Crack – wie schädlich ist der Passivrauch?

Anabole Steroide werden nicht wegen eines unmittelbaren Rausches konsumiert, sondern um Muskelmasse, Leistungsfähigkeit und Körperbild zu verändern. Trotzdem können sich Konsummuster entwickeln, die zentrale Merkmale einer Abhängigkeit aufweisen: steigende Dosierungen, anhaltender Gebrauch trotz gesundheitlicher Folgen und erhebliche psychische Beschwerden beim Absetzen. In dieser Folge geht es darum, wie anabole Steroide das Belohnungs-, Opioid- und Serotoninsystem beeinflussen und warum sich Betroffene zunehmend an einen Zustand gewöhnen können, in dem sie sich stärker, leistungsfähiger und emotional stabiler erleben.
Gemeinsam mit dem Psychiater Dr. Ingo Butzke betrachtet die Folge außerdem Muskeldysmorphie, die Angst vor Muskelverlust, soziale Anerkennung und den Einfluss von Fitness-Communities und sozialen Medien. Viele Betroffene werden vom bestehenden Hilfesystem kaum erreicht, weil spezialisierte Angebote fehlen, der Konsum verborgen bleibt und medizinischen Fachkräften wenig Vertrauen entgegengebracht wird. Statt Belehrung und sofortiger Abstinenzforderungen braucht es sportnahe, medizinisch fundierte Beratung, Harm Reduction und die Zusammenarbeit mit glaubwürdigen Peers – nur so können Menschen erreicht werden, bevor langfristige körperliche und psychische Schäden entstehen.
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Crack – wie schädlich ist der Passivrauch?
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PODCAST-METADATEN
Folge: 112
Erscheinungsdatum: 08.05.2025
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Crack – wie schädlich ist der Passivrauch?
Sprecher: Stefanie Bötsch
Typ: Transkript
Transkript Beginn
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Ich kann auch erst mal verstehen, dass dadurch, dass Crack einfach eine Substanz ist, die sehr stark abhängig macht und viele Menschen leider auch in prekäre Lebenslagen bringt oder diese sehr, sehr dolle verstärkt, dass man automatisch auch davon ausgeht, dass dieser Passivrauch sehr, sehr schädlich sein muss. Und das ist für mich als Franking, by the way, absolut absurd. Ich meine, Bayern kann wirklich nicht viel Drogenpolitik, aber die haben echt einen richtig guten Nichtraucherschutz. Musik
00:40
Psychoaktiv, euer Podcast mit Suchttherapeutin Stefanie Bötsch. Zieht’s euch rein!
00:48
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Psychoaktiv. Schön, dass du wieder eingeschalten hast. Oder vielleicht bist du ja auch neu hier. Dann willkommen. Das hier ist dein Wissenschaftspodcast zu Drogenkonsum und Sucht. Und wir drehen hier wirklich jeden Stein um und versuchen wirklich gemeinsam psychoaktive Substanzen besser zu verstehen. Und das stigmafrei und wissenschaftsbasiert. Und das ist das, was wir hier machen.
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Und wenn du häufiger da bist, freut mich das mega, dass du auch dieses Mal wieder eingeschalten hast. Ich habe euch heute eine Community-Frage mitgebracht. Das möchte ich auch einfach als Format ein bisschen mehr etablieren. Und zwar unterscheidet sich für mich eine Community-Frage dahingehend, dass es jetzt nicht spezifisch eine Themenfolge ist. Die sind ja meistens größer, also…
01:40
Wenn ihr euch Folgen wünscht, dann ist es meistens so, Steffi, mach mal Droge XY oder kannst du mal was zur, I don’t know, Instagram-Sucht oder sowas machen. Also das sind ja dann große Folgen. Aber es gibt ja auch Fragen, die mehr so auf Details abzielen. Also vielleicht ein Aspekt, den ich in der Folge nicht betrachtet habe, den ihr aber interessant findet oder eine Frage, die ihr euch immer fragt.
02:06
schon gestellt habt und sie einfach gerne beantwortet haben wollt. Und genau, dafür sind eben Community-Folgen-Fragen, Community-Fragen-Folgen, so rum.
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Dafür sind die da und wir hatten schon mal eine. In Folge 85 haben wir die Frage beantwortet oder habe ich die Frage beantwortet, wie wird man nicht süchtig? Auch das war eine Community-Frage. Und heute wollen wir uns gerne einer Frage widmen, die ich jetzt erst gestellt bekommen habe. Und zwar, wie schädlich ist eigentlich der Passivrauch von Crack?
02:43
Also ich glaube, da wird auch so das Prinzip von Community-Fragen folgen. Sorry, ich kann dieses Wort nicht sagen. Community-Fragen folgen, doch, das ist richtig. Klar, es geht sozusagen mehr um Details, die ich dann eben versuche herauszufinden und so gut es geht zu beantworten. Bevor wir aber gleich tiefstens
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tiefer ins Thema starten, habe ich eine coole Ankündigung für euch und zwar ist mein Buch, das ich gemeinsam mit Toxikologe Fabian Pitter-Steinmetz, ihr kennt ihn vielleicht aus einigen Folgen, wie zum Beispiel über HHC oder Katinone geschrieben habe. Das kann man jetzt vorbestellen. Es ist ein Fachbuch, wir haben 60 Substanzen klassifiziert und
03:26
Weil wir irgendwie was Cooles für unsere Community machen wollten, habt ihr die Möglichkeit, im Mai das wirklich auch von uns persönlich signiert vorzubestellen. Das ist eine Aktion, die gilt nur im Mai, damit es dann auch rechtzeitig bei euch ankommt. Es kostet euch nichts mehr und falls ihr Bock auf das Buch habt, wäre es einfach ein schöner Zeitpunkt, das vielleicht jetzt schon zu bestellen.
03:47
Ja, bekommt ihr wie gesagt unsere persönliche Signatur dazu. Ich habe euch den Link in die Folgenbeschreibung gemacht und ich mache jetzt irgendwie auch im Mai nochmal eine kleine Zwischenfolge. Da erkläre ich euch auch nochmal ein bisschen mehr, um was das Buch geht und so weiter. Aber ich wollte euch auf jeden Fall schon mal ankündigen. Und sonst gibt es natürlich auch wieder einige Mitglieder zu begrüßen. Wir sind fertig mit der Rette-Psycho-Aktiv-Kampagne. Ich habe mein Minimalziel leider nicht ganz erreicht.
04:16
Was super schade ist, trotz allem haben wir einen riesengroßen Sprung mit den Steady-Mitgliedschaften gemacht und konnten damit die Finanzierung von Psychoaktiv echt auch nochmal wahnsinnig stärken. Und ich habe jetzt für mich beschlossen, dass das erstmal okay so für mich ist, auch wenn ich gesagt habe, 1000 Euro ist das Minimalziel, weil Psychoaktiv einfach super schlecht finanziert ist. Aber ich möchte im Ganzen jetzt einfach noch…
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dem Rest des Jahres Zeit geben und schauen, wie sich das entwickelt und möchte dementsprechend auch die ganzen neuen Mitglieder begrüßen und zwar Margarita, Julia, Franziska, Jasmin, Carla, Jana, Vincent, Barbara, Uwe, Jörg, Johannes, Yvonne, Gioppe, Christiane, Maximilian, Lutz, Uta, Lena, Janine, Sarah, Alice, Iris, Tina und ein besonderer Dank geht raus an Veronika, Paul und Thomas fürs Buchen des 10-Euro-Pakets und
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Und wir haben eine Buchung des ersten Teamgruppen-Pakets für 25 Euro. Danke gehen raus nach Wuppertal an Jan. Man kann nämlich auch die Psychoaktiv-Mitgliedschaft buchen als Team, wenn man das möchte. Das hat Jan gemacht. Und es gibt auch Einmalspenden und da möchte ich mich gerne bei Nikita, Jens, Matthias und Thomas bedanken. Danke, danke, danke für all euren großartigen Support. Mit der Kampagne sind es natürlich heute auch ein bisschen mehr, die ich ankündigen möchte.
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Das freut mich riesig. Echt, ja. Die Kampagne war teilweise auch hart für mich, aber der ganze Support, der mir entgegengekommen ist, hat mir auch echt geholfen. Und es war echt sehr, sehr schön. Falls du psychoaktiv auch mit einer Mitgliedschaft supporten möchtest, findest du den Link für Steady natürlich in der Folgenbeschreibung. Und ja, lasst uns jetzt in die Folge rein starten. Musik
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Hallo Frau Bötsch, herzlichen Dank. Ich höre Ihren Podcast regelmäßig und muss ein großes Lob für die fundierten Informationen aussprechen. Hier in Bonn verschlimmert sich die Situation rund um die Drogenszene am Hauptbahnhof immer mehr. Der offene Konsum führt auch immer wieder dazu, dass ich ungewollter zustoße, wenn jemand seine Folie mit Crack raucht. Jetzt, wo es kalt ist, ziehen sich die Konsumenten natürlich in die wärmeren Bereiche zurück.
06:26
Ich bin dort wie viele anderen Menschen mit Kindern unterwegs. Gibt es Studien über den Passivkonsum von diesen Drogen? Schwer vorstellbar, dass es nichts macht. Erst einmal danke für das Lob. Solche Nachrichten, die freuen mich einfach sehr. Mir geht da voll das Herz auf und es ist einfach mega motivierend. Und ihr schreibt mir häufiger so liebe Nachrichten. Einfach, einfach lieb. Dankeschön dafür.
06:49
Und ich kann das Problem erstmal sehr gut verstehen. Ich weiß nicht, wie viele von euch mal in so einen Crackdunst reingelaufen sind. Mir ist das in Frankfurt mal passiert und ja, es war schon sehr brutal. Es stinkt auch einfach krass. Und ich habe mir damals in der Situation selbst die Frage gestellt, okay, wie schädlich ist eigentlich der Passivrauch von Crack? Weil davon hatte ich vorher auch noch nicht so viel gehört.
07:16
Und da kommt ja die Frage ganz passend, dann schauen wir uns das mal gemeinsam an. Ah, vielleicht noch ein kleiner Disclaimer. In der Nachricht steht ja, dass jemand seine Folie mit Crack geraucht hat. Crack raucht man in Pfeifen.
07:34
Oder, also man raucht sie im Pfeifen und man konsumiert eher Heroin von der Folie runter. Das nennt man dann Blechrauchen. Ich habe dann nochmal nachgefragt bei der Person, die die Nachricht geschrieben hat und er meinte halt, dass eben sich auch so Crackpfeifen aus Alufolie dann eben gebaut worden sind. Genau, aber die Frage bezieht sich auf Crack und deswegen bleiben wir heute bei dem Thema.
08:00
Und schauen uns vielleicht mal ganz kurz an, was Crack überhaupt ist, damit wir alle auf dem gleichen Stand sind. Crack wird aus Kokainhydrochlorid hergestellt. Kokainhydrochlorid ist an sich die Form von Kokain, die wahrscheinlich den meisten wohl am geläufigsten ist. Das ist halt das weiße Pulver, das in der Regel auch nasal konsumiert wird oder was meistens nasal konsumiert wird. Crack wird aus Kokainhydrochlorid hergestellt.
08:29
indem es eben mit Backpulver und Wasser gemischt und erhitzt wird, bis sich solche Steine bilden. Deswegen nennt man Crack auch häufig Stein. Der Name Crack kommt übrigens von dem Geräusch, das beim Erhitzen entsteht. Das macht dann eben so Knackgeräusche und dadurch ist eben der Name Crack entstanden. Und Crack kann im Gegensatz zu Kokainhydrochlorid geraucht werden und das ist auch dementsprechend die am meisten verbreiteste Konsumform. Und zwar das Rauchen in Pfeifen.
08:56
Beim Rauchen von Crack tritt die Wirkung innerhalb von wenigen Sekunden ein, weil der Wirkstoff eben direkt über die Lunge ins Blut geht und sofort ins Gehirn gelangt. Man hat also sehr, sehr schnell ein extremes und sehr intensives Rauschgefühl, was eben oft so als euphorische Welle oder Rush beschrieben wird. Der Rausch ist allerdings super kurz und hält nur wenige Minuten an. Und das führt halt dazu, dass Crack-Konsum auch ein sehr, sehr starkes Craving nach sich zieht.
09:25
Und dementsprechend auch dazu führt, dass man ständig nachlegt und es zu einer sehr starken und schnellen Entwicklung von einer psychischen Abhängigkeit kommen kann. Und es können natürlich auch unterschiedliche körperliche Schäden entstehen, wie zum Beispiel an der Lunge, am Herz-Kreislauf-System oder auch an den Zähnen und der Haut. Und dazu kommt halt eben auch oft eine innere Unruhe mit einem unruhigen Lebensstil, mit sehr wenig Schlaf, mit schlechter Ernährung, super hohen Stresslevel.
09:54
Und das belastet im Allgemeinen die Gesundheit auch nochmal neben den direkten physischen Auswirkungen. Und es kommt natürlich auch zu einer sozialen Ausgrenzung und Stigmatisierung von Menschen, die Crack rauchen. Denn der Konsum von Crack wird eben auch als besonders prekär angesehen. Soviel vielleicht erstmal allgemein zu Crack. Ich habe eine Folge zu Kokain. Das ist die Folge 4. Die ist wie immer auch ausführlicher als jetzt dieser kurze
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Einblick in Crackter könnt ihr nach der Folge einfach mal hinscrollen und reinhören. Werbung
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Kommen wir jetzt mal zur eigentlichen Frage und zwar, wie schädlich ist denn jetzt dieser Passivrauch von Crack? Und ich kann auch erstmal verstehen, dass dadurch, dass halt Crack einfach eine Substanz ist, die sehr stark abhängig macht und viele Menschen leider auch in prekäre Lebenslagen bringt oder diese sehr, sehr dolle verstärkt, dass man automatisch auch davon ausgeht, dass dieser Passivrauch sehr, sehr schädlich sein muss.
10:59
Ich würde… Okay, das ist schwer zu machen, aber ich mache es trotzdem. Mich würde mal interessieren, schreibt es gerne mal in die Kommentare. Und auch wenn ihr es jetzt lernt, was es ist, was glaubt ihr ist schädlicher? Zigarettenrauch oder Crackrauch? Und seid da… Was hättet ihr spontan geschätzt? Oder was wäre eure spontane Einschätzung? Das fände ich mal super interessant. Ihr kriegt jetzt auch die Antwort, also ich spanne euch da nicht auf die Folter. Aber…
11:26
Mich würde das total interessieren, was so eure erste Einschätzung wäre. Aber gut, ich komme zur Frage. Es ist super schwer, die Frage zu beantworten, denn grundlegend gibt es kaum Studien dazu. Und die meisten Studien, die ich eben gefunden habe, die sind halt alle um 1995, also schon 30 Jahre alt.
11:47
Das heißt, wir wissen nicht so viel. Und es bleibt sicher auch ein Aspekt des, also vielleicht findet man irgendwann nochmal mehr heraus oder man beschäftigt sich mehr damit. Aber trotzdem kann ich schon ein bisschen was dazu sagen. Also erstmal ist wichtig zu wissen oder zu verstehen, dass beim Konsumieren von Crack die Kokainbase bereits bei etwa 96 Grad
12:15
anfängt zu verdampfen und das ist eine relativ niedrige Temperatur. Wenn ich das jetzt zum Beispiel bei Tabak vergleiche, da arbeiten wir mit Temperaturen über 600 Grad Celsius. Und dieser Verbrennungsprozess hat eben auch direkte Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Rauches. Und dementsprechend wird Crack nicht wirklich verbrannt, sondern verdampft und es entstehen weniger so klassische Verbrennungsprodukte,
12:40
wie zum Beispiel Teer oder Kohlenmonoxid, die eben auch für den Zigarettenrauch typisch sind und eben den Großteil der gefährlichen Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs ausmacht. Trotzdem führt auch beim Crack-Dampfen die moderate Hitze dazu, dass es spezifische toxische Nebenprodukte gibt, die freigesetzt werden, zum Beispiel Anhydroekgonin-Methylester, schwieriges Wort, wenn
13:07
Wir nennen es einfach bei seiner Abkürzung A-E-M-E. Das ist ein Abbauprodukt von Kokain, das eben neurotoxisch wirken kann und Organschäden verursachen kann. Es kann Ammoniak und Aceton freigesetzt werden, was entweder aus den Ausgangsstoffen kommt oder auch beim Erhitzen freigesetzt wird. Aber es kann auch weitere zersetzte Rückstände geben, zum Beispiel wenn das Crack verunreinigt ist, die auch eine gewisse Gesundheitsschädlichkeit mit sich bringen. Und aufgrund dieser Inhaltsstoffe kann
13:36
könnte es eben beim Passivrauchen zu akuten Reizungen der Atemwege kommen. Und das ist tatsächlich für Menschen, die Asthma haben oder auch COPD oder andere Atemwegserkrankungen, die können da deutlich stärker drauf reagieren. Ich kann mich auf jeden Fall noch gut daran erinnern, dass als ich in den Crackdampf reingelaufen bin, ich auch erstmal kurz ordentlich husten musste. Es war aber dann auch gleich wieder vorbei. So, das erstmal zum Dampf.
14:03
mit dem wir es beim Crackrauchen zu tun haben. Also, er kann akut reizend sein, vor allem, wenn man direkt reinläuft. Doch die entscheidende Frage ist ja, wie ist es denn, ne, im Beispiel in der Frage hatten wir ja die
14:20
Bahnhofshalle, wie ist da der Passivrauch, was kann der bewirken? Und hier ist es eben sehr wichtig zu wissen, dass der Crackdampf eine sehr hohe Flüchtigkeit hat. Denn die in die Luft schwebenden Moleküle verdampfen wirklich innerhalb von wenigen Sekunden, sodass sich eben auch die inhalierbare Substanz sich rasch verflüchtigt. Das bedeutet also,
14:48
dass es eine wirklich signifikante Exposition für Passivraucher braucht, die nur in unmittelbarer Nähe möglich ist, also im Prinzip, wenn man mehr oder weniger direkt angeraucht wird oder halt in schlecht belüfteten Räumen, wenn man da mit Menschen, die Crack konsumieren, drinnen sitzt und im Prinzip, ja, diesen Raum hotboxt. Aber vor allem in so großen Räumen wie eben auch die Bahnhofshalle
15:13
Da ist es wirklich schwer, dass der Crackdampf mir wirklich was machen kann, wenn ich mich nicht gerade direkt anrauchen lasse. Was vielleicht auch noch spannend ist, ob man vom Passivrauch high werden könnte. Und dazu habe ich wirklich auch eine direkte Studie gefunden und zwar von Edward J. Cohn, auch von 1995.
15:36
Aber die haben sechs gesunde männliche Freiwillige für eine Stunde in einen unbelüfteten Raum gesetzt und im Dampf von 100 bis 200 Milligramm freiem Kokain ausgesetzt. Und danach wurden zwar Spuren von Kokain im Urin entdeckt, als sie danach getestet wurden, aber sie haben wirklich nur ganz geringe physiologische Veränderungen überhaupt gespürt, also so einen leicht erhöhten Puls.
16:03
Aber jetzt kein Rauscheffekt oder ähnliches. Also so Stand meiner Recherchen, wie gesagt, es gibt nicht so viele Studien dazu. Bin ich aber zu dem Punkt gekommen, dass ja, Crackrauch, wenn man direkt reinläuft, ist definitiv unangenehm. Kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Aber es scheint außer Reizungen jetzt erstmal nicht viel zu machen.
16:26
Wenn es vor allem nur so eine ganz kurze Exposition ist. Ich meine, wie häufig ist man denn in einer Situation, wirklich in unbelüfteten, engen Räumen mit sehr viel Crackdampf konfrontiert zu sein? Und ich glaube, das ist halt auch eine Sache, die man nicht vergessen darf. Wie häufig kommt es tatsächlich vor, dass man mit Crackrauch konfrontiert ist? Ich wohne seit neun Jahren in Frankfurt und mir ist es einmal passiert. Und bei der allgemeinen Risikoabschätzung darf man natürlich die Häufigkeit nicht einfach weglassen.
16:54
Und die Wahrscheinlichkeit, dass man davon high wird, ist auch gegen null. Und ich möchte das an dieser Stelle, möchte ich mal ganz kurz noch auf den Zigarettenrauch zurückkommen. Denn ja, der Zigarettenrauch ist deutlich besser erforscht als der Dampf vom Cracked.
17:13
Keine Frage. Aber wir wissen halt inzwischen, dass es wirklich eine Vielzahl von toxischen Verbrennungsprodukten gibt, wie zum Beispiel Kohlenmonoxid oder Formaldehyd. Und die bleiben auch deutlich länger in der Luft als bei Crack und verbleiben auch dort und können sich auch auf Oberflächen absetzen. Und der schädliche Effekt von Passivrauch, von Verbrennungstigaretten, ist auch sehr gut erforscht. Und wir wissen, dass Menschen…
17:40
die von Passivrauch, von Verbrennungstigaretten konfrontiert sind, ein erhöhtes Krebsrisiko haben, Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln können, Atemwegserkrankungen entwickeln können und es auch zu einer erhöhten Sterblichkeit führt. Und obwohl wir das alles sicher wissen, ist in den meisten Bundesländern in Deutschland das Rauchen in Bars und Clubs noch erlaubt. Und das ist für mich als Franking, by the way, abhängig.
18:04
absolut absurd. Ich meine, Bayern kann wirklich nicht viel Drogenpolitik, aber die haben echt einen richtig guten Nichtraucherschutz. Der ist wirklich erste Sahne. Und ja, ich muss ganz ehrlich sagen, als ich nach Hessen gekommen bin, habe ich erst verstanden, dass der nicht deutschlandweit ist. Das fand ich schon ziemlich krass. Und das heißt, und das darf man halt nicht vergessen, wir sind viel mehr mit Zigarettenrauch konfrontiert und Nichtraucherschutz bezüglich Zigaretten ist
18:32
ein deutlich größeres gesellschaftliches Problem und eine gesellschaftliche Herausforderung als der Crack-Rauch. Mit Crack-Rauch oder Crack-Konsum in öffentlichen Räumen, da machen sich in der Regel auch bessere Schlagzeilen mit. Das finden alle Menschen dann immer besonders schlimm. Und deswegen möchte ich das gerne betonen hier an der Stelle, weil Crack ist immer mal wieder aktuell in den Medien und wird immer mal wieder thematisiert. Deswegen kann ich mir auch vorstellen, dass genau dieses Thema von Passivrauch auch irgendwann
19:00
thematisiert wird oder vielleicht sogar auch sehr hoch gespielt wird. Und deswegen möchte ich hier einfach betonen, solange es noch in geschlossenen Räumen in Deutschland erlaubt ist, Nichtraucher mit Zigarettenrauch zu konfrontieren, ist das das, was es als erstes anzugehen gilt. Musik
19:23
Und, und da möchte ich nochmal auf einen anderen Punkt kommen, und zwar, dass es wichtig ist, den Menschen einen Raum zu bieten, wo sie ungestört konsumieren können. Das ist auch allgemein eine gute Idee, damit das gesellschaftlich funktioniert. Und hier ist die Antwort halt Konsumräume. Und dass es eben auch Räume gibt, wo sie Crack rauchen dürfen. Meines Wissens hat Bonn noch gar keinen Konsumraum. Wäre vielleicht eine gute Sache, da mal drüber nachzudenken. Und
19:51
Ich bin mir jetzt gerade nicht hundertprozentig sicher. Ich glaube, Frankfurt hat einen Crack-Raum, wo eben Crack konsumiert werden können und es soll auf jeden Fall ausgebaut werden. Denn Konsumräume waren ja in erster Linie erstmal für intravenösen Konsum, dass Menschen sicher intravenös konsumieren können und eben dadurch, dass Crack immer mehr, vor allem in den Hauptstädten, auch in der Szene Thema wird, braucht es ja auch ein bisschen mehr Konsum.
20:13
braucht es natürlich ganz logisch jetzt auch eine Ausweitung der Konsumräume, damit die Menschen auch im sicheren Umfeld Crack konsumieren können. Ja, und das wäre meiner Meinung nach der einzig richtige Ansatz, wenn man sich wünscht, dass der Crack-Konsum nicht im öffentlichen Raum wie zum Beispiel einer Bahnhofshalle stattfindet.
20:36
So ihr Lieben, das war es mit dieser Community-Frage. Was nehmen wir uns mit? Wir nehmen uns vielleicht mit jemandem ein Auto zu hotboxen, der gerade Crack raucht. Ist wahrscheinlich nicht die gesundheitsförderlichste Idee, aber grundlegend ist es so, dass der Crackdampf, der Crackrauch sehr flüchtig ist und dementsprechend das Passivrauchen
20:57
einfach ein überschaubares Risiko im Alltag aktuell darstellt. Falls ihr auch Fragen habt, die ihr schon immer mal beantwortet haben wollt, die eben ein gewisses Thema, eine prägnante Folge nach sich zieht, stellt sie gerne. Dafür nutzt gerne Spotify-Kommentare oder die Apple-Bewertung oder schreibt mir auch einfach. Ich freue mich auf jeden Fall, wenn wir noch mal so ein paar Community-Fragen-Folgen machen.
21:24
Hey, jetzt habe ich es gerade schön flüssig gesagt. Und sonst hören wir uns in zwei Wochen wieder. Falls ihr den Podcast unterstützen möchtet, könnt ihr gerne eine Mitgliedschaft abschließen. Das hilft mir sehr, diesen Podcast weiterzuführen. Den Link dafür findet ihr in den Shownotes. Und ja, das war es mit dieser Folge. Und ich hoffe, wir hören uns schon ganz, ganz bald wieder. Tschüss.
