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Hypnose in der Suchttherapie: Ressourcen stärken und Veränderung begleiten

Hypnose wird häufig mit Kontrollverlust, Manipulation oder spektakulären Suggestionen verbunden. In der modernen Hypnotherapie geht es jedoch gerade nicht darum, Menschen einen fremden Willen aufzuzwingen. Trance wird vielmehr als fokussierter Bewusstseinszustand genutzt, in dem innere Bilder, Gefühle, Erinnerungen und eigene Lösungsideen leichter zugänglich werden können. Entscheidend ist dabei eine therapeutische Haltung, die möglichst wenig vorgibt und stattdessen danach fragt, welche Ziele, Ressourcen und Veränderungsschritte für die jeweilige Person tatsächlich passen.

Im Gespräch mit Frauke Niehues und Dr. Manfred Prior von der Milton Erickson Gesellschaft geht es darum, wie hypnotherapeutisches Arbeiten praktisch aussehen kann und welche Rolle es bei Suchtproblemen spielen kann. Thematisiert werden innere Bilder, sprachliche Interventionen, Trancezustände, Raucherentwöhnung und der Umgang mit Craving oder sogenannten Rückfällen. Dabei wird Hypnose nicht als einmalige Wunderbehandlung verstanden, sondern als Teil eines breiteren therapeutischen Repertoires, das Veränderungsprozesse unterstützen kann. Ein Schwerpunkt liegt auf kleinschrittigen Zielen und der Frage, welche Funktion der Konsum bislang erfüllt hat und was an seine Stelle treten kann. Deutlich wird: Hypnotherapie versucht nicht, Sucht von außen „wegzusuggerieren“, sondern Menschen dabei zu unterstützen, eigene Ressourcen, neue Handlungsmöglichkeiten und mehr Selbstwirksamkeit zugänglich zu machen.


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Tranceformation – Mit Hypnose die Sucht überwinden?

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PODCAST-METADATEN

Folge: 78
Erscheinungsdatum: 30.11.2023
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Tranceformation – Mit Hypnose die Sucht überwinden?
Sprecher: Stefanie Bötsch, Frauke Niehues, Manfred Prior
Typ: Transkript

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Transkript Beginn

00:02

Es gibt ab und an Wunderheilungen. Mit Hypnose geschieht es häufiger. Es gibt ab und an Klienten, die brauchen wirklich nur eine Sitzung. Üblicherweise, wenn Raucher zu mir kommen und sagen, ich möchte aufhören zu rauchen, dann sagen sie, ich bin ein hoffnungsloser Fall. Ich habe es schon zehnmal versucht. Ist es denn überhaupt ethisch vertretbar, solche Versprechungen zu machen, auch wenn das einen positiven Effekt haben könnte? Musik

00:38

Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Stefanie Bötsch. Zieht’s euch rein!

00:46

Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Folge Psychoaktiv. Schön, dass ihr alle wieder mit dabei seid. Mein Name ist Stefanie Bötsch, ich bin Suchttherapeutin und ich sitze gerade das zweite Mal dieses Jahr oder war es Ende letzten Jahres, bin mir gerade gar nicht mehr sicher, in Gießen und zwar in der Praxis von Frauke Nihus und heute auch nicht alleine mit Frauke Nihus, sondern auch mit Frauke Nihus.

01:13

sondern wir haben auch noch Manfred Prior dabei zu einem extremst spannenden Thema. Und zwar leiten beide die MEG-Regionalstelle Frankfurt Gießen. MEG steht für Milton Erickson Gesellschaft.

01:30

Und organisieren auch beide einmal im Monat einen kostenfreien Fachvortrag im Internet, den Hypnosalon. Und wie man vielleicht jetzt auch schon aus dem Hypnosalon ein bisschen raushören kann, weiß man vielleicht, um was es heute geht. Denn wir beschäftigen uns heute mit Hypnose.

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Aber vorher möchte ich euch nochmal ganz kurz unsere Gäste vorstellen. Frauke Nihus, kennt ihr vielleicht auch schon aus der Hochbegabten-Folge, ist psychologische Psychotherapeutin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie und Dozentin an mehreren Universitäten.

02:02

Sie ist außerdem die Gründerin des Spendenprojektes Methodenschatz, von dem wir auch im Laufe des Interviews ein bisschen mehr erfahren werden. Und Dr. Manfred Brio ist Psychotherapeut, Berater, Coach und in diesen Bereichen auch in der Aus- und Weiterbildung von Psychotherapeuten und Coaches tätig.

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Auch sehr bekannt ist er durch die Minimax-Interventionen und die gefilmten Seminardokumentationen seines Verlages Therapiefilm. Manfred Frauke, so schön, dass wir heute hier sind oder dass ich heute hier sein darf und dass wir heute dieses Interview aufnehmen. Ja, vielen Dank für die Einladung. Wir freuen uns sehr. Und ich bin gespannt, welche Fragen wir hier klären und beantworten werden.

02:47

Wir sprechen heute über Hypnose und ich finde dieses Thema extrem spannend, weil ich glaube, viele Menschen haben ein Bild von Hypnose im Kopf.

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von verschiedenen Filmen. Zum Beispiel für mich, was mich in der Kindheit begleitet hat, sind die Bücher von Molly Moon. Aber wir kennen ja auch Kaa, die Schlange aus dem Dschungelbuch, der Rattenfänger von Hameln oder auch die Sirenen von Odysseus. Und die ganzen Beispiele haben ja gemeinsam, dass der Hypnotiseur andere Menschen steuern kann. Entweder durch ihre Augen, wie bei Molly Moon oder Kaa.

03:24

Aber auch zum Beispiel durch Musik, wie bei den Rattenfängern mit seiner Flöte oder die Sirenen mit ihrem Gesang. Und man hat ja wirklich auch schon sehr früh ein Bild von Hypnose. Ich habe einfach mal dazu den achtjährigen Sohn meiner Arbeitskollegin befragt und habe ihn gefragt, hey, was ist denn für dich Hypnose? Und er ist totaler Harry Potter Fan und sagte, naja, Hypnose ist der Imperiusflug. Ich zwinge anderen meinen Willen auf.

03:48

Ich glaube, wir steigen jetzt einfach mal mit diesem gesellschaftlichen, sehr verbreiteten Bild ein und wollte euch dann dahingehend fragen, was hat denn dann dieses mächtige Werkzeug in der Psychotherapie zu suchen? Also in der Form, wie es in diesen Filmen und in dem verbreiteten Verständnis der Bevölkerung verstanden wird, Hypnose, hat das in der Psychotherapie aus meiner Sicht nichts zu suchen.

04:15

Hypnose im Rahmen von Psychotherapie,

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Basiert jedenfalls in der modernen Form, wie es heute sehr weitgehend praktiziert wird, auf einer ganz anderen Beziehung, eben nicht dieser Machtbeziehung zwischen dem Therapeuten und dem Klienten, sondern es basiert auf einer Beziehung auf Augenhöhe. Und es ist ein Verfahren, das die innere Erfahrung des Klienten nutzt, ihm mehr Möglichkeiten gibt, Zugang zu finden, freizugehen.

04:45

Freiheiten zu entwickeln, Potenziale zugänglich zu finden, auch die Ressourcen und Möglichkeiten zu nutzen, die im Unbewussten enthalten sind. Und so ist Hypnose nach dem modernen Verständnis, wie es Milton Erickson vor allem entwickelt hat, ein Verfahren, das sich in der Zeit der Hypnose vermittelt hat.

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Dass es ermöglicht, die innere Welt des Patienten so zu erweitern, dass er in seinem normalen Leben mehr Freiheiten und mehr Möglichkeiten hat, sich anders zu fühlen, sich anders zu verhalten, andere Einstellungen zu haben. Jetzt habt ihr ja wahrscheinlich keine übernatürlichen Kräfte, wie wir das gerade in diesen Beispielen hatten.

05:24

Wie kann sowas erreicht werden? Also wenn es übernatürliche Kräfte gibt, dann liegen die im Patienten. Und da staune ich immer, welche Kräfte und Möglichkeiten freigesetzt werden können durch diesen veränderten Bewusstseinszustand.

05:45

Und das ist das, was mich fasziniert an Hypnose, weil es ein Verfahren ist, das diese ganzen Potenziale und Möglichkeiten, die im Klienten liegen, freisetzen kann. Und die moderne Hypnose geht weit über den, wie man immer so denkt, Einsatz von diesen Trancen, wie man sie vielleicht von Bühnenhypnotiseuren kennt, hinaus.

06:09

Und es geht bei uns darum, dass wir erstmal eine ganz stabile und sichere Beziehung herstellen, dass wir uns sehr individuell mit dem Klienten einlassen, versuchen wirklich mit ihm genau zu gucken, was braucht er ganz, ganz individuell. Und dann haben wir verschiedene Möglichkeiten und Techniken, um ihm Zugang zu seinen Ressourcen zu verschaffen.

06:32

Und wir verstehen den Klienten dabei als ein ganz komplexes System und versuchen, dass er die Lösung aus sich heraus selber findet. Und ich mache immer in meinen Fortbildungen Beispiele am Anfang, wie das funktioniert. Und zwar nenne ich den Leuten verschiedene Begriffe. Also ich sage zum Beispiel Glas, durchsichtig, Balkon, Griff, Gardine und so weiter.

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Dann machen wir was anderes und zwei Stunden später frage ich die Begriffe nochmal ab. Und die Leute sollen sich immer melden, ob der Begriff dabei war oder nicht. Und dann sage ich Glas, alle sagen, war dabei. Dann sage ich Osterhase, wissen alle, war nicht dabei und so weiter und so fort. Griff, Gardine, wissen alle, war dabei und irgendwann sage ich Fenster.

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Und dann sind ganz viele unsicher und etliche Hände gehen hoch. Fenster war aber nicht dabei. Und was passiert ist, ich habe nur Begriffe genannt, die mit Fenster in Kontakt stehen oder in Assoziation stehen. Und das System selbst hat Fenster dann ergänzt.

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Und so arbeiten wir. Wir versuchen mit dem Klienten genau rauszufinden, was sind ihre ganz individuellen persönlichen Ziele, was sind ihre ganz individuellen Wege. Und wir versuchen alles zu aktivieren, was dazu beiträgt und ihn in einen Zustand zu versetzen, wo er auf ganz vielen Ebenen mit seinen Ressourcen in Kontakt kommt und dann von da aus neue kreative Ideen aus ihm raus entstehen. Wir würden die niemals vorgehen, wir würden nie autoritativ oder sagen, wir wissen das besser als Sie vorgehen.

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sondern wir versuchen nur, dass er in einen sicheren Zustand kommt, wo er sich selber gut spürt, gut wahrnehmen kann, sein Inneres gut zusammenarbeitet, alle Informationen wahrgenommen werden und daraus was Neues entsteht. Und dieses in einen Zustand versetzen ist auch nicht so, dass wir als Therapeuten den Klienten in diesen Zustand versetzen, sondern wir schaffen einen Rahmen, in dem es ihm möglich ist,

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seinen Zustand zu verändern in Richtung eines Zustandes, in dem er mehr Zugang zu seinen inneren Potentialen hat. Deswegen ist die Art von therapeutischer Trance, die wir nutzen, ein schon in der Regel sehr nach innen orientierter Zugang,

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wo man sozusagen verstärkt auf sich orientiert sein kann. Es ist eine, man kann es ein bisschen banal sagen, eine intensivierte Form des Nachdenkens, die aber

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die Orientierung auf die Gefühle, auf die inneren Bilder, auf die ganze innere Welt mit beinhaltet. In der Art und Weise, dass man Zugang findet zu dem, was da an Lösungsmöglichkeiten und Potenzialen freigesetzt werden will. Das hört sich ja auch wirklich Wahnsinn an, was dadurch möglich ist. Ich meine, ich selbst…

09:10

Ich interessiere mich auch sehr viel für die psychedelische Therapie, also den Einsatz von Psychedelika in der Psychotherapie. Und so wie ihr das jetzt beschreibt, du hattest das ja auch wirklich gerade benannt als einen anderen Bewusstseinszustand.

09:24

Da sehe ich schon sehr viele Parallelen drin und frage mich aber dann doch, wie kann man sich denn diesen Zustand vorstellen? Also ist man dann wie wenn man lange meditiert oder finde ich schwer vorstellbar? Ich glaube, es ist auch schwer vorstellbar, weil es ganz individuell ist und ganz individuell erfahren und erlebt wird. Und wir können vielleicht mal ein paar Techniken vorstellen und man kann es vielleicht ein bisschen nachspüren.

09:48

Also eine Sache, die wir nutzen, um zu fördern, dass jemand in innere Suchprozesse kommt, sind sprachliche Mittel. Und da hast du, Manfred, die Minimax-Intervention geschrieben. Und eine ganz fantastische finde ich, die Minimax-Intervention Sondern. Wenn jetzt also jemand zu uns kommt und sagt, ich möchte nicht mehr trinken. Also das ist ein Nicht-Ziel. Wann ist das erreicht? Welche Ressourcen gehen damit einher, wissen wir nicht. Und wenn jetzt jemand kommt und fragt, ich möchte nicht mehr trinken, dann frage ich Sondern.

10:16

Und in dem Moment fängt man an nachzudenken und dann kommt vielleicht, ja, ich möchte mich wieder besser mit meiner Frau verstehen. Aha, woran würden Sie das merken? Dann gehen wir weiter mit offenen W-Fragen. Wir geben nichts vor, woran würden Sie das merken? Ja, wir würden wieder mehr zusammen essen gehen. Wo würden Sie denn hingehen? Etc. Und sind ganz stark in der Ressourcen- und Lösungsaktivierung.

10:35

Und bei diesen Sondern, da merkt man schon oft, dass die Leute sich nach innen konzentrieren. Der Blickkontakt, die gehen aus dem Blickkontakt raus, weil sie in sich suchen und sich auf sich konzentrieren. Das wäre ein ganz kurzer Moment eines solchen Zustandes. Eine andere Möglichkeit, die wir nutzen, sind Metaphern und Geschichten zum Beispiel.

10:54

Und wenn du möchtest, könnte ich mal einmal so einen Zustand vorstellen, wie wir mit einer Metapher arbeiten, wo man selber auf Ideen kommt und mit einem Gefühl besser umzugehen lernt. Das würde drei, vier Minuten dauern. Sollen wir es mal vorführen? Das wäre super gut, das verstehe ich richtig. Das kann man auch jetzt gleich mitmachen, wenn man möchte? Kann man gleich mitmachen, wenn man möchte. Allerdings

11:13

weil man ja auf sich konzentriert ist, falls man gerade im Auto sitzt oder irgendwas macht, was Aufmerksamkeit erfordert, an einer gefährlichen Maschine arbeitet oder so, dann sollte man die Aufmerksamkeit darauf lassen und ansonsten kann man einfach gerne mitmachen. Ja super, dann machen wir das einfach so. Finde ich super spannend, hatten wir so noch nie im Podcast. Und wer das gerade nicht machen möchte, ihr habt ja so diese 30 Sekunden Vorspring-Ding, drückt da einfach mal sechs bis acht Mal drauf und dann könnt ihr auch gleich wieder inhaltlich einsteigen.

11:41

Alles klar, super. Dann machen wir mal Folgendes. Und zwar, wenn jetzt jemand ein Gefühl hat. Und bei Sucht haben wir ja auch oft, dass es ein Versuch ist, mit schwierigen Gefühlen umzugehen. Und wenn Sie sich jetzt einfach mal ein Gefühl raussuchen, nicht das allerschlimmste Gefühl Ihres Lebens bitte, sondern jetzt für hier ein Gefühl, das leicht unangenehm ist und wo Sie sagen, wenn sich das verändern würde, dann ging es mir besser, dann hätte ich es leichter im Leben.

12:06

Und wenn Sie dieses Gefühl mal nehmen und einfach mal ein bisschen aktivieren, das heißt sich vielleicht da reinversetzen, vielleicht mal in die Situation, wo es häufig auftritt und mal gucken, wo spüre ich das in meinem Körper, wo spüre ich es am intensivsten in meinem Körper, wie ist meine Körperhaltung, meine Atmung, wie fühlt sich das an? Einfach mal kurz wieder aktivieren und erleben. Wenn Sie das Gefühl jetzt so erleben, dann habe ich eine etwas verrückte Frage, weil

12:38

Und zwar, wenn dieses Gefühl ein Lebewesen wäre, völlig egal welches, ein reales, ein Fantasiewesen, ganz egal, welches Bild entsteht in Ihnen? Was ist das für ein Lebewesen? Sich dann einfach mal ein bisschen mit dem Lebewesen zu beschäftigen. Wie groß ist das? Wie würde es sich anfühlen, wenn man es anfasst? Wie alt ist es? Wie verhält es sich? Was macht es gerade? Genau, und wenn man jetzt selber mit drin wäre in dem Bild, vielleicht ist man das schon.

13:35

Wo ist das Verhältnis, wo ist das Lebewesen im Verhältnis zu einem? Vor einem, hinter einem, auf einem? Wie groß ist der Abstand? Und wenn man das mal fragen würde, warum bist du da? Was glaubst du, wozu du wichtig bist für mich? Vielleicht kriegt man schon eine Antwort, vielleicht noch nicht. Kann aber ganz spannend sein. Und dann wäre die nächste Frage, wie müsste das Lebewesen denn sein?

14:20

damit es wirklich hilfreich ist. Wie müsste es sich verändern? Was müsste geschehen? Müsste es größer werden oder kleiner? Sich anders verhalten? Was auch immer, was ist es? Und wodurch lässt dieses Liebewesen sich darauf ein? Was müsste es wissen? Was müsste es von einem bekommen? Was ist das, wodurch diese Veränderung geschehen kann? Und selbst wenn der Weg dahin noch nicht ganz klar sein sollte, bei den meisten ist er ganz schnell klar,

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Bei dem einen oder anderen ist es vielleicht noch nicht klar, das würde auch nichts machen. Kann man sich einfach mal vorstellen, wie es ist, wenn das Lebewesen so hilfreich verändert wäre, wie würde sich das anfühlen? Wie wir jetzt das erleben, die Körperhaltung, die Atmung, welche anderen Gedanken wären da? Wie verhält man sich anders? Und welche großen oder kleinen Auswirkungen und Veränderungen würde das mit sich bringen?

16:21

Genau, dann kann man einfach alles Hilfreiche mitnehmen, vielleicht sogar noch ein bisschen genießen und dann mit einem tiefen Atemzug, genau, sich wieder aktivieren, vielleicht anfangen sich zu bewegen und wieder ganz zurückkommen ins Hier und Jetzt, gut gewappnet für den Alltag.

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Du nix, Steffi, was hast du erlebt? Ich habe das gleich mitgemacht und habe meine Nervosität genommen. Ich bin immer sehr nervös, auch vor Interviews, vor allem auch bezüglich, oh Gott, vergesse ich irgendwas? Und bei mir ist die Nervosität so ein Pferd, das immer rumspringt und sich nie anfassen lässt.

17:14

Und als ich gefragt hatte, naja, warum bist du da? Und dann meinte es, naja, damit du nichts vergisst und dich konzentrierst. Und dann dachte ich, wegen dir vergesse ich die ganze Zeit Sachen, weil ich so nervös bin. Aber ich habe heute tatsächlich ein bisschen was anderes gemacht. Ich war nämlich letzte Woche erst in einer Achtsamkeitstrainer-Ausbildung für eine Woche und habe heute wirklich in der ganzen Vorbereitungszeit sehr viele so kurze Augenblicke durchgeatmet. Und ich habe zum Beispiel auch im Auto, als ich

17:42

geparkt habe vorab, noch mal kurz eine Minute nur geatmet und mich nur konzentriert und es hat dieses Mal schon so viel geholfen und wir haben alles hier. Wir haben nicht, wie letztes Mal, unsere Mikros mit Gaffer-Tape irgendwo festgetapet.

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Und das fand ich total schön. Ja, super. Aber das heißt, du hast auch ein Bild gehabt, ein inneres. Und das ist ja verrückt. Also man denkt ja, wenn ich das so erzähle, wie die Methode geht, denken viele Leute, wie soll das denn funktionieren? Aber wirklich fast alle haben ein Bild. Und es kommt zu von außen betrachtet ganz verrückt,

18:17

Phänomen, dass die Leute sagen, ja, ich hatte eine Qualle und was ist dann passiert? Ja, die wurde flauschig und plötzlich war ich ruhiger oder sowas. Und man kommt da, wir haben ja hier keine große Induktion gemacht. Das hat ja nichts mit diesen klassischen Ideen, wie das aussieht. Man sitzt da ewig lange Induktion und der Therapeut sagt was und alles geschieht nur mit einem.

18:36

Sondern es ist eine innere Aktivierung mit Bildern, wo man an Ebenen und auch an unbewusste Dinge rankommt, die man vielleicht so im normalen, nach außen gerichteten Zustand nicht rankommen würde. Und da können ganz viele Ideen entstehen. Und das wäre jetzt eine Methode. Und wir haben natürlich ganz viele, von kleinen sprachlichen Mitteln bis großen Methoden, die sich über eine ganze Stunde erschrecken.

18:58

Und versuchen die natürlich gemeinsam, also ich weiß nicht, wie du es machst, Manfred, aber ich suche die üblicherweise gemeinsam mit meinem Klienten aus, dass wir gucken, was passt am besten zu ihnen und zu ihrem Thema und wo glauben sie, dass sie am meisten profitieren können, was sagt ihnen am meisten zu. Also selbst da fangen wir schon an, so individuell wie möglich und so selbstbestimmt wie möglich mit dem Klienten zu arbeiten und zu schauen, was ist ganz genau ihr Weg, was brauchen sie eigentlich.

19:26

Und dadurch dann auch auf ganz individuelle und dann dadurch passende Lösungen zu kommen. Und vielleicht zum Verständnis, was ich mich am Anfang gefragt habe, der Unterschied zu einer Imaginationsübung ist dann wahrscheinlich, dass man eben nicht genau beschreibt, was man sich jetzt vorstellen kann. So im Sinne, du stellst dir vor, du läufst durch eine Straße, sondern dass du wirklich reflektieren

19:45

besondere Fragen in dem Sinne stellst, wie zum Beispiel, stell dir vor, dass das Abstrakte, in dem Sinne das Gefühl, sich als Tier zeigt. Liege ich da richtig? Also das ist auch eine Imagination, was wir gemacht haben und es gibt auch viele Hypnotherapeuten, die sozusagen Bilder oder Imaginationen vorgeben und anbieten.

20:03

Unser Stil, würde ich sagen, Manfred, ist ein sehr nicht direktiver, wo wir insgesamt relativ wenig vorgeben, wo wir gute Metaphern suchen, in denen sich viel entwickeln kann. Aber ich glaube, unser Stil ist wirklich stark davon geprägt, von diesem sehr nicht direktiven individuellen Arbeiten mit dem Klienten. Ganz sicher. Und es kann mit einer Imagination anfangen. Die Art und Weise, wie wir den Klienten dann aber begleiten und unterstützen,

20:31

führt dazu dass diese im immer generationen eine viel größere intensität und mehr viel größere qualität von subjektiver wirklichkeit bekommen so dass es wirklich

20:46

eine innere Realität wird, mit der wir dann zusammen mit dem Patienten arbeiten und gucken, welche Lösungsmöglichkeiten entstehen. Wenn wir jetzt bei deinem Pferd geblieben wären und wir davon gehört hätten, dann hätte ich mich dafür interessiert, wie die Frau das gesagt hat.

21:05

Und wir hätten beide dafür gesorgt, dass dieses rumspringende, wuselige Pferd, dass das zur Ruhe kommt und sich wohlfühlt. Und ich persönlich hätte es natürlich genossen, wenn wir hier nicht nur zu dritt wären, sondern auch noch ein Pferd hier lebendig mit dabei haben, das so einen guten Geruch ausströmt und wo man sich vorstellen kann, wie man in das Fell krault. Und wenn das eine gewisse Intensität hat, dann wird es eine neue Realität sein.

21:34

Und führt natürlich dazu, dass du bei künftigen Podcasts immer die Vorstellung hast, dass da noch so ein schönes, gemütliches, Ruhe vermittelndes Pferd da ist. Was natürlich dein Gefühl, mit dem du die Interviews machst, dann sehr nachhaltig verändern kann. Das ist eine sehr schöne Vorstellung auf jeden Fall.

21:54

Es ist ja aber trotz allem nicht die einzige Art, wie man Trance induziert. Weil wie ich das in der Vorbereitung richtig verstanden habe, gibt es ja auch wirklich eine Art tiefen Trance, die dann mit Suggestionen arbeitet. Wo ist da der Unterschied? Oder vielleicht schauen wir da mal ein bisschen tiefer rein, was für Arten von Trance es überhaupt gibt. Es gibt so viele unterschiedliche Arten von Trance, wie es Menschen gibt und vor allem wie es Ziele gibt, die die Menschen haben.

22:22

Wenn ich zum Beispiel von Zigaretten wegkommen will,

22:27

Dann kann ein Ziel sein, dass ich mit diesem Craving, mit diesem Bedürfnis nach einer Zigarette und den damit verbundenen Gefühlsveränderungen besser klarkommen möchte. Ein anderes Ziel kann sein, wie ich besser damit klarkommen möchte, wenn es Stress in der Partnerschaft gibt und ich dann nicht wie üblich auf den Balkon gehen kann, um da meine Zigarette zu rauchen, um erstmal eine Auszeit zu haben.

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Wenn ich letzteres Ziel habe, dann ist es gut, sich eine Vorstellung zu entwickeln, wie man mit solchen Spannungssituationen anders umgehen will. Wenn ich das Ziel habe, mit diesem Craving, mit diesem Bedürfnis nach einer Zigarette, das so ein körperliches Mangelgefühl ist, umzugehen, dann ist die Art von Trance, die ich dafür entwickle, mit dem Klienten eine ganz andere. Da würde ich dann

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zunächst mal fokussieren wollen auf dieses Gefühl, dass dieses starke Bedürfnis ist, was man in der Regel ja vermeiden sucht, weil man ja nicht so viel rauchen will, aber da lohnt es sich dann mal hinzugehen, daraufhin dann die Aufmerksamkeit zu fokussieren und wenn ich das gemacht habe, zu gucken, wie ich mit dem Klienten zusammen dieses Gefühl verändern kann

23:48

und Zugang finden kann zu alternativen Gefühlen, wo es sinnvoller ist und leichter ist,

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dann auf die Zigarette zu verzichten und stattdessen an die frische Luft zu gehen oder sich zu bewegen oder meine Meinung zu vertreten oder sich abzugrenzen. Was immer das ist, was der jeweilige Mensch braucht, damit er sich nicht so fühlt, dass er hinterher eine Zigarette braucht. Und vielleicht kann man noch ergänzen, wenn ich deine Frage richtig verstanden habe, es gibt ja so eine große Neugier, wie entsteht eine Trance, wie macht man das?

24:23

So wie wir arbeiten, ist es oft so, dass wir das aus dem Gespräch heraus entwickeln und dass wir schauen, entstehen natürliche Trancen, wo der Klient zum Beispiel schon sucht. Die kennen wir aus ganz vielen Momenten auch im Alltag, dass wir in so einen kurzen Trance-Zustand geraten, ob wir Musik hören, ob wir nachdenken, was auch immer das ist. Wir arbeiten häufig so, dass wir aus dem Gespräch heraus dann natürlich eine Sicherheit vermitteln, eine Unwillkürlichkeit, dass wir Ressourcen aktivieren und ich mache es oft so und ich denke du auch, Manfred,

24:51

Der Klient kommt so weit mit, wie er sich bei mir wohl und sicher fühlt mit dem Thema. Ich würde nie sagen, ich mache jetzt eine, so wie du es genannt hast, Tieftrance. Wir bleiben mal bei dem Wort. Wir entwickeln auch tiefe Trancen, aber dieses, wir machen erst die Trance und dann fangen wir an zu arbeiten.

25:06

So machen wir es nicht, sondern wir bieten das an und wenn der Klient sich sicher fühlt und je mehr Suchprozesse, je mehr er da hineingerät, desto tiefer wird häufig die Trance. Wobei die Trance-Tiefe nicht unbedingt heißt, dass es wirkungsvoller ist. Es gibt auch Sachen, da reichen ganz leichte Trancen, kurze Suchzustände. Also es ist keine Aussage über die Qualität oder die Effektivität der Arbeit, meiner Erfahrung nach.

25:31

Wenn man, und ich finde das ganz wichtig, dass ich nicht erst eine Trance induziere und dann anfange zu arbeiten, weil ich finde, es ist die Entscheidung des Klienten, nur so weit mitzugehen, wie er sich mit mir sicher und gut fühlt und wie es das Thema in dem Moment für ihn zulässt. Also es wäre für mich ganz wichtig. Wenn man es andersrum macht, auch das machen wir in bestimmten Fällen oder auch wenn wir Gruppentransen machen oder sowas, dass wir erst mit einer Induktion wirklich anfangen müssen.

26:00

Das macht man darüber, dass man eine Sicherheit vermittelt, die Beziehung muss stimmen, dass wir Entspannung ermöglichen und fördern, dass eine Passivität und eine Unwillkürlichkeit gefördert wird. Und das machen wir ganz viel über Sprachmuster. Zum Beispiel sagen wir nicht, sie entspannen sich jetzt.

26:18

sondern wir sagen, die Entspannung breitet sich aus. Dann muss ich nichts tun, sondern es kommt wie von alleine. Wir haben viele esshafte Formulierungen in unserer Sprache zum Beispiel, viele Substantivierungen und da gibt es gewisse Sprachmuster, die einem helfen, dann in diesen Zustand hineinzukommen. Werbung

26:44

In einem Roman war auch Hypnotherapie ganz kurz ein Thema und da wurde eben ein Kind wirklich so tief in eine Trance gelegt, dass sie davon gar nichts mitbekommen hat, hat dann noch eine Suggestion bekommen und wieder aufgeweckt. Existiert das oder ist das Fiktion? Also das wünsche ich mir, wenn ich ein Problem habe, dass jemand kommt,

27:03

mich in eine Trance wegknallt. Ich kriege nichts davon mit und nach einer Stunde wache ich wieder auf und ich habe das Problem nicht mehr. Genau so wurde es dargestellt. Und so wünsche ich mir das und ich habe großes Verständnis, wenn

27:19

Menschen zu mir kommen und dieses Bedürfnis haben und diese Vorstellungen haben von Hypnose, dass man das nimmt wie eine starke Medizin oder wie autogenes Training. Der macht dann halt Hypnose, am besten Tiefenhypnose und dann muss ich als Klient das tun, was der andere sagt, ob ich will oder nicht und der pflanzt es tief in mein Unbewusstes rein und da wirkt es dann für den Rest meines Lebens.

27:46

Also das wünscht man sich natürlich, aber so einfach ist das mit dem Lösen von Problemen oder mit der Änderung von ungesunden Gewohnheiten in der Regel leider nicht. Unter anderem auch deswegen, weil da oft so viel dranhängt.

28:04

Also diese Erwartungen, die können Hypnose-Therapeuten nicht erfüllen in der Regel. Aber sie versprechen es und das ist nicht unbedingt schlecht, denn es ist sinnvoll, dass man sich damit auseinandersetzt, wie es wäre, wenn es so eine Hypnose tatsächlich gäbe und man hinterher das nicht mehr hätte. Und dann wird man in der Regel feststellen, wenn man sich das sehr genau ausmalt, dass das Leben dann doch sehr anders wäre.

28:34

Die Beziehung zum Partner wäre anders, wenn man in streißigen Situationen nicht mehr eine Zigarette raucht und es allgemein anerkannt wäre, dass man dann rausgeht, um eine Zigarette zu rauchen, sondern irgendwie zusammenbleibt oder aus anderen Gründen dann weggeht. Und viele Dinge ändern sich in der Regel, wenn man Probleme löst. Und da ist es sinnvoll, sich das sehr genau vorzustellen, wie es wäre, wenn es diese Wunderheilung gäbe.

28:59

Wie wir allerdings arbeiten, ist, dass wir sehr genau fragen, was ist denn überhaupt der Bedarf, den der Klient hat bezüglich eines Problems.

29:10

Und das ist sehr, sehr unterschiedlich. Wenn es zum Beispiel um die Raucherentwöhnung geht, dann ist es in der Regel so, dass die Leute aufhören können zu rauchen und sie dann eigentlich Hilfe brauchen, dass sie nicht wieder anfangen. Weil jeder, die meisten Raucher haben schon mal aufgehört, haben es zwei oder vier Wochen ausgehalten oder manche auch Monate oder Jahre gebraucht.

29:34

Also aufhören können Sie, das ist nicht leicht, das ist mühsam, aber das haben Sie schon hingekriegt. Und die Frage, die sich dann aber stellt und die sinnvoll ist zu stellen, ist, was brauchen Sie, damit Sie nicht wieder anfangen? Und das ist sehr, sehr unterschiedlich. Der eine braucht Entspannungsverfahren, der andere braucht Abgrenzung oder was auch immer.

29:56

Und ich glaube, das ist dann schon mal sehr wichtig, dann zusammenzufassen, hier geht es eben nicht darum, einmal ganz schnell als Wunderheilmittel mal kurz eine Trance und ich habe die Sache geritzt. Das wäre, wie gesagt, wunderschön. Das ist, glaube ich, auch etwas, was sehr viele von einer Behandlung mit Psychedelikern erwartet. Da haben wir wahrscheinlich sehr große Überschneidungen.

30:16

sondern dass man innerhalb der Hypnotherapie Zustände erreicht und dadurch eine Möglichkeit hat, sich sehr tief mit seinen Bedürfnissen, Ressourcen auseinandersetzen kann, um eben ein Problem für sich zu lösen. Genau. Und häufig ist es so, dass es ja dann nicht nur einen Bereich oder einen Zielbereich gibt, sondern mehrere. Ich brauche Umgangsstrategien für Gefühle. Ich muss vielleicht gucken, wie ich meine Beziehung anders gestalte und

30:43

dass das ja auch viele Schritte in einem Prozess sind. Und wenn ich aufgehört habe und mein Leben sich verändert, dass ich da vielleicht auch nochmal Unterstützung brauche, um mit diesen Veränderungen klar und zurechtzukommen.

30:54

Es gibt, also ich habe ja auch verschiedene therapeutische Ausbildungen. Meine Erfahrung ist, wenn wir hypnotherapeutisch arbeiten und wir arbeiten selten rein hypnotherapeutisch, dadurch, dass wir es so individuell zuschneiden, mixen wir oft auch die Technik mit anderen Therapierichtungen, um es so zuzuschneiden, dass es für den Klienten am besten passt.

31:15

Wenn ich hypnotherapeutische Methoden einsetze, dann funktioniert der Prozess meiner Erfahrung nach schneller und nachhaltiger, effektiver. Es gibt ab und

31:24

Es gibt ab und an Wunderheilungen. Mit Hypnose geschieht es häufiger. Es gibt ab und an Klienten, die brauchen wirklich nur eine Sitzung. Jetzt ist die Frage, liegt das dann an uns fantastischen Hypnotherapeuten oder liegt es daran, dass der Klient kam und einfach reifer, hochmotiviert war und so weiter. Ja, also ich glaube, auch da liegt dann ganz, ganz viel im Klienten. Und das hat ganz viel damit zu tun, in welchem Zustand der Klient zu uns kommt, ob der nur noch einen kleinen Tacken braucht, vorher ganz viel schon gemacht hat.

31:52

ob der gerade am Anfang von einem Prozess steht etc. Also das heißt, Hypnose effektiviert und macht es schneller. Es gibt manchmal Phänomene, wo es ganz schnell geht, aber das würde ich auf keinen Fall versprechen. Das sind und bleiben trotz allem Ausnahmen. Und dann bleiben wir mal vielleicht bei den Versprechungen, denn zur Vorbereitung habe ich mich mal so ein bisschen durch das hypnotherapeutische Angebot im Internet geklickt.

32:15

Und naja, vor allem bei der Raucherentwöhnung gab es da eben Angebote, dass man in einer Sitzung zweieinhalb Stunden für 500 Euro dann für immer mit dem Rauchen aufhört. Oder andere merken an, dass es vielleicht zwei bis drei Sitzungen braucht. Und es ist zwar kostspielig, aber ich meine trotzdem günstiger wahrscheinlich als weiter zu rauchen und gleichzeitig natürlich wahnsinnig wertvoll für die Gesundheit, wenn man es wirklich schafft.

32:41

Nun ist aber die Nikotinabhängigkeit einer der hartnäckigsten Abhängigkeitserkrankungen. Und wir haben ja auch schon ein bisschen gesprochen, so naja, Wunderheilung versprechen. Es ist halt keine Wunderheilung. Es kann aber sein, dass es bei einmal hilft. Und gleichzeitig, Manfred, hast du gesagt, naja, es ist eigentlich ganz gut, wenn man das verspricht.

33:00

Weil man soll sich das ja auch vorstellen können und sich in die Situation hineinversetzen können. Nur frage ich mich dann, ist es denn überhaupt ethisch vertretbar, solche Versprechungen zu machen, auch wenn das einen positiven Effekt haben könnte? Also ich mache diese Versprechungen nicht. Wenn ich mich mit jemandem wegen Rauchentwöhnung verabrede, dann verabrede ich jemanden,

33:23

mich dass wir das Ziel haben diese eine Sitzung zu machen und mit der möglichst viel erreichen wollen und meine Frage ist dann für wie lange wollen sie nicht Raucher sein und die Zigaretten liegen lassen ich selber hab das Rauchen aufhören können dadurch dass ich nicht für immer aufgehört habe sondern dass ich mir gesagt habe ich möchte bis zum 31.12. nicht rauchen egal was ist

33:53

Und da war ich sehr entschieden. Das schien mir etwas zu sein, was ich hinbekommen kann. Und am 31.12. wollte ich dann neu entscheiden. Also es ist sehr sinnvoll, die Ziele runterzubrechen in wirklich machbare Einheiten. Und derjenige, der aufhören will, das ist der Klient. Der muss das hinkriegen.

34:18

Und da habe ich gehört, dass man das sogar ohne Hypnose hinkriegt und ohne Psychotherapie. Es gibt angeblich Menschen, die sogar schon vor der Entwicklung der Psychotherapie der Modernen durch Sigmund Freud schwerwiegende Probleme gelöst haben. Es gibt Menschen, die von heute auf morgen gesagt haben, jetzt reicht es mir, ich rauche nicht mehr und die das gemacht haben.

34:45

Hypnose ist eine Möglichkeit, diese natürlichen Möglichkeiten, schlechte Gewohnheiten durch bessere zu ersetzen, die das erleichtert. Es ist oft schwierig und manchmal ist das nur eine kleine Sache. Und Rauchen ist vergleichsweise klein im Vergleich zu einer schweren Alkoholabhängigkeit oder noch schwieriger ist es, von Heroin wegzukommen.

35:12

Denn Alkoholabhängigkeit in schweren Formen oder Heroinabhängigkeit, das ist ja nicht nur ungesundes Verhalten, sondern das ist eine ganze Lebensform. Das ist eine Form, wie man mit seiner Familie oder seiner Partnerschaft lebt, mit seiner Arbeit oder Nichtarbeit lebt. Es ist viel mehr als nur einfach eine Verhaltensweise. Und das erfordert in der Regel, dass man aufhört,

35:39

Oder es ist günstig, wenn man diese unterschiedlichen Bereiche, die das alles betrifft, wenn man die mit berücksichtigt und mit dem Klienten guckt, was der braucht, damit er mit dem gut klarkommt, mit anderen Dingen gut klarkommt und das dann individuell für ihn das aktiviert als Erfahrung mithilfe von Hypnose, was er individuell braucht. Und Schlüssel zum Erfolg nach unserer beiden Auffassung und Erfahrung ist,

36:08

dass Hypnose eben nicht ein Standardverfahren ist wie autogenes Training, wo man das immer gleiche mit den unterschiedlichen Patienten macht, egal was das Problem ist, sondern dass man sehr genau guckt, was sind die Ziele, die jemand hat bezüglich seiner Sucht zum Beispiel,

36:26

Was ist das, was er braucht, um bessere Gewohnheiten zu entwickeln und diese Gewohnheiten dann mit Hilfe von Hypnoseversuch zu aktivieren? Ich würde auch sagen, Hypnotherapie, wie wir sie verfechten, ist eher eine Haltung.

36:40

die hoch individualisiert ist und die dem Klienten ganz viel zutraut und sagt, sie haben die Ressourcen in sich, sie müssen nur den Zugang dazu finden. Und wir tun alles, damit sie das finden und damit sie sie dann auch umsetzen können. Und alles, was wir dazu beitragen können, machen wir. Und wir stellen uns absolut darauf ein, auf ihre individuelle Persönlichkeit, dass es wirklich zu ihnen passt.

37:00

Und ich glaube, das wäre auch ein Punkt für mich, was einen seriösen Hypnotherapeuten ausmacht, weil ich glaube, deine Frage zielt ja auch so ein bisschen, du hast schon mal nach Missbrauch gefragt, nach Seriosität.

37:10

Man kann Hypnose missbrauchen, natürlich. Und das kann man mit fast jedem psychologischen Wissen machen. Aber wenn wir bei Hypnose dann noch geschult sind, wie suggeriert man und tatsächlich jemand vielleicht so im Innen ist, dass er das Außen gar nicht mehr richtig wahrnimmt oder sowas, dann eröffnet das Missbrauchsmöglichkeiten.

37:31

Das ist zum Glück selten, viel seltener, als man das so meint. Es ist auch nicht so, dass man irgendwann total vollkommen weg ist. Also es gibt immer nochmal was in einem so kleinen Kontrolleur. Und wir wissen auch bei Suggestionen, wenn sie zu weit weg sind von der eigentlichen Meinung des Klienten, dann kann es das Gegenteil bewirken. Also wenn wir sozusagen, was Leuten einzureden, was sie absolut nicht wollen, durchführen,

37:56

Das ist auch mit Hypnose sehr, sehr schwierig und unwahrscheinlich. Aber ich kann sie vielleicht ein bisschen besser lenken, wenn ich es unseriös mache.

38:05

Und um seriösen Hypnotherapeuten zu finden, also die seriös ausarbeitenden hypnotherapeutischen Institute und Ausbildungsinstitute haben sich zusammengeschlossen. Es gibt eine Webseite, hypnose.de, und da findet man viele Tipps, was einen seriösen Hypnotherapeuten ausmacht, wie der ausgebildet sein kann oder sollte.

38:26

Und da gibt es auch eine Liste, wo man Therapeuten, Therapeutinnen findet, die über diese Gesellschaften ausgebildet sind. Und ganz einfach wäre jetzt so unser Tipp, wenn man beim Hypnose-Therapeuten ist, dass man erstmal guckt, findet eine individuelle Auftragungs- und Zielklärung statt? Und klärt er mich transparent und verständlich auf? Ist das realistisch, was er mir verspricht?

38:47

Und dann ist es wichtig, dass man sich fragt, kann ich zum Therapeuten ehrlich und offen sein? Habe ich ein gutes Gefühl bei dem? Vertraue ich dem? Versteht er mich? Fühle ich mich wirklich verstanden in der Tiefe? Ich mich als Mensch, als Individuum mit allem, wie ich bin?

39:04

Und dann als allerwichtigste Überprüfung, wenn ich mit ihm zusammenarbeite, geht es mir besser. Und wenn nicht, dann sollte man einen anderen Therapeuten suchen, ganz klar. Und ein Kriterium für mich wäre auch, ist der Hypnose-Therapeut oder die Hypnose-Therapeutin, macht die nur Hypnose oder kann die auch andere Sachen machen?

39:28

Also wenn jemand nur Hypnose macht, dann würde ich fürchten, dass der so schmalspur ausgebildet ist.

39:37

Und wenn jemand schwierige Probleme oder größeres, umfangreicheres Suchtproblem lösen will, dann ist es gut, wenn man da einen Unterstützer und Begleiter hat, der die vielen Ebenen, die das betreffen kann, die Partnerschaft, ein Lebensziel umfasst.

39:59

Umgang mit bestimmten Situationen, Abgrenzung, möglicherweise Fragen der Identität. Wenn das jemand ist, der auf vielfältige Art und Weise damit umgehen kann und Hypnose als ein sehr wichtiges Mittel da zur Verfügung hat, sodass nicht nur geredet wird, sondern in der Sitzung der Klient auch gute und hilfreiche und therapeutische Erfahrungen macht,

40:26

Aber sinnvoll ist es, oder ein Kriterium, das ein bisschen hilft, wäre sicher, ist das jemand, der mehr kann als Hypnose. Also als ein Beispiel, ich bin ja auch Verhaltenstherapeutin und in der Verhaltenstherapie gibt es viele Trainings, zum Beispiel soziales Kompetenztraining, wo man dann wirklich ausgebildet ist, wie bringt man den Leuten bei, sich abzugrenzen und so weiter und so fort.

40:49

Und dann wäre ein Vorgehen, wir finden vielleicht in der hypnotherapeutischen Arbeitsweise raus, was ganz genau der Klient braucht, um sich abzugrenzen. Und das verhaltenstherapeutische Wissen hilft mir, das besonders gut beibringen zu können und sehr praktisch zu werden. Und wenn es sozusagen so umfassende, komplexe Geschichten sind wie Sucht,

41:08

dann ist es oft hilfreich, da muss man sich oft aus verschiedenen Sachen bedienen. Und dann geht es wieder um die trotzdem grundlegende hypnotherapeutische Haltung, das individuell zusammenstellen zu können. Und das finde ich einen sehr spannenden Punkt oder sehr gut erklärt, dass es eben, wie gesagt, ein Skill eines großen therapeutischen Repertoires ist, das aber total hilfreich sein kann. Werbung Jetzt habe ich mich gefragt,

41:37

Ich weiß nicht, ob ihr das wisst, wie oft kommt es denn eigentlich innerhalb der Suchttherapie vor? Weil ich habe das jetzt in der Praxis, außer bei den Raucherentwöhnungsaspekten, ist mir das ehrlich gesagt noch nie begegnet. Wie oft Hypnotherapie angewendet wird? Ja, also es ist gerade zur Raucherentwöhnung ist die Hypnotherapie vom Wissenschaftlichen Beirat für Psychotherapie 2006 anerkannt worden.

42:01

Aber es hat es noch nicht in die S3-Leitlinie geschafft. Und wir haben bei der Hypnotherapie, deswegen ist die Frage sehr schwer zu beantworten, ein Problem.

42:09

Nämlich, man kann es relativ schlecht abrechnen und wenn man es abrechnet, verdient man weniger, als wenn man andere Sachen abrechnet. Es wird wie, als ob man autogenes Training macht, sozusagen abgerechnet. Und das führt dazu, dass die Therapeuten natürlich das abrechnen, zum Beispiel eine verhaltenstherapeutische Sitzung, die dann einfach mehr bringt. Und wir haben ja zwei große Ausbildungsinstitute. Wir haben verschiedene Curricula für Psychotherapeuten, für Beraterinnen, für Ärzte, Kinder- und Jugendhypnose und so weiter.

42:37

findet überall bundesweit in Deutschland statt. Es gibt noch eine zweite große Ausbildungsgesellschaft, sodass es viele Hypnotherapeuten gibt, die das aber oft integrativ anwenden und es taucht in den Abrechnungen nicht immer auf, also relativ selten. Deswegen, unseres Wissens nach, arbeiten viele damit, aber es ist schwer überprüfbar mit klaren Zahlen. Außerdem ist es so, dass die Kollegen, die in Kliniken arbeiten, viel auch eine Hypnose-Therapeutische Ausbildung haben.

43:05

Aber die sind so klug, das nicht so an die große Glocke zu hängen, damit die Patienten nicht kommen mit dieser problematischen Erwartung, jetzt hypnotisiere mich mal und ich habe nie mehr ein Bedürfnis, mich voll zu saufen oder mir eine Spritze zu setzen oder Tabletten zu nehmen.

43:25

Deswegen verwenden viele Kollegen das als Teil ihres insbreiten therapeutischen Angebotes im Rahmen von den anderen Dingen, die sie auch noch machen und das ist ausgesprochen sinnvoll. Obwohl sich bei der Beschreibung tatsächlich dann wieder so ein bisschen was in mir regt im Sinne von, ist es denn okay, dann einfach jemanden so in Trance zu versetzen, ohne dass er das mitbekommt?

43:48

Also ohne, dass es angekündigt ist. Man kriegt es ja mit, aber ohne, dass es in dem Sinne angekündigt ist. Es ist ja eine andere Form von Trance, als man sich das so vorstellt von der Schlange K. Sondern autogenes Training ist Selbsthypnose. Da würden wir uns nicht die Gedanken machen, ist das in Ordnung oder nicht. Wenn wir eine Immigration machen, das sind hypnotische Trance-Phänomene. Also dieses Wort, das sozusagen mit dieser Trance, mit der wir praktisch gar nicht arbeiten, verbunden ist, das ist schwierig.

44:15

Ansonsten ist es so, dass es wirklich ein Innensuchprozess ist, dass wir immer im Dialog sind, dass es immer darum geht mitzubekommen, tut es dem Klienten gerade gut, er kann jederzeit sagen, ich möchte was anderes und da ganz fein mitzugehen. Wir nennen das Pacing und insofern halte ich das nicht für schwierig, weil es was ganz anderes ist, als man sich unter Trance vorstellt. Außerdem

44:36

Ist schon diese Frage, den anderen in Trance versetzen, ist eine Frage, die für mich nicht so passt, wenn ich versuche zu beschreiben, wie ich arbeite.

44:48

Also wenn wir auf das zurückkommen, was hier schön durch unser Gespräch am Anfang galoppiert ist, du würdest mit diesem Thema zu mir gekommen sein, dass du so aufgeregt bist und weniger aufgeregt sein wirst. Und ich hätte so einen Start gemacht, wie es jetzt die Frau gesagt hat, dann hätte ich mich einfach mehr dafür interessiert.

45:08

Und du hättest die Erfahrung gemacht, dass es angenehm ist, von mir unterstützt zu werden in dieser Vorstellung, die für dich sehr gekoppelt ist mit deinen Gefühlen. Und wir hätten immer mehr uns mit diesem Bild beschäftigt und am Schluss…

45:24

Wäre hoffentlich oder möglicherweise dieses Pferd dann irgendwo schön neben uns gelegen, hätte eine Ruhe ausgestrahlt, die Sonne hätte geschienen, es hätte gut gerochen und du machst dann die Augen auf und sagst, huch, das war wie Hypnose, ja.

45:40

Weil du von mir unterstützt so gut begleitet wurdest in deine innere Erfahrungswelt hinein. Und dann würde ich nicht sagen, ich habe dich in Trance versetzt, sondern ich habe dich nicht daran gehindert, dich mit deinen inneren Assoziationsfeldern und den Assoziationsnetzwerken, die nützlich sind für eine entspannte, konzentrierte Zuversicht,

46:07

Da habe ich dich dabei unterstützt und dann gibt es nicht in der Form eine Transinduktion, wie man das herkömmlicherweise früher verstanden hat. Da redet jemand auf den anderen ein, der muss tun, was ich ihm sage und ist dann in Trans und ich suggeriere dann…

46:26

Und am Schluss ist das Problem gelöst. Also da ist unsere Form der Hypnose keine, wo wir den anderen in Trance versetzen, sondern wo wir nicht verhindern, dass der intensiv nachdenkt, nach innen geht, wenn man mit einem Problem beschäftigt ist. Dann gibt es ja zwei Strategien. Man geht nach außen, redet mit den Leuten.

46:46

Oder man denkt nach und grübelt nach. Und diesen Weg nach innen zu gehen, den nutzen wir, den intensivieren wir. Und dann wird es als sehr natürlich erlebt, wie es aus unserer Sicht auch völlig natürlich ist, dass wir in der Hypnosetherapie von außen nach innen gehen, den Menschen dabei begleiten. Das kann dann sehr intensiv werden.

47:10

Aber der Chef bei diesem Vorgehen, derjenige, der darüber entscheidet, ob das in gute Richtungen geht oder nicht, das ist der Klient. Der ist sozusagen der, der da immer wieder auch Rückmeldung geben muss, ist das gut für meine Ziele, die ich habe. Also ich finde wirklich, es ist eigentlich umgekehrt. Man hat ja immer so dieses Gefühl, also nicht umgekehrt zu dem, was du gesagt hast, sondern zu dieser Vorstellung, es gibt so ein Machtgefälle.

47:36

Und zwar für uns ist es glaube ich so, wir versetzen den Klienten in einen Zustand, in dem er besser wahrnimmt, was er braucht und uns besser sagen kann, was wir für ihn tun sollen und er uns damit auch steuert. Und von der Konzeption her ist es für mich auch so, man sagt immer, wir brauchen für Hypnose eine Beziehung auf Augenhöhe.

47:55

Ich finde, das ist noch anders der Fall. Also der Klient ist derjenige, der sich am besten kennt, der sein eigener Experte ist, der ganz viele Fähigkeiten und ganz individuelle Fähigkeiten in sich trägt. Und er kennt sich aus und ich bin nicht auf Augenhöhe als Therapeut, sondern ich bin darunter. Und mein Job ist es nur, dem Klienten eine Atmosphäre und Rahmenbedingungen zu bieten, in denen er da gut drankommt und in denen er dann weiß, was er will und er das bestimmt.

48:24

Und das Unbewusste, was wir als diese Innenfokussierung, wo man ganzheitlicher funktioniert, wo man assoziativer funktioniert, wo dadurch mehr Assoziationsräume und Veränderungsmöglichkeiten entstehen und innere Erfahrungen gemacht werden können und wir lernen durch nichts so sehr als durch Erfahrung, also wir schaffen eine innere Erfahrung,

48:44

Die häufig sehr, also wir wissen das aus der Forschung, also wenn wir im Trance-Zustand sind, das hat viele Parallelen zu einer real gemachten Erfahrung und das natürlich super nachhaltig. Dieses Unbewusste, das ist sozusagen unsere gemeinsame Hilfe, um auf noch mehr Ideen zu kommen. So würde ich das sagen. Wir sind wirklich unter dem Klienten und nicht darüber drüber.

49:07

Und das, finde ich, macht einen seriösen Hypnotherapeuten auch aus. Wenn es anders ist, wir fangen immer auch mit einer Zielbestimmung an. Wenn ich meine Ziele, wenn ich unsere Methoden nutze, um meine Ziele dem Klienten überzustülpen, dann ist es manipulativ und unethisch. Das darf nicht passieren, sondern immer müssen wir checken. Wir haben immer Feedback-Schleifen mit unseren Klienten. Wir arbeiten ganz viel in der dialogischen Trance.

49:31

wo wir ganz viel dazu einladen, sagen Sie, ist das passend für Sie, was brauchen Sie jetzt? Wenn es nicht zu Ihnen passt, geben Sie uns sofort ein Zeichen. Wir überlegen gemeinsam, was wir ändern und versuchen da ganz, ganz nah und feinfühlig dran zu sein. Und damit wird es ethisch. Wenn man es anders macht, schwierig. Und therapeutische Trance, so wie wir sie verstehen und vor allem therapeutisch sehr wertvoll finden, das sind bei uns immer Zustände, in denen der Klient mehr Raum hat,

50:02

sich zu besinnen, was für ihn gut ist. Und durch diese Orientierung nach innen kann der auch viel klarer wahrnehmen, was ihm gut tut und wie er reagiert. Das ist der Vorteil von Trance.

50:18

Wenn wir nicht in einem Trance-Zustand sind, dann hat jeder schon erlebt, dass er Mist gemacht hat, Sachen gekauft hat, die er gar nicht braucht und wo er hinterher sich fragt, wie kann man so blöd gewesen sein, dass man diese doofen Schuhe gekauft hat oder sonst was.

50:36

In einem Trance-Zustand ist man durch die Orientierung auf das innere Erleben, kriegt man sehr viel mit, was es an Regungen in einem gibt, wie der Organismus reagiert.

50:49

wie man gefühlsmäßig reagiert, ob es gut ist. Also von daher ist meine Erfahrung mit der Art von therapeutischer Trance, die ich an mir erlebt habe und die ich mit meinen Klienten aktiviere, das sind Zustände, wo sie sehr viel weniger manipulierbar sind und sehr viel klarer und unmittelbarer aus ihrem Inneren heraus die Rückmeldung kriegen, das ist nicht gut für mich oder das ist gut für mich. Und das sind Zustände,

51:15

Diese Art von therapeutischen Prostzustände, die wir sehr wertvoll finden, gerade im Umgang auch mit Suchtproblemen. Ich finde es auch sehr gut, das nochmal tiefer klargestellt zu haben, weil ich richtig auch in dem Gespräch merke, wie schwer es mir auch fällt, mich von diesen medieninduzierten Bildern von Hypnose loszulassen, obwohl ich mich schon vorab damit verliebe.

51:36

beschäftigt habe, versucht habe, das System zu verstehen und merke so, das hängt richtig fest. Und ich glaube, das ist natürlich auch immer eine Herausforderung als Hypnotherapeut, Menschen sozusagen in die Hypnotherapie zu führen und gleichzeitig auch damit umzugehen, dass man halt, keine Ahnung, jemanden mit rollenden Augen vor sich sehen hat und zack, bin ich weg. Und davon darf man sich erst mal lösen. Vielleicht kann ich einfach noch zwei, drei kleine Techniken nennen, die wir nutzen, damit man nochmal so ein Bild bekommt. Also

52:04

Vielleicht einmal, um da einzusteigen, mit dem, dass wir versuchen wirklich, dass der Klient findet, was er will und braucht. Wir haben Techniken dafür, wie wir dann damit arbeiten, wenn wir selber Vorschläge machen zum Beispiel. Und in unseren Ausbildungen ist es auch so, dass viele sagen, das Schwierigste ist, zu lernen, sich selber zurückzuhalten und nicht die eigene Idee dem anderen überzustülpen. Wir arbeiten dann zum Beispiel mit Nicht-Vorschlägen. Also wenn ich denke, es könnte eventuell gut sein für den Klienten, aber ich bin mir nicht sicher,

52:33

Dann würde ich es so formulieren und würde sagen, Herr Schmidt, wahrscheinlich ist es keine gute Idee für Sie, mal über eine Putzfrau nachzudenken. Und dann kann er das wunderbar zurückweisen. Entweder sagt er doch, es ist eine gute Idee.

52:48

Wunderbar, und hat das für sich überprüft. Oder er sagt, nee, Frau Nius, Sie haben recht, es ist keine gute Idee. Und dann hat er mich aber trotzdem bestätigt. Und das heißt, ich biete ihm was an, wo er wirklich, auch wenn er mich zurückweist, mich bestätigt hat und er keine Angst haben muss, dass unsere Beziehung dadurch… Also wir versuchen es ihm wirklich leicht zu machen, auch mit Formulierungen, die wirklich ermöglichen, dass er sagt, nein. Der Schwerpunkt unseres Vorgehens ist nicht geprägt von dem, was man früher…

53:16

Ende des 19. Jahrhunderts als Suggestion im Bereich der Hypnose definiert hat, da war das so, dass

53:25

Die großen Klinikchefs, in der Regel waren das hilflose Frauen, die sowieso einen schwierigen sozialen Stand hatten, die diesen Frauen dann eingebimst haben, es geht ihnen von Tag zu Tag besser. Und wenn das ein so großartiger Mann gesagt hat, dann gab es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Rahmen das auch befolgt wurde.

53:50

Dieser Begriff von Suggestion, dass man im Rahmen von Hypnose etwas sagt, was der andere annehmen muss, was quasi eine Art von Vergewaltigung ist zugunsten des Klienten, das ist nicht das, wie wir arbeiten, sondern wir versuchen,

54:06

ein assoziatives Netzwerk zu machen von den Dingen, die für den Patienten praktikabel, passend und nützlich sind. Und immer wieder geben wir dem Patienten die Möglichkeit, wo es wir auch brauchen, zu überprüfen, ob die Vorschläge oder Anregungen, die wir geben, ob die für ihn passend sind und

54:30

Die moderne Hypnose-Therapie hat das englische Verständnis von Suggestion. Der englische Begriff Suggestion heißt Anregung. May I suggest to you heißt, darf ich mir die Freiheit herausnehmen, Ihnen einen Vorschlag zu machen, den Sie selbstverständlich natürlich ablehnen können. Sie sind ja die Autorität. Ich nehme mir mal die Freiheit heraus,

54:55

In diesem Sinne machen wir Suggestionen, wir machen Angebote und Vorschläge und die Autorität, das anzunehmen und auf die Stimmigkeit und Akzeptierbarkeit hin zu überprüfen, das ist die Aufgabe des Klienten.

55:13

Und ihn dabei zu unterstützen nach dem, was für ihn hilfreich ist und für ihn passend. Und was wir zusätzlich machen, ist, dass wir permanent versuchen, Ressourcen und Selbstwirksamkeit zu aktivieren. Und ich nenne dazu mal zwei Sachen, zum Beispiel bei der Sucht. Ein Prinzip, was wir häufig anwenden, ist die Kleinschrittigkeit. Also wenn jemand zu mir kommt und sagt, ich bin ein Säufer, dann würden wir erstmal gucken,

55:37

Ganz konkret, was heißt das, wie ist das tatsächlich und so weiter. Und dann kommen wir vielleicht irgendwann drauf, abends nach 8 Uhr fällt es mir schwer, nichts zu trinken. Das ist schon was ganz anderes.

55:47

Und dann würden wir eventuell hingehen oder wie ich manchmal arbeite, dass ich dann sage, okay, also bis 8 Uhr geht’s. Würden Sie es auch bis zwei Minuten nach 8 schaffen? Ja, bis zwei Minuten nach 8 ginge. Ach, was bräuchten Sie dafür? Wie schaffen Sie das bis zwei Minuten? Ja, ich müsste mich ablenken. Wie ging das? Ja, Tagesschau gucken. Super. Machen Sie das erstmal. Erfolgserlebnisse schaffen. Wunderbar. Und in diesen kleinen Schritten sind oft die großen Strategien schon versteckt. Ablenken zum Beispiel. Ja.

56:12

Wunderbar, bis zwei nach acht haben Sie es geschafft. Geht auch fünf nach acht. Super, machen Sie das auch nochmal. Viertel nach acht, ja jetzt wird es schwierig. Warum? Was müsste denn jetzt noch dazukommen? Ja, jetzt müsste vielleicht noch dazukommen, dass ich irgendwie ein bisschen Kontakt hätte. Okay, mit wem könnten Sie Kontakt haben? Und dann würden wir ganz kleinschrittig sein und immer wieder für Selbstwirksamkeit und Zuversichtserlebnisse versuchen, das herzustellen. Wäre so eine Sache.

56:36

Eine andere Sache, der Umgang mit Rückfällen, wie man das üblicherweise sagt, würden wir schon von der Sprache her nicht so benennen. Sondern eine Sache, die ich dann mache, und ich weiß nicht, ob du es genauso machst, Manfred, ist, dass ich sage, okay, wenn wir jetzt das hier haben, sie wollten, wenn wir eine Landkarte hätten, sie wollten auf direktem Weg von Gießen nach, weiß ich nicht, Biberthal gehen.

56:59

So, jetzt haben Sie einen Umweg gemacht, also der Rückfall, den würde ich jetzt als Umweg bezeichnen und dann versuchen wir alles, was wir haben, da die Ressourcen rauszuarbeiten, wenn dann das auch Utilisation ist, nützlich zu machen. Ich würde sagen, okay, Sie wollten direkt dahin, jetzt haben Sie einen Umweg gemacht.

57:16

Eine gute Sache haben Umwege ja. Umwege erweitern die Ortskenntnis. Was haben sie daraus gelernt oder was können sie daraus lernen? Und so hätten wir dann auch, wenn ein Umweg gemacht wird sozusagen, dass wir dann schauen, wie kann der für sie hilfreich sein für die Zukunft und welche Ressourcen können wir da rausziehen, wie können sie das schaffen?

57:37

Genau, Manfred, du hast noch was zu ergänzen. Ja, üblicherweise, wenn Raucher zu mir kommen und sagen, ich möchte aufhören zu rauchen, dann sagen sie, ich bin ein hoffnungsloser Fall. Ich habe es schon zehnmal versucht. Niemand glaubt mir, dass ich es nochmal versuche. Jetzt komme ich halt zu ihnen. Denen sage ich als erstes, mit jedem Mal, wo sie aufgehört haben zu rauchen und wieder angefangen haben zu rauchen, haben sie was gelernt, sind sie weitergekommen. Und die Forschung hat gezeigt, dass,

58:05

dass diejenigen, die viele Male versucht haben, aufzuhören zu rauchen, dass die mit der größten Wahrscheinlichkeit dann auch schaffen, für immer aufzuhören zu rauchen. Es ist gerade umgekehrt, die Forschungsergebnisse zeigen, dass es gerade umgekehrt ist wie das Alltagsverständnis von denjenigen, die immer mitgehofft haben. Die Partnerin sagt natürlich oder der Partner, naja, ich bibber mit dir mit, ich hoffe und

58:33

Und nach zehnmal machen die das nicht mehr und sagen, weil sie sich die Enttäuschung ersparen wollen. Ich würde sagen, etwas flapsig, schön blöd. Je mehr es jemand versucht, umso mehr hat jemand die Chance, daraus zu lernen und dann endgültig auch aufzuhören und rauchfrei zu sein. Deswegen versuche ich es auch immer in kleine Schritte zu unterteilen, wie die Frauke zu sagen, wie lange wollen Sie es dieses Mal schaffen?

59:01

Und oft bin ich erstaunt, was mir die Menschen sagen, wie lange sie es schon geschafft haben. Sie haben es geschafft zwei oder drei Jahre manche, sodass ich sage, es wäre ein Ziel, das nochmal zwei Jahre zu schaffen und dann neu zu entscheiden. So ist es sinnvoll, die Ziele runterzubrechen in das, was passiert.

59:19

möglichst gut machbar ist. Wenn ich euch zwei so zuhöre, da geht mir tatsächlich richtig das Herz auf, weil seit ich Suchttherapeutin bin und mich mit der Suchttherapie auseinandersetze, liegt mir besonders am Herzen, einen humanitären Ansatz zu finden, um die Menschen mehr in ihrem Prozess mitzunehmen. Weil aktuell, und ich meine, das ist auch gesetzlich so festgeschrieben,

59:40

braucht es für eine bezahlte Therapie die Abstinenz als Voraussetzung. Und genau das, was ihr gerade beschreibt, auch die Haltung der Hypnotherapie, ist im Prinzip das, ohne mich vorher zu tief mit der Hypnotherapie beschäftigt zu haben, was auch meiner Haltung entspricht. Nimmt die Menschen in ihrer Entwicklung mit und zwingt sie nicht schon in ein Ergebnis und arbeitet dann damit.

60:01

Und das finde ich echt schön. Also das finde ich, ich glaube auch, dass das wahrscheinlich viele Menschen, die das gerade hören, sich sehr angesprochen fühlen von der Haltung. Einfach, weil sie auch so menschlich und auf Augenhöhe ist. Absolut. Und was wir immer wieder erleben, ist, dass Menschen zu uns kommen,

60:18

die vielleicht für sich selber schon aufgegeben haben oder die von anderen aufgegeben wurden. Und allein mit dieser Haltung und diesem Zutrauen, was man ihnen gegenüber hat, was sie gar nicht mehr gewohnt sind, wo sich plötzlich wieder so viel tut und so viele neue Möglichkeiten sie für sich selber entdecken, so dass ich da immer überzeugt davon geworden bin, dass dieses Vorgehen das effektivste und hilfreichste ist.

60:42

Abgesehen davon, dass es von der menschlichen Haltung das Richtige ist. Also nicht aufgeben. Wir erleben immer wieder, dass sich ganz viel tun kann, auch wenn man nicht mehr damit rechnet.

60:54

Und dass auch kleine Schritte einen weiterbringen können und gewürdigt werden. Und dass es letzten Endes immer um den Menschen selbst geht und wie geht es ihm am besten. Und was ist für ihn ganz individuell die beste Lösung. Und die können ganz, ganz unterschiedlich aussehen. Und die können auch ohne Therapie praktiziert werden. Man darf aufhören zu saufen oder schädliche Drogen zu nehmen oder zu rauchen, auch ohne, dass man einen Therapeuten konsultiert hat.

61:22

Man darf es einfach machen.

61:28

Ich sehe mich so ein bisschen am Ende dieses Interviews. Gibt es erstmal noch mal kurz inhaltlich mal kurze Rückfrage, irgendwas, was ganz dringend noch darauf hingewiesen werden sollte? Sonst fand ich das eigentlich mal sehr rund. Ich würde gerne noch darauf hinweisen. Wir haben ja den Methodenschatz, den du am Anfang angesprochen hast. Und das ist so ein Spenden- und Gemeinschaftsprojekt unter www.frauke-news.net. Und da haben ganz, ganz viele Therapeutinnen, Beraterinnen, Coaches gearbeitet.

61:56

sowohl Vorträge als auch ganz viele hilfreiche Methoden gespendet. Und je nachdem, wie Ihr Weg aussieht, können die Leute gucken, ob sie da was finden. Es gibt Trancen, Arbeitsblätter, alles Mögliche zu den Themen Abgrenzung, Emotionsregulation, Entspannung, zu tausend verschiedenen Sachen, Herausforderungen angehen und bewältigen.

62:16

Und Manfred, du hast jetzt auch nochmal reingestellt, eine Methode mit zwölf Schritten bzw. Fragen zum Nichtraucher werden, sodass jeder zu Hause auch schon mal alleine, wenn er Lust hat, sich damit beschäftigen kann. Und da wollen wir einfach herzlich zu einladen. Der Methodenschatz ist eine tolle Sache, die du da aufgegleist hast und in die du so viel Arbeit gesteckt hast.

62:37

Ich freue mich, wenn der eine oder andere Zuhörer einmal ab und zu mal bei uns im kostenfreien Hypnosalon vorbeischaut. Das ist am ersten Mittwoch im Monat, wo wir hochkarätige Vertreter moderner Psychotherapie und Beratung einladen.

62:58

Und wo man einfach mit dabei sein kann, wenn man sich dafür interessiert, wie moderne Psychotherapie heutzutage gedacht und praktiziert wird. Genau. Genau. Und ich nutze beide Angebote selbst sehr häufig. Also war schon mehrmals im Hypnusalon und habe auch den Methodenschatz schon in meine Therapie und Beratung mit einbezogen. Das ist einfach großartig. Ihr findet alle Links direkt in den Shownotes.

63:24

Und auch in dem Artikel, den ich zu dem Interview schreiben werde, könnt ihr einfach mal vorbeischauen. Das ist einfach wunderbar. Und dann möchte ich euch gerne danken für eure Zeit. Ich habe, glaube ich, die Hypnotherapie heute nochmal deutlich mehr verstehen dürfen. Wahrscheinlich auch viele meiner Hörer und Hörerinnen. Danke, dass ihr da wart und euch die Zeit genommen habt. Wir danken dir ganz, ganz herzlich. Vielen Dank für deine Fragen, dafür, dass wir hier unsere Form beobachten.

63:50

von aus unserer Sicht sinnvoller Hypnotherapie ein bisschen verständlich machen kann. Das war Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Stefanie Bötsch.


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