ChemSex – Sex auf Drogen

Chemsex beschreibt den gezielten Einsatz psychoaktiver Substanzen im sexuellen Kontext – häufig mit dem Ziel, Hemmungen zu senken, Lust zu steigern, länger durchzuhalten oder bestimmte sexuelle Praktiken leichter möglich zu machen. In dieser Podcastfolge spreche ich gemeinsam mit Steve von den Love Rebels darüber, welche Substanzen im Chemsex-Kontext besonders häufig eine Rolle spielen, darunter GHB/GBL, Crystal Meth, Mephedron, Ketamin oder neue psychoaktive Substanzen. Der Reiz liegt oft in der Verbindung von intensivierter Sexualität, Kontrollverlust, Nähe, Ekstase und einer zeitweise veränderten Selbstwahrnehmung. Gleichzeitig entstehen daraus besondere Risiken: Dosierungen können schwer einzuschätzen sein, Konsumregeln geraten in sexueller Erregung leicht in den Hintergrund, und manche Konsumformen – etwa intravenöser Gebrauch – erhöhen zusätzlich das Risiko für Infektionen, Überdosierungen oder körperliche Schäden.

Problematisch wird Chemsex vor allem dann, wenn Sexualität und Substanzkonsum immer enger miteinander verschmelzen: wenn Sex ohne Substanzen kaum noch vorstellbar ist, soziale Kontakte vernachlässigt werden, Arbeit und Alltag leiden oder der Konsum zunehmend außer Kontrolle gerät. Für Beratung und Behandlung ist wichtig, Chemsex nicht nur als „Drogenproblem“ zu verstehen, sondern auch Sexualität, Scham, Diskriminierungserfahrungen, Leistungsdruck, Community-Dynamiken und Fragen von Nähe, Grenzen und Selbstfürsorge mitzudenken. Genau deshalb braucht es in der Suchthilfe eine offene, nicht beschämende Sprache über Sex und Substanzkonsum – und Fachkräfte, die sich mit den spezifischen Risiken, Szenecodes und Unterstützungsbedarfen von Menschen mit Chemsex-Erfahrungen auskennen.

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ChemSex – Sex auf Drogen

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PODCAST-METADATEN
Folge: 12
Erscheinungsdatum: 09.12.2020
Podcast: Psychoaktiv
Titel: ChemSex – Sex auf Drogen
Sprecher: Stefanie Bötsch, Steve (LoveRebels), Frau Iking (salus Klinik Hürth)

Transkript Beginn

00:09
Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Steffi. Zieht’s euch rein!

00:22
Bevor wir jetzt gleich in die Folge starten, möchte ich erstmal eine Triggerwarnung aussprechen. Heute geht es in der Folge sehr viel über Safer Use, was auch bedeutet, dass wir explizit über Drogenkonsum reden werden. Wer gerade auf dem Weg ist, sich von Drogenkonsum zu entfernen bzw. sich gerade entwöhnen möchte oder ähnliches,

00:42
Dem empfehle ich, diese Folge mal zu überspringen, da die Ausführungen triggernd wirken können und Suchtdruck erzeugen könnten. Dementsprechend hier der Hinweis darauf.

00:53
Außerdem reden wir sehr viel über Sex und auch über verschiedene Sexpraktiken. Auch hier, je nachdem, wie gut man das abkann, hören oder nicht hören. Wer nur daran interessiert ist, das Interview mit der Salus-Klinik in Hürth zu hören, der schaut doch einfach mal so in die letzten 20, 25 Minuten. Da findet ihr das Interview mit der Salus-Klinik Hürth. Und jetzt wünsche ich euch sehr viel Spaß bei meinem Interview mit den Love Rebels Hürth.

01:18
Die Love Rebels sind eine Organisation aus Frankfurt, die sich für Safer Sex, aber auch für Safer Use bei Chemsex einsetzen. Die haben ihren eigenen Podcast, findet ihr auch unter Love Rebels. Und ja, jetzt steigen wir ein. Musik

01:34
Jo Leute, was geht? Heute habe ich und nicht nur ich, sondern auch der Steve eine ganz besondere Folge, denn wir haben heute eine Doppelfolge bzw. eine Folge, die in zwei Podcasts erscheint und zwar einmal bei mir im Psychoaktiv-Podcast und im Podcast der Love Rebels und ich sitze gerade im Switchboard in Frankfurt.

01:55
Hallo Steve!

02:09
Genau, ich freue mich total, dass du hier bist im Switchboard und genau, wir haben ja so eine spezielle Story, die kommt dann wahrscheinlich gleich zu hören, aber erstmal zum Thema. Was haben wir denn heute für ein Thema, Steffi? Wir haben heute das Thema Chemsex und das ist ein Thema, auf was du mich gebracht hast. Das ist jetzt schon, ja gut zwei Jahre, aber eigentlich noch länger, drei Jahre her, 2017 war das, oder? Ja, also…

02:34
Genau, ich war schon in Offenbach. Ich bin nach Offenbach gezogen und habe da quasi schon ein Jahr gewohnt, glaube ich, genau. Ja, und ich bin jetzt schon zwei Jahre in Köln. Ja, das kommt hin. Ja, richtig verrückt, genau. Und da haben wir uns kennengelernt in so einem Workshop-Abend im Tanzhaus West. Das ist ein Club hier in Frankfurt für die Leute, die uns außerhalb Frankfurt hören. Und ich war gerade ganz frisch in diesem ganzen Safer-Use-Game und ganz frisch auch bei Safe Party People, also bei unserem…

03:03
bei uns der Organisation, wo ich ehrenamtlich arbeite und da bin ich in den Workshop Chemsex gegangen und ich saß da drinnen und dachte mir, ja, Drogen, Sex, beides ein super spannendes Thema, das ziehe ich mir mal rein und ich habe nichts verstanden.

03:18
Nicht, weil Steve das nicht wunderbar gemacht hat, sondern weil das für mich eine komplett andere Welt war. Und die haben dann zwischendrin so Safer-Use-Packs durch die Gegend gereicht und ich habe da so reingeschaut und da war eine Spritze drin und konnte mich das so… Was geht auf diesen Partys? Ich habe es nicht verstanden. Und ich bin jemand, ich mag das überhaupt nicht, wenn ich irgendwie Themen nicht richtig durchblicke. Und so kam meine Begeisterung für das Thema und seitdem bin ich da sehr viel am Nachrecherchieren. Ja.

03:46
Also es war auch ein ganz cooler Abend, fand ich, weil wir haben ja, ich glaube, auf so einer kleinen Tanzfläche gesessen und hatten dann überall noch Plakate zur Aufklärungsplakate, auch zu STIs, also zu Geschlechtskrankheiten, HIV und Hepatitis und anderen Sachen. Und dann die Idee, ja, was geht halt auf Partys, wenn man nicht nur tanzt. Und Darkräume, das ist ja auch ein Ort für Campsex.

04:13
Genau. Soll ich schon mal irgendwie einsteigen, was Chemsex ist? Genau, das wäre auch meine Frage. Was zur Hölle ist denn Chemsex?

04:39
um diverse Spielarten besser durchzuhalten oder den Sexabend länger durchzuhalten.

04:48
Genau, und dafür gibt es auch verschiedene Konsumarten. Es gibt einen Fachmann, David Stewart, der hat diesen Begriff geprägt, Camp Sex, aus London. Und der bezieht das auf drei Substanzen. GHB, das hattest du, glaube ich, schon in deiner Folge. Genau, das kam Ende November raus. Ah, super. Genau, und dann Crystal Meth.

05:13
Und Methedron, diese drei sind so die Hauptsubstanzen, die benommen werden. Genau, Crystal Meth war auch eine Folge in meinem Podcast im November drin, also zwei der drei habe ich auf jeden Fall schon durchgenommen, sehr praktisch. Genau, und Methedron wird dir dann wahrscheinlich noch kommen. Auf jeden Fall. Ja, im Endeffekt.

05:31
Also hat eine ähnliche Wirkung wie Crystal Meth Plus, wesentlich schwächer, finde ich. Ja, aber da wirst du ja nochmal drauf kommen, bevor ich mich da jetzt hier irgendwie etwas falsch erzähle. Genau. Und dadurch wird halt auch sehr die Libido gesteigert und man verliert teilweise natürlich auch die Kontrolle. Es ist natürlich Sinn und Zweck auch dieser Substanzen. Gerade bei GHB wird man ja sehr…

06:01
Sehr freizügig und sehr frei im Umgang und Crystal Meth zieht das dann auch in die Länge sozusagen. Genau und dann gibt es halt Sachen, die man dabei beachtet. Einmal wie konsumiere ich was, um mich zu schützen, um mich vor Infektionen oder vor Überdosierung zu schützen.

06:21
Und auch Safer-Sex-Praktiken zu beachten. Ich stelle mir das nur ein bisschen schwierig vor. Also erstmal nochmal kurze Side-Note. Chem-Sex steht nicht für Kamerasex, sondern für Chemical-Sex. Das ist immer ein bisschen schwierig, wenn ich versuche, das zu erklären. Dann gehen alle mal von Kamerasex auf. Nein, es geht Chemical-Sex. Du redest von Safer-Use-Praktiken.

06:42
bei Chemsex-Partys. Und ich frage mich aber, wenn man da so in der Ekstase ist, wenn ich auf GHB bin. Also GHB wird ja auch als Liquid Ecstasy bezeichnet, total…

06:54
Ja, mich fallen lassen, meine Emotionalität während Crystal Meth mich einfach mega durch. Wann ist denn da Platz für Safer Use und für Dinge, wie kriegt man das überhaupt rein? Genau, also da gibt es halt dann irgendwie so kleine Tricks, die wir dann empfehlen, gerade bei GHB, GBL sind dann am besten so Konsumblöcke, wo man sich die Menge draufschreibt und die Uhrzeit.

07:21
dass man das halt im Blick hat, weil man verliert halt echt das Zeitgefühl. Und dann auch wirklich darauf achten, dass die zwei Stunden rum ist. Auch wenn man das Gefühl hat, ich habe so voll Bock, ich fühle mich gerade irgendwie noch horniger und jetzt könnte ich noch was nachwerfen, ist es halt wichtig, schon irgendwie mal auf den Blog zu gucken. Es ist auch bei Ketamin halt so, dass jetzt nicht so

07:45
Wie klassische, oder doch, es ist halt schon, in meinem Verständnis für Chemsex ist es schon auch irgendwie klassische Chemsex-Droge. Wieso? Also was bringt mir Ketamin beim Vögeln? Also da kommen wir ja wieder zu speziellen Sexspielarten, zum Beispiel beim Fisten. Also wenn sich, okay, jetzt sind unsere Love Rebels-HörerInnen wieder, die kennen glaube ich schon Fisten für deine HörerInnen.

08:11
Die ist eine Sexspielart, wo man sich quasi die Hand in den Po schiebt und das soll ein sehr schönes Gefühl sein.

08:20
Und Ketamin erleichtert das Eindringen einfach. Genau, weil Ketamin entspannt ja sehr und entspannt die Muskulatur und man hat auch so eine Schmerzlinderung und das macht dann beim Fisten die Sache einfacher. Ah, okay. Ja, und da ist ja auch so, schon auch so die Regel, Ketamin verliert man schnell das Zeitgefühl und man kommt auch schnell in das Gefühl, nachlegen zu wollen und man ist dann

08:45
Auch schneller im Kilo, als man gucken kann. Genau, ja. Hat sich ja ein bisschen kompliziert. Also wenn man sozusagen Campsex safe haben möchte in Art und Weise, um sich nicht sehr zu schädigen, müsste man eigentlich an sich auch viele Regeln beachten. Ja, also ich finde auf jeden Fall. Sonst wird es schwierig. Und sonst passieren halt Unfälle. Auch gerade bei Crystal Meth, was man dann intravenös zu sich nimmt. Also das nennt man dann in der Szene, ist es Slamming.

09:15
Da ist auch schon zu gucken, dass man halt auch seine eigene Spritze hat, dass man auch immer eine saubere Spritze hat. Genau, also Spritzentauschen ist da nicht angesagt und auch am besten selber seine Dosis machen, weil man die immer auch selber für sich kennt. Abwiegen auch immer ein Thema, nicht freihand die Kristalle in die Spritze schmeißen. So und…

09:42
Ja, dann halt gucken, dass man auch desinfiziert, dass es auch sauber ist. Also es klingt irgendwie so Chemsex, wow, wir machen jetzt irgendwie Chemsex, aber nein, es ist schon sehr hoch. Also um safe zu sein, muss man da aufpassen oder safer zu sein, ja. Wenn man jetzt auf den allgemeinen Drogenkonsum schaut, ist ja sozusagen intravenöser Konsum, also Konsum mit einer Spritze schon so Endlevel innerhalb des Konsums. Also wenn ich von

10:09
von normal Konsumierenden oder auch Freizeitkonsumierenden, wenn die an einen intravenösen Konsum kommen, dann sind die schon sehr fortgeschritten in ihrem Drogenkonsum und bewegen sich immer weiter weg von einem Punkt, wo man auch sein Leben gut unter Kontrolle hat, was natürlich keine Allgemeinregel ist, aber es ist einfach so. Wie ist denn das Selbstbild von Männern, die Sex mit Männern haben und Chemsex betreiten von sich selbst und von ihrem Drogenkonsum? Das wird ja so stilisiert oder es ist quasi…

10:37
Es ist so ein, es hat so was Cooles tatsächlich in der Chemsex-Szene. Die fühlen sich wirklich als so, ja, wir sind, wir haben Chemsex, wir sind toll. Das ist so das Oberflächliche. Dann kommt natürlich die Frage, wo kommt das her? Da gibt es verschiedene Ansätze. Es gibt halt so dieses…

11:02
Homo-Negativität-Theorie oder internalisierte Homo-Negativität oder internalisierte Homophobie. Das ist so ein Selbsthass, der dagegen eingerichtet ist. Das kann sein, weil das schon auch eine sehr verletzende Sache ist, sich so eine Spritze in den Arm zu geben. Aber nichtsdestotrotz, es kann halt auch einfach nur ein Lustgewinn sein. Also man kann halt sagen, gut, es gibt halt die eine Seite,

11:32
Da hat das was Selbstverletzendes, andererseits für manche ist das einfach nur ein Lustgewinn. Das kann man halt nicht so pauschal sagen. Die Szene an sich ist sehr, sehr abgeschlossen. Also das ist schon, von außen kriegt man es nicht so mit. Gerade auch, weil Drogen oder Substanzen halt von der Gesellschaft auch so tabuisiert werden.

11:58
Ja, da treffen ja an sich auch mehrere Tabus aufeinander. Also es ist leider immer noch ein Tabu, wenn Männer Sex mit Männern haben, wo nicht so offen drauf gesprochen wird. Und dann auch noch mit Drogen gemeinsam. Und dann noch die sexuellen Spielarten. Also sich eine Faust in den Arsch zu stecken, ist jetzt auch nicht so die gängige Methode. Ja, und das ist natürlich super schwierig. Da haben wir einfach viele Sachen, die aufeinander kommen.

12:25
Ich muss jetzt kurz noch die Story mit dem Fett töpfchen. Ja, gerne, gerne. Also genau, wir sind da gerade drauf gekommen im Vorgespräch. Ich hatte auf dem Workshop auch eine Empfehlung für Fisten gegeben. Das ist dann Cephas 6 Praktik.

12:46
Menschen, die auf eine Fisting-Party gehen oder sich fisten wollen, die sollten immer ein eigenes Fetttöpfchen dabei haben, wo das Crisco drin ist. Nicht zum Backen, sondern Sorry, liebe Leute.

13:01
In meinem Kopf kam dann sozusagen, ich habe immer ein ziemlich reges Kopfkino und in meinem Kopf standen dann lauter Männer vor der Sexparty, wie jeder mit einem kleinen Eimerchen. Also ich will mich gar nicht drüber lustig machen, ich habe überall Respekt, aber in meinem Kopfkino, okay, auch wieder was gelernt. Also, aber um das abzuschließen, der Sinn dessen ist, es gibt ja Sachen, die mit Schmierinfektionen übertragen werden, zum Beispiel Chlamydien.

13:27
Oder es kann halt auch Hepatitis C, wenn da ein bisschen Blut mit dran ist und man geht in ein anderes Fettkäppchen und wechselt dann permanent irgendwie von Fettkäppchen zu Fettkäppchen. Es ist schnell dann auch einfach eine Sache von einem zum anderen übertragen. Deswegen ein eigenes Fettkäppchen. Du kommst ins Fettnäpfchen treten und ganz andere Bedeutung. Du bist in mein Fettnäpfchen getreten. Du bist…

13:50
Ich glaube, das passiert tatsächlich auch fürs Ding. Jetzt bist du mein Chrisco reingetan, mein Fetttäppchen. Sorry, liebe Leute, ihr wisst, dass ich bin für euch. Ich auch. Bitte nicht falsch verstehen. Ich mache mich da nicht über was Lustiges. Aber man muss halt auch verstehen, wenn man mit der Szene überhaupt nichts zu tun hat und sich mit den Dingen beschäftigt, es ist halt einfach eine neue Welt, die man entdeckt und auch Dinge, die man vielleicht nicht sofort…

14:17
Und ich finde das persönlich nicht schlimm, weil ich meine, wenn man sich immer so an Szenen herumtapst, dann lernt man sie nicht wirklich kennen. Und wenn man schafft, darüber offen zu reden und auch mal über Sachen, die einem anders…

14:28
einen anderen wahrnehmen, ob man es schafft zu lachen, dann ist irgendwie eine ganz andere Verbindung da, als wenn man zwangsmäßig versucht, alles komplett Neues, was einem auch ein bisschen absurd vorkommt, im ersten Moment immer gleich so einen auf, ja, ja, ja, ich akzeptiere alles, ich akzeptiere alles, aber ich finde auch manches kurios. Ich komme nochmal kurz zum Safer Use zurück, weil tatsächlich dann mit dem…

14:57
Mit dem Konsum. Viele junge Menschen fangen halt mit dem Konsum auch an. Es ist ja auch voll okay. Und das Problem ist halt gerade, weil die Substanzen sehr potent sind, sollte man halt aufpassen. Und das wird auch nicht beachtet. Also es ist schon so, weniger ist da tatsächlich erstmal mehr. Ja.

15:20
Und auch immer erstmal warten, bis die Wirkung sich entfaltet hat. Gerade bei Sachen wie GHB, Ketamin oder Crystal Meth, die sind halt, wenn das einmal im Körper ist, es ist halt drin. Und das sind Sachen, die könnte ich halt ausknocken, ja.

15:36
Und es wird ja auch ein bisschen auch sprachlich sehr verniedlich, wenn ich mir überlege, Slamming Tina, also Tina sozusagen innerhalb der Chemsex-Szene, der Begriff für Methamphetamin, ist halt nochmal was anderes, als wenn ich sage, ich spritze mir Meth. Das hat so eine ganz andere Wirkung auch. Gibt es Chemsex eigentlich nur bei Männern, die Sex mit Männern haben? Nein, also ich habe tatsächlich jetzt schon gehört,

16:00
Es ist jetzt auch schon in der Hetero-Szene angekommen. Wie weit das verbreitet ist, kann ich dir noch nicht sagen. Ich denke mal, wir werden irgendwann, jetzt in zwei, drei Jahren, schon mitkriegen, wie weit das in die Szene eingedrungen ist. Ich meine, auch Sex mit Substanzen ist halt auch kein neues Ding. Also wir haben, glaube ich, alle schon irgendwie uns betrunken und dann gefickt oder …

16:28
Oder mein Joint geraubt, was auch immer. Ja. Und man kommt von Partydrogen und dann Sex zu haben zu Campsex ist so ein kleiner Sprung, weißt du? Man geht auf Partys und nimmt irgendwie Partydrogen und geht dann nach Hause und ist dann rallig und dann ist die Frage, ist das schon Campsex oder wird das dann Campsex? Und da Menschen

16:57
sich auch untereinander austauschen und die B-Szene auch schon relativ groß ist, man kriegt sie zwar nicht mit, aber die ist schon relativ groß, dass das schon auch darüber schwirbt. Genau.

17:12
Jetzt, worüber ich gerade nachgedacht habe, wenn ich in Drogenvorträgen oder sowas bin, wird am liebsten der Konsum von Drogen mit, von dem Endorphin und dem Neurotransmitterausstoß mit Sex verglichen. So, MDMA ist so und so viel stärker oder hat eine so und so größere Ausschüttung als, genau, als Sex. Und

17:37
Jetzt, wenn ich sozusagen einen modifizierten Sex habe, weil es ist ja im Prinzip so, Drogen modifizieren unsere Gefühlswelt, wir können Gefühle auf Knopfdruck haben und dann kombinieren wir das noch mit einer Sache, wo wir natürlich recht viel spüren.

17:54
Wann wird das denn zum Problem? Wann verliert man die Lust am natürlichen Leben, wenn ich sozusagen das, was mir eh schon nüchtern am meisten Spaß bringt, noch so krass modifiziere? Also es ist ja eine supergeile Frage, weil es ist auch genau die Problematik. Das läuft so ineinander, weil du hast dann die Droge und den Sex und dann ist das halt mega, mega geil.

18:16
Und irgendwann macht es dann keinen Spaß mehr ohne die Droge. Das passiert dann häufig bei Usern, die aufhören wollen. Wo wird es problematisch? Also problematisch, das sind ja so die klassischen Anzeichen. Ich habe keinen Sex mehr ohne Substanzen.

18:33
Ich vernachlässige irgendwie meine sozialen Kontakte. Ich denke von einem Slamming-Abend zum nächsten so. Und ich meine, das absolute On-Top ist dann, man verliert seinen Job, weil man irgendwie nicht mehr fähig ist zu arbeiten. Das ist so die Problematik. Und wenn man sich selber auch nicht mehr gut fühlt.

18:59
nicht mehr fit ist und auch psychisch sehr angeschlagen. Also die Drogen, also zum Teil halt auch vorangeht Crystal Meth, die haben halt auch so eine sehr starke psychische Auswirkung auch beim Runterkommen. Also man kriegt dann auch Psychosen,

19:16
Ab da wird es halt richtig kritisch und das ist bei jedem anders. Bei einem kommt das früher, beim anderen später. Aber wenn es dann so weit ist, sollte man gucken, dass man auch Hilfe findet oder Hilfe bekommt oder Hilfe sucht, wie auch immer. Es muss aber immer auch von einem selbst auskommen, ja.

19:34
Was ist denn so dein Safer-Use-Tipp für die Häufigkeit? Weil wenn ich mir mal überlege, wenn ich normal arbeite und sagen wir mal 9-to-5 unter der Woche Job habe und dann das ganze Wochenende mit Meth und Sex verbringe, was ja auch einfach körperlich sehr anstrengend ist, auch wenn man es erstmal nicht schläft.

19:51
dann ist man ja Montag nicht fit auf der Arbeit. Also ich muss mir ja eigentlich eine Woche Urlaub nehmen, um ordentlich Chemsex zu haben und meine Arbeit nicht zu beeinflussen. Wie häufig sollte man das machen? Oh, das ist eine fiese Frage. Wie

20:09
Also ich würde sagen, das ist echt schwierig. Man sollte schon große Pausen dazwischen einlegen. Ich würde jetzt keine Zeit sagen. Man sollte aber echt große Pausen dazwischen einlegen. Gerade beim intravenösen Gebrauch von Crystal Meth ist es schwierig,

20:29
Sollte man echt ein paar Wochen, also schon, eine Woche reicht nicht. Also zwei Wochen reichen auch nicht, um da am Gehirn die, ich bin leider kein Psychiater, da weiß ich nicht so genau, wie es abläuft, aber bis die Neurotransmitter wieder funktionieren oder anständig feuern können. Das ist bei jeder Droge so. Also auch bei MDMA, da brauchst du auch seine Zeit, um die Reserven wieder aufzuführen. Und gerade bei Crystal Meth ist es halt viel, viel, viel länger.

20:59
Genau, und die wirken auch irgendwann nicht mehr. Das ist halt auch die Sache. Und ich glaube auch, einen noch nachlegen ist auch nicht so eine gute Geschichte. Also wenn man irgendwie Freitagsabend anfängt. Ich weiß, dass die Dosen sehr hoch dosiert sind mittlerweile bei Menschen, die sich das intravenös spritzen. Und das ist halt schon beim zweiten Mal 200 Milligramm ist halt echt schon eine Nummer. Da kannst du halt auch

21:29
Kannst dich schlafen erstmal für eine Woche vergessen. Ja, und das geht ja wirklich extremst auch über die körperlichen Grenzen hinaus. Also eine Woche keinen Schlaf. Das ist ja so wie auch beim Drogenkonsum außerhalb von Chemsex, wenn man das als besonderes Highlight behandelt. Also so, ich konsumiere jetzt mal Drogen, weil ich das und das als Ziel habe und ich gönne mir das mal. Ja.

21:53
Das hat eine ganz andere Auswirkung auf eine mögliche Suchtentwicklung, auf eine mögliche Problematik, als wenn ich sozusagen die Bewusstheit über den Konsum und auch über Sex verliere. Da ist einfach der Unterschied. Und wenn das halt zu einem Alltag wird oder wie du schon sagst, so wenn ich jedes Mal, wenn ich Sex habe, Drogen brauche, weil mir der Sex sonst zu langweilig ist. Ja, und da leiden dann auch Menschen drunter, weil den Weg zurück, der ist schwierig.

22:22
Da komme ich kurz zum Angebot. Genau, wir haben ja auch zwei Gruppen für Chemsex hier im Mindcheck. Einmal von meinem Kollegen, das ist eine Abstinenzgruppe, die ist ausstiegsorientiert. Und dann haben wir die Quaps-Gruppe, die ich jetzt starte. Und die ist ja darauf angelegt, den kontrollierten Konsum.

22:48
Also Menschen, die das Gefühl haben, ich verliere die Kontrolle über eine gewisse Substanz oder generell auch sehen, ich will da was verändern und aber nicht genau wissen, was es ist, können dann halt sich gerne bei mir auch melden. Ab den 18. würde ich tatsächlich dann die Gruppe zumachen. Das ist eine Woche, meintest du? Genau.

23:11
Bis dahin könnt ihr euch noch bei mir melden und dann würden wir eh in Weihnachtspause erstmal gehen und im Januar wieder starten und dann könnten wir mit einer geschlossenen Gruppe quasi ins neue Jahr starten. Das ist glaube ich eine schöne Idee.

23:24
Ich bin ja hauptberuflich Drogenberaterin und da würde mich natürlich auch mega interessieren, was sind denn die Inhalte von dieser Quaps-Gruppe und auch von der abstinenzorientierten Gruppe? Auf was wird da besonders Wert gelegt? Also bei der abstinenzorientierten Gruppe ist halt schon auch die Idee, dass man sich nicht triggert. Das ist halt ganz wichtig. Der respektvolle Umgang natürlich und dann auch die,

23:53
Bei mir wie bei der abstinenzorientierten Gruppe ist es auch wichtig, dass man halt keine sexuellen Kontakte zu den Gruppenteilnehmern hat, weil das ja auch nochmal irgendwie so triggert. Die sollen ja erstmal irgendwie zu sich selber kommen. Und die abstinenzorientierte Gruppe ist hauptsächlich eine Gesprächsgruppe, eine gesprächsorientierte Gruppe, wo die Leute auch jederzeit kommen und gehen können. Also es ist eine offene Gruppe.

24:24
Genau, bei mir wäre das mit Quaps dann die geschlossene Gruppe mit Ansätzen von verschiedenen Modulen, die sich auf Probleme oder Problematiken der Chemsex-Situation orientieren. Also es wäre einmal Sozialkompetenz, wo man dann guckt, wie funktioniert

24:42
fange ich wieder Kommunikation an oder wie finde ich zu mir selber und trage das nach außen. Dann haben wir die Sexualität, ein großes Thema. Wie kann ich Sexualität leben ohne Substanzen? Was gibt es da für Möglichkeiten? Wie kann ich meine Sexualität kommunizieren? Dann haben wir ein Modul mit Drogen und Sucht und Konsum, dass man halt nochmal so ganz

25:10
ganz klassisch auf die Trigger guckt und was ist denn eigentlich ein Konsum und was für ein Konsumverhalten habe ich. Dann haben wir Körperwahrnehmung. Das kann leider im Moment nicht so stattfinden, weil es da sehr um Nähe geht, um Aushalten und sich spüren oder den anderen spüren. Das ist auch ein sehr, sehr schönes Modul und

25:35
Dann das letzte Modul dreht sich tatsächlich um Grenzen setzen dann auch, ja. Also wo sind meine eigenen Grenzen und wo sind andere Grenzen, ja. Weil es geht auch sehr um Grenzüberschreitung.

25:52
Was sind denn mögliche Risikofaktoren bzw. Triggerpunkte, die sehr zu Chemsex verleiten? Ja, also Risikofaktoren, ich glaube, die Apps, also tatsächlich so Sex-Apps oder G-Chat-Apps, Sex-Apps, die sind sehr stark triggernd und fördern auch irgendwie das Konsumverhalten, weil es wie so ein Spiel funktioniert. Du bist drauf und du guckst die ganze Zeit nach,

26:21
Wer könnte der Nächste sein? Und guckst dir die ganze Zeit Bilder an und das geilt dich total auf. Und du verlierst dich darin erst mal schon über Stunden. Das ist halt so eine Nummer. Pornos sind auch sehr stark, weil es auch Pornos gibt, die Campsex quasi zum Thema haben. Und dann die Menschen, die Campsex betreiben und die dann auch gucken und wollen runterkommen,

26:52
Und werden dann wieder auch davon wieder irgendwie in die Richtung quasi gezogen. Das heißt sozusagen, man bekommt ein bisschen, also am Ende, dass Chemsex so ein Problem wird, ist, wenn man wie so ein Strudel reingerät und man nicht mehr so rauskommt. Wo wir es gerade vom Rauskommen haben, wollte ich mal die Frage nochmal umdrehen. Und wie kommt man denn da rein? Also

27:12
Was ist das Ticket zu Chemsex-Partys und wie komme ich da dran? Also dann sind wir auch wieder bei den Apps. Das ist so das Einstiegsticket. Tatsächlich gibt es diverse Apps, die das sehr stark bewerben. Es gibt eine, wo man…

27:33
das in seinem Profil angeben kann. Und da wird dann auch gefragt, Campsex. Und dann kann man ankreuzen, ja, gelegentlich oder nein. Und das steht dann halt öffentlich in deinem Sexprofil drin, mit deinen Schwanzbildern. Und das ist dann so der Zugang. Also dann steht ja, Campsex, ein tolles Schwanzbild. Und dann wirst du zu einer Campsexparty eingeladen. So. So funktioniert das. Und dann natürlich auch, ich meine, die großen Partys,

28:06
öffentlichen großen Partys, die jetzt leider nicht stattfinden, ist wirklich so, ich vermisse das total. Da wird halt auch schon angefangen zu konsumieren und dann ist dann irgendwie, also man tanzt da nicht nur, sondern man hat da irgendwie auch Sex und dann wird es dann von der großen Party irgendwie zu einer Campsex-Party auf einen privaten, also dann geht es einfach irgendwie in private Räume nach Hause oder so und das passiert halt auch. Also man kommt da, also für uns ist es total schwierig, aber

28:35
Da hinzukommen, gerade auf die private Partys, wo es halt auch angebracht ist, mal zu gucken, sind da halt genug Safe-for-Use-Materialien etc. Da können wir jetzt als Lovebirds, können wir da halt nicht hin und wir werden auch nicht angefragt und deswegen ist immer so unser Aufruf,

28:58
Ihr könnt gerne uns fragen für Zephyrus-Materialien, wir haben die auch immer da. Wir haben saubere Spritzen und G-Fläschchen, die skaliert sind mit Blöcken. Wir haben saubere Hackkarten etc. Das ist halt alles da und wenn ihr das braucht, dann könnt ihr das auch ungeniert bei uns auch über E-Mail anfragen.

29:21
Wie hoch würdest du denn die Sensibilität der Szene einschätzen? Weil es wird ja mit Absicht sehr schmuck gehalten. Was ja an sich erstmal sehr schmuck gehalten, sehr schön gehalten. Wie hoch ist denn auch wirklich das Reflexionsvermögen dieser Szene? Oder wie hoch würdest du es einschätzen? Oder würdest du sagen, der Großteil der Szene, der denkt da gar nicht ein zweites Mal so gern drüber nach, sondern macht es einfach? Wie würdest du das einschätzen?

29:51
Ich denke mal, das ist, ich würde sagen, tatsächlich 50-50. Also es gibt Menschen, die sind sehr reflektiert darüber, die sind sehr reflektiert über den Konsum und sehr reflektiert oder wissen genau, was sie konsumieren, wie sie es konsumieren und welche Mengen sie konsumieren und was für sie gut ist, in Anführungsstrichen.

30:16
Und dann die andere Hälfte ist sehr unerfahren, weiß nicht genau, wie sie mit den ganzen Substanzen umgehen soll. Und da passieren auch Unfälle und dann wird auch nicht weiter reflektiert, sondern wird dann auch einfach nur weitergemacht und dann irgendwie nicht nochmal drüber nachgedacht, wie sieht denn mein Konsum aus und vielleicht sollte ich da irgendwas ändern. Genau, ich denke mal, das ist da sehr ausgewogen, ja.

30:45
Was gibt es denn für wahrscheinlich unausgesprochene Systemregeln innerhalb der Szene? Also um das jetzt mal, keine Ahnung, auf die Techno-Szene, dass man sagt, okay, wenn jemand auf der Seite ist, dann kümmert man sich darum oder je nachdem, mit wem man unterwegs ist, aber auch so, ich gebe keine Drogen weiter an jemanden, der es noch nie probiert hat oder also was für Systeme gibt es so? Systemregeln bei der Chemsex,

31:10
Szene? Die, die finde ich, für mich finde ich da zu wenig, weil ich komme ja auch aus der Techno-Szene und die ist sehr caring. Ich finde teilweise, teilweise wird da nicht drauf geachtet, kommt halt immer drauf an, auf welchem Party man ist. Klar ist aber,

31:32
Man sollte immer, wenn es ein Problem gibt, auf jeden Fall einen Krankenwagen rufen und nicht mit Angst da irgendwie umgehen, jetzt kommt die Polizei. Wenn jemand ohnmächtig ist, dann wird einfach der Krankenwagen gerufen. Und bei manchen Campsex-Partys ist auch wirklich der Gastgeber, der kontrolliert halt auch, was da konsumiert wird und wie was konsumiert und welche Mengen.

31:59
Da hat der nochmal einen Blick drüber. Es gibt aber auch wirklich Seiten, die sehr ruppig sind. Also dass es dann halt nicht darauf geachtet wird, wie es dem anderen geht.

32:10
Es ist halt schwierig zu sagen. Es gibt eh, also es gibt auch in der Technoszene Leute, die nicht Caring sind, so es gibt keine allgemeinen Regeln, aber es ist halt dieses Aufeinander-Acht-Geben ist halt in der Technoszene ein ungeschriebenes Gesetz, ob sich da jetzt jeder dran hält und so wie ich das jetzt da draushöre bei Chemsex-Szene, dass der Gastgeber schon durchaus mehr Verantwortung übernimmt. Genau.

32:31
Genau, also der Gastgeber, der stellt dann halt auch die Materialien, das saubere Material und dann auch das Gleitgel, das Fetttäpfchen manchmal. Genau, und der hat dann meistens auch schon einen Blick dafür. Ja, das ist so, glaube ich, also die Verantwortung in Anführungsstrichen schon, dass die Leute da auch gut aufgehoben sind.

32:57
Da stelle ich mir auch einfach schwer, weil ich meine, bei Campsex, wie du schon vorhin gesagt hast, es geht viel darum, Kontrolle auch zu verlieren, Kontrolle abzugeben, sich auszuleben. Und das ist natürlich ein schwieriges Zwischenspiel von Safer Use, Konsumregeln. Konsumregeln bringt ja schon Regeln mit sich, was ja Kontrollverlust schon wieder ein bisschen aushebelt. Ja, das ist wirklich schwierig. Also das…

33:20
Da geht es halt auch viel um Vertrauen tatsächlich, weil Kontrollverlust wird dann auch natürlich mit Übergabe von Vertrauen an die andere Person. Also da muss man sich halt hingeben und das macht es halt auch so schwierig und das sind halt hochpotente Sachen und dann ständig irgendwie gucken so, was habe ich gerade genommen, wie viel habe ich gerade genommen?

33:41
ich bin doch gerade so verwirrt. Ich bin doch einfach nur geil, weißt du? Und ich will ja nur ficken. Ja, da sieht man es auch einfach. Es ist schon hochkomplex. Ein komplexes Thema, aber das ist so das, was ich auch meinen Klienten und Klientinnen auch oft sage. Umso mehr Substanz man konsumiert, umso mehr Verantwortung muss man für sich übernehmen, wenn man da rein und wieder raus möchte. Musik

34:08
Ich weiß nicht, wie geht es dir, mal die Gegenfrage, du arbeitest ja auch in der Drogenhilfe, wie ist denn das bei euch? Sind schon Klienten mit dem Thema zu euch gekommen? Zu mir leider noch nicht, obwohl ich versuche da mehr, also ich spreche die zum Beispiel auch in meinem Flyer aktiv an, also wenn man so

34:25
Ich habe da immer so Konsumenten, Konsumentinnen von legalen und illegalisierten Substanzen und auch für Chemsex habe ich einfach mit aufgenommen, weil das einfach aktiv nicht so oft aufgenommen wird. Aber bei mir ist jetzt noch keiner angekommen. Ich arbeite aber auch in der Kleinstadt und nicht in Frankfurt. Und ich weiß aber, dass in der Hauptarbeitsstelle in Frankfurt

34:46
in Frankfurt, wo ich die Außenstelle von bin, dass da durchaus mal ein paar Klienten, aber auch nicht so viele dort waren. Und das wäre eine Frage, auch die ich an dich hätte, so was für Anforderungen stellen Menschen, die Chemsex praktizieren, an die normale Suchthilfe, also die herkömmliche Suchthilfe? Also was auf jeden Fall immer zum Thema kommt, ist halt die Sache des Verständnisses mit der Szene, mit

35:14
mit der Sexualität. Das ist halt echt schwierig. Ich habe halt schon von manchen Leuten gehört, dass die in

35:25
in Selbsthilfegruppen waren für Sucht. Und dann halt da der Einzige, so wie so ein rosa Elefant einfach dann da saßen. Und jeder hat die angeguckt. Er ist schwul, er hat Sex, er hat irgendwie noch ein Drogenproblem. Das ist schon komisch. Und die haben sich dann auch sehr unwohl gefühlt in dieser Situation und sehr unverstanden. Und das ist für den Prozess…

35:50
da wieder rauszukommen, ist das nicht gut. Weil das führt ja dann im Endeffekt wieder, okay, ich bin unverstanden, warum soll ich überhaupt jetzt irgendwie aufhören und dann gehe ich halt weiter ballern. Also auf jeden Fall die Sache, dass man die Situation versteht von den Chemsex-Usern.

36:11
Was, ja, schwierig ist, aber man kann sich halt irgendwie erstmal fortbilden, was sind so die gängigen Sexualpraktiken, was sind die gängigen Substanzen, wie kann ich denn sensibel damit umgehen? Genau, das sind halt so Sachen.

36:31
Und ich denke, da muss sich auch jede Beraterin und jede Beraterin selbst auch fragen, ob man es kann, weil es gibt nichts Schlimmeres, würde ich mal behaupten, glaube ich, aus Klientensicht, wenn man einen Berater dann am Start hat, der das sich selbst so aufzwingt, aber nicht offen über Sexpraktiken reden kann und über Drogenkonsum, weil das verstärkt es ja auch wieder so in eine negative Richtung, wie du auch gerade gesagt hast, in den Gruppen,

37:01
Wenn das nicht angenommen wird und man sich da so fehl am Platz fühlt, das ist halt einfach, das macht es ja nur noch schlimmer. Ja, weil man kann halt auch sehen, manche Chemsex-User, die praktizieren auch Chemsex, um der gesellschaftlichen Situation irgendwie zu entfliehen und dem nicht verstanden werden.

37:26
Und dann willst du aufhören und kommst halt wieder in diese Situation, wirst wieder nicht verstanden. Dann bist du dann so, ja, okay, die Welt ist halt so, ja. Und dann machst du wieder weiter. Also es hilft dann nicht irgendwie den Menschen, ja.

37:42
Also kurz und knapp bräuchte es erstmal ganz viel auch Fortbildung für Berater und Beraterinnen, dass sie sich mit dieser Szene auseinandersetzen, wie ich das jetzt über die letzten Jahre auch gemacht habe, erstmal zu verstehen, um was geht’s, was ist vielleicht gleich zu, ich finde herkömmliche Konsumenten total schrecklich, mir fällt aber gerade kein besseres Wort ein, zu Konsumenten, die das eben nicht mit Chemsex verbinden, was ist gleich, was ist anders, dass man da einfach ein bisschen was am Petto hat.

38:11
Ich weiß nicht, ob ich jetzt vorgreife, aber ich mache kurz auch die Saulus-Klinik in Hürth. Da machst du ja noch ein Interview dazu. Und ich war da, ich habe mir die Räume von denen angeguckt und die haben auch nochmal erklärt, wie sie arbeiten. Und die hatten auch Gruppenteilnehmer dabei, die sich vorgestellt haben,

38:35
Und ich finde den hier aber großartig, weil die sehr Rücksicht darauf nehmen, wie die Situation der Menschen da ist. Die haben extra eine Gruppe für Campsex-User, also die dann auch darüber reden und die haben selber gesagt, es fühlt sich einfach besser an. Man fühlt sich irgendwie mehr wahrgenommen, wenn man in einer Gruppe ist von Männern, die dieselben Erfahrungen gemacht haben. Ja.

39:02
Und dann halt auch nochmal speziell, dass das Angebot für die dann auch quasi auch erweitert ist, weil es geht ja dann nicht nur um Drogenkonsum, es geht ja auch noch um Sex und es geht um Sexualität und das ist halt nochmal ein Thema, was auch schwierig ist. Und dann kann man halt auch nochmal über seine Sexualität reden, um die Optimierung, weil es geht auch viel um Sexualität zu optimieren beim Chemsex.

39:25
Das ist halt, ja, also das machen die ganz gut. Ich fand das wirklich großartig. Ja, da freue ich mich auch total aufs Interview. Das hängen wir nämlich hier noch dran. Das halte ich dann nächste Woche und ja, bin total gespannt, was mir da erzählt wird. Musik

39:43
So, wir gelangen langsam ans Ende unserer Chemsex-Folge. Ich fasse jetzt erstmal ganz fix zusammen, was wir bis jetzt ein bisschen besprochen haben. Wir haben erstmal ein bisschen aufgeklärt, was Chemsex ist. Das findet viel in der Szene von Sex mit Männern, die Sex mit Männern haben, statt. Ist zum Teil auch geschlossen und exklusiv, aber man kommt jetzt auch leicht rein über Apps, wenn man das gerne möchte. Und wir haben jetzt auch ein bisschen aufgesprochen, was Chemsex ist.

40:06
Und ja, haben ein bisschen so die Vorteile und Risiken von der Chemsex-Szene gemacht, also wie viel Spaß und was für neue Grenzen man irgendwie erkunden kann und ausloten kann, wenn man eben seinen Sex modifiziert mit Substanzen, aber auch was für Schwierigkeiten das bringen kann, indem man sozusagen den Spaß an Sex ohne Substanzen verliert und sich eben in dieser Szene ausloten.

40:27
Worauf ich am Ende nochmal ein bisschen näher eingehen möchte, ist, dass wir die Substanzen vielleicht einfach nochmal kurz durchgehen, die zentral sind für die Chemsex-Szene und was man genau beim Self-Ause drauf achten muss. Und danach gibt es eben auch noch das Interview mit der Salus-Klinik in Hürth, wo es eben dann nochmal darum geht zu gucken, wie schaut es in der stationären Behandlung für Männer Menschen aus, die Chemsex betreiben. Ja, genau.

40:53
Ja, okay, also dann, wir fangen mal mit den Sachen an, die man durch die Nase ziehen kann, glaube ich, bevor wir zu den harten intravenösen Sachen gehen. Genau, also was durch die Nase gezogen wird, ist auch teilweise Crystal Meth, Mephitron, Ketamin und die ganzen neuen psychoaktiven Substanzen.

41:19
Und da ist es wichtig zu gucken, dass die Substanz halt möglichst klein ist, dass sie mit einer sauberen Hackkarte auch klein gemacht wurde. Gerade bei einer Chemsex Party, da liegt auch Kleidgel überall rum. Du hast auch manchmal Kleidgel an der Hackkarte. Das ist nicht sehr geil, das nur durch die Nase zu ziehen. Ganz wichtig, immer ein eigenes Röhrchen.

41:43
Oder eigene Ziehplättchen. Das haben wir auch in unseren Safer-Use-Packs mit drin. Wichtig ist halt wirklich, gerade bei den neuen psychoaktiven Substanzen wie 3-MMC, Formic etc., die sind teilweise auch echt unsauber. Und da weiß man auch nie, wie hoch der Wirkstoff in der Substanz selber ist. Und das ist auch echt eklig für die Nase.

42:13
Dann haben wir Booty Bump, das ist der Popokonsum. Da werden Substanzen in Kochsalzlösung aufgelöst und dann mit einer Spritze, aber ohne Nadel natürlich. Die wird einfach anal eingeführt. Da gibt es so einen kleinen Spülabsatz tatsächlich auch bei uns im Safer Use Pack. Den kann man dann auf die Spritze setzen.

42:39
Genau, und das sind auch Substanzen, die man halt auflöst, wie Crystal Meth und Methitron. Auch Speed wird teilweise so konsumiert. Und genau, da ist es halt wichtig, auch nochmal zu gucken, was für eine Menge man nimmt, weil gerade die Darmschleimhaut nimmt Sachen viel, viel schneller auf. Und

43:03
Dann auch immer nochmal gucken, was denn überhaupt für eine Substanz ist und wie rein die ist. Genau, dann gibt es das Rauchen. Da wird hauptsächlich auch Crystal Meth geraucht. Ich glaube, es ist halt so die Frage, ist es so die angenehmste Form oder ist es die sicherste Form, irgendwie die Substanz zu konsumieren? Ich würde sagen …

43:23
Ist besser als Spritzen.

43:41
Immer kleine Züge zu nehmen, nicht große Züge und auch nicht die Züge lange in der Lunge zu behalten, sondern einmal ein- und ausatmen, weil das macht halt die Lungenbläschen kaputt. Es ist auch so irgendwie so der große Fehler zu denken, ich halte es in der Lunge und dann wird es geiler. Nee, ist nicht so.

44:02
Und dann haben wir GHB, GBL. Dafür haben wir eine kleine Flasche, die eine Skalierung hat. Da ist halt wichtig, auf die Menge zu gucken. Und auch wichtig gerade zu gucken, was man konsumiert. Also GBL, GHB haben auch einen unterschiedlich hohen Wirkungsgrad. Kriegst du das aus? Ich verwechsel immer GBL.

44:27
Stärker als GHB. GHB, danke. Bitteschön. Zum Glück habe ich erst meine Folge aufgenommen. Also GBL ist also weniger zu dosieren. Genau, eigentlich so ziemlich genau die Hälfte, glaube ich, war es. Das weiß ich leider nicht. Auf jeden Fall bitte aufpassen, versucht herauszufinden, was es ist.

44:49
und dann aufschreiben, wann ihr das gemacht habt und wie viel und bitte zwei Stunden warten, nicht nur nach 20 Minuten passiert da auch noch nichts und der Peak ist auch noch nicht erreicht und nicht nachdosieren, weil es ist wie, ich erkläre es immer so, es sind wie Bausteine, die aufeinander aufbauen, gerade so bei G, du baust einen Stein aufeinander und baust und baust und irgendwann fällt einfach das Gebilde um und das bist dann halt du und dann ist es kaputt.

45:18
Also vorsichtig. Und jetzt der intravenöse Gebrauch von Substanzen. Also es wird Crystal Methydon gespritzt, es wird Methythron gespritzt, es werden die neuen psychoaktiven Substanzen auch gespritzt. Es wird so ziemlich alles gespritzt in die Venen mittlerweile, auch Ketamin, sehr vorsichtig sein. Bitte abwiegen, wichtig. Kochsalzlösungen nehmen, saubere Spritzen nehmen.

45:48
Und nicht, einfach auch nicht nachdosieren. Ich würde, ja, lass es dann einfach irgendwie werden, weil es schwierig ist, also gerade bei Crystal Meth, das Runterkommen, es halt dauert ewig und ist mega anstrengend für den Körper auch und für die Psyche. Genau. So, das sind so die goldenen Regeln.

46:09
Auch nicht die Steine einfach hinten reinwerfen und gucken, ja das ist doch irgendwie der Stein vom letzten Mal, so die Menge. Das funktioniert so nicht. Wie die Steine hinten reinwerfen? Also quick, ich habe halt schon viel gehört, dass die Menschen, die Crystal Meth konsumieren, die Kristalle einfach nehmen, ohne sie abzuwiegen, machen die Spritze auf und werfen die hinten rein. Ah, okay. Und machen dann das Kochsalz, wenn überhaupt Kochsalz, machen die dann halt drauf und

46:36
Schütteln die, bis es aufgelöst ist und dann spritzen die. Also es wird nicht gefiltert, es wird nicht abgewogen. Ja, also du weißt nicht die Menge. Das ist nicht gut. Genau, also wichtig ist auch Filtern. Also nehmt einfach so einen kleinen Tech-Filter. Wir haben die bei uns in der C4U-Pack mit drin. Der filtert nur die Schwebstoffe und Unreinheiten raus, aber die Wirkung geht nicht verloren. Also ihr könnt ruhig einen Filter nehmen.

47:05
Ja, und darauf aufbauend die Safer-Use-Regeln, die immer zählen, ist Lebensbalance nicht vergessen, gestalte das Leben auch drogenfrei, so oft es geht, so viel es geht und mehr als wenn man Drogen konsumiert, um eine Balance zu halten und

47:21
Ich will es eigentlich nicht rausnehmen, den Spaß am Leben nicht vergessen. Ja, also ich meine, es ist auch so, glaube ich, so eine goldene Regel ist, konsumiere, wenn es dir gut geht. Ja, nicht, wenn es dir schlecht geht. Und genau, ich finde, Substanzen können auch natürlich irgendwie was Positives haben. Die können auch Spaß machen.

47:44
Man muss halt sehr vorsichtig damit sein. Und die nächste goldene Regel, Hilfe holen, bevor der Karren an die Wand gefahren ist. Dadurch, dass ich in der Suchthilfe arbeite, in der Drogenhilfe arbeite, weiß ich, dass das nicht sehr realistisch ist, aber deswegen plädiere ich immer dafür, wenn man irgendwie sich unsicher ist oder schon merkt, dass eventuell was nicht mehr perfekt im Gleichgewicht ist, sofort zu jemandem gehen, mit dem man das in Ruhe reflektieren kann. Eine neutrale Person dazu holen, mit dem man das in Ruhe reflektieren kann.

48:13
damit überhaupt kein größeres Ungleichgewicht besteht. Und es gibt viele Angebote. Es gibt einmal die Drogenhilfe, aber wir haben ja auch jetzt von den Law-Rebels, die für Chemsex-Userinnen, ja, User, ein direktes Angebot haben, die die Expertise haben. Das ist einfach Nutzen. Und wenn es scheiße ist, dann geht man da

48:31
geht man halt nicht mehr hin. Aber lieber einmal hingehen und merken, dass es unnötig war, als nicht hinzugehen und dann wird es viel zu nötig. Also wir haben ja auch bei uns im Mindcheck in Frankfurt, da kannst du auch Einzelgespräche machen. Also kannst du auch gerne bei uns irgendwie Termine machen und dann sagen, du hättest ein Thema mit Chemsex, dann wird ja auch schon die richtige Person rausgesucht. Weil wir haben ja auch Leute, die halt auf spezielle Bereiche dann irgendwie auch aufgeteilt sind.

49:00
Genau, und dann kann man dir auch schon mal zumindest so einen Anker geben und dann kann man weiterschauen.

49:08
Ja, super. Ich glaube, wir sind am Ende, beziehungsweise noch nicht ganz am Ende, weil jetzt kommt das Interview, das wird dann noch reingeschnitten. Aber Steve, es hat super viel Spaß gemacht. Ja, geile Folge. Ich freue mich dann auf das Interview auf jeden Fall. Ja, ich auch. Bin schon ganz gespannt. Und ihr bleibt safe, habt viel Spaß am Leben und ja, wir hören uns zur nächsten Folge. Ja, liebe Hörerinnen, ciao. Werbung

49:38
Nun kann es passieren, dass…

49:43
dass irgendwann der Sex in den Hintergrund rückt und man eigentlich nur noch Sex hat, um Drogen zu konsumieren. Der Drogenkonsum innerhalb von Chemsex kann zur Abhängigkeitserkrankung werden. Und wenn das passiert, gibt es eine Klinik in Deutschland, die Salus-Klinik in Hürth, die sich genau diesem Thema angenommen hat. Und ich bin super happy, dass Frau Icking aus der Salus-Klinik Hürth, sie macht dort die therapeutische Leitung dafür,

50:11
in der Suchtabteilung sich Zeit genommen hat und mir ein paar Fragen zum Thema Chemsex und den Schwerpunkt dazu in der Salus Klinik Hürth erklärt. Viel Spaß bei dem Interview. Frau Icking, in der Salus Klinik Hürth gibt es einen Chemsex Schwerpunkt. Wie kam es denn dazu?

50:33
Ja, eigentlich kam die Initiative ursprünglich nicht sozusagen aus der therapeutischen Arbeit hier vor Ort, sondern dadurch, dass wir mit der Klinik relativ nah am Standort Köln

50:45
sind und wir über die Aidshilfe in Köln erste Anfragen hatten von Männern, die Sex mit Männern haben, die eben Chemsexkonsum entwickelt haben. Und insofern haben wir erst mal eher durch die Anfragen von außen uns damit beschäftigt. Das war ungefähr 2014, dass wir erste Anfragen bekommen haben.

51:06
haben und haben dann aber sehr schnell auch durch die Kooperation mit der Aidshilfe erkannt, dass das tatsächlich innerhalb dieser Gruppe tatsächlich ein

51:16
ein gewisses Problem und damit auch ein gewisser Bedarf ist an Unterstützung, Beratung, Behandlung, wie auch immer. Genau, dadurch war sozusagen ursprünglich das Programm entstanden. Warum braucht es denn dafür einen extra Schwerpunkt? Warum kann man denn Menschen, die Chemsex praktizieren, nicht einfach in die normalen Gruppen für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen teilnehmen lassen?

51:41
Es hat verschiedene Gründe. Es ist schon so, dass es Überschneidungen gibt mit anderen Menschen, die eine Abhängigkeitserkrankung entwickelt haben. Insofern gibt es natürlich Schnittmengen thematisch. Aber es gibt ein paar Besonderheiten, wo es deutlich wurde, dass es für diese Gruppe auch noch mal inhaltlich andere Schwerpunkte geben muss. Das eine ist eben, dass es in der MSM-Gruppe eine sehr starke Kopplung des Konsums mit der Sexualität gibt.

52:09
stattfindet und insofern sozusagen diese Themen auch mit behandelt werden müssen. Es ist natürlich auch bei anderen Menschen so, dass Substanzen in der Sexualität eingesetzt werden. Das gibt es generell natürlich. Aber sozusagen diese explizite Kopplung, die dann auch einhergeht mit einer ganz bestimmten Kontakt- und Konsumanbahnung, auch mit der Art des Settings, die damit verbunden ist, ist das schon eine Besonderheit und insofern

52:36
ist da schon einer besonderen Bedarf.

52:38
besonderen Konzepts. Und der zweite Punkt ist, und das wird auch immer wieder von Menschen, die wir hier behandeln, bestätigt, dass doch einige der MSMler, die schon mal einen Versuch gemacht haben, sich in Behandlung zu begeben, doch sich häufig, ja, manchmal auch unterschwellig Ausgrenzungserfahrungen konfrontiert sahen, auch in anderen Einrichtungen. Einfach weil sie gemerkt haben, sie sind, manchmal ist es auch einfach die Tatsache,

53:05
vermeintlich als einziger schwuler Mann vielleicht in der Behandlung zu sein und das dann eben erzeugt dann doch eher wieder eine Zurückhaltung, sich einzubringen. Und dadurch, dass wir mittlerweile ungefähr immer 12 bis 15 Rehabilitanten haben mit dieser Thematik,

53:24
erleben die natürlich eine ganz andere Solidarität und auch eine ganz andere Selbstverständlichkeit, im klinischen Setting sich zu bewegen. Und wir achten eben auch sehr darauf, dass auch Ausgrenzungs-

53:39
Bestrebungen anderer, da gehen wir direkt mit ins Gespräch und versuchen da wirklich ein offenes Klima zu erzeugen. Das hört sich ja alles schon mal sehr spannend an. Wie kann ich mir diesen Schwerpunkt denn jetzt vorstellen? Ist er total abgegrenzt von allen anderen Gruppen? Gibt es Mischgruppen? Wie schaut das aus?

53:57
Also aufgebaut ist es so, wir haben verschiedene, wir machen das ja jetzt sechs Jahre ungefähr, und wir haben verschiedene Dinge ausprobiert und sind letztendlich dabei gelandet, dass wir die MSM-Gruppe integrieren in eine Bezugsgruppe. So kann man sich das vorstellen, dass etwa die Hälfte einer Bezugsgruppe dann MSMler sind und die andere Hälfte sind andere suchtmittelabhängige Menschen.

54:20
Und davon gibt es zwei Bezugsgruppen, sodass auf der einen Seite sie sozusagen mit dem Thema dort präsent sind. Aber was auch ein Ziel der Behandlung ist, sozusagen nicht permanent die Fixierung auf dieses Thema Sexualität gegeben ist, weil natürlich deren Leben auch noch andere Elemente beinhaltet. Und eine Folge des intensiven Chemsexkonsums ist häufig auch die Fixierung

54:48
auf dieses Thema Sexualität. Also insofern versuchen wir, das damit ein Stück weit aufzulösen, haben aber daneben für alle MSMler eine spezielle Gruppe noch entwickelt, die auch durchgängig einmal die Woche läuft, die nennen wir Lust und Rausch, wo es speziell um diese Arbeit an dieser Entkopplung von Substanzgebrauch mit der Sexualität geht.

55:09
Also, sodass da nochmal explizites thematisch angesiedelt ist. Und was vom Konzept her auch noch wichtig ist, dass wir ein Drei-Phasen-Modell entwickelt haben, nämlich dass wir sozusagen in der ersten Phase, das sind Ehefragen,

55:24
individuell unterschiedlich zwischen vier bis sechs Wochen neben der Suchtmittelabstinenz auch mit den jeweiligen Rehabilitanten besprechen, in welchen Bereichen auch andere Formen der Verhaltenskontrolle oder Abstinenz notwendig ist. Das kann zum Beispiel sein, wenn es eine enge Kopplung gab von intensivsten Pornografie-Konsum mit zum Beispiel einem vermehrten Suchtmittelverlangen, dass man auch für eine gewisse Zeit einfach

55:50
Um erstmal einen gewissen Reizschutz zu ermöglichen, können wir zum Beispiel auch besprechen, dass Pornografie-Konsum erstmal für eine gewisse Zeit eingestellt ist oder dass man Dating-Apps nicht mehr für eine gewisse Zeit benutzt oder bestimmte Orte, die sehr stark eben Konsum assoziiert sind, nicht auslösen.

56:11
Wir nennen diese Phase Reizschutz. Also es soll ein gewisser Schutz vor Auslösereizen oder Trigger für den Konsum stattfinden, weil einfach die Kopplung von Konsum und Sexualität so intensiv ist, dass wenn zu sehr mit sich mit sexuellen Inhalten und auch bestimmten Settings konfrontiert wird, ist die Gefahr des Suchtmittelrückfalls sehr hoch.

56:33
Und von daher versuchen wir so in der ersten Phase einen gewissen Reizschutz dadurch zu bieten. Und nach diesen sechs Wochen wird dann so langsam wieder geschaut, mit welchen Situationen kann man sich konfrontieren und auch wie könnte so eine substanzungebundene Sexualität denn aussehen. Das ist vielleicht nochmal so ein bisschen zur Erklärung.

56:56
Sehr, sehr spannend. Wie ist denn die Erfahrung von der Zufriedenheit von Menschen, die Chemsex praktiziert haben, wieder nüchtern Sex zu haben? Weil ich stelle mir nun mal vor, dass wenn man sein Sex immer modifiziert, sein Sex so in die Lüfte hebt, dass nüchterner Sex ein bisschen enttäuschend ist und ja, dass man das erst wieder erlernen muss. Wie zufrieden werden denn die Menschen wieder mit nüchternen Sex?

57:21
Das ist jetzt wirklich eine schwierige Frage allgemein zu beantworten, weil das sehr individuell ist. Es gibt Rehabilitanten, die haben vor der Chemsexphase über viele Jahre eine substanzungebundene Sexualität auch befriedigend erlebt.

57:38
Und es gibt natürlich Rehabilitanten, die sehr früh eben auch schon im jungen Erwachsenenalter dann mit Konsum und Chemsex in Berührung gekommen sind. Und da ist es einfach eine sehr unterschiedliche Auseinandersetzung damit.

57:53
Was die Erfahrung, die wir gemacht haben, ist, dass diejenigen, die zu uns kommen, natürlich schon längst eine Schwelle überschritten haben, wo sozusagen auch die negativen Auswirkungen des Chemsex-Konsums sehr spürbar wurde. Also es fanden auch unter Chemsex-Sessions diese…

58:11
Diese ursprüngliches Kick und diese Intensität des Lusterlebens ist natürlich ein Aspekt, aber viele haben auch schon die Schattenseiten sozusagen dessen auch sehr intensiv erlebt, angefangen von Grenzverletzungen, die halt auch in

58:26
Campsack-Sessions passiert sind, bis hin eben halt auch zu erheblichen negativen Folgen, auch die dadurch für körperliche Gesundheit, also das haben auch Patienten mit Schlaganfällen schon ausgelöst durch, mit Amphetaminkonsum über Tage, über Wochen, über Monate.

58:45
Und auch viele, die berufliche Probleme haben, die möglicherweise auch sich den Konsum schon über Prostitution finanzieren mussten. Also es sind schon auch erhebliche negative Konsequenzen.

58:58
Sodass natürlich es auch um eine Veränderung der Erwartungshaltung an den Sex geht. Realistischerweise ist aber sozusagen der Sex über Tage und in diesem ständigen hohen Erregungsniveau unter normalen Umständen auch nicht möglich.

59:18
nicht möglich und insofern geht es natürlich in der Behandlung auch darum, wieder ein wenig mehr realistischere und auch selbstfürsorglichere Erwartungshaltung an die Sexualität zu entwickeln.

59:30
und eben halt auch da vielleicht die eigenen Ansprüche an sich selbst. Also es ist natürlich neben dem auch häufig eine Erwartungshaltung, einen gewissen Leistungsdruck, den man eben halt glaubt, auch in der Sexualität erfüllen zu müssen. Und da spielt natürlich auch nicht unwesentlich Erwartungshaltung oder vermeintliche Erwartungshaltung, die man glaubt, innerhalb der Community erfüllen zu müssen.

59:57
was Attraktivität, was sexuelle Performance anbetrifft. Und auch damit setzen wir uns auseinander. Wo ist da sozusagen eine Veränderungsmöglichkeit?

60:07
Also es geht schon weit über das hinaus. Es klingt immer so sehr formal, so Entkopplung von, aber es geht ganz viel dahinter auch darum, sich mit eigenen Wertvorstellungen auseinanderzusetzen, mit Ansprüchen an sich selbst, mit auch vielleicht Diskriminierungserfahrungen, die internalisiert wurden, die auch eine Rolle spielen dabei, wie man seine Sexualität lebt. Also es ist ein sehr vielfältiges Thema.

60:36
Ja, und auch sehr, sehr vielschichtig, eben weil es gerade an so ein sensibles Thema wie Sex dran stößt. Wie sind denn die Erfahrungen von den Nicht-Chemsexlern in der Gruppe? Wird es von ihnen als Bereicherung angesehen, dass sie in einer Gruppe sind, die zur Hälfte mit Chemsexmenschen belegt sind? Oder gibt es da eher öfters Probleme?

60:56
Das ist erstaunlich. Also wir hatten es auch nicht erwartet. Wir haben am Anfang gedacht, es ist vielleicht besser, eine ganz homogene Gruppe zu haben. Haben aber, wie gesagt, es dann irgendwann aufgrund von ein paar Ereignissen gesagt, okay, es wäre sinnvoller, das vielleicht heterogen zu versuchen. Und unsere Erfahrungen sind eher positiv. Also es gibt, wir gucken natürlich schon,

61:16
bei der Zuordnung zu diesen Gruppen. Wir kriegen ja einiges an Vorinformationen auch von den Patienten, die zu uns kommen. Versuchen wir schon so zu steuern, dass wir denken, das könnte gut passen in der Gruppe. Wir haben ganz gute Erfahrungen damit gemacht, wenn Frauen in dieser Gruppe mit dabei sind. Das läuft eigentlich immer sehr reibungslos. Aber wir haben durchaus auch positive Erfahrungen mit heterosexuellen Männern, die in der Gruppe sind.

61:43
weil die natürlich auch die Erfahrung machen, okay, es gibt vielleicht auch eine Möglichkeit, auch über sexuelle Themen auch nochmal offener zu sprechen, weil das doch in der Suchthilfe ja manchmal auch ein vernachlässigtes Thema ist. Also insofern haben wir eigentlich durchweg positive Erfahrungen gemacht.

62:02
Ja, genau diesen Punkt wollte ich auch nochmal besonders hervorheben, denn ich merke das selbst, dass das Thema Sex bei vielen Menschen in der Therapie einfach ausgespart wird, dass sie darüber nicht reden, obwohl Menschen mit einem Drogenkonsum, die auch öfters unter Drogenkonsum Sex hatten, das durchaus ein Thema ist und dass, wenn sie nüchtern werden, sie große Probleme haben, ihre Sexualität auszuleben, dass jedoch ein

62:28
einfach nicht ansprechen und das so ein bisschen unter den Teppich kehren. Und das Phänomen sehe ich vor allem auch bei meinen jungen Klientinnen, die ja sehr jung angefangen haben zu konsumieren. Und da ist es natürlich eine riesengroße Chance, wenn man in einer Campsexgruppe ist und das Thema Sex eigentlich schon omnipräsent ist.

62:48
Genau, und ich denke auch, was gerade jetzt bei den MSM-Gruppen, aber wir behandeln ja auch in der Klinik jüngere Konsumenten, und auch da gibt es natürlich auch Prägungen, die eben halt auch zum Beispiel durch frühen

63:04
digitalen Konsum von Pornografie, also wo einfach auch bestimmte Vorstellungen über Sexualität geprägt werden, die nicht unbedingt förderlich sind in Bezug auf so eine selbstversorgliche, gesunde sexuelle Reifung. Und das dann natürlich auch häufig, wenn dann der Konsum wegfällt, auch eine große Verunsicherung einfach auch da ist. Wie geht

63:29
Wie geht denn Sexualität eigentlich und wie komme ich dann klar mit meinen eigenen Unsicherheitsgefühlen und so. Und das ist ein Riesenthema. Ja, das finde ich richtig, richtig gut mit dem Schwerpunkt. Wie ist denn die Auslastung, wenn man als Chemsexler zu Ihnen in die Klinik möchte? Denn Sie sind ja, glaube ich, die einzigen in Hürth, die eben so einen speziellen Schwerpunkt haben, oder?

63:52
Wir sind bundesweit die einzige Klinik, die dieses spezielle Konzept entwickelt hat.

63:58
Es gibt natürlich andere Kliniken, in denen auch Patienten mit der Thematik sicherlich auch aufgenommen werden. Aber unser Konzept ist eben da schon sehr offensiv auch darauf ausgerichtet. Und es ist so, dass wir wie gesagt im Schnitt immer zwischen 12 bis 15 Rehabilitern mit der Thematik zeitgleich immer so im Haus haben. Und die Behandlungszeiten sind ja von 20 bis 26 Wochen in der Regel, wenn es um Erstbehandlung geht. Das heißt relativ lange.

64:28
sind die Patienten dann bei uns. Und wir haben Wartelisten, die sind unterschiedlich. Also im Moment würde ich mal sagen, so geht man von einer Warteliste von drei bis vier Monaten aus.

64:40
Man muss natürlich auch, wenn man sich dafür interessiert, vorher ja auch eine Beratungsstelle aufsuchen. Die muss einen Sozialbericht erstellen. Das heißt, es gibt einen ganzen Vorlauf auch von dieser Geschichte. Und wir werden halt hauptsächlich aus den, sagen wir mal, Hotspots von Chemsex berichtet.

64:58
Das heißt, hauptsächlich kommen unsere Patienten aus Berlin oder Großraum Berlin natürlich hier aus dem Großraum Köln, zunehmend jetzt auch aus Süddeutschland. Also wir haben relativ viele aus dem Raum Stuttgart, Frankfurt, München, aber auch aus Hamburg. Also es ist eher so eine wirklich bundesweite Vermittlung, die da läuft, in der Regel aus den großstädtischen Räumen.

65:21
Haben Sie das Gefühl, dass Menschen, die Chemsex betreiben, gut versorgt sind im Suchthilfesystem? Und was braucht das Suchthilfesystem, um eben Chemsexler besser zu versorgen?

65:34
Ja, das ist, also ich sage mal so, meine Erfahrung ist halt, dass jetzt durch die letzten Jahre einfach, dass dieses Thema auch nochmal öffentlich und in der breiteren Öffentlichkeit präsenter ist. Also es nicht mehr nur so ein Insider-Ding ist. Am Anfang, wo wir gearbeitet haben, kam halt die Zuweisung häufig über die Aids-Hilfen, also eigentlich nicht die klassische Suchthilfe. Und es kam halt Zuordnung über die Schwulenberatung, also eher communitybezogene Beratungs- und Behandlungsangebote.

66:01
Mittlerweile kriegen wir immer mehr, vereinzelt auch aus den klassischen Suchthilfeberatungsstellen, kriegen wir Zuweisungen, sodass ich schon den Eindruck habe, dass es ein bisschen breiter angekommen ist. Sicherlich die Nachsorge, das ist nochmal ein anderes Thema. Wir haben ja im Grunde genommen, ist die stationäre Behandlung ja immer nur der erste Teil.

66:23
Oder der zweite Teil nach der vorhergehenden Beratung. Und wir natürlich uns oft wünschen, dass die Patienten eben auch nochmal eine spezifischere Nachsorge machen können. Also für den Kölner Raum haben wir erreicht, dass die Aidshilfe hier eine Sondererlaubnis von der Rentenversicherung erwirkt hat, auch Nachsorgegruppen.

66:43
zu machen zu diesem Thema. Und natürlich in Berlin gibt es eine gute Kooperation mit der Schulenberatung. Die bieten auch ambulante Nachsorge und ambulante Weiterbehandlung an. Und das wäre natürlich auch wünschenswert, wenn es da vielleicht auch noch in anderen Großstädten mehr Anlaufstellen geben würden.

67:04
oder Suchtberatungsstellen sich dieses Themas auch offensiver noch annehmen würden. Ja, genau, das wollte ich eben auch gerade sagen, dass sozusagen das vorhandene Suchthilfesystem sich dem Thema annimmt, dass Berater*innen sich fragen: Können sie gut mit dem Sexthema umgehen, sich mehr Wissen drauf zu schaffen, um dann eben Menschen mit Chemsex gut in ihrer Beratungsstelle empfangen und beraten können? Genau, ja. Ja, da braucht es vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle eben auch

67:32
sicherlich auch gewisse Fortbildungen und man muss halt einfach auch natürlich auch irgendwie lernen, auch eine Sprache zu finden, wie man darüber redet und um was es da eigentlich geht. Man muss da schon ein bisschen eintauchen in dieses Thema, um auch die richtigen Fragen zu stellen. Genau und wenn man sich erstmal überlegt, dass das Thema Sex auch außerhalb der Chemsexszene bei anderen Konsumentinnen sehr unter den Tisch gekehrt wird und wenig darüber gesprochen wird,

68:01
Sollte allgemein das Thema Sex präsenter in der Beratung, präsenter in der Suchthilfe sein? Weil das eben oft ein Problem und ein Thema ist. Ja, sehe ich auch so. Ja, Frau Icking, das war es auch schon mit dem Interview. Vielen, vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben, mit mir so ein wichtiges Thema zu besprechen. Habe ich gern gemacht. Ja, vielen Dank für Ihr Interesse.

68:29
Jo Leute, richtig geil, dass ihr so lange dabei geblieben seid bei dieser etwas längeren Podcast-Folge heute. Wir hatten aber auch zwei Interviews, zwei Interviewpartner. Da mussten wir einfach heute ein bisschen durchhalten. Das waren aber auch so wahnsinnig spannende Themen. Heute ging es sehr viel über Chemsex. Wir haben uns Safer Use angeschaut, wie das ausschaut innerhalb von Chemsex, haben uns angeschaut, was Chemsex überhaupt ist und wir haben uns auch ein bisschen über die

68:53
und uns auch die Schattenseiten des Chemsex angeschaut, dass eben Chemsex, das Nutzen von Substanzen im Sexbereich auch zu einer Abhängigkeit führen kann und dass sozusagen der Sex bei dem Ganzen in den Hintergrund rückt und man dann sozusagen den Sex wie eine Ausrede nutzt, um Drogen zu konsumieren und da kippt dann die ganze Geschichte ein wenig. Falls ihr noch Fragen zu Safer Sex habt,

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dann schaut doch mal ein bisschen mehr bei den Love Rebels, bei dem Podcast vorbei. Da geht es auch ganz arg über Safer Sex. Da könnt ihr euch eben noch tiefer informieren. Ich packe euch auf jeden Fall den Link in die Shownotes. Und wir hören uns wieder am 20. Dezember zur letzten Folge des Jahres. Auch das wird wieder ein Interview sein, ein richtig geiles Interview. Da könnt ihr euch schon mal drauf freuen. Und ja, wir hören uns dann. Tschüss! Musik

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Das war psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Steffi.


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