Welche Droge ist am gefährlichsten?

In dieser Folge geht es um die Frage: Welche Droge ist eigentlich am gefährlichsten? Statt auf reißerische Schlagzeilen oder einfache Rankings zu setzen, wird die Schädlichkeit von Substanzen anhand der Studie von David Nutt und Kolleg:innen eingeordnet. Dabei zeigt die Folge, dass „Gefährlichkeit“ nicht nur bedeutet, wie schnell eine Substanz körperlich schaden oder tödlich sein kann. Bewertet werden auch psychische Folgen, Abhängigkeitspotenzial, soziale Schäden, Schäden für andere Menschen, ökonomische Kosten, familiäre Folgen, Umweltaspekte und internationale Auswirkungen.

Besonders deutlich wird: Eine einzelne Antwort auf die Frage nach der „gefährlichsten Droge“ greift zu kurz. In der vorgestellten Studie wird Alkohol insgesamt als schädlichste Substanz eingeordnet – vor allem, weil er sehr verbreitet ist und dadurch hohe Schäden für andere und für die Gesellschaft verursacht. Gleichzeitig haben andere Substanzen in einzelnen Kategorien besonders hohe Risiken, etwa Heroin in Bezug auf Sterblichkeit oder Crack beim Schaden für Konsumierende. Die Folge betont deshalb: Solche Rankings können helfen, über Drogenpolitik und gesellschaftliche Risiken nachzudenken, ersetzen aber nicht den Blick auf den individuellen Leidensdruck und die konkrete Funktion des Konsums im Leben eines Menschen.

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Welche Droge ist am gefährlichsten?

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PODCAST-METADATEN
Folge: 6
Erscheinungsdatum: 07.10.2020
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Welche Droge ist am gefährlichsten?
Sprecher: Stefanie Bötsch

00:08
Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkohol-Podcast mit Steffi. Zieht’s euch rein! Hallo Leute, was geht? Richtig cool, dass ihr wieder eingeschaltet habt zur zweiten Fragefolge vom Psychoaktiv-Podcast. Heute geht es um die Frage, was ist eigentlich die gefährlichste Droge der Welt?

00:36
Ich weiß ja nicht, wie euer YouTube-Feed ausschaut. Meins ist vollgeballert mit irgendwelchen Drogen- und Alkoholreportagen. Liegt wahrscheinlich dran, dass mein Algorithmus mich richtig durchschaut hat. Und wirklich jedes Mal, wenn ich auf YouTube gehe, gibt es irgendwie eine neue Reportage, beziehungsweise eine neue Reportage, die mir vorgeschlagen wird, so jetzt die Killer-Droge oder die gefährlichste Droge der Welt.

01:01
Bli bla blub und ich bin so ein kleines Clickbait-Opfer und ich gehe da jedes Mal drauf. Nur um mir dann so semi gut recherchierte Reportagen anzuschauen, die zum Teil ein bisschen übertreiben.

01:15
Und wo es auch oft Phänomene gibt, die in Europa oder in Deutschland nicht so eine große Rolle spielen. Zum Beispiel vor ein paar Jahren waren diese Crocodile-Reportagen in aller Munde. Crocodile ist eigentlich Desomorphin.

01:31
Und da gab es ein paar Reportagen dazu, wie in Russland eben sehr viele Menschen daran gestorben sind. Und versteht mich nicht falsch, das ist absolut tragisch. Aber was mich da ein bisschen daran stört, ist, dass…

01:47
dass in Deutschland nicht so eine große Rolle gespielt hat und dass da ein bisschen die Probleme in Deutschland übertüncht werden. Und dann eben der Blick auf andere Länder gerichtet wird und wir nicht bei uns bleiben und eben darüber informieren, was eigentlich bei uns abgeht. Heute werde ich versuchen, mit euch einen analytischeren Blick auf

02:07
auf dieses Thema zu bringen und werde euch eine Studie vorstellen, die schon echt lange feiert, weil ich die echt richtig geil finde. Und zwar ist es die Studie von David Nutt und seiner Crew, die 2010 20 Drogen auf ihre Schädlichkeit untersucht haben. David Nutt hat übrigens aufgrund von dieser Studie und ein paar Aussagen, wie das Ecstasy deutlich harmloser ist als Reiten bzw. weniger schädlich ist als Reiten, seinen Platz als oberster Drogenberater in Großbritannien verloren.

02:36
Ziemlich cooler Typ meiner Meinung nach. Ich habe mir auch schon ein paar Vorträge von dem auf YouTube angeschaut. Und um seine Studie geht es heute. Wir haben heute ein bisschen was vor, weil die Studie ist recht umfangreich. Weil der hat die Schädlichkeit von Drogen in insgesamt 16 Merkmalen aufgeteilt. Dementsprechend möchte ich aber auch mit euch wirklich alle 16 Merkmale durchgehen und erklären, was sie bedeuten. Weil es mir wichtig ist,

03:02
euch zu erklären, wie vielfältig eigentlich ein Schaden von einer Droge sein kann. Also werde ich jetzt im nächsten Part das erklären und dann am Ende werde ich so ein paar die wichtigsten Ergebnisse noch vorstellen und noch ein paar Denkanstöße mitgeben, die mir wichtig sind in Bezug auf diese Studie. Okay, legen wir los. Musik

03:28
Vorab möchte ich erstmal kurz noch einwerfen, dass ich euch den Graf mit der Einordnung der verschiedenen Drogen auf Instagram gestellt habe. Ihr findet den unter psychoaktiv.podcast, weil ich werde am Ende nicht alle Drogen mit euch durchgehen können, sondern ich komme mit euch zusammen auf die spannendsten Ergebnisse zurück. Aber schaut doch mal bei Instagram auf psychoaktiv.podcast vorbei, da könnt ihr euch den Graf ganz gechillt anschauen.

03:55
Das erste Besondere an dieser Studie ist eben, dass die Schädlichkeit von Drogen in zwei Schädlichkeitspotenziale aufgeteilt werden. Und zwar geht die Studie davon aus, dass die Droge einmal deklariert,

04:08
den Konsument selbst schädigt, also das Selbstschädigungspotenzial und das ist aber auch andere schädig, also da geht es ums Fremdschädigungspotenzial und das finde ich schon mal richtig wichtig, weil wenn wir noch mal kurz zurückgehen zu den Reportagen mit diesen sehr reißerischen Überschriften, da ist es oft so, ich

04:26
Die schauen einfach nur auf den körperlichen Schaden der Droge. Also wie schnell stirbt eine Person bzw. wie schnell verwahrlost eine Person. Aber das ist halt nur ein Aspekt von Schädlichkeit. Und dass es da halt noch viel mehr gibt, das zeigt halt eben diese Studie.

04:45
Also, ja.

05:05
Das ist im Prinzip das Rahmengerüst und dieses Rahmengerüst wird dann nochmal in 16 verschiedene Merkmale unterteilt. Und durch diese 16 Merkmale möchte ich mal mit euch jetzt gehen.

05:18
Starten wir mit dem Selbstschädigungspotenzial. Ich habe euch ja schon gesagt, da gibt es einmal körperliche Schäden, psychologische Schäden und soziale Schäden. Und zu den körperlichen Schäden gehören unter anderem Todesfälle, die durch die Droge verursacht werden. Also wirklich der Tod direkt durch die Droge, zum Beispiel durch eine tödliche Überdosis.

05:39
Dann haben wir die drogenbedingte Sterblichkeit, also nicht direkt von der Droge. Das kann zum Beispiel sein, der Tod durch einen Autounfall, wenn man eben konsumiert hat, also unter Drogeneinfluss, in Trunkenheit.

05:52
Das nächste Merkmal ist von Drogen verursachten körperlichen Schäden, also Leberzirrhose zum Beispiel, da geht es wieder direkt von der Droge verursacht, oder eben drogenbedingte körperliche Schäden. Das kann zum Beispiel ein Organschaden sein, der sich durch eine Mangelernährung beeinflusst.

06:10
resultiert hat, weil eben der Konsumierende durch den ganzen Konsum seine Ernährung hat schleifen lassen. Also nicht direkt von der Droge, sondern vom Drogenlebensstil. Das wären die körperlichen Schäden. Ich wiederhole nochmal, es sind einmal die Todesfälle direkt durch die Droge, dann drogenbedingte Sterblichkeit, dann von Drogen verursachte körperliche Schäden und dann noch drogenbedingte körperliche Schäden.

06:38
So, machen wir weiter mit den psychologischen Schäden, also dem zweiten Übermerkmal. Übermerkmal, das ist, glaube ich, kein Wort. Ihr wisst schon, was ich meine. Da steht an allererster Stelle das Abhängigkeitspotenzial. Ihr könnt euch vielleicht nochmal daran erinnern, wir haben in der letzten Fragefolge das Thema Alkoholabhängigkeiten mitbehandelt.

07:02
Da habe ich euch die Abhängigkeitsdiagnose vorgestellt. Und diese Abhängigkeitsdiagnose wird mit diesen sechs Items nicht nur auf Alkohol verwendet, sondern allgemein auf Drogen. Das heißt, mit diesen Items kann eine Abhängigkeit für alle Drogen gestellt werden. Ich wiederhole euch mal nochmal die Items, die euch das vielleicht nochmal in Erinnerung rufen könnt. Und zwar…

07:23
Eine Person ist abhängig, wenn sie den starken Wunsch oder den Zwang verspürt zu konsumieren, eine verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums hat.

07:35
Entzugserscheinungen bekommt beim Absetzen der Droge oder des Alkohols, Toleranzentwicklung gegenüber der Wirkung, Konsum trotz schon schädlicher Folgen und fortschreitende Vernachlässigung anderer Aktivitäten. Von diesen Items, um eine Abhängigkeit zu diagnostizieren zu können, muss man drei erfüllt haben, und zwar diese in den letzten zwölf Monaten oder über den Zeitraum von einem Monat.

08:05
Also das ist das Merkmal Nummer 1 von psychologischen Schäden. Dann geht es weiter…

08:11
mit mentalen Fähigkeiten, die durch Drogen beeinträchtigt werden. Das kann zum Beispiel ganz klassisch eine drogeninduzierte Psychose sein. Das heißt, dass man durch den Konsum eine Psychose erleidet. Oder eben auch drogenbedingte Beeinträchtigung der mentalen Fähigkeit. Und das kann zum Beispiel auch sein, Stimmungsschwankungen durch den Drogenkonsum-Lebensstil zu haben.

08:36
Also dass man eben dadurch, dass man halt eben viel konsumiert und eventuell dadurch auch Emotionen immer mit kontrolliert hat, dass man allgemein sehr auch unter Stimmungsschwankungen leidet. Gut, das waren die psychologischen Schäden. Ich wiederhole die drei Merkmale nochmal. Da haben wir die Abhängigkeit,

08:52
die von Drogen verursachten Beeinträchtigung von mentalen Fähigkeiten und die drogenbedingte Beeinträchtigung der mentalen Fähigkeiten. Also ihr könnt euch vielleicht auch merken, immer wenn es heißt durch die Droge verursacht, heißt es direkt von der Droge verursacht und drogenbedingte Beeinträchtigung, das sind immer so alles, was drogenbedingt ist, da geht es eben darum, dass es indirekt durch die Droge erzeugt wurde.

09:22
Jetzt kommen wir zum letzten Überpunkt und das sind die sozialen Schäden.

09:27
Und da haben wir einmal den Verlust von Sachvermögen und das kann aber Einkommen sein, das kann das Haus sein, das kann der Job sein, die Vorstrafen. Also alles, was man durch einen krassen Konsumlebensstil verlieren kann. Also das Einkommen dadurch, dass man seinen Job verliert, weil man nicht mehr hingeht. Der Jobverlust eben, wie ich gerade gesagt habe, dadurch, dass man vielleicht durch den Konsum nicht mehr schafft, auf die Arbeit zu gehen. Das Haus, weil einfach Geld da sein musste für Drogen und Darmkosten.

09:56
Und dadurch irgendwie das Haus verkauft wurde. Oder auch Vorstrafen, vor allem zum Beispiel durch die Beschaffung, ähm,

10:03
von Geld für den Konsum. Das ist alles, was in Verlust von Sachvermögen reinspielt. Und das zweite, total wichtig, ist der Verlust von Beziehungen. Also wenn man aufgrund seines Konsums seine Familie verliert, das Vertrauen seiner Familie verliert, seine Freunde verliert, überhaupt keinen Blick mehr dafür hat, wer überhaupt seine richtigen Freunde sind. Das spielt da alles rein. Also zu sozialen Schäden gehört einmal der Verlust von Sachvermögen und der Verlust von Beziehungen.

10:32
So, das wären die drei Hauptaspekte, körperliche Schäden, psychologische Schäden und soziale Schäden in den verschiedenen Merkmalen ganz genau erklärt vom Selbstschädigungspotenzial.

10:48
Und jetzt kommen wir eben weiter zum Fremdschädigungspotenzial, denn jeder Konsumierende oder dafür muss man nicht konsumieren, jeder Mensch lebt innerhalb eines Systems, innerhalb einer Gesellschaft und alles, was man tut, das bewegt ja irgendwo das System und unsere Umwelt mit. Und genau das wird in dieser Studie eben auch mit beachtet und deswegen finde ich die auch so klasse. Hier haben wir nur zwei Überschriften und zwar einmal die körperlichen und psychologischen Schäden zusammengefasst und dann geht es weiter mit sozialen Schäden.

11:20
Körperliche und psychologische Schäden haben auch nur ein Merkmal. Das ist allerdings super breit gefächert. Und zwar die Verletzung und Beeinträchtigung anderer. Und zwar durch, jetzt kommt’s, alkoholbedingte Gewalt. Das heißt, dass man vielleicht, wenn man besoffen ist,

11:38
sein Kopf verliert und auf andere eintrischt oder sonst eher aggressiv wird. Häusliche Gewalt ist da auf jeden Fall mit inbegriffen. Autounfälle, ein riesengroßes Thema, vor allem unter Alkoholeinfluss in Deutschland.

11:53
Oder auch die Schädigung von Ungeborenen gehört da unter anderem mit rein. Also wenn eine Schwangere während der Schwangerschaft Alkohol trinkt oder Drogen konsumiert und den Schaden dieses Kindes. Also das spielt alles bei körperlichen und psychologischen Schäden rein. Und soziale Schäden, da haben wir ein paar mehr Merkmale. Da haben wir einmal Verbrechen, dann haben wir lokale Umweltscheiden, zum Beispiel durch das Wegschmeißen von Nadeln, wenn Menschen sich eben die Drogen injizieren und die

12:26
und die Spritze einfach auf den Boden werfen. Oder auch toxische Dämpfe bei der Produktion. Dann haben wir die familiären Schäden, die haben wir auch schon

12:36
als Merkmal gehabt bei Eigenschädigung, aber bei Fremdschädigung ist die natürlich auch da. Das heißt, Kinder werden vernachlässigt oder man treibt seine Familie in den finanziellen Ruin. Das wären so Punkte, die da rein spielen würden. Und dann haben wir auch die internationalen Schäden, denn viele Drogen kommen nicht aus Deutschland und auch nicht aus Europa, sondern kommen eher aus anderen Ländern wie Kolumbien oder Afghanistan.

13:03
Und dafür werden halt Wälder abgeholt. Oder es gibt halt internationale Kriminalität schon hinter dem ganzen Kokainhandel. Da steht ein riesen Kartell, ein riesen organisiertes Verbrechen dahinter. Das ist natürlich richtig krass. Und auch eine Destabilisierung von Ländern. Wenn man mal ein bisschen nach Lateinamerika, deren Geschichte durchforscht, zum Beispiel auch Kolumbien,

13:30
Wie krass das Land unter den Drogenhandel und auch den Konsum, also wie sind die Europäer oder auch Leute aus den USA oder Australien, also die Abnehmer, die Hauptabnehmer der Drogen. Das hat ja auch Konsequenzen und das findet halt oft in den Herkunftsländern statt und das muss man sich halt auch mal bewusst machen.

13:51
Der nächste Punkt sind die ökonomischen Kosten, die eben verursacht werden. Das ist auch recht vielseitig der Punkt. Also es kann sowohl die Krankenversorgung sein, es kann aber auch die Kosten für die Polizei sein, die Kosten fürs Gefängnis und der Versicherung. Also all diese Institutionen, die dafür verwendet werden, beziehungsweise all die Geldgeber, die dazu verwendet werden, um eine Versorgung beziehungsweise auch die Kriminalisierung durchzuführen.

14:20
Und als letzten Punkt haben wir die Schäden für die Gemeinschaft. Und das finde ich auch einen sehr spannenden Punkt. Und zwar geht es darum, dass eben durch Drogen per se der gemeinschaftliche Zusammenhalt gefährdet wird. Denn Menschen, die konsumieren, die werden halt von der Gesellschaft oft abgelehnt, stigmatisiert. Und das steht natürlich einer Gemeinschaft entgegen. Das sorgt für eine Gruppe, die aus der Gesellschaft ausgegrenzt sind.

14:50
So, das waren die letzten Punkte von den sozialen Schäden vom Fremdschädigungspotenzial. Ich wiederhole auch die nochmal. Wir haben bei den sozialen Schäden einmal Verbrechen, lokale Umweltschäden, familiäre Schäden, internationale Schäden, ökonomische Kosten und Schäden für die Gemeinschaft. Werbung

15:16
Also, ich hoffe, ihr habt jetzt dadurch, dass ich die Merkmale mit euch ausführlich durchgegangen bin, mal eine Idee dafür bekommen, wie weitreichend ein Konsum ist und wie weitreichend auch ein Schaden bewertet werden muss. Das ist nicht nur der Eigenschaden, nicht nur der körperliche Eigenschaden. Und dementsprechend ist es auch sehr spannend, was da für Ergebnisse rausgekommen sind. Und die werde ich jetzt auch nochmal mit euch durchgehen.

15:44
Bei der Studie konnte ein maximaler Score von 100 erreicht werden. Das bedeutet:

15:50
Gibt es so nicht, aber die krass schädlichste Droge überhaupt würde mit 100 bewertet werden, wenn eben eine Droge so einen krassen Schaden erzeugen kann. Auch ist es wichtig zu wissen, dass nicht jedes Item oder jedes Merkmal von den 16, die ich euch aufgezählt habe, gleich bewertet wurde, sondern das Experten-Team, das eben diese verschiedenen Merkmale und die verschiedenen Drogen bewertet hat, hat eben diese Merkmale unterschiedlich nachgewertet.

16:15
Wichtigkeit oder nach ihrer Tragweite gewichtet. So, kommen wir nämlich auch jetzt gleich zur Top 3 der schädlichsten Drogen nach dieser Studie und zwar hat mit 72 Punkte Naviretz

16:30
Ja, kann man da gewonnen sagen? Ich glaube, das ist vielleicht ein bisschen unangebracht. Aber Alkohol wurde als schädlichste Droge mit 72 Punkten eingestuft. Dann geht es weiter mit Heroin mit 55 Punkte und sehr dicht gefolgt von Crack. Also Alkohol, Heroin und Crack. Richtig nah beieinander. Äh.

16:50
Allerdings von Alkohol nach Heroin ist es doch nochmal ein ganz schöner Sprung. Und dann macht die Studie nochmal einen größeren Sprung und dann geht es mit 33 Punkten mit Methamphetamin weiter. Wer hätte denn das gedacht? Also hättet ihr das geschätzt? Schreibt es gerne mal in die Kommentare. Dann wollte ich noch auf ein paar Einzelkategorien eingehen und zwar ist Alkohol

17:16
Die teuerste Droge für unsere Gesellschaft, wir hatten das ja eben als Aspekt von den sozialen Schäden beim Fremdschädigungspotenzial und da ist bei ökonomischen Kosten Alkohol einfach die teuerste. Dann wurde Heroin als die tödlichste Droge eingestuft und Meth und Tabak, die Droge mit dem höchsten Abhängigkeitspotenzial und die höchsten mentalen Schäden wurden LSD und Crack zugeordnet.

17:41
Alkohol hat auch insgesamt den höchsten Schaden für andere, also erfüllt am meisten von den Items von einem Fremdschädigungspotenzial, während Crack

17:54
dicht gefolgt von Heroin, den höchsten Schaden für den Konsumenten selbst erbringt. Die genauen Ergebnisse und wie das alles ganz genau aufgeteilt sind, wie ich schon am Anfang gesagt habe, findet ihr auf meinem Instagram-Account psychoaktiv.podcast. Da könnt ihr euch das auch nochmal ganz genau anschauen und gerne auch die Ergebnisse in den Kommentaren diskutieren. Ich finde es eine mega spannende Studie und

18:19
Die gehört auch einfach ein bisschen diskutiert. Und jetzt komme ich auch zu ein paar Diskussionspunkten meinerseits. Erstmal ist zu sagen, dass diese Studie ja in Großbritannien durchgeführt wurde. Das heißt, es bezieht sich auch auf die 20…

18:37
20 wichtigsten Drogen in Großbritannien. Die gleiche Studie wurde aber nochmal in Europa wiederholt und zwar in 2013 und da war das Experten-Team tatsächlich aus 20 europäischen Ländern und die haben die Studie nochmal wiederholt mit ein bisschen anderen Merkmalen und ein bisschen anderen Gewichtungen, aber was mega spannend ist, es ist trotzdem die gleiche Reihenfolge rausgekommen. Das ist doch richtig krass.

19:04
Der nächste Aspekt, der bei dieser Studie zu beachten ist, ist, dass der Nutzen einer Droge, also die positiven Effekte einer Droge, nicht mit eingerechnet wurde. Also es gibt da keinen Gegenpol, sondern es wurde sich nur auf den Schaden bezogen. Das ist auch echt noch wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, denn ich möchte auch überhaupt nicht die positiven Wirkungen von manchen Drogen absprechen. Die werden aber in dieser Studie nicht beachtet. Musik

19:34
Ja, und kommen wir jetzt noch mal zum guten Alkohol, der ja richtig krass abgeschnitten hat in der Studie mit 72 Punkten. Und zu dieser Zahl ist es wichtig zu wissen, dass sie daherkommt, dass Alkohol halt auch einfach so enorm verbreitet ist. Dadurch, dass so viele Menschen konsumieren und auch so viele Menschen zu viel konsumieren,

19:55
macht er natürlich auch den größten Schaden. Es wäre jetzt etwas anderes, wenn eine andere Droge vielleicht legal wäre und dadurch auch mehr Menschen konsumieren. Es ist wichtig da zu beachten, dass diese Studie eine Momentaufnahme ist, die sich eben auf

20:11
die Umstände bezieht, die wir gerade haben, wird also eine andere Droge legalisiert und dadurch deutlich mehr Menschen, die auch konsumieren und sich dadurch vielleicht auch mehr Kultur entwickeln werden, was bedeutet, dass allgemein mehr konsumiert wird, dann müsste diese Droge für diese Studie neu bewertet werden. Und das kann natürlich sein, dass sie dann im Schaden auch zunimmt. Ob sie Alkohol dabei schlägt oder nicht, das müsste man natürlich sehen. Das wäre dann abhängig von der neuen Studie.

20:38
Aber ich möchte jetzt auch gar nicht tiefer auf das Thema Illegalisierung und Legalisierung eingehen, denn darum wird es tatsächlich in der nächsten Fragefolge gehen. Also freut euch schon mal drauf. Ich wollte es aber nur zu dieser Studie auf jeden Fall noch anmerken, weil es echt ein wichtiger Punkt ist. Ja, und dann gibt es noch einen großen Punkt, der mir wichtig ist. Das kommt eher ein bisschen auch aus der Praxis von mir. Und zwar…

21:05
Nur weil eine Droge schädlich oder weniger schädlich eingestuft wird, heißt es nicht, dass das Individuum auch unterschiedlichen Leidensdruck hat. Also um das ein bisschen besser verständlich zu machen ist, dass jemand…

21:19
der Cannabis-abhängig ist und Cannabis sozusagen niedriger eingestuft wird, nicht weniger leidet wie zum Beispiel jemand, der alkoholabhängig ist. Also diesen Vergleich kann man nicht ziehen. Auch andersrum nicht, dass man sagt, naja, es ist ja nicht so schlimm, weil ich habe ja nur mit Cannabis ein Problem und nicht mit Alkohol. Alkohol wäre halt viel schlimmer. Das ist ein bisschen…

21:41
eine Sackgasse, wo man sich mit dem Kopf rein bewegt, denn es kommt immer auf den persönlichen Leidensdruck an und das ist erstmal total egal, von welcher Droge die kommt, sondern es kommt wirklich darauf an, okay, wie geht es mir? Was macht der Konsum für mich einen Impact? Und kann ich das noch steuern? Und das sind Fragen, die kann ich mir zu jeder Substanz total losgelöst von der Schädigung auch erstmal stellen. Also das noch so nebenbei finde ich sehr wichtig, darüber nachzudenken. Musik

22:11
Alright, das war meine Folge heute zum Thema Was ist eigentlich die krasseste Droge? Was ist eigentlich die schädlichste Substanz, die wir haben? Ich hoffe, es hat euch gefallen.

22:22
Wenn ihr Fragen zum Thema Drogen, Alkohol, Konsum, die Geschichte, irgendwelchen sozialen Hintergründen, das Hilfesystem habt, schreibt mir doch einfach. Ihr findet mich auf Instagram, habe ich jetzt schon ein paar Mal gesagt in der Folge, unter psychoaktiv.podcast. Ich habe allerdings auch eine E-Mail-Adresse für die, die kein Instagram haben. Das ist psychoaktiv.podcast.de.

22:45
at gmail.com Auch da könnt ihr mir gerne Fragen stellen und ich werde dann eben um die Fragen solche Antwortfolgen konstruieren. Habt eine schöne Woche. Wir hören uns wieder Sonntag am Substanzsonntag, wo ich wieder mal eine Substanz kurz vorstellen werde. Bis dann. Tschüss. Das war Psychoaktiv. Euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Steffi.

23:42
Musik Musik


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