Hat mich meine Suchterkrankung traumatisiert?

Auch wenn der Konsum längst beendet ist, können belastende Erinnerungen aus der Zeit der Suchterkrankung weiterhin präsent bleiben. In dieser Folge geht es darum, warum Kontrollverluste, Grenzüberschreitungen und Erfahrungen, die den eigenen Werten widersprechen, noch Jahre später Schuld, Scham und Selbstverurteilung auslösen können. Dabei stellt sich die Frage, ob eine Suchterkrankung selbst traumatisierend sein kann und wie sich unterscheiden lässt, ob belastende Erinnerungen, traumatische Erfahrungen oder Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung vorliegen.
Die Folge erklärt, wie Sucht das eigene moralische Empfinden, das Selbstbild und die persönliche Identität verändern kann und weshalb Abstinenz allein diese Erfahrungen nicht automatisch verarbeitet. Im Mittelpunkt stehen moralischer Schmerz, Selbstentfremdung und die Frage, wie die eigene Suchtgeschichte einen guten Platz in der Biografie finden kann. Ansätze aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie, Selbstmitgefühl, Wertearbeit und posttraumatisches Wachstum zeigen: Aufarbeitung bedeutet weder, die Vergangenheit schönzureden, noch sich dauerhaft durch sie zu definieren, sondern ihr mit mehr Verständnis zu begegnen und das eigene Leben wieder aktiv zu gestalten.
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Hat mich meine Suchterkrankung traumatisiert?
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PODCAST-METADATEN
Folge: 118
Erscheinungsdatum: 31.07.2025
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Hat mich meine Suchterkrankung traumatisiert?
Sprecher: Stefanie Bötsch
Typ: Transkript
00:02
Moralisches Verhalten kann nicht mit süchtigem Verhalten koexistieren. Wer bin ich, wenn ich Grenzen überschritten habe, mich selbst belogen habe, mich in Situationen bringe, die mit meinem früheren Ich gar nichts mehr zu tun hatten?
00:27
Psychoaktiv, euer Podcast mit Suchttherapeutin Stefanie Bötsch – zieht’s euch rein!
00:39
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Psychoaktiv. Schön, dass du wieder eingeschaltet hast. Für diejenigen, die neu sind bei Psychoaktiv: Wir besprechen hier alle zwei Wochen ein Thema rund um den Themenkomplex Drogenkonsum und Sucht und gehen dabei aus einem Schwarz-Weiß-Denken raus und versuchen, die Themen so differenziert, wie es nur geht, zu beleuchten.
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Und heute widmen wir uns einer wirklich spannenden Zuhörerfrage, und zwar: Kann eine Sucht traumatisieren? Vielleicht kennst du das Gefühl, oder ein Klient, eine Klientin hat genau das mal beschrieben: Man hat aufgehört zu konsumieren, das Leben verändert sich, vielleicht sogar wirklich radikal,
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aber die Vergangenheit während des Konsums oder während der Hochkonsumphasen, die lässt einen einfach nicht los. Man denkt dauernd immer wieder an unangenehme Situationen, hat super herausfordernde Erinnerungen und sieht sich halt dauernd mit Schuld und Schamgefühlen konfrontiert. Wie geht man damit um?
01:41
Muss man die eigene Suchtvergangenheit wirklich aktiv aufarbeiten, oder darf man sie einfach hinter sich lassen? Genau das hat mich ein Hörer gefragt, und seine Nachricht möchte ich mal ganz kurz vorlesen. Hallo Steffi, mich würde eine Folge zum Thema Vergangenheitsbewältigung und die Aufarbeitung der Sucht, nachdem man aufgehört hat zu konsumieren, interessieren.
02:02
Ich bin seit fast drei Jahren stabil abstinent von Alkohol, Kokain, Amphetaminen, Nikotin, Ecstasy und Cannabis. Vor allem während der Corona-Zeit habe ich und mein ganzes soziales Umfeld extremen Mischkonsum betrieben. Nun bin ich abstinent und habe mich von dem sozialen Umfeld distanziert, aber die vielen Ereignisse, Vorfälle dieser intensiven Zeit lassen mich nicht so ganz los.
02:23
Ich sehe mich nicht so als klassischen Fall für das Suchthilfesystem, da ich ja schon drei Jahre abstinent bin. Gibt es auch Hilfe für Ex-Konsumenten oder Strategien bei dem Umgang mit der Suchtvergangenheit? Würde mich mega interessieren und danke für deine tolle Arbeit. Erstmal danke an dich, dass du deine Frage mit uns teilst.
02:43
Ich habe tatsächlich schon länger auch überlegt, genau über dieses Thema eine Folge zu machen, und deine Anfrage hat das Thema dann ganz oben auf meine Liste katapultiert. Falls du übrigens auch Fragen hast oder Themenvorschläge hast, die wir im Podcast mal besprechen sollen: Es gibt in der Folgenbeschreibung einen Link, wo du anonym deine Fragen stellen kannst.
03:04
Und bevor wir jetzt gleich in das Thema einsteigen, noch einen ganz lieben Dank an Dominik, Franziska, Niklas, Heike, Konsty und Barbara. Mega cool, dass ihr Teil von Psychoaktiv Plus seid und mit eurer Mitgliedschaft diesen Podcast möglich macht. Und jetzt lasst uns in das Thema einsteigen.
03:27
Im ersten Schritt möchte ich gerne mal den Kern der Anfrage anschauen. Die Person beschreibt, dass sie gerade während Corona extremen Mischkonsum betrieben hat und dass die Ereignisse bzw. diese intensive Zeit sie bis heute nicht mehr loslassen. Es ist an dieser Stelle auch okay, dass wir nicht genaue oder weitere Details kennen. Wirklich explizite Fallbeispiele machen wir in den Bonusfolgen für Mitglieder.
03:49
Hier im Hauptfeed gehen wir eh auf die Meta-Ebene und im Prinzip können wir da diesen Sachverhalt bzw. die Fragestellung so umschreiben: Gerade im Hochkonsum passieren viele Dinge, die im Nachhinein wirklich schwierig sein können zu verarbeiten. Denn gerade im Rausch hat man eine geminderte Kontrolle über sich selbst,
04:10
und wenn der Konsum immer wichtiger wird, er immer einen größeren Platz einnimmt, dann drängt er eben auch andere Werte, die uns wichtig sind, in den Hintergrund. Im ersten Schritt möchte ich gerne mal den Fokus auf das Thema Moral und Sucht legen. In dem Paper „The Moral Voice: In Addiction and Dishealth“,
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Quellen findet ihr wie immer auf meiner Website im Anschluss der Ausstrahlung, habe ich ein sehr spannendes Zitat gelesen von einem Betroffenen, und dieser sagte nämlich sehr direkt: „Moral conduct can’t coexist in addictive behavior.“ Also zu Deutsch: Moralisches Verhalten kann nicht mit süchtigem Verhalten koexistieren.
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Und das ist natürlich erstmal eine sehr krasse Aussage. Aber schauen wir uns vielleicht erstmal kurz an, wie dieses große Wort Moral überhaupt definiert ist. Der Duden beschreibt Moral als die Gesamtheit von Werten, Normen und Grundsätzen, die in einer Gesellschaft das zwischenmenschliche Verhalten regeln und als verbindlich gelten.
05:11
Außerdem beschreibt sie das sittliche Empfinden und Verhalten von Einzelnen oder Gruppen. Und der Konsum psychoaktiver Substanzen kann die Moral eben auf verschiedenen Ebenen beeinflussen. Es kann zum Beispiel zu einer Normverschiebung durch Normalisierung kommen. Wenn es für eine Person völlig klar war, dass man während der Arbeitszeit nicht konsumiert,
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könnte zum Beispiel im Kontext von einer Gruppe, die auch sehr regelmäßig konsumiert und dies auch während der Arbeitszeit tut, diese Normvorstellung verschoben werden oder aufgelöst werden. Das heißt, wir passen unsere Normvorstellung dem Konsum Schritt für Schritt an und vergessen so ein bisschen,
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was eigentlich vor dem Konsum oder außerhalb des Konsums unsere eigenen Normvorstellungen waren. Außerdem passen Menschen ihre Moral auch oft an ihr eigenes Verhalten an. Und das ist erstmal super nachvollziehbar, denn man möchte seine eigenen inneren Widersprüche gerne verringern. Und sollten also aufgrund des Konsums moralische Widersprüche auftauchen,
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zum Beispiel wenn man sich von jemandem Geld leiht für den Konsum, obwohl man weiß, dass man das Geld gar nicht zurückgeben kann, werden an dieser Stelle vielleicht Gedankenkonstrukte gebaut wie: „Haja, die Person hat so viel Geld, es ist okay, dass ich mir Geld leihe und das nicht zurückzahle.
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Ich werde es einfach nicht mehr ansprechen.“ Und so kann sich die eigene Moralvorstellung Schritt für Schritt zugunsten des Konsums verschieben, damit man sich eben nicht selbst so dolle im eigenen inneren Widerspruch fühlt. Und dann haben wir natürlich noch den Verlust der Selbstkontrolle, der die eigene Moral natürlich stark beeinflussen kann.
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Wenn man nur noch eine geminderte Handlungsfähigkeit hat über sein eigenes Handeln, weil man zum Beispiel einen sehr hohen Drang hat, eine Substanz zu konsumieren oder einfach auch stark berauscht ist, werden die eigenen moralischen Grundsätze immer mehr aufgeweicht. Und das kann dann von Lügen, aggressivem Verhalten, Ausnutzen anderer Menschen,
07:06
Beschaffungskriminalität bis hin zur Sexarbeit reichen. Und das ist meistens etwas, was sich wirklich langsam aufbaut und anbahnt und sich wie so eine Art Teufelskreis aufzeigt. Ich würde also dem Zitat, dass moralisches Verhalten mit süchtigem Verhalten nicht koexistieren kann, nicht komplett zusprechen,
07:27
weil es halt eine sehr feministische Aussage ist. Doch der Konsum und die Sucht kann eigene moralische Grundsätze definitiv sehr, sehr stark beeinflussen. Und wenn man dann viel mit anderen Menschen unterwegs ist, die selbst viel konsumieren und Ähnliches erleben, kann dies eben potenziert werden,
07:45
weil man zum Beispiel auch anderes moralisches Verhalten bei anderen wahrnimmt und damit sein eigenes Verhalten wieder rechtfertigt. Und somit wird die moralische Verschiebung nochmal verstärkt. Doch was passiert dann mit dieser verschobenen Moral, wenn man aufhört zu konsumieren? Und auch hier möchte ich gerne wieder ein Zitat aus dem Paper zitieren,
08:08
und zwar: „Silencing the moral voice does not negate one’s values and principles, which are integral to identity.“ Zu Deutsch also: Auch wenn man seine moralische Stimme zum Schweigen bringt, verliert man nicht die eigenen Werte und Prinzipien. Sie bleiben ein zentraler Teil der Identität.
08:26
Unsere Werte und Prinzipien sind also Teil unserer Identität. Und auch wenn wir sie durch den Konsum verschieben, verändern oder versuchen, einfach zum Schweigen zu bringen, sind sie nicht plötzlich weg. Und in anderen Kontexten bzw. wenn man dann nüchtern wird oder seinen Konsum extrem verändert, steht man plötzlich vor dem Dilemma,
08:47
dass man nun realisiert, dass man sehr lange seine eigenen Werte verletzt hat. Und das nennt man dann auch moralischen Schmerz, der eben von einer moralischen Verletzung stammt. Und genau dieser Schmerz kann eben auch zu sehr intensiven Gefühlen wie Scham, Schuld und Selbstverurteilung führen. Und das kann wirklich ganz extremst werden und bis hin zum Selbsthass gehen.
09:09
Und genau das sorgt eben dafür, dass es manchen Betroffenen sehr schwer fallen kann, die Suchterkrankung in sich zu verarbeiten, auch wenn sie zum Beispiel eine Abstinenz aufrechterhalten kann. Und gerade wenn man auch diesen Aspekt nicht mit verarbeitet oder nicht in die Verarbeitung mit einbezieht, kann es auch einfach ein Risikofaktor sein,
09:30
dass die Symptome der Suchterkrankung, also erneuter Konsum, wieder auftreten können. Und deswegen ist es unfassbar wichtig, das anzusprechen, das mitzudenken und mal so ein bisschen zu erforschen, wie es eigentlich um die eigene Moral und eigene Werte steht. Aber Input zur Verarbeitung gebe ich euch ganz am Ende der Folge nochmal genauer.
09:54
Denn vorher möchte ich noch gerne einen Schritt tiefer gehen und zwar die Frage aufwerfen, was zum Beispiel so eine moralische Verschiebung und so eine Negierung der Werte für eine Zeit lang mit unserer Sicht auf unser eigenes Selbst macht.
10:09
Also wie nehme ich meine eigene Identität wahr mit dieser Erfahrung oder vielleicht auch die schwierigen Fragen, vor denen halt manche Betroffene stehen, wenn sie nüchtern werden und dann auf ihre Suchtvergangenheit zurückschauen. Zum Beispiel: Wer bin ich überhaupt noch, wenn ich Dinge tue, die ich nie für möglich gehalten hätte?
10:28
Wer bin ich, wenn ich Grenzen überschritten habe, mich selbst belogen habe, mich in Situationen bringe, die mit meinem früheren Ich gar nichts mehr zu tun hatten? Denn gerade diese Erfahrungen können zu einem gewissen Identitätsverlust führen, den es einfach auch zu besprechen und zu verarbeiten gilt.
10:47
Und gerade von Angehörigen hört man das ja wirklich sehr häufig, den Satz, dass die Person während der Sucht nicht mehr sie selbst war, dass sie ein ganz anderer Mensch war, dass man die Person nicht mehr wiedererkannt hat. Das heißt, dieser Identitätsverlust bzw. dieser Verlust des Selbst, das,
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was einen vorher ausgemacht hat, der wird auch von außen wahrgenommen. Denn manche Menschen hatten, bevor sie angefangen haben zu konsumieren, ein stabiles Selbstbild, was sich häufig auch mit so klaren Rollen identifizieren lässt, wie etwa eine Mutter, ein Partner, eine Kollegin, ein Freund.
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Aber mit zunehmendem Konsum wurden diese Rollen Stück für Stück abgebaut oder sind verloren gegangen. Man hat einen Job verloren, eine Beziehung ist zerbrochen oder auch die soziale Anerkennung schwand halt Stück für Stück. Und irgendwann ist halt von der alten Identität oder der eigenen Selbstzuschreibung, von den Rollen,
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in denen man sich wohlgefühlt hat, nicht mehr so viel übrig. Und was dann eben bleibt, ist sehr häufig ein sehr großes Scham- und Schuldgefühl und aber auch dieses Gefühl: Ich habe mich selbst verloren. Früher wusste ich, wer ich war. Ich konnte mich Rollen zuordnen. Ich habe Rollen gesehen, in denen ich mich wohlgefühlt habe. Doch während der Sucht hat sich das irgendwie aufgelöst und nun stehe ich da.
12:05
Ich möchte mich gerne aus meiner Sucht herausentwickeln, aber ich fühle mich selbst sehr verloren in dem Prozess, weil ich ja erst mal herausfinden möchte, wer ich jetzt noch bin. Und genau das hat die Philosophin Hannah Pickard sehr schön zusammengefasst. Sie sagt nämlich: Sucht verändert nicht nur das Verhalten, sieerschüttert das Selbstbild. Wer sich selbst früher als verlässlich,
12:26
loyal oder kontrolliert erlebt hat, steht plötzlich vor der Frage: Wer bin ich, wenn ich all das nicht mehr bin? Und ich würde dem Ganzen vielleicht noch hinzufügen, dass es eher die Frage auch ist: Wer bin ich, wenn ich das alles so eine lange Zeit nicht mehr war? Und kann ich zu dem Alten wieder zurückkehren?
12:46
Also so im Sinne von: Hat die Erfahrung der Sucht meine Identität ausgehebelt und darf ich meine alte Identität überhaupt noch sein? Das sind unfassbar komplizierte Gedanken und Wege, die aber im Heilungsprozess auf gar keinen Fall vergessen werden dürfen.
13:03
Und Menschen mit Abhängigkeitserkrankung erleben gleichzeitig nicht nur den Identitätsbruch der alten Identität, sondern auch die Zusammenschrumpfung ihrer Identität auf die Sucht. Also das ist der Mensch mit der Suchterkrankung, vielleicht die Person, die es nicht geschafft hat. Und man schrumpft immer auf das Problem zusammen.
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Das nennt man dann Spoilt Identity. Und es gilt dementsprechend, sich nicht nur sozusagen auf den Weg zu machen, seine alte Identität wiederzufinden bzw. sich eine neue Identität zu entwickeln aufgrund der Erfahrung, sondern auch diese sehr problemzentrierte Identität, diese Spoilt Identity,
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loszulassen, die sich nur auf das Suchterleben und auf die Person als Süchtiger bezieht. Das ist eine riesengroße Aufgabe im Heilungsprozess. Allerdings gibt es hier noch eine andere Medaille, und zwar die des Identitätsgewinns durch den Konsum. Und das macht nochmal einen ganz anderen Aspekt auf.
14:03
Denn für manche Menschen war der Konsum dererste Ort, an dem sie ja Zugehörigkeit gefunden haben und durch die Szene, die Clique oder auch einfach das Kollektiv der Konsumierenden daserste Mal in ihrem Leben wirklich ja Gemeinschaft erlebt haben,
14:20
vielleicht einen gewissen Status bekommen haben und auch eine Struktur in ihrem sozialen Umfeld. Und genau durch diese Erfahrung kann man erst eine eigene Identität aufbauen bzw. hat das Gefühl, endlich einen Platz gefunden zu haben, wo man hingehört. Vielleicht ist man plötzlich die Person,
14:38
die für alle die Drogen besorgt oder auch die Person, die alle auf den Raves immer mit Wasser versorgt. Man hat also eine Rolle in seinem Konsumumfeld, die einem Stabilität und auch ein Zugehörigkeitsgefühl gibt. Und wenn man nun aussteigen möchte aus seinem Konsum, steht man wieder vor dem Identitätsproblem, das man vor dem Konsum hatte bzw.
14:58
mit dem Konsum gelöst hat. Und auch hier haben wir wieder eine hohe Schwierigkeit, sich von der Identität zu lösen, weil da geht es ja nicht um eine problemzentrierte Identität, sondern man hat eine Identität, die einem sehr viel gegeben hat, die aber extremst an den Konsum gebunden ist. Und wenn ich nun den Konsum loslasse, werde ich sicher nicht mehr die Person sein,
15:19
die für jeden Drogen besorgt. Aber damit verliere ich auch eine Rolle, die mir vielleicht sehr viel Selbstbewusstsein gegeben hat. Und es ist auch völlig okay, dem auch hinterherzutrauern und anzuerkennen, dass eben der Konsum einem genau diese Möglichkeit zu so einer Erfahrung gegeben hat. Und dann gilt es wirklich herauszufinden,
15:38
wie man diese Erfahrung auch nüchtern machen kann. Wir können uns also mitnehmen: Konsum und Sucht kann das Selbstbild und auch die eigene Moral und auch die Umsetzung der eigenen Werte sehr, sehr stark beeinflussen. Und genau das führt dazu, dass Menschen, die dann gerne ihren Konsum radikal verändern wollen,
15:59
wirklich in diesem Zeitpunkt vor höchst existenziellen Fragen stehen. Wer bin ich eigentlich? Was macht mich aus? Was sind eigentlich meine Werte? Und ich finde, gerade diese Fragen gehen manchmal im Prozess ein bisschen verloren. Und deswegen möchte ich heute ein bisschen darauf hinweisen, dass man diese wirklich auch aktiv für sich angeht.
16:19
Doch bevor wir gleich darüber sprechen, welche Ansätze in der Bewältigung dieser Herausforderung Sinn machen könnten, möchte ich nochmal ganz kurz auf die initiale Frage eingehen: Sind diese Erfahrungen traumatisierend? Also hat mich meine Suchterkrankung traumatisiert mit genau so einer Erfahrung?
16:39
Lasst uns der Frage, ob das wirklich traumatisierend sein kann, mal ein bisschen mehr auf den Grund gehen. Allerdings ist das eher ein Exkurs. Wir haben schon mal sehr, sehr ausgiebig über das Thema Trauma, Bindung und Sucht in der Folge 74 gesprochen. Aber da es ja im Prinzip die einleitende Frage ist, finde ich es eigentlich auch sehr wichtig, das mal ganz kurz zu klären.
17:00
Starten wir vielleicht erst mal mit der Begriffsklärung. Denn nicht jede belastende oder seelisch schmerzhafte Erfahrung ist automatisch ein Trauma im klinischen Sinn. Ein Trauma im engeren Sinne, also nach der Definition von der ICD-11 oder DSM-5, liegt dann vor, wenn eben eine Person ein Ereignis erlebt,
17:19
das mit tatsächlichem oder drohendem Tod, schwerer Verletzung oder sexualisierter Gewalt verbunden war oder eben auch Zeuge davon wurde und darauf mit intensiver Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen reagiert hat. In der Traumaforschung unterscheidet man heute zwischen dem sogenannten Big-T-Trauma, also wirklich diese lebensbedrohlichen,
17:40
schwerwiegenden Ereignisse, von denen ich gerade auch gesprochen habe, und dem Small-T-Trauma. Und mit dem Small-T-Trauma sind chronische emotionale Verletzungen gemeint, Demütigungen, anhaltender Stress oder auch sich immer wieder schutzlos oder ausgeliefert fühlen. Und gerade wenn wir auf die Small-T-Traumas schauen,
18:00
kann man genau diese tatsächlich sehr häufig in Suchtverläufen wiederfinden. Gerade die Erfahrung von immer wieder wiederholtem Kontrollverlust, dem Gefühl von Scham, von Ohnmacht, von Selbstentfremdung, aber auch der ganze Stress, den eine Suchterkrankung mit sich bringt, kann für Betroffene sich wirklich auch traumatisch anfühlen.
18:19
Und das auch, wenn sie jetzt nicht als klassisches Trauma im Sinne von Big-T-Trauma im medizinischen Sinne eingeordnet werden können. Denn es geht eben da nicht um das einzelneerschütternde Ereignis, sondern eben um eine Kette von Grenzverletzungen, wie wir es eben auch gerade in vorherigen Kapiteln schon besprochen haben.
18:38
Und jetzt möchte ich aber auch nochmal unabhängig vom Traumabegriff über die posttraumatische Belastungsstörung sprechen. Denn das ist nicht das Gleiche. Denn eine PTBS entsteht immer dann, wenn wir das Trauma eben nicht verarbeiten konnten. Und dabei spielen eben vier Symptomgruppen eine sehr wichtige Rolle.
18:58
Und zwar einmal die Intrusion, also das ungewollte, plötzliche Wiederleben in Form von Flashbacks und Albträumen, die Vermeidung von allem, was an das Trauma erinnert, sei es Orte, Menschen oder Gefühle, eine Übererregung wie Schlafstörung, starke Schreckhaftigkeit und Reizbarkeit und auch eine negative Veränderung im Denken und Fühlen wie Schuldgefühle,
19:17
das Gefühl von der Entfremdung und das Gefühl, wie innerlich abgestorben zu sein. Und nicht jede belastende Erfahrung, nicht jedes Trauma, sei es Small-T-Traumas oder Big-T-Traumas, führen automatisch zu einer PTBS. Und auch wenn keine PTBS vorliegt, kann es sehr gut sein,
19:36
dass eine Sucht eben aus den schon genannten traumatischen Erlebnissen für Verarbeitungshürden sorgt. Also dass man auch, wie die Person es schon beschrieben hat in ihrem Text, als sie die Frage gestellt hat, immer wieder sozusagen sich an die Sucht erinnert, das Gefühl hat, Gedanken verfolgen ein. Und hier ist es halt wichtig zu bedenken,
19:57
dass nicht jede belastende Erfahrung oder auch viele Small-T-Traumas automatisch zu einer PTBS führen. Aber man kann auch ohne PTBS an sich nagende Erinnerungen und Erlebnisse haben, die einem schwerfallen zu verarbeiten. Und vielleicht noch ein anderer Aspekt, was man im Kontext nicht vergessen darf,
20:17
ist natürlich auch, dass die Komorbidität von einer PTBS und Sucht sehr hoch ist. Denn gerade Menschen, die schwere Traumata erlebt haben und diese eben nicht verarbeiten konnten, nutzen zum Beispiel den Konsum, um die PTBS-Symptome zu regulieren, die Erinnerung an das Erlebte zu verdrängen und sich einfach irgendwie zu sedieren,
20:38
um die Erfahrung aushalten zu können. Und gerade während dem Konsum kann es eben sein, dass genau dieser retraumatisierend sein kann und damit das Trauma immer wieder aktualisiert wird. Und auch das muss man im Hinterkopf behalten, wenn man über das Thema Trauma und Sucht spricht. Aber soweit erst mal der Exkurs.
20:56
Und machen wir hier jetzt bitte noch mal eine Kurve zur Grundfrage: Kann eine Sucht traumatisierend sein? Ja, kann sie. Doch die Anschlussfrage, die sich hier ganz klar stellt, ist: Was verändert dieses Label?
21:08
Und da würde ich sagen, wenn man an sich wirklich klassische PTBS-Symptome wahrnimmt oder auch das Gefühl hat, dass man eine Sucht entwickelt hat aufgrund seiner posttraumatischen Belastungsstörung, es unfassbar viel Sinn macht, sich dementsprechend einen Psychotherapeuten zu suchen, am besten mit einer Kombination aus Trauma und Suchttherapieausbildung, um die adäquate Hilfe zu bekommen.
21:30
Sonst stellt sich jetzt zum Ende dieser Folge nochmal viel mehr die Frage: Was machen wir jetzt? Wie geht man mit diesen belastenden Erinnerungen aus der Konsumvergangenheit um? Und wie kann man diese Erfahrung der Sucht einen guten Ort in der eigenen Biografie zuweisen?
21:50
In diesem letzten Kapitel, wo es über die Verarbeitung der Suchterfahrung geht, möchte ich gerne vier Denkanstöße bzw. Perspektiven mitgeben, die vielleicht schon mal helfen können, die Verarbeitung anzugehen. Und dererste wichtige Punkt ist die innere Haltung gegenüber der eigenen Geschichte. Denn viele Menschen versuchen,
22:09
ihre Vergangenheit wegzuschieben, sie kleinzureden oder auch sich dafür innerlich zu bestrafen. Aber genau dieses Wegdrängen, diese Erfahrung macht die Erinnerungen und auch die Gefühle häufig deutlich stärker bzw. sorgen dafür, dass sie vielleicht eine Zeit lang verdrängt werden können, um dann nur mit einer viel größeren Kraft zurückkommen können.
22:31
Ich beschäftige mich aktuell mit der Akzeptanz und Commitment-Therapie, kurz ACT, und die besagt eben: Je mehr wir gegen unsere Vergangenheit kämpfen, desto mehr bestimmt sie eigentlich unser Leben. Und im Rahmen der ACT-Therapie geht es eben darum, eine Akzeptanz gegenüber der eigenen Vergangenheit aufzubauen. Akzeptanz heißt dabei allerdings nicht,
22:52
alles gut zu heißen, was passiert ist oder sich das vielleicht auch schönzureden, sondern es heißt vielmehr, die Vergangenheit anzuerkennen als das, was sie ist, ein Teil der eigenen Geschichte. Und sie kann nicht mehr verändert werden, aber man selbst kann darüber entscheiden, wie man darüber denkt und welche Bedeutung man ihr für das jetzige Leben gibt.
23:12
Und ganz klassische Fragen, die man in dem Bereich vielleicht mal stellen kann, ist: Was ist mir heute wichtig? Für welche Werte möchte ich selbst stehen, trotz meiner Vergangenheit oder vielleicht sogar gerade wegen meiner Vergangenheit? Und genau diese Haltung kann eben helfen, dass man viel mehr wieder im Hier und Jetzt ankommt und sich genau darauf konzentriert,
23:34
statt die ganze Zeit in so einer Art innerlichen Gerichtssaal immer wieder über die eigene Vergangenheit zu urteilen. Ein weiterer Zugang zu diesem Thema ist das Thema Selbstfreundlichkeit, und zwar vor allem im Umgang mit Scham, Schuld und der Selbstverurteilung. Und hier ist Christine Neff sehr bekannt mit ihrem Konzept des Selbstmitgefühls.
23:55
Und bei ihr bedeutet Selbstmitgefühl, anzuerkennen, dass Fehler wirklich menschlich sind. Und das ist ja häufig auch ein Gedanke, der Menschen sehr umtreibt, dass man das Gefühl hat, man selbst ist die Person, die am meisten im Leben verkackt hat. Und keiner ist so schlimm wie man selbst.
24:13
Und dass ein Leben nicht geradlinig läuft und dass richtig schöne Scheiße passieren kann. So geht es wirklich sehr vielen.
24:20
Und deswegen macht auch zum Beispiel Gruppentherapie immer sehr viel Sinn, um auch einfach ein bisschen das Gefühl zu bekommen, dass man nicht alleine ist mit seinem Problem, mit seiner Vergangenheit, dass es mehreren so geht und dass das eben ein Teil des Menschseins ist. Und im zweiten Schritt begegnet man sich dann selbst mit derselben Fürsorge,
24:41
die man eben auch einem guten Freund entgegenbringen würde. Und gerade den Aspekt habe ich auch sehr stark in meinen Alltag integriert. Ich kann selbst wirklich unfassbar selbstkritisch sein und auch echt hart zu mir und mich schon auch ganz schön dengeln. Und ich habe mir dann wirklich regelmäßig immer vorgestellt, als würde ich das Gleiche, was ich zu mir gerade in dem Moment sage,
25:03
meinem besten Kumpel sagen. Und nicht mal im Gedanken konnte ich es kaum aussprechen, weil ich niemals, nie niemals mit meinem Freund so umgehen würde. Aber zu mir selbst gar kein Problem, kann man richtig Scheiße sein. Und klar, wenn man dann halt versucht, okay, wie würde ich in der gleichen Situation mit meinem Freund sprechen,
25:24
damit es ihm gut geht, damit er sich motiviert fühlt. Und dann diese Sprache wieder auf sich selbst anzuwenden, war auch für mich eine sehr heilsame und gute Erfahrung, um einfach netter zu mir sein. Und auch beim Selbstmitgefühl gilt, dass es hier nicht darum geht, sich die Vergangenheit schönzureden oder sie zu verdrängen. Es geht eher darum,
25:44
die Fähigkeit aufzubauen, sich nicht länger innerlich dafür zu verprügeln, dass man halt als Mensch fehlbar ist. Und im Rahmen der Sucht, dass es nun mal auch eine Erkrankung ist, die zu diesen Konsequenzen geführt hat. Es gibt inzwischen auch schon ein bisschen Forschung zum Selbstmitgefühl im Kontext von Sucht.
26:00
Und die hat eben auch gezeigt, dass Selbstmitgefühl wirklich auch die Nüchternheit stabilisiert und eben auch die eigene Emotionsregulation unterstützt. Der dritte Zugang ist für mich die aktive Frage nach der eigenen Identität. Und zwar wirklich die aktive Beschäftigung mit der Frage: Wenn ich nicht mehr konsumiere, wer bin ich dann?
26:22
Was macht meine Identität überhaupt aus? Also welche Rollen möchte ich einnehmen? Freundin, Vater, Kollegin, Ehrenamtlicher? Also wirklich zu gucken, okay, in welchen Rollen verordne ich mich im Alltag? Aber auch welche Werte möchte ich verkörpern? Sich wirklich auch mal vielleicht so einen Wertetest machen. Ich packe mal eine in die Folgenbeschreibung,
26:43
um mal für sich ein bisschen herauszufinden, welche Werte sind mir eigentlich wichtig? Was gibt mir Orientierung in meinem Leben? Welche Werte geben mir Orientierung in meinem Leben? Und dann auch die Frage, wo finde ich neue Zugehörigkeit? Also vielleicht in der Sportgruppe, in der Selbsthilfe, bei neuen beruflichen Aufgaben oder auch einfach in Freundschaften.
27:03
Vielleicht kann man auch alte Freundschaften wieder aktivieren, alte Beziehungen wieder stärken. Hier gilt es einfach für sich zu gucken, was gibt mir Halt und was kann ich für mich reaktivieren? Und wenn vielleicht eine Freundschaft oder eine Person besteht, wo man sich das vielleicht mal traut,
27:22
dann vielleicht auch mal fragen: Hey, wie siehst du mich eigentlich? Oder wie würdest du mich in drei Worten beschreiben? Und sich auch einfach mal ein bisschen Feedback zu holen. Weil gerade, wenn man sich sehr unsicher fühlt und auch gerade so im eigenen Selbstgericht ist, fantasiert man sehr häufig darüber, dass die Person wirklich nur negative Ideen von einem haben.
27:43
Und hier kann man sich auch einfach mal Feedback holen, um diese Annahme für sich mal abzugleichen. Und als vierte und letzte Idee, die ich gerne noch einbringen möchte, wäre die Perspektive des posttraumatischen Wachstums. In der Psychologie gibt es das Konzept des posttraumatischen Wachstums, das eben beschreibt, dass Menschen im Anschluss an eine schwierige,
28:04
krisenhafte Phase eine positive Veränderung erleben können. Und da ist erst mal wichtig, das passiert nicht von selbst, sondern steht ganz klar in Verbindung mit der eigenen Reflexion und Aufarbeitung des Vergangenen.
28:18
Aber es konnten halt verschiedene, ja, typische Wachstumsbereiche festgestellt werden, die eben genau nach so einer Erfahrung eintreten können. Es kann zum Beispiel zu einer tieferen Wertschätzung für das Leben kommen. Und man sieht plötzlich, was im Leben wirklich zählt. Es kann dazu kommen, dass man stärkere und ehrlichere Beziehungen führt,
28:38
weil man halt auch viel mehr gelernt hat, was einem gut tut und was nicht. Und vielleicht auch gelernt hat, welche Beziehungen zu einem passen und welche nicht. Es kann einem ein Gefühl von innerer Stärke geben. Also ein bisschen so, wenn ich das geschafft habe, dann kann ich noch ganz viele andere Herausforderungen meistern. Man erkennt vielleicht neue Perspektiven und Möglichkeiten im Leben, die man vorher nicht gesehen hat.
29:00
Und manchmal kommt es auch zu einer neuen oder spirituellen oder existenziellen Verankerung, so ein neues Verständnis vom Sinn. Das hört sich jetzt halt sehr groß an. Ich wollte aber gerne mal die verschiedenen Ideen reingeben. Und da kann man jetzt auch mal für sich prüfen, welche eventuell zu einem passen und ob man vielleicht an manchen Aspekten auch etwas gewonnen hat.
29:20
Aber das bedeutet aber natürlich nicht, dass jetzt die traumatische Vergangenheit plötzlich ein Grund zur Freude sein muss oderähnliches. Trotzdem ist es okay, den Schwerpunkt auch mal darauf zu legen, dass aus dieser wirklich herausfordernden Zeit auch Neues, Heilendes und Schönes für einen selbst entstehen konnte.
29:41
So, ihr Lieben, wir sind jetzt schon fast am Ende dieser Folge, aber eine Frage bleibt tatsächlich noch offen von der Anfrage. Und zwar: Wo bekomme ich Hilfe? Ich sehe mich nicht mehr als, ja, klassischer Fall für die Suchthilfe, hieß es ja in der Anfrage. Wo gehe ich jetzt mit diesen Herausforderungen hin?
29:57
Und ich würde erst mal grundlegend sagen, dass du trotz drei Jahren Nüchternheit auf jeden Fall in die Suchtberatung gehen kannst, genau mit diesen Herausforderungen. Denn das ist ganz klare Stabilisierung der aktuellen Situation und ganz normaler Teil der Suchtberatung. Und das kannst du auch online machen. Da gibt es nämlich DigiSucht.
30:17
Das ist kostenlos und geht auch anonym. Und der Link dazu ist auch einfach in den Shownotes. Aber wir haben in dieser Folge auch immer öfters über Gruppenzugehörigkeit gesprochen. Und da möchte ich jetzt schon auf ein Interview aufmerksam machen, mit dem wir im September aus der Sommerpause starten. Denn da spreche ich mit Mika Döring vom Deutschen Recovery Verein über das Thema Recovery.
30:38
Und genau dieses Thema deckt auch sehr stark die Fragen ab, die in der Anfrage eben gestellt wurden, aber eben aus einer betroffenen Perspektive, die sich empowern, die gemeinsam für ein selbstbestimmtes, schönes Leben nach der Sucht kämpfen. Und mit dem Interview gibt es sicher noch viele weitere Einsichten.
30:59
Und vielleicht ist es auch eine Inspiration für dich, eben der Recovery Community beizutreten. Im September findet nämlich auch der allererste Recovery Lauf in Deutschland statt. Und den Link dafür packe ich euch auch gleich in die Folgenbeschreibung. Sonst habe ich nur noch eine kleine Randnotiz für euch.
31:16
Diese Folge gab es auch am Donnerstag letzte Woche als Webinar für alle Psychoaktiv Plus Mitglieder. Und das bedeutet, es gab eine Präsentation, man konnte teilnehmen, wir sind in Diskussionen gegangen. Und falls du auch Interesse hast, den Podcast zu unterstützen und solche Veranstaltungen mitzunehmen,
31:37
findest du den Link zur Mitgliedschaft auch in der Folgenbeschreibung. Und ja, mit diesen Worten verabschiede ich mich heute und freue mich auf eine kleine Pause. Die Sommerpause geht bis zum 11. September. Ich werde über die Sommerpause mal wieder ein paar gute, alte Psychoaktiv Folgen hochladen, um vielleicht die neuen Hörer auch mal darauf aufmerksam zu machen.
31:58
Und ja, dann würde ich sagen, einen wunderschönen Sommer wünsche ich euch allen. Und wir hören uns im September. Tschüss.
