Lebensqualität und Substanzkonsum

In dieser Folge geht es um die Frage, wie wir Gesundheit und Veränderung bei Substanzgebrauchsstörungen eigentlich messen. Häufig steht dabei der Konsumstatus im Mittelpunkt: Wer abstinent ist, gilt als stabil, wer weiter konsumiert, wird schneller als gefährdet oder „nicht genesen“ eingeordnet. Doch diese Sicht greift zu kurz. Die Folge stellt deshalb das Konzept der Lebensqualität in den Mittelpunkt und fragt, wie körperliches Befinden, psychische Stabilität, soziale Beziehungen und das eigene Umfeld in die Bewertung von Veränderungsprozessen einbezogen werden können.

Grundlage der Folge ist meine Masterarbeit zur Beziehung zwischen Lebensqualität und der Remission substanzbezogener Störungen. Anhand theoretischer Einordnung und eigener qualitativer Interviews zeige ich, warum nicht-abstinente Veränderungsprozesse differenzierter betrachtet werden sollten. Es geht um Salutogenese, Stigmatisierung, repressive Drogenpolitik, Selbstheilung und die Frage, wie Menschen ihren Konsum verändern können, ohne dass Abstinenz der einzige Maßstab für Stabilisierung bleibt.

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Lebensqualität und Substanzkonsum

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PODCAST-METADATEN
Folge: 53
Erscheinungsdatum: 20.10.2020
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Lebensqualität und Substanzkonsum
Sprecher: Stefanie Bötsch

Typ: Transkript

00:11
Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkohol-Podcast mit Stefanie Bötsch. Zieht’s euch rein.

00:24
Diese Podcast-Folge wird euch präsentiert von Safe Party People Frankfurt.

00:31
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Psychoaktiv. Und wie ihr vielleicht am Titel schon gemerkt habt, reden wir heute über meine Masterarbeit.

00:43
Ja, eigentlich wollte ich ja in der Folge nach der DMT-Folge gerne über die Veränderungen, über das Abhängigkeitssyndrom in der ICD-11 sprechen, aber mir wurde relativ früh jetzt mein Kolloquium und beziehungsweise meine Verteidigung für die Masterarbeit reingedrückt. Und dementsprechend,

01:03
ja, habe ich jetzt nochmal die Folge zum Abhängigkeitssyndrom in der ICD-11 nach hinten verschoben. Also, es wird die nächste Folge sein, ist aber gar nicht so schlecht, weil in meiner Masterarbeit setze ich mich ja recht kritisch mit dem Konstrukt des Abhängigkeitssyndroms oder mit der Diagnose auseinander. Und dementsprechend ist das vielleicht auch eine gute Grundlagenfolge.

01:23
Deswegen habe ich mich auch entschlossen, dass es vielleicht ganz gut passt. Also, für die Menschen, die sich seitdem fragen, wann denn endlich die ICD-11 Abhängigkeitssyndrom-Folge rauskommt, ich verspreche es euch, weil sie ist eigentlich auch fast fertig gescriptet, sie kommt als nächstes dran. Und jetzt kommen wir zu meiner Masterarbeit. Für die Menschen,

01:43
die mir auch auf Instagram folgen, da findet ihr mich unter psychoaktiv.podcast oder auch über LinkedIn. Die haben vielleicht mitbekommen, dass ich, ja, Anfang des Jahres, als ich angefangen habe, meine Masterarbeit zu schreiben, einen Interviewaufruf, ja, gestartet habe, in dem ich nach Menschen gesucht habe,

02:02
die sich selbstständig aus einer Abhängigkeitserkrankung oder einem sehr, ja, eskalierenden Konsummuster herausentwickelt haben, ohne professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und auch nicht abstinent leben. Das war mir ganz wichtig, dass ich eben nicht diese Selbstheilung mit Abstinenz gleichsetze.

02:22
Und ja, erstmal wollte ich mich dann an diesem Punkt bei all den Menschen bedanken, die sich bei mir gemeldet haben. Das war schon für mich der absolute Wahnsinn. Das haben sich, ja, ich glaube, weit über 100 Menschen bei mir gemeldet, die Bock hatten, ja, an so einem Interview teilzunehmen.

02:39
Und das ist natürlich eine sehr luxuriöse Position für die Menschen, die auch, ja, Masterarbeit schreiben wissen, vielleicht, wie unfassbar schwer das ist, auch Interviewpartner, Interviewpartnerinnen zu finden für seine Arbeit. Ich hatte eher alle Hände voll zu tun, allen zu antworten. Ich glaube,

02:57
ich habe es auch tatsächlich nicht ganz geschafft, weil das wirklich, das kam dann auch an einem Tag so alles aufeinander. Das war echt ein bisschen krass. Aber ich war halt auch einfach mega dankbar, aber auch an dem Punkt ein bisschen überfordert, weil ich niemals mit so vielen, ja, Interessierten gerechnet habe. Naja, auf jeden Fall war das sozusagen die Grundlage meiner Studie, dass das meine Interviewpartner, Partnerinnen geworden sind.

03:20
Und es geht nur indirekt tatsächlich um diesen Selbstheilungsaspekt in meiner Arbeit, sondern um euch vielleicht mal den kompletten Titel meiner Arbeit zu sagen. Das war „Die Beziehung zwischen Lebensqualität und der Remissionsubstanz bezogenen Störungen. Eine kritische Auseinandersetzung mit der pathogenetischen Sicht auf das Abhängigkeitssyndrom“.

03:41
Bisschen verkopft, der Titel, fand ich tatsächlich auch, aber irgendwie habe ich keinen einfacheren mehr gefunden. Aber ich finde, er trifft den auch relativ gut auf den Punkt. Was es aber jetzt alles genau bedeutet, beziehungsweise um was es in meiner Masterarbeit geht, da führe ich euch jetzt in dieser Folge durch. Im Prinzip waren die zwei Forschungsfragen, die meine Arbeit geleitet haben,

04:03
ganz grundlegend: Welche Beziehung besteht zwischen Lebensqualität und der Remissionsubstanz bezogenen Störung? Also Remissionsubstanz bezogenen Störung, vielleicht noch an dem Punkt zur Erklärung, bedeutet einfach die Selbstheilung, das Nachlassen der Symptome einer Störung.

04:19
Und die zweite Fragestellung war auch: Welche Faktoren bestimmen eine erfolgreiche Remission substanzbezogener Störungen ohne Abstinenz? Also was braucht man, um ohne Abstinenz stabil weiterzuleben? Und ja, das hat alles so ein bisschen geleitet und ich führe euch jetzt durch die Theorie meiner Arbeit und auch durch meine Ergebnisse am Ende.

04:41
Es wird ein bisschen eine andere Folge als sonst, weil ich mich logischerweise auch an meinem Forschungsvorhaben in der Masterarbeit orientiere. Aber wie ihr das von mir kennt, ich gebe mir natürlich alle Mühe, dass ihr das auch gut versteht. Und auch wenn ihr jetzt schon beim Titel gedacht habt, okay, was ist denn das für ein verkopftes Thema? Ja klar, es geht so ein bisschen ins Philosophische vielleicht,

05:02
beziehungsweise ins Theoretische, weil man sich eben kritisch mit dem Abhängigkeitssyndrom auseinandersetzt. Aber es ist auch relativ gut greifbar. Also ich führe euch dadurch, keine Angst, und das ist dann schon nachvollziehbar. Und ich hoffe, ihr könnt dann auch für euch interessante Dinge daraus ziehen.

05:21
Bevor ich mich mit den theoretischen Konstrukten wie die Lebensqualität, aber auch, ja, das Phänomen der Selbstheilung auseinandergesetzt habe, war es für mich in meiner Masterarbeit erstmal sehr wichtig, ja, einen Begriff zu finden für die Ausrichtung,

05:37
wie ich überhaupt auf Substanzkonsum und das Abhängigkeitssyndrom schaue und mich dahingehend auszurichten. In meinem Titel habt ihr ja schon gehört, dass es eine kritische Auseinandersetzung mit der pathogenetischen Sicht auf das Abhängigkeitssyndrom ist. Und vielleicht muss man an dieser Stelle erstmal erklären,

05:58
was ist eigentlich die Pathogenese? Das ist eigentlich relativ einfach zu erklären, weil die Pathogenese beschäftigt sich, ja, mit der Fragestellung, was macht uns krank? So, und wenn ich jetzt ein Abhängigkeitssyndrom pathogenetisch betrachte, dann sehe ich sozusagen den Substanzkonsum, also jeglichen Substanzkonsum,

06:19
als krankmachende Faktoren, die im Abhängigkeitssyndrom münden. Also im Prinzip auch das, was sozusagen in dem öffentlichen Diskurs sehr viel, ja, kritisiert und diskutiert wird, ist halt tatsächlich dieser Substanzkonsum, vor allem beim illegalisierten Substanzkonsum, als per se schlecht zu bezeichnen.

06:39
Und das ist ein bisschen problematisch, denn wenn ich pathogenetisch dann auf das Abhängigkeitssyndrom draufschaue, dann habe ich ein ziemliches Schwarz-Weiß-Denken, was daraus entsteht. Denn ich habe das Abhängigkeitssyndrom, den Konsum, der zu dem zur Abhängigkeit führt, das heißt, jeder Konsum ist schlecht. Und das Gegenteil von diesem Abhängigkeitssyndrom ist die Abstinenz,

06:59
die sozusagen die Heilung verspricht und auch einfach das ist, wo man hinmöchte. Dieses Schwarz-Weiß-Denken nimmt uns im Prinzip alle Handlungsmöglichkeiten oder viele Handlungsmöglichkeiten, weil auch irgendwie alle, ja, Ansätze, die wirklich konsumintegrierend sind, in dieses Modell gar nicht richtig reinpassen.

07:21
Oder wenn jemand sozusagen konsumintegrierend beziehungsweise konsumakzeptierend arbeitet, aber eigentlich so eine stark pathogenetische Sicht hat, kann das halt im Prinzip auch nicht authentisch machen. Also da kann man so viel rumreden, wie man möchte. Das wird einfach ein bisschen schwierig. So, und was ist denn jetzt halt das Gegenteil der Pathogenese? Das Gegenteil der Pathogenese ist die Salutogenese.

07:42
Und die Salutogenese beschäftigt sich, ja, ganz stumpf gesagt, mit der Frage, was hält uns gesund? Und da geht es sozusagen mehr darum, wenn man das jetzt halt auf den Substanzkonsum und das Abhängigkeitssyndrom bezieht, geht es darum, dass man sich eben überlegt, okay, es gibt den Substanzkonsum, da kann eine mögliche Folge das Abhängigkeitssyndrom sein,

08:04
aber wir beschäftigen uns viel mehr damit, was uns gesund hält, was kann man innerhalb des Konsums tun und innerhalb dieses Status des Konsums tun, damit wir gesund bleiben und eben gar nicht erst ein Abhängigkeitssyndrom entwickeln oder eben eine Situation schlimmer zu machen. Ein salutogenetischer Ansatz sagt immer im Prinzip, dass man versucht, dahingehend zu arbeiten,

08:23
dass die Situation stabil bleibt oder sich verbessert. Das ist sozusagen das Ziel der Salutogenese. Und das versteht sozusagen Gesundheit als ein Kontinuum. Und auch das macht das sehr viel, ja, flexibler. Also es gibt nicht dieses Schwarz-Weiß in krank-gesund, sondern man kann sich vielleicht vorstellen, Gesundheit ist wie so ein Kontinuum von 1 bis 10.

08:44
Und jetzt mal ganz beispielhaft, wenn ich zum Beispiel weiß, dass ich meinen Konsum reduzieren möchte und ich trinke aktuell drei Bier pro Tag und schaffe es, ja, okay, vielleicht machen wir es mal ein bisschen mehr, ich trinke zwei Flaschen Wein pro Tag. Und ich schaffe es, über ein Jahr meinen Konsum auf ein Glas Wein pro Tag zu reduzieren,

09:06
was ja ein wahnsinniges, ja, ein wahnsinniger Erfolg ist. In der Pathogenese wäre auch das so ein bisschen, also es würde eher sehr kritisch betrachtet werden, weil mit zwei Flaschen Wein pro Tag bin ich relativ sicher in einem Abhängigkeitssyndrom drinnen, weil das kann schon einen ordentlichen Impact auf meinen Alltag, auf meinen Körper etc.

09:27
haben. Und dann wird natürlich von mir erwartet, dass ich abstinent bin, weil ich ja eventuell ein Abhängigkeitssyndrom erfülle. Ja, aber in der Salutogenese würde man sozusagen sagen, oh hey, das ist doch ein wahnsinniger Fortschritt, was diese Person gemacht hat, weil sie hat von zwei Flaschen Bier auf ein Glas Wein pro Tag reduziert und ist sozusagen in einem Gesundheitskontinuum,

09:46
was den Alkoholkonsum betrifft, einen ordentlichen Schritt nach vorne gegangen und hat sozusagen ihre Situation verbessert. Also wie ihr merkt, vielleicht nicht, dass ich das allerste Beispiel jetzt gewesen bin, aber wir, ich glaube, ihr versteht dann das Prinzip, dass es eben in der Salutogenese wirklich darum geht, Gesundheit als, ja, flexiblen Zustand zu sehen, als Kontinuum-Zustand zu sehen.

10:05
Und das war im Prinzip die Grundlage meiner Arbeit, erstmal zu sagen, hier, ich habe einen allgemeinen salutogenetischen Blick auf den Substanzkonsum und die Abhängigkeitserkrankung, weil wenn ich den nicht habe, dann wird es ein bisschen schwierig. Also mein Forschungsvorhaben oder dass ich Menschen mit einem Abhängigkeitssyndrom, die aktuell nicht abstinent leben,

10:25
überhaupt in meine Forschung mit einbeziehe, das wäre in einer pathogenetischen Weise sehr schwierig, weil die Flexibilität nicht da ist. Werbung.

10:36
Es ist die Vorweihnachtszeit und ganz ehrlich, das ist meine persönliche Lieblingszeit. Deswegen gibt es auch die Psychoaktiv Plus Weihnachtsaktion. Bis zum 26. Dezember bekommt ihr den ersten Monat von Psychoaktiv Plus geschenkt.

10:57
Ihr könnt dann Psychoaktiv werbefrei genießen, in die Bonusfolgen reinhören und in den Zusatzartikeln schmökern und so durch Fallbeispiele mehr in die Praxis kommen oder euch mit Themen wie existenzielle Suchttherapie beschäftigen. Der Link zu Psychoaktiv Plus ist dererste in der Folgenbeschreibung und ich freue mich riesig,

11:17
euch dort dann begrüßen zu dürfen. Und jetzt viel Spaß mit der weiteren Folge.

11:25
Das ist also die Grundausrichtung der Arbeit gewesen, nur halt, man muss ja sozusagen, wenn man eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, dem Ganzen einen Namen geben. Man kann es natürlich auch akzeptanzorientierend in dem Sinn nennen, aber da ich mich ja wirklich auch an der Diagnose abarbeite, ist sozusagen, ja, die Beschäftigung mit der Pathogenese und Salutogenese deutlich klarer, meiner Meinung nach.

11:47
Genau. So, aber wie ihr schon gemerkt habt, in meinem Titel geht es ja vor allem um die Lebensqualität. Was ist eigentlich die Lebensqualität? Das ist überhaupt nicht einfach zu beantworten, denn die Lebensqualität hat keine klare einheitliche Definition.

12:04
Ich habe mich in meiner Arbeit an den Annahmen der WHO orientiert und die teilt sozusagen die Lebensqualität in vier Dimensionen ein. Und zwar einmal in die körperliche Gesundheit, einmal in den psychischen Zustand, einmal in soziale Beziehungen und das vierte ist Umfeld. Bei körperlicher Gesundheit gehört dann zum Beispiel,

12:25
ja, die Aktivitäten des täglichen Lebens dazu, die Mobilität, die Energie und Erschöpfung, Schmerz und Beschwerden und so weiter. Beim psychischen Zustand haben wir negative Gefühle, die positiven Gefühle, Selbstbewusstsein, aber auch Spiritualität. In den sozialen Beziehungen hat man eben, was man für eine soziale Unterstützung hat,

12:45
aber auch Punkte wie sexuelle Aktivität und wie man sich im Freundeskreis fühlt. Und die Komponente des Umfelds geht um die finanziellen Ressourcen, um die Freiheit, psychische Gesundheit und Sicherheit, die häusliche Umgebung, der Transport aber auch. Also es geht sehr viel darum, in welchem Umfeld bewege ich mich.

13:04
Ich finde die Theorie der Lebensqualität total praktisch, auch wenn sie gar nicht so arg in Deutschland verbreitet ist. Ich habe tatsächlich ein Seminar, als ich in Litauen mein Auslandssemester gemacht habe, zur Lebensqualität beziehungsweise Quality of Life gemacht, weil ich sie sehr komplett finde auf der einen Seite.

13:20
Wir haben, wie auch beim, also man redet ja auch bei der Abhängigkeitserkrankung oft vom biopsychosozialen Modell, da sind wir im Prinzip auch alle Punkte mit drinnen. Aber die Lebensqualität hat halt eben noch diesen Faktor, dass dieses Umfeld wirklich nochmal extra benannt wird.

13:38
Also in welcher Umgebung bin ich? Das wird im biopsychosozialen Modell unter diesen sozialen Aspekt mit reingetan. In der Lebensqualität ist es halt eben ein extra Aspekt. Und ich finde es bei der Abhängigkeitserkrankung und beim Substanzkonsum total wichtig, auf diesem Punkt auch einen Mitfokus zu legen.

13:57
Da reden wir gleich darum, warum. Weil das eben eine große Rolle spielt. Und das Wichtige bei der Lebensqualität ist eben auch, dass es sich immer um die subjektive Einschätzung des Individuums handelt. Also es geht nicht darum, dass ich zum Beispiel als Behandlerin sage: „Aha, ich glaube, du siehst das so und so und schätze das ein“,

14:17
sondern dass es wirklich um die subjektive Einordnung geht, die den Mensch empfindet. Und das Praktische an der Lebensqualität ist, dass es sowohl in der Pharmaindustrie als auch in der klassischen Medizin durchaus schon verwendet wird, auch in Deutschland.

14:33
Das schöpft sich so ein bisschen daraus, dass die Lebensqualität oder dass sich auch in der Medizin und auch in der Pharmaindustrie gemerkt wurde, dass dieses Schwarz-Weiß-Denken der Pathogenese durchaus auch problematisch ist. Warum? Das ist vielleicht mit einem Beispiel am leichtesten zu erklären.

14:50
Früher gab es oder wurden trizyklische Antidepressiva relativ häufig verschrieben. Denn trizyklische Antidepressiva, die haben auch super funktioniert. Also die trizyklischen Antidepressiva, die haben sehr toll antidepressiv gewirkt. Die Problematik an diesen trizyklischen Antidepressiva war aber,

15:11
dass man sehr, sehr schnell sehr viel zugenommen hat. Menschen haben sich total wie in Watte gefühlt. Die Libido war sehr herabgesetzt. Also es hatte ziemlich große Auswirkungen auf andere Bereiche des Lebens, was dazu geführt hat, dass Menschen aufgehört haben, die zu nehmen, beziehungsweise diese trizyklischen Antidepressiva auch oft einfach abgesetzt wurden von den Patienten und Patientinnen.

15:33
Und dementsprechend werden sie heutzutage nicht mehr so viel verschrieben. Und das ist eben, um es mal so zu sagen, der Aspekt der subjektiven Lebensqualität, das mit einbezogen wird. Wie fühlt sich der Mensch, der diese Antidepressiva nimmt, um da dementsprechend dann auch zu gucken, okay, ist das ein Medikament, was wir überhaupt auf den Markt bringen wollen? Macht das Medikament total Sinn?

15:53
Wie ist die Compliance, also die Annahme der Patienten, der Patientinnen? Und dazu wird halt in der Pharmaindustrie und auch in der Medizin durchaus das Konstrukt der Lebensqualität mit eingebunden, weil man sozusagen gesagt hat, okay, diese objektive Meinung von: „Ist jemand gesund oder krank?“ ist nicht mehr ausreichend. Wir brauchen eben noch eine subjektive Ebene,

16:13
um die Situation des Menschen besser auch einschätzen zu können. Allerdings wird natürlich nicht komplett von diesem objektiven krank und gesund abgerückt.

16:23
Und deswegen habe ich das zum Beispiel in meiner Masterarbeit auch nicht gemacht, denn es ist einfach unrealistisch, dass die komplette klassische Medizin auf ein salutogenetisches System umsteigt und Gesundheit und Krankheit nur noch als Kontinuum versteht, denn dann würde auch unser Diagnosesystem aktuell keinen Sinn machen.

16:40
Und ich wollte schon, dass meine Arbeit so ein bisschen einen Realitätsbezug hat und nicht zu sehr auch abdriftet in: „Was wäre, wenn?“ Und deswegen habe ich mich entschieden, mich mehr auf diesen Lebensqualitätsaspekt zu stützen, der halt eben in der Medizin und Pharma schon verwendet wird und dementsprechend auch ein gewisses Ansehen auch interdisziplinär hat,

16:59
was ich total wichtig finde, weil vor allem, wenn man Sozialarbeiter, Sozialarbeiterin ist, ist es manchmal schwer, in diesem klinischen Bereich auch wirklich Gehör zu finden. Und dementsprechend finde ich es auch wichtig, einfach mit Modellen zu arbeiten, die schon existieren. Gut, dann haben wir erstmal verstanden, was Lebensqualität ist.

17:16
Und ich habe euch gerade gesagt, dass die Umfeldvariable total wichtig ist für die Betrachtung von einem Abhängigkeitssyndrom. Warum? Das konnte ich schon teilweise in meiner theoretischen Auseinandersetzung klären und mich auf andere Studien stützen. Und das erkläre ich euch jetzt.

17:38
Der Punkt ist nämlich, beim Abhängigkeitssyndrom geht es nicht nur um das Individuum an sich, sondern wirklich auch total, welcher Einfluss von Menschen, die Substanzen konsumieren und Menschen mit Abhängigkeitssyndrom, das komplette Umfeld und die Welt haben,

17:56
in der wir leben, beziehungsweise ja die staatlichen Vorschriften, in denen wir leben. Denn die haben ja durchaus auch Einfluss auf die Wahrnehmung meiner Lebensqualität oder wie es mir einfach geht. Und das ist natürlich beim Konsum vor allem von illegalisierten Substanzen schon was ganz anderes und findet man auch nicht so in dem Rahmen,

18:17
wie zum Beispiel bei Menschen mit Depressionen. Und zwar, was ich natürlich meine, ist das Leben mit einer repressiven Drogenpolitik, wenn ich illegalisierte Substanzen konsumiere, und das Leben mit Stigmatisierung, vor allem, wenn ich illegalisierte Substanzen konsumiere. Aber auch die Stigmatisierung trifft natürlich auch Menschen, die eine Abhängigkeit entwickeln,

18:38
sehr viel auch Alkohol konsumieren, zum Beispiel, die halt dahingehend einem Stigma ausgesetzt sind. Schauen wir mal in diese zwei Aspekte ein bisschen tiefer rein. Wenn man jetzt den aktuellen Jahresbericht von Daniela Ludwig anschaut, ja, okay, ich berichte mich an dem Punkt, natürlich ist nicht mehr Daniela Ludwig die neue Drogenbeauftragte,

18:58
aber ich habe trotzdem mich auf den Jahresbericht von 2021 von Daniela Ludwig gestützt. Warum? Weil natürlich die CDU 16 Jahre an der Macht war und halt sehr viel auch geprägt hat, wie in Deutschland mit Drogen umgegangen wird. Und alles, was jetzt sozusagen neu aufgesetzt wird, auch mit Blinat als Drogenbeauftragter,

19:18
das sieht schon alles so viel besser aus, kann einen schon sehr optimistisch stimmen. Trotz allem sah es ja in der Vergangenheit deutlich anders aus. Naja, und was sagt dieser Drogenbericht? Der sagt zwei primäre Prioritäten, die gesetzt werden. Und das ist einmal die Bekämpfung der organisierten Drogenkriminalität und die Reduktion der Nachfrage von sogenannten Suchtstoffen.

19:40
Und wenn man das anschaut und wenn man das liest, dann ist es eigentlich ganz klar, wir wollen das Substanzkonsum vermeiden, der soll vermieden werden. Und das ist die Ausrichtung von unserer Drogenpolitik, die wir machen.

19:51
Das ist aber, wenn ich gar nicht möchte, dass mein Konsum vermieden wird und ich fein mit meinem Konsum bin, das ist dann an dem Punkt erstmal egal, denn die Verfolgung wird ja trotzdem stattfinden und auch die Verfolgung von Konsumierenden. Das heißt, wenn ich Cannabis rauche, wenn ich Amphetamin konsumiere, ist es halt, wenn ich was dabei habe, immer eine Problematik,

20:12
die mir halt wirklich auch strafrechtliche Konsequenzen zuführen kann. Darüber hinaus, weil es keinen geregelten Markt gibt, ist man immer mit einem kriminellen Milieu in Kontakt, wenn man seine Substanzen kaufen möchte und ist natürlich auch Verunreinigungen aus dem Schwarzmarkt ausgesetzt.

20:27
Das sind natürlich alles Aspekte, die Einfluss auf meinen eigenen Konsum haben und auch Einfluss auf meine eigene Lebensqualität mit meinem Konsum und die eben von dem Umfeld oder in der Welt, in der wir leben, beeinflusst werden.

20:44
Eng damit verwoben ist dann eben auch die gesellschaftliche Stigmatisierung, wenn man Substanzen konsumiert. Erstmal vielleicht kurz, was Stigma überhaupt bedeutet. Unter einem Stigma versteht man ein körperliches oder soziales Merkmal, das dazu dient, den Merkmalsträger abzuwerten und ihn als unwürdig kennzeichnet, die volle soziale Akzeptanz zu erhalten.

21:04
Und diesen Aspekt haben wir ja wirklich sehr oft bei Substanzgebrauchenden in verschiedenen Sparten. Man unterscheidet da unter öffentlicher Stigmatisierung. In der öffentlichen Stigmatisierung geht es ganz kurz darum, dass ja Menschen mit einer Substanzgebrauchsstörung die Schuld an der Entwicklung einer Substanzgebrauchsstörung zugewiesen werden.

21:25
Sie werden als gefährlicher wahrgenommen und Menschen, die illegalisierte Substanzen konsumieren, werden automatisch auch mit kriminellem Verhalten in Verbindung gebracht. In der institutionellen Stigmatisierung haben wir einmal diese rechtlichen Vorgaben von der repressiven Drogenpolitik, die ich ja gerade schon genannt habe, aber auch das Abstinenzparadigma, dass man eben sagt,

21:44
ja, um halt auch eine Psychotherapie zu bekommen, also wirklich eine Psychotherapie, muss man innerhalb von zehn Sitzungen eine Abstinenz verweisen, wenn man ein Abhängigkeitssyndrom hat. Auch das ist im Prinzip ein strukturelles oder institutionelles Stigmatisieren von Substanzgebrauchenden. Und diese gesellschaftliche Herabwürdigung von Substanzgebrauchenden kann dann eben auch in eine Selbststigmatisierung führen.

22:05
Das heißt, Menschen, die illegalisierte Substanzen konsumieren, ja, verurteilen sich selbst, machen sich selbst nieder, herabwürdigen sich selbst. Und das führt halt dann gleichzeitig zu einer geminderten Selbstwirksamkeit und ein geringeres Selbstwertgefühl. Und genau so eine Selbststigmatisierung kann eben auch dazu führen,

22:24
dass es halt den Menschen viel schwerer fällt, Hilfe anzunehmen. Das heißt, um das mal kurz zusammenzufassen, diese Stigmatisierung von Menschen, sei es auch in Form von repressiver Drogenpolitik, sei es aber auch in Form von einem Abstinenzparadigma, das irgendwann auch dazu führt, dass man sich selbst wertlos fühlt, führt natürlich auf einen ganz direkten Einfluss,

22:44
wie es Menschen, die Substanzen konsumieren, geht. Und dabei müssen sie im Prinzip auch noch nicht mal eine Abhängigkeitserkrankung entwickelt haben. Eine meiner Interviewten hat das auch am Ende ihres Interviews ganz gut gesagt. Die hat halt gemeint, sie hatte ja nie die Chance, mit jemandem drüber zu reden. Und dass das vielleicht auch viel mehr soziale Kontrolle hätte auslösen können,

23:04
wenn man über ihren Substanzkonsum auch mit Menschen redet, die vielleicht nicht selbst auch gerade sehr viel konsumieren, sondern auch mit Menschen, die einem vielleicht ein bisschen Orientierung geben und auch einfach aber offen mit dem Konsum umzugehen und das nicht so zu verheimlichen und sich nicht so auszuschließen. Es wird auch gleich im späteren Verlauf nochmal mehr Thema sein. Aber all das führt eben dazu, dass man Menschen isoliert, die Substanzen konsumieren.

23:24
Und dafür müssen sie noch nicht mal eine Abhängigkeitserkrankung haben. Und das ist einfach ein Problem, das nur unter dem Aspekt des Umfelds geschaffen wird. Und dementsprechend, deswegen mag ich dieses Konstrukt der Lebensqualität total gerne, weil dieser Punkt meiner Meinung nach wirklich ganz gesondert hervorgehoben werden muss, mit was Menschen sich auseinandersetzen müssen, wenn sie Substanzen konsumieren.

23:45
Das hat man bei anderen Erkrankungen nicht so stark.

23:51
So, das war jetzt halt erstmal alle Theorie, die ich mir vorher aufgebaut habe für meine Arbeit. Also, wir haben einmal die Salutogenese, also einen akzeptierenden Blick auf den Substanzkonsum, ohne diesen als krankhaft zu sehen. Wir haben die Theorie der Lebensqualität, die eben angewendet wird, um dieses Schwarz-Weiß-Denken der Pathogenese,

24:12
also krank-gesund, aufzuweichen und diesen subjektiven Aspekt zu machen. Und wenn man eben bei der Lebensqualität schaut, kann man schon vorher an anderen Studien ganz klar sehen, dass diese Umweltvariante, diese Umfeldvariante, ganz klar beeinflusst wird durch die repressive Drogenpolitik, durch die Stigmatisierung, durch Abstinenzparadigma,

24:31
durch die Haltung unserer Gesellschaft gegenüber Substanzgebrauchenden. So, und jetzt haben wir natürlich noch den anderen Aspekt der Selbstheilung der Remission substanzbezogener Störungen. Und bei mir war das jetzt so, dass ich halt mich vor allem darauf gestützt habe, weil ich Menschen interviewen wollte,

24:51
die eben noch nicht so arg mit dem Gesundheitssystem in Berührung waren. Ich habe ja erst in der 49. Folge ein sehr ausführliches Interview zur Selbstheilung mit Dr. Dr. Klingemann gemacht. Kann ich euch an dem Punkt nur sehr empfehlen. Da ging es wirklich sehr direkt um die Theorie der Selbstheilung. Mega spannendes Thema.

25:11
Ich finde es aber einfach in Forschungsvorhaben total logisch, mit Menschen zu reden, die nicht extrem dieser Umfeldvariable eigentlich schon dem Abstinenzparadigma ausgesetzt worden sind, sondern sich selbstständig Wege gebahnt haben aus ihrer Abhängigkeitserkrankung heraus. Denn dadurch kann ich ja viel mehr Neues lernen, meiner Meinung nach, weil die eben ja eigene Wege gefunden haben.

25:33
Und so hat man die Möglichkeit, auch wirklich neue Sachen zu erfahren und nicht immer wieder das Gleiche wiederholt. Und das hat auch in Vergangenheit wirklich viel gebracht, denn zum Beispiel, als sie angefangen haben mit der Selbstheilungsstudie, die waren in den 90ern, wurde das viel mehr gemacht, auch zu der Zeit. Da wurde zum Beispiel gezeigt, da war damals noch die Annahme,

25:53
dass Menschen erst mal am Boden ankommen müssen, bis sie eine Veränderung anstreben. Diese Rock-Botton-Hypothese hat man die damals genannt. Und die konnte zum Beispiel durch Selbstheilungsstudien widerlegt werden, weil man gesehen hat, hey, nee, ja klar gibt es Menschen, die erst mal am Boden ankommen müssen, bis sie wasändern. Aber es gibt auch Menschen, die, keine Ahnung,

26:13
schwanger werden, ein Kind bekommen, einen neuen Beruf anfangen, einfach keine Lust mehr haben. Es gibt so viele Gründe, die nicht alle, oh mein Gott, ich bin am absoluten Tiefpunkt, sind, die eine Veränderung in dem Verhalten auslösen. Und auch ein anderer Punkt, in den 90ern wurde vor allem die Selbstheilung gemacht mit Heroinabhängigen.

26:33
Und da wurde halt eben auch gezeigt, dass die Substanz wie Heroin, die damals als absolute Teufelsdroge gegolten hat, nicht dazu führt, dass man sie einmal konsumiert und sofort abhängig ist. Das nur als kleine Beispiele. Und daran seht ihr, es macht total viel Sinn, Selbstheilungsforschung zu machen oder auch in Forschungen und Studien Menschen heranzuziehen,

26:53
die eben nicht an dem System angeknüpft sind, weil man meiner Meinung nach einfach wirklich spannende Einsichten bekommt in andere Verläufe von Abhängigkeitserkrankungen, die kaum in der Forschung abgebildet werden.

27:10
In aller Kürze wollte ich hier noch mein Forschungsdesign nennen für die Menschen, die eben selbst forschen und sich gefragt haben, wie ich das aufgezogen habe. Insgesamt hatte ich sieben Interviews geführt. Diese Interviews habe ich alle innerhalb von narrativen Interviews geführt. Das bedeutet, Narrativinterviews ist eine Interviewform, wo ja Menschen erst mal die Möglichkeit haben,

27:29
komplett frei zu erzählen und man dann eben erst nachfragt, aber wirklich schon die Idee hat, dass man erst mal den Menschen die Möglichkeit gibt, die Lebensgeschichte so zu erzählen, wie sie das für richtig halten. Gemacht habe ich ein Sample mit dem theoretischen Sampling. Das heißt, ich habe immer ein Interview geführt, habe angefangen, das mir genauer anzuschauen und habe mir dann immer überlegt, okay,

27:49
welche Eigenschaften machen Sinn, beim nächsten Interview zu machen, dass ich zum Beispiel etwas ja sehr Unterschiedliches habe zum ersten Interview oder was Vergleichendes, je nachdem, ob ich ja meine ersten Erkenntnisse bestätigen möchte oder schauen möchte, wie das in sehr anderen Fällen ist. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die sieben haben in der Vergangenheit,

28:09
das ist natürlich dann eben auch eine Ungenauigkeit, die da natürlich entsteht, die Kriterien von der Abhängigkeitserkrankung erfüllt. Aber natürlich ist es so, dass für eine saubere Diagnose jemand eine professionelle Kraft eben die letzten zwölf Monate bewertet. Das ist natürlich in so einer Studie nicht möglich, wenn man Menschen möchte,

28:28
die eben nicht am System angedockt waren. Das heißt, ich habe sozusagen mit denen geschaut, okay, wie war der Hochkonsum damals und könnte dadurch eben diese Kriterien erfüllt worden sein und dass sie sozusagen sich herausentwickelt haben und noch aktuell in einem Muster konsumieren, der ihnen nicht mehr schadet, mit dem sie gut umgehen können.

28:50
Das war eben auch auf eine subjektive Einschätzung gepolt und damit eben auch die Idee der Salutogenese mit inbegriffen zu sagen, hey, man darf auch selbst seinen Gesundheitszustand einschätzen. Und dementsprechend hatte ich eben die Möglichkeit, Menschen zu inkludieren in die Forschung, die eben einen sehr harten Konsum hatten, einen Prozess hinter sich haben,

29:09
wo ihr Konsum sich deutlich gebessert und verändert hat und eben aktuell sich stabil fühlen, um das vielleicht mal auf den Punkt runterzubrechen. Und ausgewertet habe ich die Interviews nach der induktiven Kategorienbildung nach Meiring. Also so viel zu meinem Forschungsdesign. Mehr will ich dazu jetzt gar nicht sagen, sondern wir springen gleich weiter zu den Ergebnissen.

29:33
Im Prinzip konnte man bei allen Teilnehmern relativ gut die Konsumphasen ja in verschiedene Phasen einteilen. Man hat einmal die Hochkonsumphase, eine Phase, wo wirklich sehr viel und auch exzessiv konsumiert wird. Man kommt zu einem Punkt, dass man etwas verändern möchte. Da gibt es verschiedene Auslöser und wie auch schon,

29:53
ja, ich das gerade in der Selbstheilung erzählt habe, gibt es da mehrere Auslöser. Also sowohl eben dieses, okay, ich kann nicht mehr, also einen Punkt von absoluter Erschöpfung, aber auch auf der anderen Seite die Möglichkeit, dass man eben eine Veränderung hat, wie einen Wohnungswechsel, aber auch einen Berufswechsel, eine neue Partnerschaft.

30:13
Das kann ganz viel Verschiedenes sein, die eben zu einer Veränderung sorgt und man dann eben gerne möchte, ein anderes Konsummuster an den Tag legen möchte. Dann kommt man im Prozess ja von einer Selbstheilung, von einem Prozess von Veränderung im Prinzip, wo dann eben ja ganz viele Aspekte im Leben auch verändert werden.

30:33
Zum Beispiel eine Veränderung im sozialen Umfeld, aber auch eine Entwicklung von einem substanzunabhängigen Selbstwirksamkeit. Es kommt nochmal zu Veränderungen, die sozusagen ja diese Herausentwicklung bestärken sollen und der Konsum wird anders gedacht, neu definiert. Und dann hat man eben noch so eine Kontrolle und Aufrechterhaltungsphase,

30:55
wo dann halt eben geschaut wird, dass die Veränderung sich auch stabilisiert und dass es sich in den Alltag integriert. Das nur in aller Kürze, ich werde da gleich nochmal tiefer drauf reingehen, aber nur, dass ihr euch sozusagen diesen Ablauf gut vorstellen könnt. Also wir haben diese Hochkonsumphase, man merkt, man möchte wasändern, man geht in die Veränderung und stabilisiert die Veränderung. Das kennt man auch aus vielen sehr klassischen Veränderungsmodellen.

31:17
Da habe ich auch mal eine Folge zu gemacht, falls euch das mehr interessiert, wie verändert sich der Substanzkonsum. Da bin ich auch nochmal auf ein sehr klassisches Veränderungsmodell eingegangen. Genau, so läuft es ungefähr ab. Es ist nicht immer stringent, das ist vielleicht auch noch wichtig zu sagen und auch super wichtig, an dem Punkt hervorzuheben. Eine Abhängigkeit läuft nicht oder der Substanzkonsum in verschiedenen Phasen,

31:38
der läuft nicht linear von, ich habe eine Hochkonsumphase, dann will ich was verändern und zack, kommt die Veränderung. Sondern es wird auch oft eben gesprungen, dass zum Beispiel der Konsum eine Zeit lang reduziert wird und wieder hochgeht, dass ein Konsum vielleicht auch nochmal schlechter wird und dann aber wieder deutlich besser. Also da gibt es natürlich Veränderungen und das merkt man auch,

31:57
wenn man sich die Biografien der verschiedenen Menschen anschaut, dass es aber irgendwo auch einen Punkt gibt, wo eine Veränderung sehr lange andauert und es dafür verschiedene Auslöser gibt, dass so eine Veränderung wirklich sich viel mehr stabilisiert. Und da kommen halt wirklich auch diese Aspekte der Kontrolle und Aufrechterhaltung mit ins Spiel, wenn man sich wirklich auch da festigt und eine Idee hat,

32:18
was man jetzt mit seinem Substanzkonsum macht und wie man den auch reflektiert. Aber dazu jetzt genau mehr.

32:28
Ich habe euch ja am Anfang schon gesagt, dass mich eigentlich vor allem zwei Forschungsfragen beschäftigt haben. Und zwar, welche Beziehung gibt es zwischen dem Substanzkonsum und der Lebensqualität?

32:40
Diese Frage ist im Prinzip deswegen wichtig, weil in der klassischen Annahme oder in der klassischen pathogenetischen Annahme davon ausgegangen wird, umso höher der Substanzkonsum, umso schlechter die Lebensqualität. Beziehungsweise davon ausgegangen wird, dass vor allem der illegalisierte Substanzkonsum deine Lebensqualität verschlechtert.

33:01
So, und da wollte ich halt wirklich mal ganz gezielt drauf schauen, ist das denn wirklich so? Und dem ganzen Namen geben. Und da ist es eben auch erst mal wichtig, dass ich mir sozusagen diese Hochkonsumphase angeschaut habe, wo Menschen eben sehr viel konsumiert haben und einfach mal angeschaut habe oder analysiert habe in den Interviews, was denn da rauskam.

33:22
So, und wir haben natürlich einmal diese psychische Komponente und das war total interessant, weil man zum Beispiel in der psychischen Komponente auch immer davon ausgeht, dass die Abhängigkeitserkrankung mit dem absoluten Kontrollverlust einhergeht. Aber man hat total gemerkt in den Interviews, dass das eben nicht so war oder dass in den Menschen,

33:40
bei denen ich interviewt habe, da durchaus noch Kontrollstrategien innerhalb der Abhängigkeitserkrankung stattfinden. Sei es das Nachgehen von einem Beruf, das Nachgehen von einer Karriere im Insgesamten, dass man das Finanzielle im Blick hält.

33:55
Also dass sozusagen durchaus es Kontrollstrategien gibt, damit das eben alles nicht aus dem Ruder läuft und dass man eben schaut, okay, ich konsumiere zwar sehr, sehr viel, aber es gibt halt einfach Punkte, die sind mir wichtig und die lasse ich nicht los und da kümmere ich mich drum. Und diese absoluten Kontrollverlust-Hypothese, ich meine, klar, den gibt es bestimmt auch,

34:15
aber auch da ist die Frage, ist da wirklich so extrem, wie das oft dargestellt wird. Aber auch ganz wichtig, dass man halt innerhalb des Konsums auch viele Menschen erzählt haben, dass sie sozusagen durchaus sehr viel auch gewonnen haben durch den Substanzkonsum. Zum Beispiel, dass man auf einen Konsum durch MDMA gelernt hat, seine Gefühle besser wahrzunehmen, seine Gefühle auch zu entdecken.

34:35
Aber auch auf der sozialen Komponente, dass halt Menschen gemerkt haben, dass sie durch Konsum daserste Mal Menschen ansprechen können, selbstbewusster werden konnten und dadurch auch Freunde haben konnten oder beziehungsweise auch die ersten sozialen Kontakte geschlossen haben innerhalb des Konsums. Das ist zum Beispiel die Pro-Seite oder ja die positiv wahrgenommene Seite des Substanzkonsums.

34:56
Und ich habe da ein ziemliches Problem damit, dass diese positiv wahrgenommene Seite halt voll oft als nicht reale Erfahrung abgewürdigt wird. Also im Sinne von, naja, aber bloß, weil du, wenn du halt Substanzen brauchst, um Freunde kennenzulernen, dann so wisst ihr so wie unter dem Motto, dann habt ihr es nicht verdient. Dann ist es nicht richtig.

35:16
Oder die Freunde, die du kennenlernst oder diese Erfahrung, die du da machst, die ist nichts wert, weil die ist nämlich unter Substanzkonsum. Und das finde ich eine sehr, sehr schwierige Annahme, weil etwas, was ich im Substanzkonsum erlebe, ist ja auch ein Erlebnis. Und das kann auch vor allem, wenn man damit mal ein bisschen konstruktiver umgehen würde,

35:35
als Erfahrung sich auch in das nüchterne Leben mit einzubauen und vielleicht dann dadurch neue Kompetenzen zu lernen, würde vielleicht auch dazu sorgen, dass eine Substanzentwicklung sich nicht so arg ins Negative verstrickt, wenn ihr versteht, was ich meine. Aber natürlich, und das will ich jetzt auch auf gar keinen Fall nur schönreden, hat man natürlich auch die negativen Seiten, dass man sich psychisch aufgrund von Katern,

35:56
Substanzkatern immer schlechter fühlt, dass ja, dass es einfach anstrengend ist. Also ein hoher Substanzkonsum ist ja auch einfach an einem Punkt sehr anstrengend und dass manerschöpft ist oder eben auch, dass man sich aufgrund der verschiedenen Stigmatisierungsmerkmale auch einfach sehr ausgeschlossen fühlt. Oft ist es sozial auch so, dass sich die Freundeskreise total verändern auf nur noch Menschen,

36:16
die sehr viel konsumieren und dass man sich dadurch noch mehr abgeschottet fühlt und auch das Gefühl hat, man nicht mehr mit den Menschen reden kann, die halt gar keine Substanzen konsumieren, weil man eben das Gefühl hat, einen großen Teil seines Lebens zu verschweigen zu müssen, was natürlich sehr belastend ist und eher negativ sich auf die Wahrnehmung der Lebensqualität auswirkt.

36:36
Auf dem physischen Aspekt in meiner Untersuchung war das tatsächlich so, dass im Prinzip auf Dauer natürlich der Substanzkonsum den Körper schadet und den Körper einfach immer weiter abbaut und das war das Einzige, bei meiner Forschung nur einen negativen Effekt hat, also dass der Substanzkonsum sich auf Dauer immer physisch schlecht auswirkt und man eigentlich da nur rauskommt, wenn man weniger konsumiert,

36:55
damit man sozusagen sich körperlich wieder besser fühlt. Was ich nicht untersucht habe, das ist eben wichtig, dass man das im Hinterkopf hat, ist natürlich, dass auch Substanzen einen positiven Effekt auf den Körper haben kann, wenn man das medizinische, ja den medizinischen Nutzen von Cannabis anschaut, der eben bei Schmerzen helfen kann. Das wäre ja dann wieder eine Erhöhung von der physischen Lebensqualität,

37:17
war in meiner Forschung allerdings nicht der Fall, also auch so ein Fall war da nicht dabei. Dementsprechend ist eben das bei meiner Untersuchung rausgekommen, nur dass ihr das einschätzen könnt, wie das eben bei mir war. Bei der Herausentwicklung konnte man dann eigentlich sehr gut sehen, dass auf den verschiedenen Bereichen, sowohl sozial, psychisch oder physisch, eben sich verschiedene Zustände eingestellt haben,

37:38
die eine Veränderung immer bestärkt haben. Also man hat auf der einen Seite gelernt, dass man auch substanzunabhängig eine Selbstwirksamkeit hat. Zum Beispiel, dass man das, also dass man lernt, das Leben auch komplett substanzungebunden zu gestalten. Also dass sich nicht mehr alles um die Substanz dreht, sondern ohne Substanzen funktioniert.

37:55
Dass man lernt, sozusagen sozial auch nüchtern Menschen anzusprechen, aber vielleicht auch zu akzeptieren, dass man eher ein introvertierter Mensch ist.

38:04
Das heißt, man hat da eine gewisse Selbstfindung, wenn man das jetzt dazu nennen möchte, wo man sich halt sehr stark mit sich selbst nüchtern auseinandersetzt, guckt, okay, was bin ich eigentlich für ein Mensch und bei was hat mir Substanzen geholfen in der Vergangenheit und was muss ich vielleicht lernen, damit ich keine Substanzen brauche. Man hat dann eben auch gemerkt,

38:23
vor allem, wenn man einen sehr hohen Konsum hat, dass sich der psychische und physische Zustand dadurch immer verbessert und stabilisiert, weil man halt eben nicht mehr auf Substanzen angewiesen ist, sondern das eben auch alleine gut schafft. Auch wird oft das soziale Umfeld relativ verändert, aber auch da fand ich das sehr interessant, weil man hatte eher so einen natürlichen Vorgang. Es war nicht so arg erzwungen,

38:43
man hat halt gemerkt, okay, wir möchten, die Person möchte den Substanzkonsum verändern. Wenn man Freunde hat, die hauptsächlich konsumiert haben, dann ist das ja so, dass, wenn man jetzt halt plötzlich nicht mehr viel konsumiert, logischerweise das erst mal dafür sorgt, dass sich eine Interessensveränderung ergibt. Und da gibt es halt Menschen, mit denen man vielleicht dann trotzdem noch weiter abhängen kann,

39:03
aber auch, und das wurde auch relativ klar, viele Menschen, mit denen das einfach nicht mehr funktioniert und wo man halt auch merkt, okay, tatsächlich war halt der Konsum das, was uns am meisten verbunden hat. Und was natürlich innerhalb der Herausentwicklung auch immer noch eine große Rolle gespielt hat, war, dass man eben den Konsum modifiziert hat. Das heißt, es gab halt eben,

39:22
ja, man hat sich eben mit dem Substanzkonsum anders auseinandergesetzt, hat Safer-Use-Punkte angesetzt und Konsumplanung, aber darüber reden wir gleich bei der zweiten Forschungsfrage noch ein bisschen mehr. Zusammengefasst kann man also daraus sehen, dass sowohl in der Hochkonsumphase als auch in der Herausentwicklung ohne Abstinenz der Substanzkonsum positive und negativen Einfluss auf die verschiedenen Komponenten der Lebensqualität hat.

39:44
Der Substanzkonsum verändert sich ganz arg innerhalb der Hochkonsumphase und der Herausentwicklung. Und auch da merkt man auch, dass der neue Substanzkonsum auch positive und negative Auswirkungen auf die Person haben kann. Es ist halt einfach dynamisch. Also das ist, wer jetzt sozusagen ganz krass neue Erkenntnisse erwartet hat aus so einer kleinen Masterarbeit,

40:05
es hört sich jetzt total grundlegend an, aber ich finde das so wichtig, dass man das einfach mal auf Papier gebracht hat, dass eben der Substanzkonsum sehr dynamisch auf das Individuum auswirkt. Und das ist eigentlich das wichtigste Take-away aus dieser ganzen Forschung, was man sich immer hinter die Ohren schreiben sollte und was viel, viel, viel mehr in die Betrachtung von Substanzkonsum einfließen sollte.

40:27
Und deswegen, ja, es war eine ziemliche Grundlagenarbeit, aber ich fand es einfach so wichtig, das einfach mal auf den Punkt zu bringen.

40:36
Schauen wir uns noch ganz kurz die zweite Forschungsfrage an. Ich habe mich ja auch noch gefragt, ja, was braucht man denn oder was führt denn zu einer erfolgreichen Remission ohne Abstinenz? Also wie funktioniert eine Selbstheilung ohne Abstinenz? Was sind das so die Faktoren?

40:50
Und was ich total interessant fand, ist, dass eigentlich sehrähnliche Strategien angewendet wurden wie beim KISS-Programm oder beim Programm des kontrollierten Trinkens. Wenn euch das nicht sagt, schaut doch gerne bei der 47. Folge vorbei, da habe ich das besprochen.

41:06
Und zwar geht es darum, dass Menschen eben genau den Konsumplan für die Zukunft sich wirklich damit auseinandersetzen, wie soll mein Konsum in der Zukunft ausschauen. Das geht eigentlich mal so, dass ein ganz klares Konsumtagebuch geführt wird. Es sind aber auch ungefähre Regeln, also indem man ungefähr überlegt, so wie möchte ich denn konsumieren?

41:25
Möchte ich irgendwie dauerhaft auf meine Hauptsubstanz verzichten oder möchte ich nur noch in den Ferien konsumieren? Also dass man sich selbst Konsumregeln aufstellt und die auch durchsetzt und sie auch reflektiert. Also nicht in diesen spontanen „Ich schaue mal, wie es läuft“-Konsum, sondern dass man sich wirklich damit aktiv auseinandersetzt. Ein anderer Aspekt war,

41:45
dass die Wahrnehmung des Konsums und der Substanz sich stark verändert. Also Menschen nehmen einen viel geringeren Konsumdruck und wenig Trigger wahr und können viel entspannter mit der Substanz umgehen und merken aber auch, mit welchen Substanzen das nicht so ist und vermeiden diese oder meiden diese. Und was aber auch sehr wichtig ist, ist eine Veränderung des Mindsets.

42:06
Der Fokus geht weg von den Substanzen. Substanzen spielen eine viel geringere Rolle im Leben oder es dreht sich nicht mehr so krass um die Substanzen. Und man hat eher eine wohlwollende Integration des Hochkonsums in der Vita. Sieht es aber auch so ein bisschen als Lebenserfahrung. Und das finde ich eigentlich einen ganz guten Begriff dafür, zu sagen, so hey, das war eine Zeit, die war gut, die war schlecht.

42:25
Ich brauche sie so nicht mehr und ich möchte das jetzt gerne anders gestalten. Vielleicht auch eine gewisse Akzeptanz, wo man sagt, ja okay, ich merke auch, dass das vielleicht der Umgang mit Substanzen mir nicht ganz so einfach fällt und dementsprechend muss ich da auch viel deutlicher drauf schauen.

42:42
Ja, was ist in aller Kürze die Schlussfolgerung von meiner Arbeit? Ja, die WHO hat 1948 mal gesagt, das Erreichen des höchstmöglichen Gesundheitsniveaus ist eines der Grundrechte jedes Menschen. Aktuell wird dieses höchstmögliche Gesundheitsniveau immer mit der Abstinenz gleichgesetzt,

43:02
wenn man eben das Abhängigkeitserkrankung anschaut oder wird sehr oft damit gleichgesetzt.

43:07
Und wenn man sozusagen meine Forschung jetzt anschaut und merkt, so hey, aber der Substanzkonsum hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die eigene Lebensqualität und wir die subjektive Wahrnehmung der Lebensqualität als werthaftes Konstrukt neben der objektiven Krankheitsbekräftung ansehen, dann können wir nicht sagen,

43:27
dass der bestmöglichste Gesundheitszustand für ein Individuum immer die Abstinenz ist. Und da dazu müsste es viel mehr Forschung, viel mehr Betrachtung geben, wie können wir Menschen vielleicht auch unterstützen in dem Konsum, mit dem sie gut zurechtkommen. Denn es gibt verschiedene Möglichkeiten. Menschen sind da super kreativ, auch sich selbst wieder zu stabilisieren. Und wir sollten uns viel mehr darauf stützen,

43:48
wie kommen wir zu einem Zustand, wie können wir Menschen in diese Richtung auch fördern, auch vor allem therapeutisch fördern, nicht nur in Beratung. Das wäre mir ein persönliches Anliegen, dass man eben so da rauszieht. Und man sieht halt eben auch, dass der weitere Konsum nach dieser Hochkonsumphase auch ja den Menschen, die ich auf jeden Fall interviewt habe,

44:08
auch viel zurückgeben kann und sie eigentlich auch noch mehr stabilisiert, mehr mit dem Thema auch auseinandersetzen lässt und da eben auch ihre Benefits draus ziehen. Und das einfach abzuwerten als, naja, wenn du weiter konsumierst, ist es eigentlich nur eine reine Rückfallgefahr. Das ist mir zu einfach. Und ich finde es auch nicht richtig.

44:28
Und im Prinzip ging es darum in meiner Masterarbeit, das mal aufzufächern und innerhalb von Interviews zu zeigen, wie dynamisch eine Abhängigkeitserkrankung, wie dynamisch der Substanzkonsum sein kann und wie der eben auch subjektiv betrachtet wird. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich fand das relativ schwer, eine Masterarbeit in eine Podcast-Folge zu packen. Also wer bis hierhin angekommen ist,

44:48
schreibt mir gerne mal und gibt mir gerne mal eine Rückmeldung, ob man mir da gut folgen konnte. Es war tatsächlich deutlich schwieriger, weil das eben so in so vielen verschiedenen Theorien in die Tiefe gegangen bin, dass ich das in eine knackige Podcast-Folge zu packen nicht so einfach war. Aber ich hoffe, es hat euch trotzdem gefallen. Ihr konntet das gut nachvollziehen. Nächste Woche wird es ein bisschen knackiger.

45:06
Nächste Woche, in zwei Wochen wird es ein bisschen knackiger. Aber finde ich auch auf jeden Fall ein gutes Thema. Das baut auch gut darauf auf. Und zwar, wir haben ja bald eine Veränderung im Abhängigkeitssyndrom. Wie macht es die ECDL? Und ich spoiler mal ein bisschen. Ja, okay, ich weiß gar nicht, wie ich spoilern soll. Aber es haben mich so ein paar Sachen angepisst und ein paar Sachen fand ich gut.

45:26
Wir sehen uns dann in zwei Wochen. Vielen Dank, dass ihr bis jetzt noch dran geblieben seid. Das war eine lange Folge. Sehr theoretisch, sehr philosophisch. Aber vielleicht konntet ihr euch da ein paar neue Ideen rausziehen oder ein paar neue Erkenntnisse rausziehen. Und bis bald.

45:53
Das war Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkohol-Podcast mit Stephanie Böth.


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