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Pregabalin (Lyrica) und Gabapentin

Pregabalin und Gabapentin sind Medikamente, die unter anderem bei Epilepsie, neuropathischen Schmerzen und generalisierten Angststörungen eingesetzt werden. Besonders Pregabalin, bekannt unter dem Handelsnamen Lyrica, spielt zugleich beim nicht medizinischen Gebrauch eine Rolle. Die Wirkung wird häufig als beruhigend und teils euphorisierend beschrieben, zudem können Entzugssymptome anderer Substanzen abgeschwächt werden. Gerade diese Eigenschaften machen die Medikamente auch außerhalb ärztlicher Verordnung interessant. Gleichzeitig gibt es Hinweise auf Toleranzentwicklung, Entzugssymptome und ein relevantes Abhängigkeitspotenzial, besonders bei hohen Dosen und längerfristigem Konsum.

Die Folge erklärt, wie Pregabalin und Gabapentin im Nervensystem wirken und warum ihre Wirkung trotz struktureller Ähnlichkeit zu GABA nicht über denselben Mechanismus läuft wie etwa Benzodiazepine. Thematisiert werden Schwindel, Müdigkeit, Koordinationsstörungen, Verwirrtheit und weitere Nebenwirkungen sowie die Frage, warum das Abhängigkeitspotenzial lange nur unzureichend beschrieben wurde. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Mischkonsum mit anderen dämpfenden Substanzen wie Opioiden, Benzodiazepinen oder Alkohol. Deutlich wird: Das Risiko entsteht nicht nur durch die Medikamente selbst, sondern besonders durch hohe Dosierungen, eigenständige Entzugsversuche und Kombinationen, bei denen sich dämpfende Wirkungen gegenseitig verstärken können.


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Pregabalin (Lyrica) und Gabapentin

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PODCAST-METADATEN
Folge: 27
Erscheinungsdatum: 15.07.2021
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Pregabalin (Lyrica) und Gabapentin
Sprecher: Stefanie Bötsch
Typ: Transkript

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Transkript Beginn

00:11

Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkohol-Podcast mit Steffi. Zieht’s euch rein! Diese Podcast-Folge wird euch präsentiert von Safe Party People Frankfurt. Herzlich willkommen bei einer neuen Folge von Psychoaktiv mit mir, Stefanie Bötsch.

00:36

Und ja, ich freue mich richtig, dass ihr wieder reinhört. Bevor ich erstmal mit dem Thema anfange, möchte ich erstmal allgemein mich sehr herzlich bedanken. Meinem Podcast geht es wirklich gut. Es hören viele Menschen rein. Also vielen Dank fürs Hören, vielen Dank fürs Weitersagen oder…

00:54

den Podcast auf Social Media empfehlen oder was ihr auch immer tut. Es funktioniert auf jeden Fall. Die Zahlen sind großartig und ich möchte mich einfach nur ganz herzlich dafür bedanken, denn so macht mein Hobby mir halt auch wirklich krass Spaß und

01:07

Und habe auch Lust, richtig viel weiterzumachen, mehr Arbeit reinzustecken, neue Sachen auszuprobieren. Also Dankeschön an euch. So, das vorab und jetzt kommen wir auch gleich schon zum Thema, denn ich habe ein total spannendes Thema und ihr könnt euch eigentlich schon gefasst machen, dass es ein bisschen eine Schwurbelfolge wird. Wieso erkläre ich euch? Und selbstverständlich

01:28

Unser Thema heute ist Pregabalin. Pregabalin und Gabapentin. Es ist, vor allem Pregabalin ist unter dem Handelsnamen Lyrica sehr bekannt. Und genau, es ist ein Medikament. Und wir reden aber heute über Medikamentenmissbrauch. Wie ihr ja wisst, entstehen auch viele Themen daraus für meinen Podcast, was mich gerade auf der Arbeit beschäftigt. Ich arbeite in der stationären Reha, in dem auch viele Menschen sind, die substituiert sind.

01:57

Und da war Pregabalin die ganze Zeit Thema und ich konnte die Substanz nicht richtig einordnen, ich konnte das Medikament nicht einordnen, ich konnte den Missbrauch nicht einordnen. Also habe ich mich auf die Recherche gemacht und somit gibt es auch wieder eine Podcast-Folge dazu, damit die Recherche gleich doppelt verwertet werden kann.

02:17

Aber warum wird das jetzt eine Schwurbelfolge? Und das fand ich echt spannend. Ich habe wirklich viel über Pregabalin gelesen die letzten Tage und musste feststellen, dass vor allem über den Missbrauch sehr, sehr wenig bekannt ist.

02:31

Und man muss sich das so vorstellen, dass die Pharmaindustrie ja allgemein ein großes Interesse hat, dass ihre Medikamente im hellsten Licht erstrahlen. Das heißt, die Pharmaindustrie gibt natürlich auch keine Forschungsaufträge oder ähnliches oder lässt Geld reinfließen, um wirklich zu gucken, okay, wie kann ich denn mein Medikament richtig missbrauchen, weil…

02:52

Ja, solange man es nicht weiß, kann man immer behaupten, es gibt keinen Missbrauch, es gibt keine Abhängigkeitsentwicklung, alles ist fein und dementsprechend können sie sozusagen ihr Medikament besser auf den Markt halten. Genau anders

03:03

Andersrum ist es übrigens bei illegalisierten Substanzen. Das hat Fabi in der vorletzten Folge, glaube ich, gesagt, also in der Folge zu Katinone, dass bei illegalisierten Substanzen immer nur das Schadenspotenzial oder fast nur das Schadenspotenzial erforscht wird. Und da wissen wir sehr wenig oder sehr begrenzt wenig über die ganzen…

03:23

ja, positiven Wirkungen, die die Substanzen machen. Und bei Medikamenten ist es ein bisschen umgedreht. Klar haben wir auch bei Medikamenten eine Forschung zu unerwünschten Wirkungen, zu Nebenwirkungen. Aber die sollen ja nicht so krass sein. Ich möchte ja mein Medikament weiterverkaufen. Auf jeden Fall hatte ich ganz krass den Eindruck bei der Recherche. Aber ja, ihr werdet das an mehreren Stellen dieser Folge noch merken, was ich meine.

03:46

Hallo 2024, Steffi hier. Es ist aktuell März 2024 und es gibt aktuell verschiedene Berichterstattungen, die Präger Berlin kritisch diskutieren. Deswegen kann ich mir vorstellen, dass mehr Menschen aktuell diese Folge hören und ich habe sie auch nochmal gehört. Ich muss sagen, ich bin mit meiner Recherche absolut zufrieden. Was mich allerdings

04:11

ein bisschen stört, sind die Aussagen über die Pharmaindustrie, ohne diese zu belegen oder tiefer in dieses Thema reinzuschauen. Sowas würde es heute in meinem Podcast nicht mehr geben, aber hey, die Folge ist drei Jahre alt, auch ich habe mich weiterentwickelt.

04:28

Anstatt das jetzt rauszuschneiden, wollte ich hier einfach darauf hinweisen, ich finde es wichtig, nichts vorzuschützen, was nicht ist. Ich entwickle mich weiter, ich entwickle mich mit diesem Podcast weiter. Also seht mir diese Aussagen einfach nach und wir schauen uns den Sachverhalt mal innerhalb des Podcasts genauer an, wie eigentlich ein Zulassungsverfahren von Medikamenten stattfindet. Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß bei der Folge.

04:53

Aber wir starten jetzt gleich in die Thematik rein. Viel Spaß bei dieser Folge. Musik

05:03

Wie gerade erwähnt, geht es heute hauptsächlich um Pregabalin. Aber wenn man Pregabalin behandelt, muss man eigentlich auch ein bisschen über Gabapentin reden. Deswegen habe ich das mit reingenommen. Wie schon gesagt, sind Pregabalin und Gabapentin beides Medikamente. Beide sind Antiepileptika, also gegen Epilepsie, gegen epileptische Anfälle. Das war erstmal so die Grundaufgabe des Medikamentes. Aber man hat dann gemerkt, dass es nicht so viel Medikament gibt.

05:29

Dieses Medikament, die Medikamente haben noch andere Wirkweisen. Deswegen wird es auch für neuropathische Schmerzen eingesetzt. Neuropathische Schmerzen sind umgangssprachlich auch unter dem Wort Nervenschmerzen bekannt.

05:43

Wer wie ich nicht ganz sicher war, was Nervenschmerzen ist, hier eine kurze Erklärung. Nervenschmerzen ist sozusagen, wenn deine eigenen Nerven Schmerzen verursachen, weil normalerweise ist es so, bei physiologischen Schmerzen, ich lang auf eine Herdplatte drauf, meine Nerven merken Aua und senden sozusagen den Schmerzreiz ans Gehirn.

06:04

Bei neuropathischen Schmerzen ist es allerdings so, dass die Nerven alleine diese Schmerzen verursachen, obwohl es keinen Grund dafür gibt. Das als kleiner Side-Fact fand ich sehr spannend, war mir gar nicht so bewusst.

06:20

Und die dritte Hauptaufgabe dieser Medikamente sind noch zusätzlich die generalisierten Angststörungen. Denn man hat gemerkt, die Pregabalin und Gabapentin hat eine beruhigende, auch ein bisschen euphorisierende Wirkung. Und das hat sich als sehr positiv wirkend auf Angststörungen gezeigt.

06:41

Neben diesen zugelassenen Anwendungsgebieten gibt es auch so ein paar Off-Label-Anwendungsgebiete, zum Beispiel bei instabiler Stimmungslage, also jetzt nicht bei einer richtigen Angststörung, sondern einfach ja, einer instabilen Stimmungslage, aber auch bei normalen Schmerzen, also nicht diese neuropathischen Schmerzen, sondern ganz normal physiologische Schmerzen und noch ein paar andere Anwendungsbereiche, wie zum Beispiel auch beim Entzug von verschiedenen Substanzen haben sie sich als sehr hilfreich erwiesen.

07:10

Pregabalin ist sozusagen der Nachfolger von Gabapentin. Pregabalin kam ungefähr 2004 auf den Markt und der bekannteste Handelsname ist Lyrica und seit ein paar Jahren oder vielleicht ein paar mehr gibt es auch verschiedene Generika davon. Die heißen oft irgendwas mit Pregabalin, zum Beispiel Pregabalin Sandos habe ich zum Beispiel gefunden.

07:32

Wer nicht weiß, was Generika sind, Generika sind im Prinzip wirkstoffidentische Kopien eines älteren bewährten Originalpräparats, in diesem Fall wären das Lyrika, die aber deutlich günstiger angeboten werden. Und das liegt meistens daran, dass eben die Firma eine Zeit lang

07:50

patent auf dieses medikament haben das läuft irgendwann aus und dann kann eben andere firmen generika bilden und diese günstiger anbieten so und jetzt hatten wir 2004 prekabalin auf markt und die ersten missbrauchsfälle wurden schon 2006 gemeldet also zwei jahre später wo die ersten missbrauchs und abhängigkeitsfälle gemeldet worden sind und zwar in italien deutschland und der türkei und 2010 tauchte dann prekabalin auch das erste mal in verschiedenen reports

08:17

von der EMC-DDA, also European Monitoring Center for Drug

08:22

Drugs and Drug Addiction tauchten die auf und haben eben das Thema Pregabalin und Pregabalin-Missbrauch behandelt. Und im November 2018 wurde dann Pregabalin auch von einem Expertenkomitee der WHO genauer angeschaut. Das heißt, Pregabalin ist schon auf die Bildfläche mit dem Thema Missbrauch gerückt. Obwohl es so schwierig ist, immer noch Informationen dazu zu finden, haben wir eigentlich schon seit

08:48

über 15 Jahren die Information, dass es missbräuchlich verwendet wird. Was ist denn nun der Unterschied zwischen Pregabalin und Gabapentin? Pregabalin ist erstmal potenter, das heißt, man braucht eine kleinere Dosis, um die gleiche Wirkung zu erzeugen wie bei Gabapentin.

09:05

Auch in der Wirkweise haben sich teilweise ein paar Unterschiede ergeben. Zum Beispiel ist Pregabalin deutlich wirksamer bei neuropathischen Schmerzen, während Gabapentin zum Beispiel auch beim Restless-Leg-Syndrom eingesetzt werden können. Aber da sind wir auch sehr im medizinischen Bereich hier.

09:22

Außerdem soll Pregabalin weniger Nebenwirkungen erzeugen wie Gabapentin. Aber man muss hier sagen, wir reden hier, wenn wir solche Aussagen hören, immer von der pharmazeutischen Information. Das heißt, wenn wir von solchen Aspekten reden wie weniger Nebenwirkungen, das zählt dann dafür, wenn man sich sozusagen an die medizinische Dosis hält. Und die medizinische Dosis ist 600 Milligramm maximale Tagesdosis.

09:50

Das heißt, alle Informationen, die ich zu dem Medikament rausgezogen habe, bezieht sich erstmal auf 600 Milligramm Maximaldosis pro Tag. Denn das ist eben sozusagen, mit der Dosis wird geforscht und nicht unbedingt mit einem missbräuchlichen Konsum. Aber schauen wir uns doch mal an, was die erwünschten Wirkungen sind und warum man Pregabalin konsumieren könnte. Also was da für die Begründungen sein könnten. Musik

10:20

Wir haben erstmal ganz grundlegend eine entspannende Wirkung.

10:24

aber auch gleichzeitig eine euphorisierende Wirkung. Die wird zum Teil auch beschrieben innerhalb der Tagesdosis, also bei der normalen Dosis, die vom Arzt verschrieben werden könnte. Was ganz spannend ist, die euphorisierende Wirkung steht bei den pharmazeutischen Infos als unerwünschte Wirkung, weil man möchte ja eigentlich nur eine beruhigende Wirkung oder eben, dass der neuropathische Schmerz weg ist. Aber wenn wir hier vom Missbrauch sprechen,

10:51

Sprechen ist die euphorisierende Wirkung, natürlich eher auch was, was man erzielt und was ein Beweggrund sein kann, diese Substanz zu konsumieren.

10:59

Ein anderer ganz wichtiger Aspekt ist, dass Lyriker verschiedene Entzugssymptomatiken mildern. Und das ist auch der Punkt, warum Lyriker auch sehr verbreitet sind, weil sie ab und zu auch von Ärzten eingesetzt werden im Entzug. Aber ich bin ja auch super viel auf Drogenforen unterwegs und auch in Facebook-Gruppen und was auch immer und spiele da ein bisschen Mäuschen und lese. Und ich habe gemerkt, dass vor allem

11:26

also Pregabalin, innerhalb dieser Gruppe empfohlen wird, wenn jemand eigenständig entziehen möchte. Das wird da sehr lapidar gehandhabt. Ja, nimm einfach ein paar Lyriker hilft.

11:38

Und dann hat man plötzlich ohne ärztliche Beobachtung dieses Medikament und nutzt das so, wie man das möchte und kann halt somit eben Entzugssymptomatiken auch abmildern. Und das ist auch ein Punkt der unerwünschten Wirkungen, wo ich glaube, dass das viele dazu bewirkt, Lyrika auch außerhalb der ärztlichen Verschreibung zu konsumieren.

11:58

Und der dritte Punkt im Rahmen der erwünschten Wirkungen, die man wirklich oft als Begründung für den Konsum liest in den wenigen Quellen, die es zum Missbrauch gibt, ist, dass Pregabalin und auch Gabapentin die Wirkung von anderen dämpfenden Medikamenten

12:15

weil es ja auch ein dämpfendes Medikament ist. Dass das natürlich sehr kritisch ist, besprechen wir gleich an einer anderen Stelle. Aber dadurch, dass es halt eben so oft als Grund genannt worden ist, möchte ich das auf jeden Fall in die erwünschten Wirkungen mit reinnehmen, weil es eben so oft als Konsumgrund genannt wurde. Musik

12:37

Aber wie wirkt denn jetzt Pregabalin und Gabapentin im Gehirn? Und das ist tatsächlich eine ziemlich spannende Kiste, wo ich auch echt lange recherchieren musste, denn es war längere Zeit einem gar nicht so klar,

12:52

wie diese Substanzen, sowohl Gabapentin als auch Pregabalin im Gehirn wirken. Und man sieht das auch, es gibt so eine ganze Reihe von Studien, so um 2010, da merkt man, dass die einfach nur so mehr oder weniger diese Wirkweise abschätzen. Denn Gabapentin und Pregabalin, die

13:11

sind von der Struktur, von der chemischen Struktur sehr ähnlich wie unser körpereigener Neurotransmitter GABA. Und GABA kennen wir vielleicht auch schon aus den Benzodiazepin-Folgen. GABA ist ja ein bisschen so unser Ausschalter, unser Chill-Kommando für unseren kompletten Körper. Das heißt, wenn man sich die Substanz anschaut, könnte man meinen,

13:34

dass diese Substanz sozusagen dieses Chill-Kommando, diesen Neurotransmitter imitiert, an die Rezeptoren anbindet und genau dieses Signal eben auch verbreitet. Das Verrückte ist eben aber, dass nach heutigem Stand der Forschung das eben nicht so ist. Und das ist nicht wie so ein typisches…

13:53

so ein typisches Gababaller-Medikament wirkt, sondern dass das so ein bisschen um die Ecke kommt. Es wird davon ausgegangen, dass, sehr vereinfacht gesagt, Gabapentin und Pregabalin dafür sorgen, dass weniger Calcium in die Zellen gelangt. Und dadurch wird deren Aktivität gedrosselt und infolgedessen werden weniger Botenstoffe wie Glutamat und Noa-Adrenalin und die Substanz P getrocknet.

14:20

sozusagen ausgeschüttet. Das heißt, es wird runterreguliert. Jetzt schauen wir uns doch mal an, welche Stoffe da eigentlich runterreguliert werden. Wir haben einfach Glutamat. Das ist sozusagen nervenzellenerregender Stoff. Also das ist im Prinzip ja das Gegenteil von GABA. Das ist so ein bisschen aktivieren, ein bisschen sorgt ein bisschen dafür, dass wir aktiv sind. Und unser Noradrenalin wird auch gedämpft. Das ist ja unser Stressbotenstoff. Auch der sorgt, dass wir nach vorne kommen.

14:47

Und die Substanz P ist ein Botenstoff der Schmerzübertragung. Das ist ja auch der Aspekt, dass das eben sehr gegen Schmerzen hilft. Und das wird alles gedrosselt und hat somit diese entspannende Wirkung. Es wirkt also kurz und knapp anders wie die anderen GABA-Medikamente.

15:05

Man muss dazu sagen, dass diese Erkenntnis sehr jung ist und so wie ich das jetzt erklärt habe, auch wie immer sehr auch für einfach erklärt worden ist. Und hier kann sich auch noch ein bisschen was ändern. Aber das ist so den Stand jetzt, den ich herausgefunden habe und ich euch einfach mal mitteilen will. Mal schauen, ob wir in fünf Jahren ein bisschen mehr wissen. Werbung

15:31

Wir haben bei diesen Medikamenten natürlich auch eine ganz schöne Latte an unerwünschten Wirkungen. Ich zähle einfach mal ein paar auf, aber die Liste ist auf jeden Fall nicht vollständig. Wir haben eben Schwindel, Müdigkeit, Schmerzen.

15:47

Benommenheit, eine nachlassende Aufmerksamkeit, Vorsicht, vor allem diese drei Punkte, die wir haben, können eine erhöhte Unfallgefahr bedeuten. Das heißt, bitte, bitte, bitte nach dem Konsum steigt nicht ins Auto für eure Sicherheit, für die Sicherheit, für alle anderen und passt gut auf euch auf. Es kann aber auch zu Magen-Darm-Beschwerden kommen, also Erbrechen, Blähungen und Verstopfung.

16:11

Lyrika sind auch eine Substanz, die ja vielleicht als eigene Medizin auch gerne mal zum Schlafen genutzt werden kann. Allerdings kann sie auch als unerwünschte Wirkung Schlafstörungen haben oder auch ungewöhnliche Träume hervorrufen.

16:29

Darüber hinaus haben wir noch eine Verwirrtheit, man weiß irgendwie nicht so ganz, was los ist oder was mit seinem Leben geht. Man hat eine Koordinationsstörung, es kann einen reizbar machen, es kann zu einem gesteigerten Appetit kommen und wir können auch was im Kopfschmerzbereich bekommen, also Kopfschmerzen doppelt sehen, man fühlt sich so im Kopf nicht so gut.

16:50

Aber wie gesagt, das ist nicht die komplette Reihe der Nebenwirkungen bzw. der unerwünschten Wirkungen, aber mal so eine kleine Übersicht. Musik

17:02

Jetzt kommen wir aber noch zu der Nebenwirkung, die sehr, sehr wichtig ist und die auch sehr schwierig war herauszufinden. Und zwar geht es um das Abhängigkeitspotenzial. Ich war erst mal total überrascht, weil als ich meine Recherche angefangen habe, da stand überall drin, es wird vermutet, dass es ein Abhängigkeitspotenzial gibt. Und gleichzeitig erzählt man von extremen Entzugssymptomatiken.

17:28

Also man hat Extrementzugssymptomatiken. Pregabalin genauso wie Gabapentin sind Medikamente, die ganz langsam abdosiert werden können. In ganz vielen Erfahrungsberichten im Internet reden Menschen davon, dass der Entzug von Pregabalin und von Gabapentin so schrecklich waren und die haben schon mehrere Entzüge hinter sich und trotz allem haben sie den als schrecklich empfanden.

17:54

Manche sogar schlimmer als Benzodiazepine und der wird ja auch von sehr vielen als sehr belastend und sehr schmerzhaft beschrieben. So, das heißt, wir haben schon mal Entzugssyndrom. Wer sich so ein bisschen dran erinnert, was die sechs Items sind von einer Abhängigkeitserkrankung, habe ich auch ganz am Anfang mal erklärt in einer Folge. Die Folge heißt, ab wann ist man süchtig? Kann man gerne mal reinhören.

18:20

Genau, aber die Entzugserscheinungen sind auf jeden Fall schon mal ein Item der Abhängigkeitserkrankungsdiagnose. So.

18:30

Dann ist der zweite Punkt, der auch recht schwierig war herauszufinden und wo ich echt lange gesucht habe, die Toleranzbildung. So, und jetzt ist im Prinzip der Common Sense aus allen Forschungen, die ich gelesen habe, dass bei nicht missbräuchlichen Konsum und nicht überschreitenden der Tagesdosis von 600 Milligramm es zu keiner nennenswerten Toleranzbildung kommt.

18:54

So, jetzt habe ich aber Erfahrungsberichte und Missbrauchsberichte gelesen und es gibt auch Berichte von Menschen, die intoxikiert ins Krankenhaus gekommen sind. Und da reden wir von einer Tagesdosis von bis zu 4000 Milligramm, wenn nicht sogar noch mehr, das heißt 4 Gramm anstatt 600 Milligramm. Und das, da muss man sich auch ein bisschen auf die Frage stellen, wie viel ist das?

19:15

Da muss man erstmal hinkommen. Das ist eine Dosis, da kommt man nicht von heute auf morgen hin. Das ist eine Dosis, wo man nur hinkommt, wenn man über eine Zeit eine Toleranz aufbaut. Und ja, somit bildet sich eben auch die starke Vermutung, dass es eine Toleranzbildung gibt. Anscheinend nur, wer weiß, über der ärztlichen Verordnungsmenge.

19:35

mal sehen, wie weit die Forschung da noch in Zukunft gehen wird. Aber das ist erst mal so Stand jetzt. Und wenn wir jetzt überlegen, wir haben eine Entzugssymptomatik, wir haben eine Toleranzerscheinung, sind schon mal zwei der sechs Items für Abhängigkeitserkrankungsdiagnosen erfüllt. Und es sind halt auch die körperlichen Dinge, die halt sozusagen der Körper macht, die erfüllt sind. Aber ja, das möchte man ja als Pharmaunternehmen nicht so gerne hören.

20:03

Und genau, deswegen versucht man halt so lange wie möglich auch ein bisschen die Idee aufrecht zu erhalten, dass das einfach alles nicht der Fall ist. Ihr werdet auf jeden Fall in den meisten Quellen lesen, dass dieses Medikament keine Toleranzbildung hat.

20:19

An sich ist die allgemeine Empfehlung gerade, dass Lyrika nicht an Menschen abgegeben werden soll, auf jeden Fall nicht auf eine längere Basis, die eben schon ein Abusus, also eine Abhängigkeitserkrankung in der Vorgeschichte haben, also auch mit anderen Substanzen.

20:37

Aber auch für Menschen mit Angststörungen kann es ein erhöhtes Abhängigkeitspotenzial geben, weil die eben auch von der Dynamik her von diesem Medikament erfahren werden, dass es sie immer wieder runterfährt, immer wieder mehr beruhigt.

20:51

und dadurch eben so eine psychische Abhängigkeit auch entstehen kann. Ein weiterer Aspekt ist noch, dass die meisten Menschen, die in Studien auftauchen und eine Abhängigkeitserkrankung auf Pregabalin entwickelt haben, meist auch eine Opiatabhängigkeit haben. Das kann allerdings auch eine Scheinkorrelation sein, denn man muss ja immer auch überlegen, dass es ein bisschen darum geht, wo sind denn Substanzen verfügbar?

21:19

Und Pregabalin ist eben in Szenen, wo auch viel Opiate konsumiert werden, auch sehr verbreitet. Das heißt, ich weiß nicht, ob man aus dieser Korrelation, aus diesen zwei auftauchenden Phänomenen wirklich ein klarer Zusammenhang ist oder ob das eher Zufall ist, weil Lyrika einfach da mehr verfügt.

21:40

als jetzt in anderen Szenen, beziehungsweise mehr beliebter, populärer und eben auch sehr innerhalb dieser Foren als Entgiftungsmittel zur eigenen Entgiftung empfohlen wird.

21:55

Schauen wir uns jetzt noch kurz die Nachweisbarkeitszeiten an. Und hey, ich glaube, ich fange gerade jedes Thema mit dem gleichen Satz an. Es war verdammt schwierig dazu überhaupt, Informationen zu suchen. Ich habe dann irgendwo in der Ecke eine Studie gefunden, wo ein gesunder, nicht konsumierender Mensch, also auch jemand, der normalerweise keinen höheren Konsum in irgendeiner Art und Weise hat,

22:19

zwei Dosen Pregabalin einnimmt. Einmal eine Dosis mit 75 Milligramm Pregabalin und einmal eine Dosis mit 150 Milligramm Pregabalin. Und er wurde dann fünf Tage lang alle acht Stunden getestet, um zu sehen, ab wann es dann nicht mehr nachweisbar ist. Und bei den 75 Milligramm war die Urinprobe bis zu 56 Stunden positiv, also ja ungefähr zwei Tage und zehn Stunden.

22:46

Und bei der 150 Milligramm Dosis war er 64 Stunden positiv. So, hier reden wir aber natürlich von einem einmaligen Konsum und nicht von einem dauerhaften Konsum. Dementsprechend kann das auch noch abweichen. Aber nur mal so vielleicht als Orientierungspunkt für euch, wie lange das ungefähr im Urin nachweisbar ist. Musik

23:13

So und zu guter Letzt schauen wir uns noch den Mischkonsum an. Das habe ich ja schon vorhin bei den erwünschten Wirkungen gesagt, dass ich es sehr kritisch empfinde, dass Lyrica, Pregabalin und Gabapentin als Verstärker für dämpfende Stoffe wie Opiate, Alkohol, Benzodiazepine etc. pp. genutzt wird, denn Dauner und Dauner kann ein extremst lebensgefährlicher Mischkonsum sein.

23:42

Wenn ich Dauner und Dauner konsumiere, ich sage immer, das soll jetzt nicht disputierlich klingen, aber ich sage immer so, naja, man ist dann so entspannt, dass man das Atem aufhört. Also die Wahrscheinlichkeit für eine Atemdepression wird deutlich erhöht. Deswegen passt auf und lasst es am besten komplett sein, in irgendeiner Art und Weise Dauner und Dauner zu mischen, denn damit spielt man einfach mit seinem Leben teil.

24:09

Und wenn ihr euch jetzt fragt, was alles zu downern gehört, wer sich da vielleicht nicht so auskennt, also da reden wir wirklich von Alkohol, Opiate und Benzodiazepine so als Hauptsubstanzen sozusagen. Musik

24:26

Ja Leute, das war es auch schon mit meiner kurzen Schwurbel-Folge zu Gravapentin und Pregabalin. Ich fand es tatsächlich sehr spannend von der Recherche her, auch wenn sie nicht so ergiebig war wie jetzt zum Beispiel bei anderen Substanzen.

24:42

Denn es zeigt doch nochmal so die große Diskrepanz zwischen der Pharmaindustrie und legalisierten Medikamenten oder legalisierten Stoffen und illegalisierte Substanzen und die Forschung, die dahingehend gemacht wird. Denn es ist einfach sehr unterschiedlich und man merkt schon, dass es sehr schwierig ist, an die Informationen dranzukommen, die man braucht, um

25:06

wenn es um Medikamente geht und missbräuchlicher Konsum. Das fand ich total spannend. Außerdem finde ich es auch die Argumentationsweise zum Teil total krude, weil zum Beispiel, was ich ja bei der Wirkweise im Gehirn euch erzählt habe, dass sie ein bisschen anders wirken wie andere Dauner, dass sie eben um die Ecke kommen mit dem Calcium. Das wird halt zum Beispiel auch als Argument verwendet, dass sie nicht so abhängig machen wie Benzodiazepine.

25:34

So, ist das wirklich so? Man weiß es nicht. Aber es ist schon mal eine mögliche Erklärung. Es kann sein, muss aber nicht. Aber man versucht halt eben, das Medikament weiter sehr gut dastehen zu lassen und nutzt da halt für die Argumentationsweisen, obwohl die Forschung von Pregabalin und Gabapentin noch nicht so ausgereift ist wie jetzt von Benzodiazepinen. Und das finde ich halt echt furchtbar.

26:00

Krass und auch ein bisschen schwierig, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber ja, ich freue mich auf jeden Fall, dass ihr heute wieder mit dabei wart. Falls ihr das gerade auf Spotify hört, ihr könnt mir gerne auch da folgen, also auf dieses Follow-Ding drücken oder mir auf iTunes gerne auch eine Bewertung da lassen. Falls ihr mir was zu sagen habt, falls ihr mit mir reden möchtet, ihr findet mich auf Instagram, auf psychoaktiv.podcast.

26:26

Oder aber auch einfach per Mail psychoaktiv.podcast at gmail.de Ich schreibe da

26:39

Regelmäßig auch zurück, wenn mich jemand schreibt und freue mich immer über Post. Also gerne her mit euren Nachrichten, her mit euren Anmerkungen. Ich freue mich riesig. Danke für eure Unterstützung. Danke an alle fürs Zuhören und wir hören uns bald wieder. Bis dann. Tschüss. Das war Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Steffi.


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