Pink Cocaine / Tusi – Was steckt hinter dem rosa „Kokain“?

Pink Cocaine, Tusi oder „rosa Kokain“ klingt nach einer klar bestimmbaren Substanz – tatsächlich handelt es sich jedoch meist um ein gefärbtes Pulver mit wechselnder Zusammensetzung. Weder Kokain noch 2C-B müssen darin enthalten sein. Drug-Checking-Proben zeigen häufig Mischungen aus Ketamin, MDMA und Koffein, daneben wurden unter anderem Amphetamin, Kokain, 2C-B, Mephedron, Benzodiazepine und Opioide nachgewiesen. In dieser Folge geht es darum, woher die Bezeichnungen stammen, was typischerweise in Tusi gefunden wird und warum Farbe, Geruch und Verbreitung im Partyumfeld die Risiken leicht harmloser erscheinen lassen, als sie sind.
Die Folge erklärt, wie sich die teils gegensätzlichen Wirkungen von Ketamin, MDMA und Koffein überlagern können: Dissoziation und eingeschränkte Koordination treffen auf gesteigerte Energie, Wachsamkeit und eine zusätzliche Belastung des Herz-Kreislauf-Systems. Weil Inhaltsstoffe und Dosierungen von Probe zu Probe variieren, lassen sich Wirkung, Wechselwirkungen und Gefahren kaum zuverlässig einschätzen. Drug Checking und vorsichtiges Antesten können Risiken verringern, machen den Konsum aber nicht berechenbar. Das zentrale Problem von Tusi liegt deshalb nicht in einer einzelnen Substanz, sondern in einer unbekannten Mischung, bei der Konsumierende weder Zusammensetzung noch Stärke verlässlich kennen.
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Pink Cocaine / Tusi – Was steckt hinter dem rosa „Kokain“?
PODCAST-METADATEN
Folge: 105
Erscheinungsdatum: 30.01.2025
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Pink Cocaine / Tusi – Was steckt hinter dem rosa „Kokain“?
Sprecher: Stefanie Bötsch
Typ: Transkript
TRANSKRIPT BEGINN
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Wie so ein Restegulasch von Drogenproduzenten. Das Problem ist allerdings, dass man sich ja natürlich nicht sicher sein kann, welche Substanz drin ist und auch nicht wie viel. Man muss sich halt einfach da auch bewusst sein, dass man seinen Körper ein bisschen als Laborratte nutzt für eine Substanz, die man nicht wirklich berechnen kann.
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Psychoaktiv. Euer Podcast mit Suchttherapeutin Stefanie Bötsch. Zieht’s euch rein!
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Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Psychoaktiv. Schön, dass du wieder eingeschalten hast. In diesem Podcast erwarten dich alle zwei Wochen tiefgreifende Analysen von Themen rund um Drogen und Sucht. Wir schauen uns gemeinsam die wissenschaftlichen Hintergründe an, aber auch vielleicht die Lücken, die es dazu gibt,
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und wie man diese bewerten kann. Und heute sprechen wir über Pink Cocaine bzw. Tusi. Diese Substanz ist in den letzten Jahren vermehrt auf dem europäischen Markt aufgetaucht und wirft so einige Fragen auf. Ich meine, was hat diese Droge mit der Droge 2C-B zu tun? Oder was mit Kokain? Und was zur Hölle ist da eigentlich drin?
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Und genau diese Fragen klären wir heute in dieser Folge. Welche Substanz übrigens hier im Podcast besprochen werden, entscheiden jeden Monat die psychoaktiven Mitglieder. Pink Cocaine hat sich diesen Monat gegen Finibut und DXM durchgesetzt. Und wenn du gerne mitbestimmen möchtest, was wir hier so besprechen, dann schließe doch gerne eine Mitgliedschaft ab. Genauso wie unsere neuen Mitglieder Nene, Isabel, Melanie, Helmut, Lena, Nick, Oliver…
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Ingo und Anja. Und ein ganz großes Dank geht auch raus für das Abschließen des großen Pakets an Katharina, Laurenz, Patrice und Johannes. Liebe geht raus an euch alle. Und wir brauchen übrigens nur noch 150 Leute bis Mai, damit Psychoaktiv auch einfach so weiterlaufen kann, wie ihr es kennt. Also falls du Bock hast, ein Teil der Psychoaktiven Mitglieder zu werden,
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findest du den Link einfach in der Folgenbeschreibung. Ich danke dir jetzt schon und jetzt lasst uns in das Thema Toosie, Pink Cocaine eintauchen und all diese offenen Fragen klären. Was ist eigentlich Toosie bzw. Pink Cocaine?
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Das, was aktuell als neue Erscheinung gehandhabt wird, habe ich ehrlich gesagt schon in Folge 50, also im Juli 2022, das erste Mal angesprochen. Und zwar, als wir über 2CB oder auf Englisch 2CB gesprochen haben. Und ja, jetzt fühle ich mich ganz kurz, weil ich natürlich super frühzeitig Bescheid wusste.
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Aber ich habe an diesem Punkt vielleicht einen kleinen, ja, ich weiß nicht, ob unfairer Vorteil da der richtige Begriff ist, aber ich habe da einen Vorteil. Denn, wie manche vielleicht wissen, habe ich ja vor zwölf Jahren, also auch schon echt lange her, ein soziales Jahr in Kolumbien gemacht. Und deswegen schaue ich immer mal wieder, was in Kolumbien so geht und folge auf Instagram auch dem kolumbianischen Drug-Checking-Projekt Echelle Cavesa.
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Zu deutsch bedeutet das so viel wie mach dir einen Kopf. Und bevor Toosie überhaupt relevant wurde in Europa, war es nämlich schon länger ein Thema in Kolumbien und es wurde dementsprechend relativ viel auch darüber gesprochen auf der Instagram-Seite von Echelika Vesa. Und jetzt, wo wir wissen bzw. davon ausgehen können, dass der Ursprung von Toosie in Kolumbien bzw. in Lateinamerika liegt, können wir vielleicht auch
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den Namen und die Verwirrung mit 2CB erklären. Denn an sich ist der Name 2C einfach nur eine spanische Verkürzung des englisch ausgesprochenen 2CB. Und am Ende kommt halt auf Spanisch nur noch L2C raus. Es liegt auch ein bisschen daran, dass
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Die englische Bildung in Lateinamerika nicht ganz so ist wie bei uns in Deutschland, das muss man nicht schönreden und das vielleicht auch Menschen gar nicht genau verstehen, dass 2CB eben das ist.
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was es eben bedeutet und dann halt einfach aus dem Wortklang einen eigenen Begriff machen. Also El Tusi. Nach Europa übertragen beziehungsweise in nicht spanisch sprechende Länder übertragen, macht der Name halt dann eigentlich gar keinen wirklichen Sinn mehr. Und ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, und das würde mich mal interessieren, schreibt das gerne mal in die Kommentare, wenn…
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Wenn ich das jetzt höre, also to see, ob ich das wirklich noch mit 2CB oder 2CB verbinde oder ob das für mich einfach auch ein komplett neues Wort ist, wenn ich eben kein Spanisch kann und diese Abstammung nicht weiß. Es sorgt auf jeden Fall für einige Verwirrung, aber der alternative Begriff, der sich durchgesetzt hat, ist auch nicht so viel besser und zwar ist es Pink Cocaine.
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Und das liegt schlichtweg daran, dass es sich halt bei Toosie oder Pink Cocaine um ein pinkes Pulver handelt. Also um ein Pulver, das wahrscheinlich einfach mit Lebensmittelfarbe gefärbt wird.
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Und ja, daraus entsteht dann eben der Name Pink Cocaine. So, und jetzt haben wir zwei Namen, die sich an andere psychoaktive Substanzen anlehnen. Einmal an 2C-B und einmal an Kokain. Und jetzt stellt sich vielleicht die Frage, ist denn überhaupt was davon drin? Also handelt es sich bei diesem Pulver um 2C-B oder um Kokain? Und das klären wir jetzt. Musik
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Als ich die ersten Meldungen zu Tusi aus Kolumbien gesehen habe, hat sich das Pulver für mich ehrlich gesagt so angehört wie so ein Restegulasch von Drogenproduzenten. Also in dem Sinne, dass man halt die Reste der Drogenproduktion einfach zusammengemischt hat und daraus eben ein Pulver erstellt hat. Dieser Eindruck ist bei mir deswegen entstanden, weil halt tatsächlich viele unterschiedliche Substanzen in dem Pulver entstehen.
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drin sein können. Allerdings hat sich in den Drug-Checking-Proben und zwar nicht nur in Kolumbien, sondern auch aus Europa eine primäre Mischung herausgestellt und zwar ist es Ketamin, MDMA und Koffein. Allerdings wurden noch etliche andere Substanzen in Proben gefunden wie Amphetamin, Kokain, auch 2CB und
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Methedron und in Kolumbien wurden auch Downer festgestellt wie Benzodiazepine oder auch Opiate. Damit ihr mal ein bisschen ein besseres Bild bekommt, hat eine Psychoaktiv-Hörerin für euch mal ihre Erfahrungen zusammengefasst. Zum ersten Mal von Tusi habe ich vergangenen September in Barcelona gehört. Ich habe dort Freunde besucht und Tusi scheint recht verbreitet in Barcelona zu sein.
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Ich war überrascht, da ich davor noch nie davon gehört hatte. Ich habe meine Freunde gefragt, was genau Tusi ist, aber keiner konnte mir etwas darüber sagen, obwohl sie es regelmäßig konsumieren. Nach einer kurzen Internetrecherche habe ich es ebenfalls ausprobiert. Die Erfahrung hat mich sehr an Ketamin erinnert, was auch nach meiner kurzen Recherche viel Sinn ergeben hat. Dennoch war es gefühlt weniger stark und hatte mich eher ein wenig aufgeputscht. An sich war es eine angenehme Erfahrung.
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Was mich jedoch schockiert hat, war der Umgang mit Tusi. Durch die Farbe und den angenehmen Geruch erinnert es wenig an Drogen und verleitet dazu, es als Gang und Gebe anzusehen. Auch bei Freunden, die beispielsweise kein Ketamin konsumieren würden. Daher hatte ich das Gefühl, dass Tusi durch das äußere Erscheinen unterschätzt wird, wie eben auch beispielsweise fruchtige Vapes.
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Als ich den dortigen Dealer gefragt habe, ob er uns sagen kann, was im Pulver enthalten ist, konnte er es auch nur mit Nein beantworten. Persönliches Fazit: Auch wenn es einen sehr unscheinbaren Eindruck macht, sollte man dabei nicht unterschätzen, dass es sich dabei um harte Drogen handelt und man auch nicht weiß, was drin enthalten ist.
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Erstmal lieben Dank, dass du mit uns deine Erfahrungen teilst. Und ich finde, in diesem Fallbericht steckt schon so viel drin. Einmal haben wir den Aspekt, wie sehr das Aussehen und der Geruch die Wahrnehmung einer Droge verändern kann. Im Falle von Pink Cocaine oder Toosie ist es eben ein süßlicher Geruch und eben die Farbe Pink. Und das gibt dem Ganzen so eine Art, ja…
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Süßigkeiten anstrich, was so eine verharmlosende Annahme erzeugt. Genau. Dann…
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Ein weiterer Punkt, den ich auch echt häufig mitbekomme, aber auch super schwierig finde, ist das Problem, wenn halt eine Droge auf dem Markt schwemmt und die einfach alle konsumieren. Alle in totalen Anführungszeichen, also zum Beispiel in der Peergroup oder in einem Club oder in einem Partyumfeld und dass diese Droge einfach weit verbreitet ist. Und
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In dem Beispiel merkt man ja sehr gut, dass weder der Drogendealer wusste wirklich, was drin ist, die Freunde wussten nicht wirklich, was drin ist, beziehungsweise konsumieren es, obwohl sie zum Beispiel Ketamin eher nicht konsumieren würde, obwohl das ja einer der primären Substanzen ist. Und
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Das kommt halt eben viel davon, dass wenn alles konsumieren, man eben das Gefühl hat, das ist sowas Normales, das gehört in dieses Setting rein und das ist nicht so schlimm. Das Problem ist an der Sache, dass das leider auch dazu führt, dass man nicht selbst recherchiert, was man da konsumiert. Und das ist dann ein Problem und das kann man nicht oft genug betonen. Recherchiert
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Immer selbst, wenn ihr eine neue psychoaktive Substanz ausprobieren wollt, wenn euer Kumpel, eure Freundin eine gute Zeit auf einer Droge hatte, muss das nicht genau das gleiche für euch bedeuten. Es kann ein anderer Batch gewesen sein, also einfach vielleicht anders verunreinigt sein. Die Person verträgt Substanzen anders.
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Und, und, und. Also die Erfahrung von euren Freunden ist vielleicht interessant und kann einem Hinweis geben, aber sie ist halt einfach nicht eins zu eins übertragbar. Und, das finde ich sehr wichtig, sprecht nicht auf irgendeine psychoaktive Substanz,
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eine positive Empfehlung aus, nur weil ihr eine gute Zeit hattet. Also versucht da eher in so einem gemeinsamen, reflektierenden Gespräch zu sein. Also grundlegend finde ich es immer sehr wichtig, über Substanzerfahrungen sich auszutauschen, denn nur wenn wir uns austauschen, lernen wir. Aber das sollte halt wirklich in einem reflektierenden Rahmen stattfinden, dass jeder Einzelne für sich eine bewusste und informierte Konsumerfahrung
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treffen kann und die Erfahrung von Freunden reicht da in der Regel nicht. Und bei Pink Cocaine bzw. Tusi stimmt das halt einfach nochmal ein bisschen mehr, weil wir einfach nicht wissen, was drin ist. Man muss sich halt einfach da auch bewusst sein, dass man seinen Körper ein bisschen als Laborratte nutzt für eine Substanz, die man nicht wirklich berechnen kann.
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Denn Pink Cocaine oder Toosie verspricht ja nicht irgendeine Reinsubstanz drin zu haben. Also schon allein die Substanz in sich, die Idee der Substanz ist eine Drogenwundertüte. Und das ist schwierig.
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Trotz allem möchte ich mit euch versuchen, uns ein bisschen an die Wirkung anzunähern. Im Podcast haben wir schon die einzelnen Substanzen alle besprochen. Also es gibt eine Folge über Mephedrone, dafür könnt ihr die Katinone-Folge hören, mit Fabian-Peter Steinmetz, Liebe geht raus. Es gibt eine Folge zu MDMA, es gibt eine Folge zu Koffein und es gibt eine Doppelfolge zu Ketamin und es gibt eine Folge zu Kokain. Das heißt…
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Es macht definitiv Sinn, sich über alle einzelnen Substanzen erstmal auch zu informieren und das könnt ihr dann nach dieser Folge einfach machen, indem ihr die anderen Substanzkunde-Folgen hört. Was wir hier eben machen, ist zu schauen, wie denn der Mischkonsum von Ketamin, MDMA und Koffein sich auswirken kann.
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Und auch ein bisschen auf Safer-Use-Praktiken zu schauen bei Pink Cocaine, beziehungsweise ob Safer-Use in dem Falle überhaupt möglich ist. Wenn wir über die Wirkung und den Konsum von Pink Cocaine, beziehungsweise Tussi sprechen, sprechen wir automatisch über Mischkonsum, da in der Regel mindestens zwei Substanzen in dem pinken Pulver sind. Das Problem ist allerdings, dass man sich ja natürlich nicht sicher sein kann,
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welche Substanz drin ist und auch nicht, wie viel dieser Substanz drin ist. Also wie hoch ist die denn darin dosiert? Und das macht es unfassbar schwierig, eine Wirkung runterzupinnen, ein Risiko runterzupinnen. Das ist einfach super schwierig.
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Für meine lieben, lieben Österreicher und Schweizer Hörer ist dementsprechend auch der erste Safe-A-Use-Tipp kein Konsum ohne Drug-Checking. Jedes gekaufte Pink-Cocaine-Tussi kann anders formuliert sein und dementsprechend macht es halt Sinn, es wirklich immer checken zu lassen. In Deutschland ist ein flächendeckendes Drug-Checking leider, leider noch nicht möglich. In Berlin habt ihr aber die Möglichkeit. In Thüringen gibt es sie auch schon und ich hoffe wirklich, dass die anderen Bundesländer bald
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Aber jetzt mal in aller Kürze. Wie wirkt Ketamin, MDMA und Koffein in einem Satz? Also wir machen das wirklich fix. MDMA wirkt stark empathogen. Das bedeutet, es steigert eben die Emotionen, fördert Gefühle von Nähe und Vertrauen. Man sagt auch gerne so herzöffnend, also dass man wirklich eine dolle Verbundenheit spürt.
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Und es erhöht grundlegend auch die Energie und die Wachsamkeit. Ketamin hat dissoziative Eigenschaften, das heißt, es kann eben ein Gefühl der Trennung vom eigenen Körper oder der Umwelt hervorrufen. Das ist im Prinzip die dissoziative Wirkung. Es verlangsamt die Reaktionen und wirkt beruhigend und ist oft verbunden mit einer Schmerzunempfindlichkeit.
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Und in geringen Dosen wird Ketamin durchaus auch zum Feiern genutzt, während eben höhere Dosen auch dazu führen können, dass man nur noch den Rausch erlebt, also dissoziiert und nicht mehr sehr viel anderes tun kann. Die Wirkung von Koffein ist wahrscheinlich den meisten Menschen bewusst. Koffein erhöht die Herzfrequenz, steigert die Wachsamkeit und fördert eben auch das Energielevel.
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Wenn MDMA und Ketamin gemeinsam eingenommen werden, ergibt sich eben auch eine Mischung aus deren ihrer Wirkung. Während MDMA also für emotionale Hochgefühle sorgt und eben das Gefühl von Nähe fördert, verstärkt Ketamin dissoziative Zustände.
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Und diese Kombination kann eben zu intensiven, aber eben auch sehr verwirrenden Wahrnehmungsveränderungen führen. Denn die beiden Substanzen wirken auf manchen Ebenen gegensätzlich. Während MDMA die soziale Interaktion in der Regel stark fördert, kann Ketamin eher dafür sorgen, dass man eher sehr introspektiv
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unterwegs ist und so selbst sich so in sich zurückzieht. Und das sorgt eben für eher widersprüchliche Gefühle, die den Menschen überfordern kann, der gerade eine Mischung der beiden Substanzen konsumiert. Und es ist einfach super schwer einzuordnen, weil eben dann diese Bedürfnisse, diese Rauschbedürfnisse in andere Richtungen ziehen. Körperlich wird das Herz-Kreislauf-System ziemlich belastet, denn MDMA steigert den Puls und den Blutdruck
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während Ketamin diese Effekte eher reduziert. Außerdem mindert Ketamin die motorische Kontrolle und das in Kombination mit einem stimulierenden Effekt von eben MDMA kann das eben die Koordination sehr beeinträchten. Also man ist sozusagen unkoordiniert, aber ziemlich aktiv und
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Und das kann einfach das Risiko für Unfälle erhöhen. Und wenn dann auch noch Koffein ins Spiel kommt, wird die Wirkung natürlich noch ein bisschen komplexer. Koffein verstärkt die stimulierenden Effekte von MDMA, wodurch eben dann auch die Wachsamkeit und die Energie weiter gesteigert wird.
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Und das kann eben dazu führen, dass man sehr überdreht und dass das dann auch eher unangenehm für einen ist. Und gleichzeitig steht auch Koffein im Widerspruch zu den beruhigenden Effekten von Ketamin und das kann wiederum zu einem höheren Gefühl der inneren Anspannung und Verwirrung führen.
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Die Kombination von MDMA und Koffein erhöht die Herz-Kreislauf-Belastung weiter, denn beide Substanzen steigern den Puls und den Blutdruck und es kann zu Kreislaufproblemen kommen. Also grundlegend lässt sich eben sagen, dass die gleichzeitige Einnahme von MDMA, Ketamin und Koffein sehr unvorhersehbare Effekte
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Effekte hervorrufen kann und eben das Risiko der einzelnen Substanzen eben nochmal erhöht durch die Kombination. Grundlegend kann es eben zu einer ziemlichen Belastung für Körper und Psyche kommen. Und das Grundproblem bleibt halt eben weiterhin, dass man einfach nicht weiß, wie viel der einzelnen Substanzen drin ist, ob da jetzt zum Beispiel sehr viel MDMA drin ist oder sehr viel Ketamin oder sehr viel Koffein oder eine komplett andere Substanz und dass es deswegen auch
18:02
sehr schwer ist, sich überhaupt auf einen Rausch einzustellen, was aber eigentlich sehr wichtig ist, um auch einen für sich guten und angenehmen Rausch zu empfinden. Und da stellt sich natürlich jetzt die Frage, gibt es denn überhaupt bei Toosie oder Pink Cocaine sowas wie Safer Use? Und das schauen wir uns jetzt an. Musik
18:25
Safer Use bei Substanzen, von denen nicht wirklich klar ist, wie diese dosiert sind und welche Substanz überhaupt drin ist, ist sehr, sehr schwierig. Darauf bin ich schon mal eingegangen, als wir über synthetische Cannabinoide gesprochen haben. Und das Gleiche haben wir hier eben auch. Ich habe hier nochmal eine andere Sprachnachricht von einer Psychoaktiv-Hörerin, die eben uns mal erzählt, wie sie vorgegangen ist. Die Wirkung war sehr stark.
18:52
Es war ein kleiner Würfel. Ich weiß nicht genau, wie viel Gramm, da ein Freund das zufällig erworben hatte. Kostete 40 Euro, ich dachte erst, so viel Geld für so ein bisschen. Da mir diese Droge vorher völlig unbekannt war. Er meinte, da wäre Koks, MDMA und Ketamin enthalten. Eine kleine Menge durch die Nase hatte schon eine starke Wirkung. Aus meinem Empfinden hat man das Ketamin sehr stark gefühlt.
19:16
Wir haben es auch vorsichtig ausprobiert. Wenn man da gleich große Mengen davon zieht, kann das sehr gefährlich werden. Da nach meinen Recherchen auch Fentanyl enthalten ist oder man weiß gar nicht, was einen Hirn da überraschen kann. Die Wirkung hielt gefühlt nicht lange an, sodass man das Bedürfnis hatte, schnell nachzulegen.
19:34
Bevor ich gleich auf die anderen Aspekte der Sprachnachricht eingehe, erstmal ein kleiner Disclaimer. Ich habe ehrlich gesagt keine Probe gefunden in Drug-Checking-Berichten, die Fentanyl drin gefunden haben, aber durchaus in Berichten aus Kolumbien, dass eben Benzos und Opiate mit reinfallen.
19:52
Aber jetzt nicht explizit Fentanyl. Aber im Erfahrungsbericht erwähnt sie einen sehr, sehr wichtigen, eigentlich den wichtigsten Safer-Use-Aspekt bei Pink Cocaine und zwar den Dosis-Test. Das bedeutet, dass man mit einer geringen Menge, also deutlich weniger als eine übliche Dosis, startet und eine angemessene Zeit wartet, um die Wirkung beurteilen zu können.
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Und bei Pink Cocaine ist es wichtig, das jedes Mal zu machen, wenn man die Probe wechselt, also wenn man seine Substanz wechselt, wenn man das nächste Mal wieder kauft, auch wenn es beim gleichen Dealer ist. Denn es kann halt wirklich immer komplett anders dosiert sein und was ihr letzte Woche gekauft habt, muss für diese Woche nicht mehr stimmen. Das heißt…
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Antesten gilt jedes Mal. Was ist bei so einem Dosis-Test wichtig? Erstmal eine geringe Menge einnehmen und eine angemessene Zeit warten, das habe ich ja schon gesagt. Und wichtig ist es auch noch, diese Menge nüchtern einzunehmen.
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Also ohne, dass man unter dem Einfluss von anderen Substanzen steht und am besten in einer ruhigeren Umgebung, wo die Wirkung auch deutlich werden kann. Stelle dir am besten vorab auch einen Timer von der minimalen Zeit, die du warten möchtest, damit du auch auf gar keinen Fall vorher nachdosierst, wenn du nichts fühlst. Denn die Substanz kann zeitverzögert wirken oder ist einfach sehr schwach und
21:18
Für den ersten Test sollte man sich da einfach genug Zeit einräumen. Und habe am besten eine Begleitperson dabei, die eben zur Not den Notarzt rufen kann oder dich unterstützen kann, falls es dir nicht gut geht. Sonst kann ich euch eigentlich einfach nur mitgeben, dass Pink Cocaine und Tussi wirklich keine Substanz ist, die man mal spontan ausprobieren sollte. Eben aus allen genannten Gründen gerade eben. Und
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wo es wahrscheinlich Sinn macht, es einfach ganz zu lassen, weil das Risiko einfach so unberechenbar ist. Und das ist halt einfach ein großes Problem an dieser Substanz und es muss einem einfach grundlegend klar sein, dass es eben ein unberechenbares Risiko ist. Musik
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So ihr Lieben, das war es mit der Folge zu Pink Cocaine oder Toosie. Das war heute echt mal eine kürzere Folge, weil es einfach auch nicht so viel dazu zu sagen gibt, außer dass man mal wirklich guckt, was das Risiko ausmacht der Substanz und was es überhaupt ist, dass da einfach mal ein bisschen mehr Klarheit und Transparenz in das Thema kommt. Ich finde es dementsprechend super, super wichtig, darüber zu sprechen, denn wie man auch echt mitbekommt,
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Und verbreitet sich das immer mehr? Nicht im Sinne von, dass es jetzt ein Trend ist, dass jeder konsumiert. Ich finde es immer total schwierig, wenn man über Drogen redet und sagt, es verbreitet sich mehr. Hört sich das immer so pandemisch an, was in der Regel absoluter Quatsch ist, sondern dass es halt in einer Drogen konsumierenden Szene eine Droge wird, die relevanter wird.
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Das trifft es wahrscheinlich eher. Und das sind in der Regel nicht crazy viele Menschen. Genau, so viel dazu. Auf jeden Fall ist es einfach wichtig, darüber zu reden und sich zu informieren und grundlegendes Wissen auch weiterzugeben. Weil keiner sollte eine Droge konsumieren, von der er überhaupt keinen Plan hat, was das überhaupt sein könnte und was da überhaupt drin ist. Das wäre mir persönlich sehr wichtig. Und falls ihr gerne wissenschaftliche Aufklärung zu Drogen unterstützen möchtet,
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Dann werde, wie ich schon am Anfang gesagt habe, doch einfach gerne Mitglied. Den Link findest du in der Folgenbeschreibung und sonst hören wir uns in zwei Wochen wieder. Bis bald. Tschüss.
