Fentanyl & Nitazene – Hochpotente Opioide im Faktencheck

In dieser Folge geht es um Fentanyl, Nitazene und andere synthetische Opioide – Substanzen, die in Medienberichten häufig als kaum kontrollierbare neue Bedrohung dargestellt werden. Dabei wird zunächst geklärt, was synthetische Opioide überhaupt sind, wie sich Fentanyle und Nitazene voneinander unterscheiden und warum der Begriff allein noch wenig über ihre tatsächliche Potenz aussagt. Im Mittelpunkt stehen ihre Wirkung am Opioidrezeptor, der schnelle Wirkeintritt, das enge therapeutische Fenster und das besondere Risiko von Überdosierungen. Gleichzeitig hinterfragt die Folge vereinfachte Vergleiche mit der Opioidkrise in den USA und ordnet ein, welche Bedeutung hochpotente Opioide auf dem deutschen Drogenmarkt tatsächlich haben.

Darüber hinaus richtet die Folge den Blick auf konkrete Risiken und Möglichkeiten der Schadensminderung. Welche Rolle spielen falsch deklarierte Tabletten, verunreinigtes Heroin und Mischkonsum mit Alkohol oder Benzodiazepinen? Warum können Fentanyl und Nitazene bei üblichen Drogentests unentdeckt bleiben, und weshalb kann nach der Gabe von Naloxon erneut eine Atemdepression auftreten? Im Mittelpunkt stehen der bessere Zugang zu Naloxon, der Ausbau von Drug-Checking-Angeboten und Drogenkonsumräumen sowie eine sachliche Risikokommunikation.

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Fentanyl & Nitazene – Hochpotente Opioide im Faktencheck

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PODCAST-METADATEN
Folge: 120
Erscheinungsdatum: 25.09.2025
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Fentanyl & Nitazene – Hochpotente Opioide im Faktencheck
Sprecher: Stefanie Bötsch

Typ: Transkript

00:02
Fentanyl ist sehr fettlöslich, und aufgrund dieser Eigenschaft kommt der Stoff sehr schnell durch die Blut-Hirn-Schranke. In vitro und in Tiermodellen zeigen nämlich Nitazene extremst hohe Potenzen, teils deutlich höher als Fentanyl oder deutlich höher als Morphin. Wenn man das hört, klingt es fast nach einem Horrorszenario.

00:24
Und genau so wird es auch teilweise in vielen Schlagzeilen verkauft: als Stoffe, die kaum kontrollierbar sind und sich in Deutschland ausbreiten. Aber wie immer bei Psychoaktiv schauen wir genauer hin. Heute geht es in dieser Folge um hochpotente Substanzen, und zwar Fentanyle und Nitazene. Stoffe, bei denen bereits winzige Mengen zu Überdosierungen führen können.

00:46
In den USA ist längst von einer Fentanyl-Krise die Rede, und diese Erzählung greift zunehmend auch in Deutschland um sich. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich? Und welche Fakten stimmen? Und was ist eher Panikmache? Zeit für eine differenzierte Einordnung.

01:11
Psychoaktiv, euer Podcast mit Suchttherapeutin Stefanie Bötsch. Zieht’s euch rein.

01:23
Hallo und herzlich willkommen zur ersten Solo-Folge nach der Sommerpause. Schön, dass du wieder eingeschaltet hast. Und falls du neu hier bist: Willkommen bei dem vielleicht differenziertesten und ausführlichsten Drogen-Podcast, den es gibt. Wir schauen uns hier alle zwei Wochen ein Thema rund um den Themenkomplex Drogenkonsum und Sucht an,

01:43
brechen Schwarz-Weiß-Denken auf und gehen alle ein bisschen schlauer aus jeder Folge wieder raus. Hoffe ich zumindest. Heute besprechen wir ein Thema, das vor allem auch gerade aus den USA richtig große Wellen schlägt, und zwar synthetische Opioide. In den USA findet man zahlreiche Berichte zu sehr häufigen Überdosen, Berichte,

02:03
die Fentanyl als Zombie-Droge bezeichnen, weil Menschen so sediert sind, dass sie nicht mehr richtig laufen können. Und ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Zombie-Droge ein maximal stigmatisierender Begriff ist und Menschen, die Drogen konsumieren, niemals Zombies sind, sondern Menschen, die häufig vor sehr schweren Problemlagen stehen.

02:22
Aber zurück zum Thema: Synthetische Opioide sind nicht nur ein Problem der USA. Auch in Europa und ja, auch in Deutschland sind synthetische Opioide angekommen, sei es in Onlineshops als Research Chemicals oder als Streckmittel für Heroin, um die Opium-Knappheit auszugleichen.

02:40
In dieser Folge wollen wir uns hauptsächlich auf die synthetischen Opioide Nitazene und Fentanyle konzentrieren. Wir wollen hier analysieren, was das eigentlich genau ist, wie die Potenz einzuschätzen ist, welche Risiken es gibt, aber auch uns angucken, welche Tragweite die Substanzen tatsächlich in Deutschland wirklich haben.

03:00
Doch bevor wir gleich reinstarten, möchte ich gerne ein paar Ankündigungen machen, weil ich muss schon ganz ehrlich sagen, in der Sommerpause hat sich bei mir richtig viel bewegt. Und zwar erst einmal ist euch aufgefallen, dass wir seit September ein neues, professionell überarbeitetes Psychoaktiv-Logo haben.

03:20
Ich liebe es. Ich bin richtig, richtig happy, dass ich das jetzt überarbeiten lassen konnte. Ich finde es so schön. Und ja, falls ihr es auch schön findet, könnt ihr das gerne in die Kommentare schreiben. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn ihr mit mir happy seid. Wenn ihr es blöd findet, ignoriert das einfach. Ich möchte meine gute Laune zu einem Logo nicht verderben. Und ein weiterer Meilenstein ist,

03:41
dass ich endlich meine suchttherapeutische Online-Praxis eröffnen konnte. Also wenn ihr Unterstützung braucht bei eigenen Herausforderungen mit dem Konsum, könnt ihr mal auf meiner Praxis-Seite vorbeischauen. Ihr könnt auch ein kostenloses Erstgespräch buchen, und den Link findet ihr einfach in den Shownotes.

03:57
Und auch alle Informationen zu meinem Angebot findet ihr wirklich ganz ausführlich auf meiner Website stefaniboetsch.de. Ist aber alles auch in den Shownotes verlinkt. Ich bin total happy, wieder Klienten aufnehmen zu können und freue mich einfach wahnsinnig auf diese Arbeit. Und es hat jetzt eine Weile gedauert, bis alle Vorkehrungen getroffen wurden, aber jetzt ist es ready.

04:20
Und dann möchte ich natürlich auch noch die neuen Psychoaktiv Plus-Mitglieder begrüßen, und zwar Anja, Sebastian, Esther, Yvonne, Christian, Maria, Stefan, Pierre, Camilo, Katja und Michaela. Willkommen bei Psychoaktiv Plus und danke, dass ihr mit eurer Mitgliedschaft Psychoaktiv möglich macht. Und was halt richtig cool ist: Wir sind halt nur noch drei Mitgliedschaften davon entfernt,

04:41
dass wir den ersten Meilenstein, die 1.000 Euro, die ich mir so als ersten Meilenstein gesetzt habe, fast erreicht haben. Und ich habe auch schon eine richtig coole Idee, wie wir diesen Meilenstein dann gemeinsam feiern können, dass die Finanzierung von Psychoaktiv ein bisschen sicherer ist.

04:57
Und zwar wird es eine kleine Audio-Doku geben über die Hintergründe der Fentanyl-Krise in den USA. Also da gehen wir heute in dieser Folge gar nicht so viel tiefer ein. Es würde auch einfach das Thema sprengen, aber das Thema wurde halt schon öfters sich auch gewünscht und es ist ziemlich groß und es ist auch ziemlich komplex.

05:16
Und ja, ich dachte, das schreit irgendwie nach so einer kleinen Mini-Doku. Ich habe da total Lust drauf und finde es einfach auch ein cooles Incentive, um damit diesen ersten Meilenstein zur Finanzierung von Psychoaktiv zu feiern. Link zu Steady findet ihr natürlich auch einfach in der Folgenbeschreibung. So, und das waren die Ankündigungen.

05:36
Jetzt wisst ihr alles, was in der Sommerpause geschehen ist. Und jetzt starten wir in die Folge, bauen uns schon mal Grundlagenwissen zu Fentanyl und Nitazenen auf. Das ist natürlich dann auch eine Top-Voraussetzung, wenn die Doku dann tatsächlich auch rauskommt.

05:54
Starten wir erst mal ganz grundlegend mit einer Einordnung, was synthetische Opioide eigentlich sind. Opioide sind erst einmal Wirkstoffe, die an Opioid-Rezeptoren ansetzen, vor allem an den Myopioid-Rezeptor. Hier docken normalerweise unsere körpereigenen Opioide an, und zwar die Endorphine. Opioide ist natürlich ein Überbegriff,

06:16
und diesen kann man noch mal einteilen in natürliche Opiate. Das sind Substanzen, die direkt aus Opium gewonnen werden. Das wäre zum Beispiel Morphin oder Codein. In halbsynthetische Opioide, die auf der Basis von einem natürlichen Opiat hergestellt werden. Dabei handelt es sich um Derivate, und dazu gehören Substanzen wie Heroin,

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Oxycodon oder Buprenorphin. Und zu guter Letzt haben wir eben noch die vollsynthetischen Opioide. Vollsynthetische Opioide haben kein natürliches Opiat als Grundstoff. Die brauchen das nicht und können eben vollsynthetisch im Labor hergestellt werden, wie zum Beispiel Fentanyl und Nitazene.

06:59
Auf diese Substanzen haben wir heute ein Augenmerk. Aber auch, und jetzt wird es wichtig, ist Tramadol auch ein vollsynthetisches Opioid. Und hier kommen wir schon mal zu einer Ungenauigkeit, die sich in vielen Medienberichten breit macht. Denn der Begriff synthetische Opioide wird maßgeblich im Kontext von neuen psychoaktiven Stoffen gesetzt,

07:20
also Stoffen, die komplett neu auf den Markt kommen, die sich vielleicht am Gesetz vorbeimogeln. Und sie werden auch in Verbindung gebracht mit extremst hochpotenten Stoffen. Aber synthetische Opioide unterscheiden sich in ihrer Substanzgruppe eben auch noch mal extrem in ihrer Potenz. Wenn ich jetzt auf eine Opioid-Umrechnungstabelle schaue,

07:40
ich packe euch auch mal einen Link zu so einer Umrechnungstabelle in die Kommentare, dann könnt ihr da auch mal reinschauen. Ich finde es immer ein bisschen schwierig, das im Podcast so zu beschreiben. Und wer mein Buch zur Hand hat „Drogen und ihre Wirkung“, findet so eine Umrechnungstabelle auch auf Seite 46. Bei einer Opioid-Umrechnungstabelle schaut man sich immer an,

07:59
wie stark eine Substanz ist, also ein Opioid ist, im Vergleich zu Morphin. Und wenn man sich jetzt Tramadol als synthetisches Opioid anschaut, hat das im Vergleich zu Morphin circa eine zehnmal geringere Potenz, während zum Beispiel Fentanyl-Pflaster eine 70 bis 100-fache Potenz haben. Ihr seht also,

08:18
es unterscheidet sich, und wir haben auch synthetische Opioide, die schon lange in der Medizin etabliert sind. Also es sind nicht nur neue Substanzen, die in die Gruppe der synthetischen Opioide zählen, sondern einfach ein Haufen unterschiedlicher synthetischer Opioide, teilweise komplett etabliert in der Medizin und teilweise aber auch wirklich neu.

08:39
Und das schauen wir uns eben jetzt genauer an.

08:46
Starten wir doch einfach mal mit Fentanyl. Fentanyl ist ein sehr potenter Myopioid-Rezeptor-Vollergonist. Das bedeutet, dass nach der Einnahme die Schmerzen wirklich sehr schnell und stark gedämpft werden, und es kommt zu einer Sedierung und zu einer Entspannung. Fentanyl kann sowohl oral, sublingual, transdermal,

09:05
intravenös und als Nasenspray konsumiert werden. Im medizinischen Kontext gibt es es vor allem als Tablette, Lösung oder Pflaster. Und im nichtmedizinischen Kontext haben wir aber auch den Fall, dass Fentanyl als weißlich-braunes Pulver angeboten wird, um eben Heroin zu imitieren. Und wir haben zusätzlich das Problem,

09:24
dass auf dem Schwarzmarkt Fentanyl als Schmerz- und Beruhigungsmittel falsch deklariert wird. Fentanyl ist sehr fettlöslich, und aufgrund dieser Eigenschaft kommt der Stoff sehr schnell durch die Blut-Hirn-Schranke. Die Blut-Hirn-Schranke ist eine Art Sicherheitsgrenze zwischen Blut und Gehirn. Und wenn wir uns diese als Türsteher vorstellen,

09:45
könnte man sagen, dass fettlösliche Stoffe wirklich einfach reinkommen, wasserlösliche nur, wenn sie auf der Gästeliste stehen und dementsprechend Transporter bereitstehen. Und als ungebetene Gäste bleibt man draußen. Damit schützt sich unser Gehirn vor unerwünschten Stoffen. Gut, und jetzt wissen wir, Fentanyl ist fettlöslich,

10:04
kommt also sehr schnell durch die Blut-Hirn-Schranke, wirkt dort und verteilt sich dann weit im Körper bis hin auch in wenig durchblutete Gewebe wie zum Beispiel Fett und Muskulatur. Es hat also ein ziemlich großes Verteilungsvolumen, was es auch ein bisschen besonders macht. Und dadurch fällt der spürbare Effekt nach dem ersten Peak ab,

10:24
obwohl sich vielleicht im Körper noch reichlich Fentanyl befindet. Aus diesen Depots, also aus den Speichern von Fentanyl in unserem Körper, kann es dann wieder sozusagen in den Körper auch zurückschwemmen. Und manchmal sorgt es eben dafür, dass man so das Gefühl bekommt, das Subjektive, dass die Wirkung ein bisschen wellenartig ist.

10:43
Und genau dieser Speicher kann eben auch eine Rolle spielen, wenn man bei Überdosierungen mit Naloxon behandeln möchte. Kurze Info: Was ist eigentlich Naloxon? Naloxon ist ein Medikament, das die Wirkung von Opioiden sehr schnell wieder aufhebt und dementsprechend bei lebensgefährlichen Überdosierungen angewendet wird.

11:03
Allerdings wirkt Naloxon kürzer als Fentanyl, und aufgrund der Speicherung von Fentanyl im Körper kann es zu einer sogenannten Renakotisierung kommen. Das heißt, die Person scheint es erst besser zu gehen, die Opioidwirkung ist aufgehoben worden und setzt dann aber wieder ein, weil das Naloxon eben aufhört zu wirken und eben auch noch Fentanyl im Körper ist.

11:25
Fentanyl ist übrigens gar nicht so eine neue Substanz, auch wenn sie vielleicht jetzt in der letzten Zeit sehr, sehr stark thematisiert wird. Denn Fentanyl wurde von Paul Janssen im Jahr 1960 synthetisiert und hat sich dann schon in den 1970ern in der Anästhesie durchgesetzt.

11:43
Der Weg von Fentanyl auf den Schwarzmarkt verlief tatsächlich zweigleisig. Am Anfang war es maßgeblich so, dass Fentanyl als Medikament in den Schwarzmarkt abgezweigt wurde, wo zum Beispiel dann die Pflaster, also die Fentanyl-Pflaster, ausgekocht wurden oder auch geraucht wurden.

12:03
Oder wenn es schon in Nasenspray-Form ist, konnte man das ja dann auch direkt konsumieren. Inzwischen findet man allerdings Fentanyle, die auch direkt für den Schwarzmarkt produziert wurden. Und hier kommen wir zu einem weiteren Punkt. Ja, es gibt Fentanyl als eigene Substanz. Es gibt aber auch eine Stoffgruppe, und zwar die Stoffgruppe der Fentanyle.

12:25
Zu dieser gehören neben Fentanyl auch Sulfentanyl, Afentanyl, Remifentanyl oder auch Carfentanyl. Das sind allerdings alles Fentanyle, die man auch im medizinischen Bereich findet. Im illegalen Markt findet man unter anderem auch Acetylfentanyl, Furanylfentanyl oder Ogfentanyl.

12:44
Und all diese Stoffe wirken genauso wie Fentanyl primär am Myopioid-Rezeptor als Vollergonisten. Aber auch wenn die Fentanyle erst mal so einen gleichen Grundbauplan chemisch haben, unterscheiden sie sich trotzdem ziemlich stark in ihrer Potenz und auch darin, wie lange sie eigentlich wirken.

13:04
Carfentanyl ist zum Beispiel deutlich potenter als Fentanyl selbst, während zum Beispiel Alfentanyl weniger potent ist, dafür aber auch einen schnelleren Wirkeintritt hat. Remifentanyl ist etwasähnlich potent wie Fentanyl, wirkt aber dafür kürzer. Ihr seht also schon, so einfach ist das alles gar nicht.

13:22
Man kann nicht alle Fentanyle über einen Kamm scheren. Und umso irrsinniger ist, dass man manchmal sogar auch alle synthetischen Opioide über einen Kamm scheren möchte. Das Problem, das sich aus der hohen Potenz der Fentanyle ergibt, ist natürlich die Gefahr der Überdosierung. Denn schon kleine Mengen reichen für eine Überdosierung.

13:40
Und dass wir unterschiedliche Fentanyle haben und neue immer wieder für den Schwarzmarkt produziert werden, macht die Sache noch mal viel schwieriger, weil man einfach auch gar nicht weiß, welche Dosis eigentlich auch die richtige ist, wenn sich die Substanz in der Potenz unterscheidet, wenn man gar nicht weiß, welches der Fentanyle man eigentlich gerade vor sich hat.

14:01
Und damit erhöht sich natürlich das Risikopotenzial deutlich.

14:08
Kommen wir jetzt auch noch mal zu Nitazen. Auch Nitazene sind wieder eine Stoffgruppe. Und hier sind die typischen Vertreter zum Beispiel Isotonitazen oder Metonitazen oder Protonitazen oder Clonitazen. Und auch hier wirken alle primär am Myopioid-Rezeptor. Nitazene wurden schon 1950 entwickelt.

14:30
Gedacht waren sie zwar als Medikament, haben aber im Gegensatz zu Fentanyl nie als Arznei ja das Licht der Verschreibungspraxis erblickt. Grund hierfür ist das enge therapeutische Fenster. Das therapeutische Fenster beschreibt den Dosierungsbereich eines Medikaments,

14:49
in dem es wirksam ist, ohne eine toxische Nebenwirkung. Das heißt, dass man mit Nitazenen überdosiert, war relativ wahrscheinlich und deswegen wurde die Stoffgruppe nie als Arzneimittel zugelassen.

15:03
Ja, und dann wurden Nitazene erst mal einige Jahre vergessen und ungefähr seit 2019 findet man Nitazene wieder im Schwarz- und Graumarkt.

15:14
Und Nitazene gibt es auf dem Schwarzmarkt in Form von Pulver, Tabletten, Nasaltropfen, Nasensprays, Selbst und natürlich auch als Fälschung für Opioide oder auch Benzos, genauso wie Beimischungen zu anderen Substanzen. Gerade wenn man Benzodiazepin-Tabletten mit Nitazenen fälscht,

15:35
also den Wirkstoff austauscht, haben wir hier das Problem, dass das häufig auch Menschen trifft, die überhaupt keine Opioidtoleranz haben. Und das macht halt gerade diese Fälschung auch noch mal risikoreicher. Ich finde, das sollte man mal im Hinterkopf behalten, was es eigentlich bedeutet, weil Benzos und Opiate sind ja nicht die gleiche Substanz.

15:55
Und dass man immer mal wieder Benzodiazepin-Tabletten hat, in denen Nitazene drin sind, das ist halt schon auch ein hohes Risiko.

16:02
Und an dieser Stelle möchte ich gerne auch noch mal betonen, dass Nitazene sich nicht nur in den offenen Drogenszenen oder auf der Straße wiederfinden, sondern eben auch wirklich im Research Chemicals-Bereich, wo Menschen oft aus Neugier oder wegen der Idee von vermeintlicher Legalität Pulvertabletten oder auch Nasensprays online bestellen.

16:23
Dazu gab es übrigens auch erst eine ziemlich spannende Doku von Frontal beim ZDF und ich packe euch die Doku einfach mal in den Shownotes, weil das war echt eine sehr schöne Doku, um mal so eine Idee von der ganzen Sache zu bekommen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie Nitazene eigentlich einzuschätzen sind. In vitro und in Tiermodellen zeigen nämlich Nitazene extremst hohe Potenzen,

16:45
teils deutlich höher als Fentanyl oder deutlich höher als Morphin. Beispielhaft ist hier Isonitazen. Isonitazen hat in vitro eine 125-fache Potenz zu Fentanyl gezeigt. Das klingt natürlich jetzt erst mal übelst krass, lässt sich aber, und hier aufpassen, nicht eins zu eins auf den Menschen übersetzen.

17:07
Hier kommt man zum Beispiel zu Einschätzungen, dass Metonitazen zum Beispiel eher zehnfach stärker ist als Morphin und nicht hundertfach, wie es in vitro wäre oder Clonitazen sogar weicher ist als Morphin. Und auch hier gab es in vitro andere Ergebnisse.

17:24
Ihr merkt also, die Stoffgruppe der Nitazene haben eine enorm hohe Bandbreite an Potenz. Und auch hier würde es einfach nicht stimmen, wenn man sagen würde, alle Nitazene sind extremst potent. Ich habe ja gerade schon gesagt, eins ist sogar weniger potent als Morphin. Also wie gesagt, wir haben hier also eine große Bandbreite an Potenz.

17:45
Auf der anderen Seite, wenn wir jetzt mal einen Blick in die Realität werfen, macht halt auch genau dieser Fakt Nitazene sehr unberechenbar. Zum Beispiel sollte man sich wirklich gezielt Nitazene in einem Research Chemical Shop kaufen, kann es eben auch sein, dass man von hochpotent bis weniger potent alles erwischt.

18:04
Und das bedeutet wiederum, dass man für sich keine Schlüsse zur Dosierung wirklich ziehen kann. Denn das kann halt einfach je nach Bestellung anders sein, weil eine andere Substanz drin ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei Nitazenen sind die Metaboliten, also das Abbauprodukt nach dem Konsum.

18:24
Dieses Abbauprodukt kann die Wirkung verlängern. Isotonitazen wird zum Beispiel in N-Desetyl-Isotonitazen umgewandelt. Und das ist halt potenter als die Muttersubstanz und führt dazu zu einer längeren Wirkzeit. Das ist vor allem dann auch sehr relevant, wenn man eine Überdosis mit Naloxon behandeln möchte.

18:44
Naloxon habe ich euch ja gerade schon bei Fentanyl erklärt, ist das Medikament, was bei Überdosierung die Wirkung von Opioiden aufheben kann. Und auch hier haben wir den Fall, dass Naloxon kürzer wirkt als zum Beispiel Isotonitazen mit seinem aktiven Metaboliten. Das bedeutet, dass vielleicht bei der Vergabe von Naloxon erst mal eine Verbesserung auftritt,

19:05
sich der Zustand der betroffenen Person jedoch dann wieder verschlechtert, weil die Wirkung von Naloxon nachlässt und dann sich die Wirkung von Isotonitazen sich wieder ausbreitet. Das heißt, es braucht mehrere Vergaben von Naloxon, um die Situation wirklich in den Griff zu bekommen oder halt auch eine Naloxon-Infusion. Und ein weiterer Punkt,

19:26
der zu Nitazenen wichtig ist, ist, dass sie bei den Standard-Urintests nicht nachweisbar sind. Denn diese sind in der Regel auf Morphin-Abbauprodukte ausgelegt. Und es gibt zwar inzwischen Nitazene als Teststreifen, aber auch hier können viele der Stoffe einfach nicht erfasst werden.

19:45
Und sollten diese Tests negativ sein, heißt es nicht, dass eventuell trotzdem eine Intoxikation mit Nitazenen vorliegt. Gleiches gilt übrigens auch für Fentanyl. Auch das wird von den Standard-Teststreifen nicht erfasst. Auch hier gibt es spezielle Teststreifen, die aber auch zuverlässiger sind bzw.

20:04
auch mehr Stoffe finden als die Teststreifen von Nitazenen.

20:12
Schauen wir uns zum Schluss dieser zwei Kapitel und diesen Vorstellungen von Nitazenen und Fentanyl auch noch mal ganz kurz die rechtliche Lage an. Nitazene sind auf der einen Seite als Gruppe seit 2021 als von Benzimidazol abgeleiteten Verbindungen vom neuen Psychoaktivstoffegesetz erfasst.

20:33
Das bedeutet, dass bloßer Besitz und Erwerb nicht strafbar sind, aber Handel in Verkehrbringung und Herstellung. Darüber hinaus sind aber auch einzelne Nitazene vom Betäubungsmittelgesetz erfasst, wie zum Beispiel Metonitazen, Protonitazen oder Ethonitazen. Und diese Liste, die wird laufend erweitert und zuletzt auch im August.

20:55
Da ist man weiter hinterher, dass man eben auch Nitazene ins Betäubungsmittelgesetz überführt und damit eben auch den Besitz und den Erwerb strafbar macht. Fentanyle fallen unter das Betäubungsmittelgesetz und je nachdem, ob sie eben medizinisch angewendet werden, sind sie verschreibungsfähig oder eben auch nicht.

21:19
Auch wenn wir jetzt von den ganzen unterschiedlichen Substanzen in der Nitazenen- und Fentanyl-Gruppe gesprochen haben, können wir die erwünschte und auch die unerwünschte Wirkung durchaus auch zusammenlegen. Denn diese ist tatsächlich in der kompletten Opioidgruppe sehrähnlich.

21:37
Natürlich gibt es punktuell mal Unterschiede und natürlich je nach Potenz treten die Wirkung stärker, schneller oder eben weniger stark und weniger schnell auf und auch natürlich abhängig von der Konsumart. Trotz allem geht es bei Opioiden schon erst mal grundlegend um das Gleiche. Und zwar sollen Schmerzen gedämpft werden,

21:58
bei Fentanylen und Nitazenen auch schnell und wirklich auch stark. Und es macht einen oft ruhig und gelassen. Es kann eine Euphorie, eine leichte Euphorie auslösen. Und viele der Nutzer sprechen eben auch von so einer warmen Decke der Geborgenheit.

22:14
Viele erleben auch eine Unterdrückung der Angst, weniger Grübeln und körperlich wirkt es natürlich auch dämpfend und sedierend. Also Puls und die Aktivierung, die gehen runter. Der Appetit ist erst mal gebremst und die Verdauung ist verlangsamt. Kurz: Schmerz aus, Stress ist leiser und man hat grundlegend ein warmes Gefühl.

22:36
Aber natürlich gibt es auch einige unerwünschte Wirkungen bei Fentanylen und Nitazenen, wie zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwitzen, Mundtrockenheit. Es kommt zu Juckreiz, zu Hautausschlägen und auch Kopfschmerzen. Was sehr typisch ist,

22:54
was ich ja auch gerade erwähnt habe, durch die verlangsamte Verdauung kann es zu einer Verstopfung kommen. Also die Verdauung ist gelähmt. Häufig sind außerdem Sehstörungen, Appetitlosigkeit und Schwierigkeiten oder vermehrtes Wasserlassen. Dabei gibt es natürlich auch Nebenwirkungen im sexuellen Bereich.

23:13
Es kann zu einer verringerten Libido kommen und auch den Orgasmuserschweren. Psychisch kann sich die Wirkung in Verwirrtheit, Nervosität, Angst oder Erregungszustände niederschlagen. Und das gefährlichste Risiko, was wir wirklich immer auch haben, ist eben die Atemdepression. Das bedeutet, dass der Atem immer flacher und langsamer wird,

23:33
bis eben hin zum Atemstillstand. Und das ist oft begleitet von einem verlangsamten Puls und Blutdruckabfall. Und genau diese unerwünschte Wirkung sorgt leider auch für die Todesfälle mit Opioiden. Außerdem kann es natürlich auch bei synthetischen Opioiden zu einer Abhängigkeitsentwicklung kommen,

23:53
und zwar sowohl physisch als auch psychisch. Gerade bei den potenten Fentanylen und Nitazenen kommt es zum schnellen Toleranzaufbau und auch zu den opioidtypischen Entzugssymptomen, wenn der Spiegel einfach abfällt. Das zeigt sich dann in Unruhen, Schmerzen, Gähnen, Schwitzen, Gänsehaut, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schlaflosigkeit und Pupillenerweiterung.

24:14
Und das kann halt auch tatsächlich sehr schnell und heftig auftreten.

24:21
Zu guter Letzt zu dieser Folge möchte ich gerne noch über die Lage in Deutschland sprechen. Wie groß ist eigentlich unser Problem mit Nitazenen und Fentanylen? Weil es wird ja aktuell sehr viel darüber berichtet und gerade wenn viel darüber berichtet wird, bekommt man schnell das Gefühl, dass wir ein riesiges Problem haben.

24:42
Und gerade weil auch die USA in einer Opioidkrise stecken, weckt das natürlichähnliche Ängste, dass wir in eineähnliche Situation kommen. Und wie gesagt, wir sind nur noch drei Abos entfernt und dann bekommt ihr einen riesigen Deep Dive, wie das Ganze eigentlich in den USA entstanden ist.

25:00
Heute schauen wir aber auf Deutschland und auf die Zahlen in Deutschland. Es gab zum Beispiel ein Bundesmodellprojekt, das war abgekürzt mit RAFT oder Raft ausgesprochen, I don’t know. Und das testete 2023 in 17 Drogenkonsumräumen in Deutschland bundesweit. Bundesweit ist vielleicht ein bisschen übertrieben,

25:21
weil Bayern hat ja auch keine Drogenkonsumräume. Aber da, wo es eben Drogenkonsumräume gab, wurden 1.405 Heroinproben getestet. Und von diesen ganzen Heroinproben wurden 3 bis 4 Prozent positiv auf synthetische Opioide getestet. Also insgesamt 50 Proben.

25:41
Dabei sticht Hamburg heraus mit den meisten positiven Ergebnissen. NRW hat vor allem Treffer in Düsseldorf, Wuppertal und Münster. Und außerdem waren ein paar wenige bis eine der Proben aus Hannover, Frankfurt oder Berlin. Man muss bei dieser Studie natürlich aufpassen, es ist keine repräsentative Studie.

26:02
Aber was man daraus mitnehmen kann, ist, dass ein kleiner Teil der Heroinproben mit Fentanyl gestreckt worden ist und dass es dabei auch regionale Unterschiede gibt. Außerdem gab es zum Beispiel 2024 eine Meldung aus Bayern, dass eine Heroinprobe mit K-Fentanyl gefunden wurde. Das ist natürlich sehr besorgniserregend,

26:20
weil K-Fentanyl ja wirklich hochpotent ist und damit sozusagen diese verunreinigte Heroinprobe auch extremst gefährlich macht für eine Überdosierung. Aber das war bis jetzt auch eine Einzelfallmeldung. Und wenn wir jetzt auf die Todesfälle in Bezug auf Fentanyl schauen, haben wir in Deutschland im Jahr 2021 102 Todesfälle und im Jahr 2022 83 Todesfälle.

26:43
Und die EU-Drogenagentur EUDA hat 2023 EU-weit insgesamt 153 Fentanyl-bezogene Todesfälle gemeldet. Und davon hat Deutschland die meisten verzeichnet, und zwar 70. Und sollte hier jemand von den Angehörigen zuhören,

27:02
erst mal auch mein tiefes, tiefes Beileid für euren Verlust. Das möchte ich an dieser Stelle gerne loswerden. Man kann also zu Fentanyl sagen, dass ja, Fentanyl ist auf dem illegalen Markt in Deutschland angekommen, auch in Form von Verunreinigung von Heroin. Und dadurch sind leider auch Todesfälle zu verzeichnen.

27:21
Aber ich glaube, das wurde euch vielleicht auch klar, als ihr jetzt gerade die Zahlen gehört habt, reden wir hier nicht von einem Massenphänomen, was Deutschland in irgendeiner Art und Weise überrollt, sondern eher über spezifische Herde, vor allem in den Großstädten, in denen Fentanyl eben eine gewisse Rolle spielt.

27:40
Schauen wir hier auch noch mal kurz auf die Nitazene. Auch hier hat die EU-Drogenagentur EUDA gemeldet. Schauen wir uns auch noch mal ganz kurz die Nitazene an. Hier hat die EU-Drogenagentur gemeldet, dass im Jahr 2023 die beschlagnahmte Menge an Nitazenen sich verdreifacht hat, und zwar auf zehn Kilogramm.

28:01
Hier ist der Schwerpunkt tatsächlich im Baltikum zu vermerken. Dort lassen sich ungefähr drei Viertel der Fälle und der Mengen verordnen. Und 2024 tauchten in mindestens zwölf Ländern gefälschte Pillen auf, meist Oxys oder auch Benzos, die eben Nitazene enthalten haben. Das Problem,

28:19
was wir aber mit Nitazenen auch haben, ist, dass diese in der Routinentoxikologie teils übersehen werden. Dementsprechend ist es auch sehr wahrscheinlich, dass wir hier eher eine Untererfassung haben. Und ein weiterer wichtiger Aspekt in Bezug von tödlichen Überdosierungen ist, dass häufig eben auch Mischkonsum eine Rolle spielt.

28:38
Und hier möchte ich einfach noch mal betonen, dass der Mischkonsum mit anderen Downern wie Alkohol, Benzodiazepine die Wahrscheinlichkeit auf eine Atemdepression drastisch erhöhen können. Ich habe natürlich keine Glaskugel, wie es in Deutschland mit den neuen synthetischen Opioiden weitergeht,

29:00
ob die sich mehr ausbreiten, ob das vielleicht der Anfang ist. Und ich finde es auch sehr schwierig, das aktuell einzuschätzen.

29:08
Auf der anderen Seite finde ich es wichtig, dass wir die Kirche auch im Dorf lassen und uns nicht an US-Narrativen und deren ihrer Opioidkrise bedienen und damit ein größeres Bild der Ausbreitung zeichnen, die hier gar nicht so stattfindet.

29:27
Und trotzdem braucht es natürlich auch eine klare Strategie und Reaktion darauf, dass es überhaupt synthetische Opioide gibt und dass sie sich eventuell auch noch mehr ausbreiten könnten. Und ein wichtiger Punkt ist dazu auf jeden Fall, dass es eine flächendeckende Naloxonvergabe geben sollte. Und das ist super spannend,

29:47
denn hierzu gibt es hoffentlich bald eine neue Bestimmung. Der Bundesrat beschäftigt sich tatsächlich am 26.09., also literally morgen, wenn diese Folge offiziell rauskommt oder in vier Tagen, nachdem die Folge rauskam für die ganzen Psychoaktiv Plus Mitglieder.

30:03
Und diese neue Verordnung erlaubt, dass Naloxon-Nasenspray grundsätzlich auch ohne Rezept in die Apotheke kommen kann und dass auch Einrichtungen wie Drogenhilfe, Obdachlosenhilfe oder auch die Polizei unkompliziert Vorräte bekommen kann. Wichtig ist dabei, dass es nur für national zugelassene Sprays gilt.

30:22
Das bekannte Nixoid, das Naloxon, das aktuell am verbreitetsten ist, ist EU-zentral zugelassen und bleibt deshalb auch erst mal rezeptpflichtig. Aber grundlegend würde diese neue Bestimmung erst mal bedeuten, dass der Zugang zu Naloxon besser wird. Und das ist einfach auch zur Begegnung von synthetischen Opioiden extremst wichtig.

30:45
Außerdem gilt es natürlich auch, die Drug-Checking-Angebote auszubauen, damit eben verunreinigte Heroinproben auch schnell erkannt werden. Und diese Drug-Checking-Angebote müssen natürlich da sein, wo auch die Menschen sind, die konsumieren. Genauso wie der Ausbau von Konsumräumen, wo eben auf Überdosierungen professionell reagiert werden kann.

31:07
Und ich schiele hier mal sehr auffällig nach Bayern herüber, die immer noch keinen Konsumraum haben. Und das ist einfach absurd. Und das liegt übrigens absolut nicht am Engagement der Suchthilfe dort vor Ort. Das möchte ich hier an der Stelle noch mal betonen. Die setzen sich nämlich wirklich seit Jahren dafür ein, dass Drogenkonsumräume in die Großstädte kommen.

31:27
An was scheitert es der bayerischen Politik? Wer hätte das denn gedacht? Verdammt, ich hätte vielleicht mit den Naloxon-Bestimmungen diese Folge beenden sollen. Das wäre irgendwie positiver gewesen. Aber gut.

31:41
Ihr Lieben, das war es mit meiner Einordnung zu Fentanyl und Nitazen. Ich hoffe, ich habe viele eurer Fragen beantworten können und euch hat die Folge gefallen. Mir ist vor allem wichtig, dass ihr heute mitnehmt, dass wir innerhalb der Stoffgruppen wirklich enorme Unterschiede haben und dass synthetische Opioide nicht bedeutet,

32:02
alles neu, alles Research Chemicals, sondern dass es eben auch synthetische Opioide gibt, die wir schon Ewigkeiten in der Medizin haben. Auch ist es mir wichtig, dass wir in Deutschland weder von einer Epidemie oder Welle sprechen können, aber dass neue synthetische Opioide auf jeden Fall Deutschland auch erreicht haben und es dementsprechend auch gilt,

32:22
darauf zu reagieren, um Menschen zu schützen. Aber wir müssen natürlich auch das Phänomen im Kontext der Zahlen sehen. Und wie gesagt, schaut bei Steady vorbei. Wir stehen kurz davor, den ersten Meilenstein zu knacken. Den Link zu Psychoaktiv Plus findet ihr wie immer in der Folgenbeschreibung. Und sonst hören wir uns in zwei Wochen wieder. Tschüss.


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