz. In der gleichen Zeit wurden quasi dann Tabletten angeboten, die quasi Methylon oder auch leichtere Abwandlung von Methylon haben. Und das ist im Prinzip, wenn man sich die Moleküle anschaut, das ist quasi die Katinon-Variante von Ecstasy, MDMA.

30:47

Und es gibt davon noch ein paar andere Abkömmlinge, die sehen auch nochmal leicht anders aus, aber ich würde trotzdem sagen, dass das einfach aufgrund der Ähnlichkeit so das ist, was man am ehesten vielleicht kennen würde. Aber zum Beispiel auch so Substanzen, ich weiß es schon gar nicht mehr, hieß es 6-APB, schon zu lange her. Das war zum Beispiel auch noch ein typisches Ecstasy-Analog, was halt populär war. Und das wurde halt oft wirklich als Tabletten, also als Darreichungsform angeboten.

31:17

In Headshops oder im Internet. Und das hat halt auch nochmal, von der Wirkung her ist es halt auch nochmal ein bisschen näher halt noch an MDMA und an MDA.

31:31

Das nächste Kardinom ist MDPV. Das hat mir dann wieder was gesagt, auch wenn ich den kompletten Namen kaum sagen kann. Methylendioxyprovaleron. Ich habe es das erste Mal gerade versucht abzulesen. Das hätte ich vielleicht mal vorher proben sollen. Also kurz MDPV. Ich glaube, darunter ist auch bekannt, aber auch unter dem Namen Flakka, Monkey Dust.

31:54

und so weiter und mdpv hat ja richtige Wellen geschlagen. Daher wurde als Zombie-Droge verschrien mit dem Ruf, weil es da anscheinend ein Video gab, dass man unter der Wirkung der Substanz Menschen, andere Menschen ist. Ich meine, Gruselgeschichte zu Substanzen sind ja wirklich nichts Neues.

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Dass jemand ein anderer Mensch ist, habe ich jetzt noch nicht gar so oft gehört. Das war ja bei MDPV sehr groß. Was steckt dahinter, Fabi? Also ich meine, da gab es halt diese eine Geschichte und ich meine, also sorry, also auf solche Anekdoten, also auch wenn es den Fall gab, muss man nicht eingehen. Wir reden ja trotzdem von

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wahrscheinlich Hunderttausenden, die mal ein Katinon ausprobiert haben. Bei MDPV ist es natürlich schwierig zu sagen, wie viele es genommen haben, aber auch gerade analoge zu der Substanz haben etliche Menschen genommen. Also ich verschwende eigentlich nicht meine Zeit, mich mit solchen Anekdoten zu beschäftigen. Es ist eine ganz normale Stimulanz. Die Substanz hat halt dadurch, dass sie diese längere Alpha-Substitution hat,

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etwas höhere Gefahr für so Substanzgebrauchsstörungen, weil es halt einfach diesen Reinforcement-Charakter hat, den man halt von Kokain kennt. Aber auch unter Koks beißt man sich nicht die Nase ab. Ich glaube, darum ging es in dem Fall. Ich glaube, da haben sich halt zwei Leute miteinander da gekabbelt und dann hat er am Schluss irgendwie ihm die Nase reingebissen und halt ein bisschen zu fest. Also

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Vielleicht passiert das auch dem einen oder anderen auf Kokain, aber ich würde behaupten, das ist eine extreme Seltenheit. Und man muss es wirklich ansprechen, dass damals halt in den USA und UK, dass man da halt wirklich einfach Hetzkampagnen gegen halt eine Substanz gefeiert hat. Und

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Das ist aber, ich sage mal, nicht untypisch. Ich meine, in den 80er Jahren ist das Gleiche mit Crack passiert, in den 2000er ist das Gleiche mit Meth passiert. Also die Storys sind ja die gleichen. Und ich sage mal, seit Generationen erzählt man sich immer von dem einen Bekannten, der auf LSD aus dem Fenster gesprungen ist und so weiter. Also ich weiß nicht, ob man da wirklich drauf eingehen muss. Es ist eine potente Substanz, aber es ist, was da berichtet worden ist aus den Medien, ist komplett übertrieben und hanebüchen und so.

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Ich würde sagen, da gelten die gleichen Regeln wie bei allen potenten Stimulantien. Das heißt, man muss halt wissen, was drin ist, man muss wissen, was man nimmt, man muss aufgeklärt sein, man muss gewisse Safer-Use-Regeln beachten, wenn man es nimmt. Und ich sage mal, witzigerweise war die Substanz in Deutschland gar nicht so populär, obwohl ich sie witzigerweise auch mal in Deutschland einmal in einem Headshop gesehen habe.

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In Deutschland, gerade in den letzten Jahren, populär war eigentlich nur eine andere Substanz. Die ist dieser sehr ähnlich und das ist das Hexedron. Und wahrscheinlich einfach wegen dem Namen, weil man es halt dann als Hexe abkürzt, hat es halt auch einen entsprechenden Ruf. Und ich würde mal sagen, das ist so das deutsche Analog der Hetzkampagne. Und das ist halt auch chemisch ein bisschen ähnlich, hat halt auch diese Kokainergewirkung.

35:08

Und, ja, ich sage mal, gerade so ein paar YouTube-Formate, die haben das halt in, ich sage mal, in ein sehr schlechtes Licht gerückt. Aber an sich ist die Substanz jetzt auch nicht viel gefährlicher als jetzt andere Substanzen. Die ist halt minimal potenter und muss dementsprechend niedriger dosieren. Dafür haben natürlich auch deine Filterorgane weniger zu leisten. Also, das ist, also…

35:33

Es gibt auch Vorteile, sehr potente Substanzen zu nehmen, weil man hat zum Beispiel oft in der Regel dann weniger Nebenwirkungen. Auf LSD hat man weniger körperliche Nebenwirkungen als bei Pilzen, weil deine Leber einfach weniger zu tun hat. Es gibt auch Vorteile. Auf der anderen Seite, in einem nicht regulierten Markt ist es natürlich schwieriger, eine hochpotente Substanz zu dosieren als eine niedrigpotente Substanz.

36:01

Gerade Hexedrohnen, wenn man das nutzt, wenn man das wirklich als Reihensubstanz bekommt, da empfiehlt es sich wirklich, das volumetrisch zu dosieren. Das heißt wirklich größere Mengen, also 100 Milligramm oder was auch immer, abwiegen, in Wasser lösen in der definierten Menge, das halt wirklich komplett zur Lösung bringen und dann weiß man, wie viel dann pro Milliliter oder pro Mikroliter quasi drin sind und damit kann man dann entsprechend dosieren.

36:30

Und das sind natürlich Skills, die lernt man nicht unbedingt, ich sag mal, in seiner Szene oder auf dem Schwarzmarkt oder auf dem Rave oder wo auch immer. Aber trotzdem war nicht davor, das jetzt irgendwie als Horrordroge darzustellen. Also weder das MDPV noch das Hexedrohen oder auch die ganzen anderen Stoffe, die diesen ähnlich sind, sind Horrordrogen, wenn es das überhaupt gibt.

36:56

Ich nehme gerne die reißerischen Stories, von denen ich weiß, dass sie viele erreicht haben, immer gerne mit rein. Es geht nämlich genau schon, wie du so schön gesagt hast, mir geht es sehr viel auch darum, ein bisschen das Auge zu schulen, wie über illegalisierte Substanzen berichtet wird in den Medien.

37:12

Es geht oft um Einzelfälle, wie du schon gesagt hast, und die sind eher selten. Das war ein Fall von was weiß ich wie vielen Konsumentinnen. Man weiß einfach nicht, wie oft das vorkommt. Und das nächste, genauso wie bei Drogentoten, es wird so schnell auf eine Substanz zurückgeschlossen und reißerische Überschriften produziert und es werden gar nicht die Umstände.

37:38

genauer angeschaut. Das ist ja auch bei Methedron passiert in den UK. Da gab es plötzlich extremst viele Tode, von denen am Ende, glaube ich, zwei wirklich auf die Substanz zurückgeführt werden können. Aber durch die Medien ging das schon durch mit die Todesdroge, die alle Jugendlichen niederstreckt. Wenn man sich das aber wirklich genauer anschaut, hat das einfach nicht der Wahrheit entsprochen, weil die Medien halt schneller sind als die Forschung, sagen wir es mal so.

38:04

Also gerade, also Michkonsum ist zum Beispiel etwas, was vernachlässigt wird oder dass man einfach überhaupt nicht abwartet, bis die forensischen Daten da sind. Das heißt, man weiß vielleicht, dass die Substanz im Körper war, aber man weiß vielleicht, war das eine Minidosis und im Prinzip die Psychose kam dadurch, dass die Person zwei Tage davor durchgekuxt hat.

38:24

Und dann wird dann quasi wegen einer Minidosis von irgendeiner neuen Substanz wird dann quasi so eine Story konstruiert. Also das findet man eigentlich ziemlich oft. George Floyd ist wahrscheinlich das beste Beispiel, wo man wirklich nachher versucht hat, Leute zu erklären, dass er irgendwie an Fentanyl oder Metaphenamin gestorben ist. Das ist völliger Blödsinn. Die Metaphenamin-Werte waren…

38:49

relativ niedrig und auch die Fentanyl-Werte waren relativ niedrig. Und ich sage mal, gerade was so Atemlärmung angeht, was ja so eine schnelle Todesursache dann auch mal sein kann bei Fentanyl. Also jemand, der kurz vor einer Überdosis an Opioiden ist, der leistet keinen Widerstand. Der liegt irgendwo in der Ecke und ist so müde, dass er nicht mehr atmen kann. Also

39:14

Also da haben manchmal Medien irgendwie ein falsches Bild und die greifen halt direkt irgendwie so einen Begriff auf und so weiter. Aber es ist schon wichtig, sich halt wirklich auch mit den forensischen Daten zu beschäftigen, bevor man sowas sagt. Und das wird halt in Medien eigentlich nie gemacht. Da geht es auch einfach viel um Clickbaits und mal wieder irgendeine neue Droge durchs Dorf zu jagen, bietet sich, glaube ich, jedes Jahr mal an, wechselt nur die Substanz. Das muss einem einfach bewusst sein, dass da oft nicht sehr viel dahinter steckt.

39:46

In der Tat. Gut, ich fasse nochmal ganz kurz zusammen. Wir hatten gerade Mephedron, das steht für 4-MMC, das ist Amphetaminartig, 3-MMC ist Metaphedron. Das haben wir so ein bisschen von der Wirkung von Amphetaminartig mit einem Hauch von Zuneigung, Liebe, pathogene Leidenschaft.

40:10

Ja, empathogene Wirkungen gesagt, aber an sich wird die Wirkung normalerweise sich nicht so unterscheiden, weil es sehr ähnliche Substanzen sind. Wir hatten Methylon, das wurde als Ecstasy-Imitat auch in Tablettenform verkauft und dargereicht. Und dann hatten wir am Ende MDPV und Hexedrohen, beides eher sehr potente Substanzen Richtung Kokainwirkung.

40:37

Ja, so kann man das ungefähr sagen. Aber wie gesagt, es hängt auch wirklich ganz stark immer von dem jeweiligen Nutzer ab. Es wird immer gerne so ein bisschen vergessen, dass halt eine dieselbe Substanz bei verschiedenen Menschen oder auch verschiedenen Situationen ziemlich unterschiedlich wirken kann. Werbung

40:59

Das ist doch ein guter Einstieg auf unser letztes Thema Safer Use. Ganz wichtig, Substanzen, wie du schon sagst, ist für jeden anders. Und bloß weil eine Substanz gut für mich war, heißt es nicht, dass Fabian das gleiche Erlebnis mit der Substanz sozusagen haben wird. Jede Dosis kann für jeden auch ein bisschen anders sein. Das ist erstmal eine sehr wichtige Grundlage. Was hast du noch für uns für Safer Use Tipps zu Katinonen? Also wie gesagt, das, was ich eben schon erwähnt habe mit diesen Reinstoffen.

41:26

Ich weiß, es gibt immer Leute, die geben an mit ihrem Speed und mit ihrem Koks und sagen, das ist rein. Ich sage mal, reines Amphetamin hat kaum noch jemand geschnupft. Es würde so extrem brennen und man würde so wenig davon brauchen. Und wieder Durchschnittsgehälter bei Speed sind halt, also es würde gar keinen Sinn machen, das hundertprozentig zu verkaufen, weil man ja einfach, allein wenn man es auf 50 Prozent streckt, man schon den doppelten Gewinn macht. Und es wäre dann immer noch doppelt so stark wie das durchschnittliche Zeug.

41:57

Das heißt, Menschen können sich das wirklich nicht vorstellen, wie es ist, einen Reinstoff zu besitzen. Und gerade wenn man dann so eine ultrapotente Substanz hat, dann ist es wirklich richtig schwierig, die zu dosieren. Und das ist auch ein Problem auch bei Methamphetamin, das oftmals sehr rein auf den Markt kommt, auch kulturell natürlich. Bei Crystal ist es halt so, weil man es halt teilweise auch raucht und spritzt. Und

42:26

Aber ich sage mal, wenn jemand zum Beispiel an Speed gewöhnt ist und schnupft dann Methamphetamin im selben Stil, legt sich ähnliche Bahnen, dann dosiert er sich natürlich ganz andere Dosen zu. Und das heißt, Toleranzentwicklung ist viel stärker, aber auch die Gefahr für eine Substanzgebrauchsstörung ist natürlich bei Methamphetamin viel größer als bei Amphetamin. Und das Gleiche muss man natürlich berücksichtigen, wenn man dann halt doch mal irgendwie an so ein reines Katinon, wenn man zum Beispiel direkt von so einem Supplier bestellen würde, was ja mittlerweile illegal ist, aber wahrscheinlich…

42:55

trotzdem noch möglich ist, nehme ich an, muss man einfach bedenken. Also wieder, das kann alles sein. Es kann sein von ein paar Prozent in einem Pulver oder einer Tablette bis zu wirklich 100 Prozent. Und deswegen muss man wirklich extrem niedrig anfangen, wenn man es konsumieren möchte. Und am besten sogar einen kleinen Allergietest. Das heißt, sich wirklich eine Menge, die man eigentlich kaum noch greifen kann, sich einfach mal auf die Zunge machen und gucken, ob der Körper irgendwie darauf reagiert mit einer Entzündung

43:25

Oder halt also irgendwas, was halt quasi eine Allergie anzeigen würde. Und danach halt richtig vorsichtig rantasten. Also bis man halt weiß, okay, hier ist die Wirkung, ab jetzt kann ich es einschätzen. Und wie gesagt, bei Reihensubstanzen, dieses volumetrische Dosieren, was ich eben angesprochen habe, ruhig mal bei YouTube eingeben. Oder auch generell bei Google. Da gibt es auf jeden Fall ein paar Tutorials dazu. Ansonsten aufpassen, was Michkonsum angeht. Gerade mit anderen Stimulantien erhöht man natürlich Nebenwirkungen.

43:58

Das kann auch Koffein, Ephedrin oder auch diverse Antidepressiva oder wie gesagt Kokain, Speed, Meth und so weiter. Ist natürlich sehr kritisch. Und allgemein, Milchkonsum sollte man natürlich nie machen, wenn man nicht beide Substanzen alleine ziemlich gut kennt.

44:18

Das heißt, wenn man schon ein paar Mal einen Kardinon probiert hat und ist ein regelmäßiger Kiffer, dann kann man sich auch mal nach der Wirkung ein bisschen runterrauchen. Also das ist zum Beispiel ein Michkonsum, der relativ risikoarm ist im Verhältnis zu anderen Varianten. Aber wie gesagt, man sollte beide Substanzen relativ gut kennen, bevor man überhaupt nachdenkt, Michkonsum zu betreiben. Ansonsten…

44:44

Kontraindikation beachten, das heißt, wenn man zum Beispiel einen Herzfehler hat, sollte man es zum Beispiel nicht konsumieren. Wenn man es schnupft, natürlich safer sniffing, wenn man es booft, safer boofing. Da habe ich neulich witzigerweise auch ein Tutorial gesehen, wie man das macht. Dann, was gibt es noch? Ja, ansonsten natürlich ganz wichtig, also wenn man sich entscheidet zu konsumieren, nicht durchgehend konsumieren, das heißt nicht

45:15

nacheinander nachlegen und am Wochenende, wenn man müde ist, dass man es noch am Montag nimmt und so weiter. Also Pausen einlegen ist ganz wichtig. Zum einen zum Essen, zum anderen zum Schlafen, aber auch vor allen Dingen darum, dass sich die Toleranz wieder abbaut und sich kein Konsummuster quasi etabliert. Weil gerade bei diesen relativ klar wirkenden Stimulantien, die verlocken wirklich sehr stark, dass der Konsum in den Alltag übergeht.

45:43

Und da entwickeln sich halt wirklich sehr, sehr schnell Probleme. Das ist eben auch immer ein großer Risikofaktor. Substanzen, die im Alltag nicht auffällig sind und so einen hohen Nutzen hat, wie du schon sagst, da bietet es sich schon sehr an. Und deswegen ist Pausen einlegen, Konsum reflektieren, vielleicht den Konsum auch mal mit anderen reflektieren, immer auch eine sehr wichtige Sache, um eben nicht in eine Substanzgebrauchsstörung reinzuschlittern.

46:11

Ja, Fabi, ich glaube, wir haben eine sehr komplette, coole Folge jetzt zu dem Thema gemacht. Vielen lieben Dank, dass du da warst, dass du dir die Zeit genommen hast, dass du mir geholfen hast, die Folge auch ein bisschen zu strukturieren. Sonst wäre es eine reine Mephedron-Folge geworden. Und ja, das letzte Statement gehört wie immer meinem Gast. Was hast du noch zu sagen? Das ist so mein persönlicher Safer-Use-Tipp. Den gebe ich gerne weiter. Und der passt natürlich auch auf viele andere Dinge im Leben. Weniger ist mehr.

47:06

Das war psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Steffi.


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