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Mephedron: Zwischen Euphorie, Stimulation und Craving

Mephedron gehört zu den synthetischen Cathinonen und hat sich in den vergangenen Jahren erneut stärker in der Party- und Raveszene verbreitet. In dieser Folge geht es darum, was sich hinter Bezeichnungen wie 4-MMC, 3-MMC oder 2-MMC verbirgt, wie Mephedron wirkt und warum die tatsächlich konsumierte Substanz nicht immer der entspricht, als die sie verkauft wurde. Ein besonderer Blick liegt auf der Wirkung auf Dopamin, Serotonin und Noradrenalin und der Frage, warum der vergleichsweise kurze und intensive Rausch mit einem ausgeprägten Drang zum Nachlegen verbunden sein kann.

Darüber hinaus beschäftigt sich die Folge mit akuten und möglichen langfristigen Risiken, dem Abhängigkeitspotenzial sowie den bislang großen Forschungslücken rund um einzelne Cathinone. Wie unterscheiden sich 4-MMC, 3-MMC und andere Varianten voneinander? Was unterscheidet Mephedron von MDMA? Und welche zusätzlichen Risiken entstehen beim Mischkonsum mit Alkohol, anderen Stimulanzien oder serotonerg wirkenden Substanzen? Dabei wird auch deutlich, wie schwierig eine verlässliche Risikoeinschätzung wird, wenn neue Substanzen auf dem Markt auftauchen, zu denen bislang kaum wissenschaftliche Daten vorliegen.


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Mephedron – die Droge die nach mehr verlangt

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PODCAST-METADATEN
Folge: 107
Erscheinungsdatum: 27.02.2025
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Mephedron – die Droge die nach mehr verlangt
Sprecher: Stefanie Bötsch

Typ: Transkript

Transkript Beginn

00:01
Rein, rein, rein, rein, weil man einfach nicht mehr aufhören kann. Und auch eben häufig so eine mediale Überzeichnung einer Horrordroge. Da es im gekauften Methadon nicht das drin war, was verkauft wurde.

00:39
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Psychoaktiv. Schön, dass du wieder eingeschalten hast. In diesem Podcast findest du tiefgreifende Analysen zu den Themen Drogen und Sucht. Wir schauen uns die wissenschaftlichen Hintergründe zu psychoaktiven Substanzen an und das alles versuche ich, so gut wie es geht für euch, herunterzubrechen, damit ihr es auch alles gut versteht. Und heute sprechen wir über Mephedronen.

01:07
Methadron gehört in die Substanzgruppe der Katinone. Und diese sind bzw. waren auch unter dem Begriff Badesalze bekannt. So, und jetzt erzähle ich euch mal einen kleinen Schwank aus meinem Leben. Der Begriff Badesalze kam mir so das erste Mal im Teenageralter unter. Irgend so eine Warnung, dass man diese Badesalze bloß nicht konsumieren sollte. Und ich mit 13 Jahren war schlichtweg unwissend.

01:36
Keine Ahnung, von was die da geredet haben. Und ich habe es einfach nicht kapiert, wie Badesalze eine Droge sein können. So, und was macht man dann natürlich? Man geht mal ins heimische Badezimmer und schaut, was da rumsteht. Und wir hatten zu Hause halt so ein Urmehr-Badesalz für die Badewanne. Und ganz ehrlich, ich weiß noch wie heute, dass mich das wirklich beschäftigt hat. Und ich habe mich gefragt,

02:04
Ob die Wirkung dann beim Baden einsetzt? Ob alle Badesalze das Potenzial haben, die gefährliche Droge, von der ich gewarnt wurde, zu sein? Wie schaut eigentlich ein Drogen-Badesalz-Shop aus? Welche Farben hat wohl dieses Badesalz?

02:20
Also ihr seht schon, gut aufgeklärt wurde ich damals absolut nicht und ja, wir holen das heute gemeinsam nach und ja, vielleicht konntet ihr wenigstens ein bisschen grinsen über meine damalige Unwissenheit. Ich finde es ein bisschen lustig.

02:36
Dass wir heute übrigens über Methedron sprechen, wurde von den psychoaktiven Mitgliedern so bestimmt. Denn bei den psychoaktiven Mitgliedern gibt es regelmäßig Abstimmungen, welche Drogen hier durchgenommen werden sollen und man darf natürlich auch Vorschläge für diese Abstimmungen zukommen lassen.

02:55
Und wenn du gerne den Podcast aktiv mitgestalten möchtest und Teil der psychoaktiven Mitglieder werden möchtest, dann kannst du das ganz einfach machen. Der Link, den findest du in der Folgenbeschreibung.

03:10
Deine Mitgliedschaft hilft einfach unfassbar, diesen Podcast und wissenschaftliche Informationen, stigmafreie Informationen rund um Drogen und Konsum aufrechtzuerhalten, ihn zu verbreiten und

03:24
Und schlichtweg, dass es lange noch mit extremst viel Wissen weitergehen kann. Deswegen gehen jetzt auch sehr liebe Grüße raus an die neuen Mitglieder. Und ein besonderer Dank geht raus an Ralf für deine hammermäßige Unterstützung mit der Buchung des großen Pakets.

03:44
Liebe geht raus, ohne euch könnte Psychaktiv nicht weitergehen und wenn du dabei sein möchtest, schau einfach in die Folgenbeschreibung, da findest du den Link. Und jetzt lasst uns in das Thema rein starten. Musik

03:59
Starten wir mit der sehr grundlegenden Frage, was ist eigentlich Mephitron? Mephitron ist ein synthetisches Katinon, das ursprünglich als Legal High verkauft wurde. Und zwar, wie oben schon gesagt, unter den etwas verwirrenden Namen, wenn ihr mich fragt, Badesalz. Ich habe übrigens mit Fabian Peter Steinmetz schon eine Podcast-Folge zum Thema synthetische Katinonen im Allgemeinen gemacht.

04:26
Scrollt dafür einfach mal etwas nach unten zur Folge 24, natürlich nach dieser Folge. Da bekommt ihr einen allgemeinen Überblick über Katinone und ist einfach top Folge. Kann ich euch nur empfehlen. Wie jede Folge dieses Podcasts. Aber die ist auch sehr top. Mit Fabi eh immer. Aber heute sprechen wir über Mephedron, weil es wurde sich ja so krass viel gewünscht von euch, dass ich dann auch gemerkt habe, okay, ihr habt da spezifischen Besprechungen.

04:50
Besprechungsbedarf. Und das Ding bei Methadron ist, dass es sich hierbei nicht um eine einzige chemische Verbindung handelt. Die meisten Studien beschäftigen sich mit 4-MMC, aber inzwischen sind auch einige Isomere wie 3-MMC, 2-MMC oder auch 3-MEC auf dem Markt unterwegs oder verdrängen auch maßgeblich 4-MMC.

05:14
Und all das ist im Prinzip in den Überbegriff Methedron gepackt. Falls ihr gerade an dem Begriff Isomere hängen geblieben seid, habe ich natürlich auch eine kleine Erklärung für euch. Isomere sind Moleküle, die aus den gleichen Atomen bestehen, aber unterschiedlich angeordnet sind.

05:32
Und ja, das kann ihre Wirkung im Körper beeinflussen. Bei Methadron gibt es, wie schon erwähnt, zum Beispiel 4-MMC, 3-MMC oder 2-MMC, die sich nur in der Position einer Methylgruppe am Phenylring unterscheiden, aber halt trotzdem leicht unterschiedliche Effekte haben können.

05:50
Und das bedeutet schlichtweg, dass nicht jede Substanz, die als Mephedron verkauft wird, genau die gleiche Wirkung hat. Eben je nachdem, welches Isomer enthalten ist und auf die Unterschiede, da gehen wir auf jeden Fall später nochmal ein bisschen ein. Ich kann aber schon ein bisschen spoilern, aus wissenschaftlicher Sicht ist da jetzt auch nicht so viel bekannt. Denn die Informationen, über die wir heute in dieser Folge sprechen, beziehen sich maßgeblich auf 4-MMC-Vasen.

06:16
weil es eben dazu Studien gibt und ich euch halt versuche, wissenschaftliche Erkenntnisse hier zusammenzutragen. Und 4MMC wurde schon deutlich mehr erforscht wie andere Isomere, die einfach bis gar nicht erforscht wurden.

06:32
Schauen wir uns nochmal fix die Geschichte an. 4MMC wurde das erste Mal 1929 von Simon de Bornaga Sanchez synthetisiert und in einer französischen medizinischen Zeitriff vorgestellt. Geriet allerdings erstmal für Jahrzehnte in Vergessenheit und erst 2003 wurde es von einem Untergrundchemiker namens Kinetik wiederentdeckt,

06:58
Und der hat es dann eben auch angestoßen, dass es sich online verbreitet. Und so zwischen 2007 und 2010 verbreitet sich Mephedron rasant in Europa und wurde in Deutschland um das Jahr 2008 bekannt.

07:12
Und eben als Badesalz oder unter dem Begriff Badesalz oder auch als Pflanzendünger verkauft. Und es wurde auch als MDMA, also Ecstasy Alternative, beworben. Damals fiel Mephedron unter die sogenannten Legal Highs, also psychoaktive Substanzen, die nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

07:33
Dieser Trend, am Betäubungsmittelgesetz vorbeizuarbeiten von Dealern, Verkäufern, hat übrigens auch zum neue psychoaktive Stoffe-Gesetz geführt. Nochmal zur Erinnerung, das Betäubungsmittelgesetz kann nur Handlungen um klar definierte Substanzen verbieten. 4MMC zum Beispiel ist schon seit 2010 im Betäubungsmittelgesetz vertreten.

07:55
gelistet, genauso wie 3-MMC und 4-MEC. Die Kompetenz des Neue Psychoaktive-Stopfe-Gesetz ist allerdings, Handlungen um komplette Stoffgruppen zu verbieten. Und hier fallen Katinone dann im Allgemeinen drunter. Denn das NPSG reguliert Handlungen um die Stoffgruppe der Fentylamine, von denen Katinone eben eine Untergruppe sind. Und wem das jetzt alles ein bisschen zu viel war, in einem Satz

08:22
Verbindungen, die mit Mephitron assoziiert werden, fallen entweder unter das BTMG oder das NPSG. Sie sind also auf die ein oder andere Weise illegalisiert. Allerdings gibt es Unterschiede beim neuen psychoaktiven Stoffe-Gesetz und zwar verbietet es zwar den Besitz und den Erwerb neuer psychoaktiver Substanzen, aber diese Handlungen sind nicht strafbewehrt.

08:45
Strafbar sind hingegen das Handeltreiben, das Inverkehrbringen, das Verabreichen und die Herstellung zum Zwecke des Inverkehrbrings. Soweit der Exkurs zur Gesetzeslage, kommen wir nochmal zurück zur Geschichte. Also, nachdem Badesalze eine Zeit lang in Deutschland in aller Munde war, haben sie wieder an Relevanz verloren. Einmal natürlich durch die Einordnung in das Betäubungsmittelgesetz,

09:09
Damit wurde der Verkauf sehr erschwert, aber es gab auch einige Berichte von Aggressivität, Psychosen und auch eben häufig so eine mediale Überzeichnung einer Horrordroge. Ihr kennt das Spiel ja. Außerdem gab es in den UK Berichte, wo Mephidron mit Todesfällen in Verbindung gebracht wurde.

09:29
Aber ob da wirklich eine direkte Kausalität zusammenhängt, also dass diese Droge direkt diesen Tod verursacht hat oder ob da nicht noch weitere Umstände eine sehr wichtige Rolle gespielt haben, ist auf jeden Fall umstritten. Das erste Mal, dass mir Mifidron nach der Badesalz-Geschichte wieder wirklich untergekommen ist in meinem Professional Life, war so vor vier Jahren, als ich angefangen habe, mich

09:55
mich vermehrt mit Chemsex, also Chemical Sex, nicht Kamerasex, Chemical Sex, zu beschäftigen. Und auch hier gibt es eine super interessante Podcast-Folge von mir, und zwar Folge 12. In der schauen wir uns auch Chemsex noch deutlich genauer an. Aber in aller Kürze, bei Chemsex handelt es sich um eine Praktik, wo psychoaktive Substanzen gezielt dafür genutzt werden, um das sexuelle Erleben zu steigern und wirklich zu verändern.

10:21
und wird häufig mit der MSM-Szene, also Männer, die Sex mit Männern haben, in Verbindung gebracht. Beziehungsweise in der Szene praktiziert. Und hier spielt eben die Substanzmephedron auch schon länger wieder eine Rolle und nicht nur die vier Jahre, als ich davon gehört habe. Inzwischen ist aber…

10:43
Einiges anders, denn Methedron konzentriert sich nicht mehr nur auf die Camp-Sex-Szene, sondern es hat sich durchaus wieder in der Party-Szene verbreitet und erfreut sich zunehmender Beliebtheit vor allem in dieser Feier-Szene, in der Rave-Szene. Und daher kam halt auch so die

11:06
häufigen Anfragen und die Bitte, dass man doch Mephedron auch mal hier im Podcast wieder besprechen kann. Übrigens könnt ihr mir auch gerne auf Instagram folgen, psychoaktiv.podcast, weil dort gehe ich meistens, bevor ich irgendwelche Folgen mache, mit euch in den Austausch, also auch zu Mephedron. Und das ist immer mega cool und hilft mir, die Folgen viel mehr an eure Wünsche und Bedürfnisse anzupassen. Wir quatschen dort sehr häufig vorab über die Folgen.

11:33
Genau, aber das war es jetzt auch erstmal mit dem Hintergrund zu Mephedron. Lasst uns nun die Wirkung anschauen.

11:45
Was sind also die erwünschten Wirkungen von Mefetron? Wer Mefetron konsumiert, verspürt in der Regel eine Euphorie, eine erhöhte Energie und Aktivität, eine Steigerung der Gesprächlichkeit und der sozialen Interaktion und auch eine gesteigerte Libido. Eine Zuschrift auf Instagram hat letzteres eben auch sehr gut beschrieben, dass er auf Mefetron wirklich sehr lange sehr hohe Lust verspürt und

12:10
das eben auch für ihn positiv seine sexuellen Erlebnisse beeinflusst. Die Wirkung von Mephedron setzt beim Schnupfen sehr zügig nach wenigen Minuten ein und erreicht ihren Höhepunkt nach so circa 30 Minuten und lässt dann aber auch relativ schnell wieder nach. Bei der oralen Einnahme, also dem Schlucken, beginnt die Wirkung nach etwa 15 Minuten bis ungefähr 45 Minuten und

12:36
und lässt auch danach wieder relativ zügig nach. Ich habe zum Thema Wirkung auch eine Sprachnachricht von einem Psychoaktiv-Hörer, der etwas über die Wirkung erzählt. Seine Stimme habe ich mit einem Tool anonymisiert.

12:54
Hallo, ich habe mir in der Vergangenheit öfters 3 MMC über das Darknet bestellt und das dann auch vor dem Konsum noch im Labor testen lassen. In den meisten Teilen hat sich herausgestellt, dass es tatsächlich 2 MMC war.

13:08
Aber ich habe auch tatsächlich erstes 3 MMC und 4 MMC mal erhalten. Zu den Unterschieden kann euch da Stephanie sicher noch mehr erzählen. Aber kommen wir mal zur Wirkung. Also ich habe das Ganze oral konsumiert. Nasal, erfahre mich, ist sehr stark ätzend und hat nicht gut getan, das mehrfach zu konsumieren.

13:33
Und deswegen wollte ich mit dem Körper das ein bisschen verschonen und ich halte auch Fall auf jeden Fall für die Rest-Hilfe-Variante. Und ja, von der Wirkung her ist es sehr stimulierend und euphobisierend.

13:47
Das ganze flufft dann aber sobald die Rooking vorbei ist auch wieder sehr schnell ab und ich hatte wohl gefällt starkes Ballon nachzulegen, auch wenn ich mir vorgenommen habe, nur einmal nachzulegen, was an Let’s Amplies häufig meistens deutlich mehr und

14:05
Ein paar Stunden nach der Wirkung und am nächsten Tag pingsen die dann auf echt scheiße. Und ich kann euch auf jeden Fall empfehlen, wenn ihr die Substanz konsumiert, lasst da wirklich lange Pausen zwischenzeit, lasst es nicht zu oft werden und testet euer Zeug und folgt den besten Harm Reduction Practices.

14:24
Erst einmal danke, dass du mit uns deine Erfahrungen teilst. Richtig cool. Was ich an dieser Sprachnachricht echt spannend finde und was man sich auf jeden Fall mitnehmen sollte, ist einmal, dass im gekauften Mephedron nicht das drin war, was verkauft wurde. Also 2 MMC statt 3 oder 4 MMC. Und das starke Craving.

14:45
Das merkt euch mal, das spielt gleich bei den unerwünschten Wirkungen noch eine wichtige Rolle und schauen wir uns auch gleich genauer an. Aber jetzt erst mal die Wirkung im Gehirn. Musik

14:58
Mephedron wirkt im Gehirn, indem es die Botenstoffe Dopamin, Serotonin und Noradrenalin freisetzt und gleichzeitig ihre Wiederaufnahme blockiert. Das bedeutet, dass auf einen Schlag große Mengen dieser Neurotransmitter ausgeschüttet werden und dann auch im Synaptischen bald länger bleiben, weil ja die Wiederaufnahme blockiert wurde. Was eben auch diese typischen Wirkungen wie Euphorie und gesteigerte Energie erklärt.

15:26
Untersuchungen mit Ratten zeigten, dass Methadron den Dopaminspiegel um 500% und den Serotonin-Spiegel sogar um 950% ansteigen lässt. Während Serotonin bereits nach 20 Minuten seinen Höchstwert erreicht hatte, brauchte Dopamin 40 Minuten. Danach fallen beide Werte relativ schnell wieder ab.

15:46
und sind nach etwa zwei Stunden wieder auf Normalniveau. Und echt spannend ist auch, dass Mephedron etwas stärker auf das Serotonergesystem wirkt als auf das Dopaminerge. Das Verhältnis liegt dabei bei 1,22 zu 1, zugunsten Serotonin in Rattenversuchen. Trotzdem sorgt aber diese schnelle und starke Dopaminausschüttung für eben dieses extremst hohe Craving.

16:11
Warum das so ist, sprechen wir auch nochmal in der Neurobiologie-Folge. Die kommt in zwei Folgen. Also lohnt sich auf jeden Fall wieder zu kommen. Das werden wir auch nochmal genauer besprechen, was Dopamin mit Craving zu tun hat. Und genau dieser schnelle Wechsel von intensiven Hochgefühlen zu einem abrupten Abfall können halt eben auch erklären, warum Mephedron für manche Konsumenten

16:33
so besonders suchterzeugend ist. Und das wurde ja auch in der Sprachnachricht sehr schön herausgearbeitet und ist auch eine sehr gute Überleitung zu den unerwünschten Wirkungen. Musik

16:49
Häufig berichtete akute Nebenwirkungen sind Herzrasen, erhöhter Blutdruck, sehr starke Schwitzen und Zittern, eine Reizung der Nasenschleimhäute, vor allem bei nasalem Konsum, auch das hatten wir in der Sprachnachricht, Unruhe, Paranoia und Angstzustände, Schlafprobleme, depressive Verstimmungen nach dem Konsum

17:10
und auch das sogenannte Mephedron-Koma, also ein Zustand extremer Erschöpfung nach sehr exzessivem Konsum. Langzeitnebenwirkungen sind bei Mephedron wie bei vielen illegalisierten Substanzen sehr wenig erforscht und dementsprechend auch immer schwierig abzuschätzen. Trotz allem habe ich ein bisschen was für euch gefunden. Übrigens, die Quellenangaben, die passen immer nicht in die Shownotes, deswegen findet ihr die immer…

17:39
zum passenden Blogartikel auf meiner Website stephaniebötscht.de

17:44
Und dort gibt es immer Blogartikel zu den Podcast-Folgen und da findet ihr auch immer meine Quellenangaben. Weil ich habe halt bei den Shownotes nur eine gewisse Anzahl an Zeichen, die ich machen kann und ich habe in der Regel zu viele Quellen für eine Folge, dass das da reinpasst. Also dort findet ihr die Quellen. Genau, Langzeitnebenwirkung, darüber sprechen wir aber gerade. Ich habe es ja hier und da schon angeteasert und zwar ist natürlich eine Langzeitnebenwirkung das Abhängigkeitssyndrom.

18:09
Denn das Abhängigkeitspotenzial von Methadron ist auf jeden Fall da und wird maßgeblich von diesem sehr starken Craving nach dem Konsum und eben dieser direkten Wirkung auf unser dopaminerges System gepusht. Also man hat super schnell das Gefühl, wieder konsumieren zu wollen oder beziehungsweise wieder konsumieren zu müssen.

18:29
Und braucht wirklich eine sehr hohe Disziplin, dies eben nicht zu tun. Und das habt ihr mir auch auf Instagram mehrmals geschrieben. Das war echt in mehreren euren Nachrichten mit dabei und wurde ja auch in der Sprachnachricht erwähnt. Eine Studie habe ich noch gefunden, in der 3MMC und 4MEC darauf untersucht wurden, ob sie die DNA in unseren Zellen beschädigen. Allerdings wurde das nicht entdeckt.

18:54
im Menschen getestet, sondern in vitro an Mundschleimhautzellen. Und dabei wurde eben festgestellt, dass die Stoffe kleine Brüche in der DNA verursachen können. Aber ob das jetzt langfristig gefährlich ist und was genau das bedeutet, zum Beispiel auch fürs Krebsrisiko durch den Konsum,

19:11
Das muss halt erst in weiteren Studien herausgefunden werden. Aber ich habe halt diese Studie deswegen reingenommen, weil ich finde, dass sie ganz gut das grundlegende Problem illustriert, die wir mit Substanzen mit so geringer Datenlage haben.

19:25
Es gibt einfach ein Potenzial, dass diese Substanzen deutlich toxischer sind als angenommen oder vielleicht ein erhöhtes Krebsrisiko haben als angenommen. Man weiß es aber nicht, weil es die Forschung dazu gibt. Und dieses Risiko geht man halt immer ein, wenn man unerforschte Substanzen konsumiert. Man kann seine akuten Wirkungen abschätzen, weil man die erlebt. Man kann auch die akuten Nebenwirkungen abschätzen.

19:53
weil man die ja auch erlebt und auch direkt da sind. Aber wenn man das regelmäßig konsumiert, kann es halt sein, dass es in fünf, in zehn Jahren eine Erkrankung auslöst, von der man halt nicht wusste, dass sie die auslösen kann.

20:09
Und das ist halt immer das Risiko, was man damit eingeht. Es gibt außerdem noch Hinweise dazu, dass durch Andauer und Konsum das Serotonin- und Dopaminsystem sich verändert und dadurch eben Depressionen und Angststörungen sich entwickeln können, es aber auch zu einer erhöhten emotionalen Abstumpfung führt. Außerdem gibt es auch noch mal Rattenstudien,

20:30
mit Anzeichen für DNA-Schäden im Frontalhirn, was möglicherweise eine langfristige Auswirkung auf die kognitive Funktion haben könnte, wie zum Beispiel Probleme mit der Konzentration, mit der Impulskontrolle und auch einfach Schwierigkeiten in der allgemeinen Entscheidungsfindung. Und physisch betrachtet kann es auch zu Herz-Kreislauf-Problemen geben, die bleiben, Bluthochdruck oder auch Durchblutungsstörungen und die können sich

20:56
sich unter anderem durch bläuliche Verfärbung an Finger und Lippen zeigen. Soweit zu den unerwünschten Wirkungen. Und jetzt habe ich noch zwei Fragen von euch. Und zwar einmal wolltet ihr ein bisschen was zu den Unterschieden zwischen den Isomeren wissen und auch noch zu dem Unterschied zwischen Mephedron und MDMA. Was ist die Unterschiede zwischen Mephedron und MDMA?

21:20
Starten wir mal mit den Isomeren. Wie schon gesagt, damit ist gemeint, was ist der Unterschied zwischen 4-MMC und seinen Isomeren wie 3-MMC oder 2-MMC. Und wie schon klar gesagt,

21:35
Ist ein großer Unterschied und es ist zwar jetzt nicht in der Wirkung, aber es ist ein großer Unterschied, ist auf jeden Fall die Forschungslage. Während 4-MMC, 4-MEC oder auch 3-MMC durchaus in einigen Studien erforscht wurden, liegt zu 2-MMC zum Beispiel keine Daten vor. Es ist also eine Wundertüte, von der man eben nicht sicher weiß, was es für langfristige Nebenwirkungen mit sich bringt.

22:02
Über 4-MMC haben wir heute schon einiges gehört. 3-MMC ist ähnlich, aber möglicherweise etwas weniger serotoner. Das bedeutet, im Vergleich zu 4-MMC ist es etwas mehr stimulierend als euphorisch wirkend. Konsumenten berichten außerdem, dass es sich insgesamt weniger intensiv anfühlt, also 3-MMC versus 4-MMC.

22:29
4-MEC scheint sich am meisten oder am stärksten von den anderen Isomeren zu unterscheiden, indem es wirklich am wenigsten intensiv wahrgenommen wird und sogar eine etwas entspanntere Wirkung mit sich bringt. Auch soll hier das Craving geringer sein. Zu 2-MEC fehlen hier schlichtweg die Daten.

22:51
Und was sich natürlich sonst noch unterscheidet, ist die Rechtslage. Und da findet man auch die Erklärung zum Beispiel, warum 2 MMC häufiger auftaucht inzwischen anstatt 4 MMC oder 3 MMC. Denn 2 MMC fällt unter das NPSG.

23:08
Und da die Strafen rund ums NPSK geringer ausfallen wie beim BTMG, ist es natürlich etwas, was den Shops erstmal in die Karten spielt. Und da 4-MMC und 3-MMC unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, ist es einfach für Händler unattraktiver. Es gibt sicherlich aus konsumierenden Perspektive noch viel mehr Unterschiede, die wahrgenommen werden.

23:32
Schaut euch dafür vielleicht einfach auch ein bisschen in Foren um, was so die Erfahrungen sind. Aber wirklich so auf Basis von wissenschaftlicheren Quellen war da leider nicht viel rauszuholen. Musik

23:50
Und jetzt schauen wir uns nochmal ganz kurz den Unterschied zwischen Methadron und MDMA an, denn auch das wurde sich gewünscht, einfach wahrscheinlich auch mit dem Hintergrund, dass Methadron ja zu Anfang auch als MDMA-Alternative verkauft wird. Und hier gibt es ein paar Unterschiede in der Wirkweise und auch natürlich in der subjektiven Wirkung.

24:11
Beide Substanzen setzen Dopamin und Serotonin frei, aber im unterschiedlichen Verhältnis. MDMA wirkt fast ausschließlich über das Serotonin-System, was zu verstärkter Empathie, emotionaler Offenheit und Verbundenheit führt. Mephedron hingegen setzt sowohl Serotonin als auch Dopamin massiv frei. Das haben wir ja auch schon im Kapitel zur Wirkweise gelernt.

24:34
Und auch wenn Mefidron mehr Serotonin als Dopamin freisetzt, setzt es im Vergleich zu MDMA viel mehr Dopamin frei.

24:41
Und genau das sorgt für einen sehr stark stimulierenden Effekt. Konsumenten berichten, dass sich Mephedron oft hektischer anfühlt als MDMA, während MDMA eher langsame, wellenförmige Euphorie erzeugt. Dahingegen ist Mephedron eher schneller und treibender. Es wird auch dann immer gerne wie so eine Mischung aus der Wirkung von MDMA und Kokain verglichen.

25:03
Vielleicht hilft es so ein bisschen bei der Vorstellung. Es ist immer schwierig, Drogen zu vergleichen, grundlegend. Aber vielleicht hilft das ja zur Orientierung.

25:12
Der höhere Dopaminanteil verstärkt aber auch den Drang zum Nachlegen bei Methadron. Und das erklärt eben auch, warum Methadron oft im Binge-Muster konsumiert wird. Also rein, rein, rein, rein, rein, weil man einfach nicht mehr aufhören kann. Und deswegen hat auch Methadron langfristig gesehen das höhere Risiko eines stärkeren Kontrollverlusts und natürlich damit einhergehend auch das Risiko, eine Sucht zu entwickeln, ein höheres Suchtpotenzial.

25:41
deutlich mehr als bei MDMA. Und auch der Unterschied im Come-Down, während MDMA eher langsamer abklingt, fällt Mifidron eben sehr abrupt ab.

25:52
Und ja, was wir dann eben haben, ist das, was ich die ganze Zeit sage, das erhöhte Craving. Das heißt, in einem Satz gesprochen, wir haben bei Mephidron eine eher hektischere antreibende Wirkung als bei MDMA und aufgrund des höheren Dopaminausstoßes oder des Wirkens auf dopaminäres System haben wir halt auch einen erhöhten Nachlegetrang und ein höheres Suchtpotenzial.

26:19
Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum Mischkonsum. Und es gibt tatsächlich eine Studie zum Mischkonsum von Alkohol und Methadon. Ich sag euch ja, zu Methadon, also 4-MMC, wurde so viel mehr veröffentlicht als zu anderen Drogen, die wir hier sonst durchnehmen. Da ist es deutlich schwieriger. Und diese Studie hat gezeigt, dass die Mischung, also Alkohol und Methadon, das Craving, also das Verlangen nach weiterem Konsum, verstärkt.

26:44
Das bedeutet, dass Menschen, die Mifedron mit Alkohol kombinieren, noch mehr dazu neigen, mehr zu trinken, aber auch häufiger nachzulegen als ursprünglich geplant. Das heißt, das Craving

26:56
setzt sich auf beide Substanzen ab. Ein weiteres Problem ist das, was man bei Stimulantien häufig in Verbindung mit Alkohol hat, dass es eben die dämpfende Wirkung von Alkohol überdeckt und man fühlt sich viel länger nüchtern, obwohl der Alkoholpegel im Blut bereits sehr hoch ist. Das erhöht eben das Risiko für Alkoholvergiftungen und eben auch gefährliche Fehleinschätzungen über seine Reaktionsfähigkeit, zum Beispiel beim Autofahren.

27:25
Und was ich an diesem Punkt nur betonen kann, nur weil du den Alkohol nicht spürst, weil du vielleicht Kokain oder Amphetamin oder Methamphetamin währenddessen konsumierst, ist er trotzdem in deinem Körper drin. Das heißt, bloß weil ich vielleicht plötzlich 15 Bier trinken kann, ohne dass ich spüre, ist dieser Alkohol in deinem Körper drin und hat natürlich das Risiko einer Alkoholvergiftung. Lasst euch von der gefühlten Wirkung da nicht in die Irre führen.

27:53
So, und grundlegend ist Mifedron eben schon in sich eine sehr starke Stimulanz und in der Kombination mit anderen Stimulantien wie Amphetamin, Methamphetamin, Kokain auch, kann es eben zum extremen Anstieg von der Herzfrequenz und dem Blutdruck kommen. Es kann das Herz überlasten und im schlimmsten Fall zum Herzversagen führen. Und gerade auch die Kombination mit Kokain, aber auch mit MDMA,

28:17
ist riskant, weil es eben diese kardiovaskulären Risiken und aber auch die neurotoxischen Effekte verstärkt. Die Mischung mit Dissoziativen wie Ketamin, DXM oder Lachgas kann eben zu psychotischen Zuständen, Verwirrung und Delirium führen und grundlegend sollte Mephedron auch nicht mit anderen serotoneren Substanzen konsumiert werden wie MDMA, aber auch Antidepressiva wie

28:41
SSRIs kombiniert werden und das eben aufgrund der Gefahr eines Serotonin-Syndroms. Und das ist im Prinzip eine potenziell tödliche Überladung des Gehirns mit Serotonin. Und die ersten Symptome sind starke Unruhe, Krampfanfälle, Kreislaufkollaps und Bewusstlosigkeit. Und auf jeden Fall eine Sache für den Arzt.

29:04
So ihr Lieben, das war es mal wieder mit einem ordentlichen Deep Dive in Meffedron. Und ich hoffe, ihr habt für euch wirklich gut was mitnehmen können. So wichtige Takeaways finde ich zum Beispiel einmal, dass es keine Studienergebnisse zu 2MMC gibt wirklich.

29:22
Und dass das aber aktuell auch das Mephedron ist, was anscheinend am meisten verbreitet ist. Und dass es halt eben unter anderem auch daran liegt, dass es eben unter das MPSG fällt und nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Und was ja wirklich häufig hier betont wurde, ist, dass Mephedron ein hohes Abhängigkeitspotenzial aufgrund eben dieses starken Cravings und der direkten Wirkung auf das dopaminäre System mit sich bringt.

29:48
Und deswegen der Konsum sehr, sehr viel Disziplin benötigt. Ja, und dann eigentlich nur noch mal der Hinweis, wenn ihr viel von meinem Podcast lernt und möchtet, dass wissenschaftliche Informationen an

30:02
an viele Leute weitergegeben werden könnt, dann unterstützt ihn doch gerne mit eurer Mitgliedschaft. Das wäre wirklich super. In der Folge vom 6. Februar spreche ich auch nochmal ein bisschen ausführlicher darüber, warum die finanzielle Lage von Psychoaktiven ein bisschen schwierig ist. Falls ihr da ein bisschen mehr Informationen und ja, Blick hinter die Kulisse wollt, hört euch diese

30:22
Folge an, die ist 15 Minuten. Aber da bin ich mal ganz ehrlich zu euch, wie das alles so entstanden ist. Und sonst findet ihr den Link zur Mitgliedschaft in den Kommentaren. Und sonst hören wir uns in zwei Wochen wieder zu einer neuen Podcast-Folge. Ich freue mich riesig drauf. Bis dann. Tschüss.


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