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Alkohol: Neurobiologische Wirkung, Folgeschäden und Entzugsrisiken

Alkohol wirkt nicht nur berauschend, sondern greift gleichzeitig in mehrere zentrale Neurotransmittersysteme ein. Besonders wichtig sind dabei GABA und Glutamat: Ethanol verstärkt hemmende Signale und schwächt zugleich erregende Prozesse ab. Dadurch entstehen Entspannung, Enthemmung, verlangsamte Reaktionen und bei höheren Mengen auch Gedächtnislücken oder Bewusstseinsstörungen. Bei regelmäßig hohem Konsum passt sich das Gehirn an diese Wirkung an. Genau diese Anpassung führt dazu, dass sich Toleranz entwickelt und ein plötzlicher Entzug gefährlich werden kann, weil das Nervensystem dann stark übererregt reagiert.

Der zweite Teil der Alkohol-Reihe erklärt, wie Ethanol aufgenommen, im Körper abgebaut und über GABA, Glutamat, Dopamin, Serotonin und Endorphine wirksam wird. Im Mittelpunkt stehen außerdem akute und langfristige Risiken, darunter Leber-, Nerven-, Herz- und Hirnschäden, verschiedene Krebsarten sowie psychische Folgen wie Alkoholhalluzinose oder Eifersuchtswahn. Die Folge beschreibt außerdem, warum Acetaldehyd als Abbauprodukt einen wichtigen Anteil an den körperlichen Schäden hat, weshalb eine hohe Alkoholtoleranz kein Zeichen geringerer Belastung ist und warum ein Alkoholentzug medizinisch begleitet werden sollte. Deutlich wird: Gerade weil Alkohol gesellschaftlich so selbstverständlich ist, wird leicht übersehen, wie tiefgreifend Ethanol in zentrale Körperfunktionen eingreift und wie schwerwiegend sowohl akute als auch langfristige Folgen sein können.


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Alkohol Teil 2 – Wie wirkt er im Gehirn und welche Risiken bringt er mit?

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PODCAST-METADATEN

Folge: 62
Erscheinungsdatum: 23.03.2023
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Alkohol Teil 2 – Wie wirkt er im Gehirn und welche Risiken bringt er mit?
Sprecher: Stefanie Bötsch
Typ: Transkript

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00:00

Im Teil 2 zu Alkohol tauchen wir heute in die erwünschte und unerwünschte Wirkung von ethanolhaltigen Getränken ein. Außerdem erfahren wir viel darüber, wie Alkohol eigentlich im Körper wirkt, welcher Mischkonsum absolut zu vermeiden ist und wie lange Alkohol eigentlich nachweisbar ist. In dieser Folge erfahrt ihr unter anderem, warum es bei Alkohol zu Psychosen kommen kann und schauen uns dabei auch die Eifersuchtpsychose an. Eine Form der Psychose, die tatsächlich maßgeblich mit dem Alkohol in Verbindung gebracht wird.

00:28

Außerdem schauen wir uns an, warum Ethanol an sich wirklich nur einen geringen Teil des Schadens verursacht und welches Abbauprodukt eigentlich so starke Wirkung auf unseren Körper hat. Falls euch mein Podcast gefällt, freue ich mich darüber, wenn ihr den Podcast weiterempfehlt und auf eurer Lieblingsplattform folgt und bewertet. Aber jetzt viel Spaß beim Hören. Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Stefanie Bötsch. Zieht’s euch rein!

01:07

Diese Podcast-Folge wird euch präsentiert von Safe Party People Frankfurt. Willkommen bei einer neuen Folge Psychoaktiv. Richtig, richtig schön, dass ihr wieder mit dabei seid. Das ist der zweite Teil zu Alkohol bzw. zu ethanolhaltigen Getränken. Das heißt, wir haben in der letzten Folge vor zwei Wochen schon…

01:33

Ja, einen Grundstein gebaut für diese Folge. In der letzten Folge haben wir zum Beispiel über die Geschichte geredet. Wir haben aber auch den Unterschied zwischen Ethanol und Methanol angeschaut und uns angeschaut, wie man Alkohol eigentlich richtig klassifiziert und wie dieser hergestellt wird. Also, falls euch diese Themen auch interessieren, würde ich euch auf jeden Fall raten, nochmal in die letzte Folge reinzuschalten.

01:55

Aber sonst herzlich willkommen zu dieser Folge und wir starten gleich rein in die erwünschten Wirkungen. Auf der emotionalen Ebene fühlt man sich entspannter, man hat ein wohliges Gefühl und Alkohol kann auch Angstlösen wirken und man fühlt sich dann ferner von seinem Stress oder von seinen Ängsten oder Problemen. Außerdem kann der Konsum von Alkohol enthemmend wirken.

02:17

und hilft einem vielleicht, seinem Bedürfnis nach aufregenden Erlebnissen nachgehen zu können. Da man sich unter dem Einfluss von Alkohol vielleicht Dinge traut, die man sich sonst nicht trauen würde. Sozial kann es einem leichter fallen, sich in eine Gruppe zu integrieren, mit anderen ins Gespräch zu kommen, sich durch den Konsum verbunden zu fühlen. Dass man sich natürlich dahingehend auch enthemmter fühlt, hilft in der sozialen Situation vermeintlich auch erstmal.

02:40

Aber vor allem auch das Verbundenfühlen hat auch mit der sozialen Gegebenheit zu tun. Bei vielen kulturellen und sozialen Zusammentreffen ist Alkohol stark in das Vorgehen verwoben. Durch den Konsum von Alkohol fühlt man sich dieser Gruppe dann deswegen zugehörig, während eine Ablehnung von Alkohol auch das Gegenteil bewirken könnte. Alle erwünschten Wirkungen von Alkohol lassen mit steigendem Konsum bzw. höherer Promillezahl nach und weichen immer mehr den unerwünschten Wirkungen. Musik

03:08

Schauen wir uns an, wie die Wirkung im Körper erzeugt wird. Alkohol wird in etwa zu 20% von der Magenschleimhaut und zu 80% über die Dünndarmschleimhaut resorbiert. Dabei metabolisiert die Magenschleimhaut einen Teil des Ethanols. Dies passiert allerdings bei der Dünndarmschleimhaut nicht. Der restliche Alkohol gelangt dann auf dem Blutweg in die Leber, wo er dann abgebaut wird.

03:31

Alkohol hat Einfluss auf die unterschiedlichsten Neurotransmitter und zwar auf GABA, auf Glutamat, auf Dopamin, auf Serotonin und auf Endorphin. Daraus resultiert eben auch eine sehr unterschiedliche Wirkung. Starten wir jedoch erstmal mit dem GABA-Glutamat-System. Wir wissen vielleicht noch, dass GABA sozusagen unsere Bremse im Körper ist. Es hemmt also die Aktivität anderer Nervenzellen.

03:54

Glutamat ist unser Gas, es aktiviert also unsere Nervenzellen und ist an vielen lebenswichtigen Prozessen unseres Körpers beteiligt. Ethanol stimuliert das GABA-System, indem es auch an dem GABA-Rezeptor bindet. Allerdings an einer anderen Stelle wie der Neurotransmitter GABA selbst. Wenn GABA und Ethanol dann gleichzeitig an den Rezeptor binden, bleibt der Neurotransmitter länger als gewöhnlich an den Rezeptor gebunden und somit können hemmende Signale länger gesendet werden.

04:19

Außerdem sorgt Ethanol dafür, dass GABA häufiger an die Rezeptoren bindet und somit eben auch öfter seine Signale sendet. Und genau das ist der Part, wo die beruhigende und entspannende Wirkung herkommt. Und wenn es halt einfach in hohen Mengen konsumiert wird, leider auch die Bewusstlosigkeit. Vor allem unser Kleinhirn hat viele, viele GABA-Rezeptoren. Und dieser Part des Gehirns steuert die Feinmotorik. Durch Ethanol wird also auch die Feinmotorik beeinflusst, da das Kleinhirn wirklich langsamer arbeitet.

04:46

Ethanol bindet aber auch an die Glutamat-Rezeptoren. Im Gegensatz zu den GABA-Rezeptoren sorgt es jedoch dafür, dass Glutamat nicht mehr an den Rezeptoren binden kann und dadurch keine Signale übermittelt werden können. Dass die Informationsweitergabe durch Glutamat gehemmt ist, kann gleich mehrere Probleme hervorrufen. Auf der einen Seite wird auch die Aktivität von Enzymen und Hormonen gehemmt.

05:08

Diese sind wichtig für fast alle körperlichen Prozesse. Außerdem wird die Fähigkeit der Neuronen, Gene an- oder abzuschalten, beeinträchtigt. Auch hier handelt es sich um eine wichtige Körperfunktion, da nur so Zellen neue Rezeptoren bilden, Neurotransmitter ausschütten und sich selbst am Leben erhalten. Bei der Unterbrechung all dieser wichtigen Prozesse können grundlegende Hirnfunktionen geschädigt werden. Glutamat spielt unter anderem aber auch in unserem Hippocampus eine große Rolle.

05:33

Der Hippocampus ist der Teil unseres Gehirns, der für das Lernen und das Gedächtnis zuständig ist. Viele wissen, haben es gehört oder selbst schon mal erlebt, dass Ethanol einen sogenannten Filmriss erzeugen kann. Also dass man schlichtweg nicht mehr weiß, was in der Nacht, in der man viel ethanolhaltige Getränke konsumiert hat, gemacht hat.

05:50

Das liegt schlichtweg daran, dass der Hippocampus nicht mehr seine normale Funktion aufrechterhalten kann, weil das Glutamat so gehemmt ist. Und das wirkt sich eben auch sehr auf die Fähigkeit der Selbstkontrolle aus. Wem an dieser Stelle jetzt schon der Kopf schwirrt, hier sehr vereinfacht in einen Satz gesagt, Alkohol steigert die hemmende Funktion unseres Körpers durch die Aktivierung von GABA und bremst uns zusätzlich aus durch das Glutamat, das eben seine Arbeit nicht machen kann. Über die Zeit des Alkoholkonsums, also wenn man über längere Zeit

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viel konsumiert, baut sich unser Körper um. Kurz, er baut sich ein ganz neues System, um mit dieser, sagen wir mal, Gabberklatsche umgehen zu können. Das bedeutet, dass allmählich die Strukturen der Gabberrezeptoren verändert werden, sodass weniger hemmende Signale übertragen werden können. Das bedeutet, man braucht immer mehr Alkohol, um die gleiche Wirkung zu bekommen. Man baut im Prinzip eine Toleranz auf.

06:39

Auch das Glutamatsystem ändert sich und zwar werden hier neue Rezeptoren gebildet und die anderen Rezeptoren erhöhen ihre Sensibilität. Beide diese Anpassungen im Körper sorgen dafür, dass man immer mehr Alkohol trinken muss, um die gleiche Wirkung zu bekommen. Wer nun aber plötzlich aufhört, Alkohol zu trinken, bekommt durch diese Veränderungen

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der Rezeptoren Probleme in Form von Entzugserscheinungen. Es kommt zu Schlafstörungen, Nervosität, Schweißausbrüchen, Angstzustände und Depressionen. Dies liegt daran, dass ohne Ethanol plötzlich der Neurotransmitter GABA jetzt nicht mehr so gut an den Rezeptoren binden kann und somit wenige hemmende Signale übersenden werden können. Das Resultat ist, dass das Nervensystem völlig überreizt wird, weil im Prinzip

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Unsere Bremse fehlt. Und nicht zu vergessen, wir haben ja auch noch diese sehr sensiblen Glutamat-Rezeptoren. Ohne Alkohol, der ja dafür gesorgt hat, dass Glutamat nicht mehr an die Rezeptoren bindet, haben wir nun Glutamat, das auf supersensible Rezeptoren trifft.

07:34

Die Folge daraus sind epileptische Anfälle, Schlaflosigkeit, aber auch Delir. Zu diesem Ungleichgewicht gibt es ein sehr schönes Modell einer Waage, das das eigentlich sehr gut darstellen kann, wo das Problem liegt, wenn sich eben unser Körper umbaut, weil wir versuchen immer, immer im Gleichgewicht von Gasbremse zu sein.

07:52

ganz vereinfacht gesagt. Und dadurch, dass der Körper sich eben umbaut, um sich immer wieder in dieses Gleichgewicht zu bekommen und man dann aber wieder Sachen wegnimmt und man wieder ein Ungleichgewicht entstehen lässt, überfordert man halt echt auch den Körper, weil der sich immer wieder austangieren muss. Ich werde euch dieses Schaubild auf Instagram posten, damit ihr vielleicht besser nachvollziehen könnt, wie ich das meine, beziehungsweise vielleicht auch nochmal ein Bild vor Augen habt,

08:16

um euch diese Funktionalität zu merken. Alkohol regt aber nicht nur unser Gabaglutamatsystem an, sondern auch unser Dopaminsystem. Dieses fließt in das Belohnungszentrum und man fühlt sich entspannt und euphorisch. Dies sorgt dafür, dass man den Konsum von Alkohol als etwas Positives wahrnimmt.

08:32

und man es auch gerne wiederholen möchte. Wenn man regelmäßig über längere Zeit trinkt, wird unser Gehirn weniger feinfühlig gegenüber Dopamin. Außerdem wird auch weniger Dopamin ausgeschüttet. Dies sorgt dafür, dass wenn wir aufhören, Alkohol zu konsumieren, wir erstmal einen niedrigen Dopaminspiegel haben und es zu Depressionen kommen kann. Alkohol hat aber auch Einwirkungen auf Serotonin und das sorgt für die anregende Wirkung und dass man sich offener gegenüber anderen Menschen fühlt.

08:58

Außerdem regt Alkohol die Ausschüttung von Endorphin an. Endorphin sind sowas wie unser körpereigenes Opiat. Man kennt sie zwar eher so als Glückshormon, allerdings haben sie auch Einfluss auf unsere Atmung. Wenn nun die Ausschüttung von Endorphin angeregt wird, verlangsamt das unsere Atmung und kann im schlimmsten Fall zum Atemstillstand führen. Aber die Endorphine sorgen eben auch dafür, dass Schmerzen gelindert werden und man sich glücklich und gut fühlt. Und auch das bewirkt Alkohol. Kurz und knapp zusammengefahren.

09:25

Erst habt ihr sicher gemerkt, dass Ethanol eine sehr signifikante Wirkung auf unsere körperlichen Funktionen und Neurotransmittersystemen hat. Bevor wir aber jetzt gleich die unerwünschten Wirkungen anschauen, ist es wichtig, dass wir uns kurz damit beschäftigen, wie Alkohol im Körper abgebaut wird. Etwa 2 bis 10 Prozent des aufgenommenen Ethanol wird unverändert im Urin, Schweiß und Atemluft wieder ausgeschieden. Etwa 5 Prozent des Ethanols wird im Magen abgebaut.

09:51

Den Bärenabteil des Abbaus übernimmt allerdings die Leber. Beim Abbau werden dabei drei Stufen durchlaufen. Ethanol wird durch das Enzym Alkoholhydrogenase, kurz ADH, zu Acetaldehyd umgewandelt. Acetaldehyd wird im zweiten Schritt mittels des Enzyms Aldehyddehydrogenase, kurz ARDH,

10:09

LDH in Essigsäure umgewandelt. Und im letzten Schritt wird dann durch mehrere andere Enzyme die Essigsäure zu Kohlendioxid und Wasser umgewandelt und schließlich eben ausgeschieden. Beim höheren Alkoholkonsum, man geht etwa von etwa 50 Gramm pro Tag aus, wird ein alternativer Abbauweg eingeschalten. Und zwar das mikrosomale Ethanoloxidierendes System. Kurz

10:31

MEOS. Dieses beschleunigt den Alkoholabbau, indem es Ethanol durch den Zufuhr von Sauerstoff aus den Leberzellen zu Acetaldehyd oxidiert. Genau dieser Effekt zusammen mit einer Desensibilisierung des vegetativen Nervensystems führt zu einer höheren Alkoholresistenz bei einem chronischen Alkoholkonsum und sorgt dafür, dass Menschen bei zwei oder mehr Promille kaum

10:52

verhaltensauffällig sind. Vielleicht habt ihr euch auch mal gewundert, wenn ihr Berichte lest, wo wirklich sehr, sehr hohe Promillezahlen angegeben sind und die Person trotzdem Auto gefahren ist. Dies kann unter anderem eben genau durch diese Funktionalität zustande kommen, dass sie eben schon ein aktiviertes Meos haben, dadurch viel, viel schneller auch Alkohol abbauen und auch so viel mehr konsumieren können. Die Informationen über den Abbau

11:18

Der Abbau von Ethanol ist deswegen wichtig, weil man dadurch verstehen kann, dass nicht alle Schäden nur dem Ethanol zuzuführen sind. Dieser macht lediglich die Schäden im peripheren Nervensystem aus, also das Nervensystem, das außerhalb des Gehirns ist. Ganz anschaulich sind das Muskelschwächen und Lähmungen, Schmerzen und Empfindungsstörungen. Am bekanntesten in Bezug auf Alkohol ist dabei wohl die Polyneuropathie. Anderen Schäden, über die wir gleich noch tiefer sprechen werden, werden maßgeblich mit dem Abbauprodukt Acetaldehyd in Verbindung gebracht.

11:47

Starten wir erstmal mit den akuten Nebenwirkungen. Diese können an Alkohol ungefähr an dem Promillewert festgemacht werden. Wann man wie viel Promille hat, kann man im Internet mal an verschiedenen Promillerechnern testen. Oft wird es sehr unterschätzt, ab wann man wie viel Promille hat. Hier gibt es auch einen Unterschied bei biologischen Frauen und bei biologischen Männern. Frauen haben mit 60 Prozent einen geringeren Flüssigkeitsgehalt des Körpers als Männer.

12:12

Bei denen sind es nämlich 70 Prozent. Somit verteilt sich der getrunkene Alkohol auf weniger Flüssigkeit und ergibt so eine höhere Promillezahl. Logisch, oder? Die Promillezahl beschreibt ja, wie viel Alkohol im Blut ist. Ein Promille bedeutet dabei zum Beispiel ein Gramm Alkohol in einem Liter Blut.

12:27

Die Übersicht an unerwünschten Wirkungen, die ich jetzt vorstellen möchte, gilt für Erwachsene. Man muss dabei im Hinterkopf behalten, dass junge Menschen viel sensibler auf ethanolhaltige Getränke reagieren als Erwachsene. Ab 0,3 Promille kommt es zu leichter Verminderung der Sehleistung, Nachlassen von Aufmerksamkeit, Konzentration und Kritik- und Urteilsfähigkeit.

12:51

und Anstieg der Risikobereitschaft. Ab 0,8 Promille kommt es zu ausgeprägter Konzentrationsschwäche, eine Einschränkung des Gesichtsfelds um 25 Prozent, also man bekommt wie so einen Tunnelblick, und eine verminderte Sehfähigkeit. Bei mir auf der Arbeit haben wir im Präventionsbereich solche Raussprillen,

13:08

Die spiegeln ja zum Beispiel dieses eingeschränkte Gesichtsfeld wider. Die Reaktionszeit ist um 30 bis 50 Prozent verlängert. Es kommt zu Gleichgewichtsstörungen, es kommt zu zunehmender Enthemmung, obwohl wir da ja schon vorher angemerkt haben, dass das eventuell auch zu den erwünschten Wirkungen gehört, genauso wie die Selbstüberschätzung.

13:27

Ab 1 Promille kommt es zur weiteren Verschlechterung der Sehfähigkeit und des räumlichen Sehens. Die Reaktionsfähigkeit ist erheblich gestört. Es kommt zu Gleichgewichtsstörungen, Verwirrtheit, Sprechstörungen, Orientierungsstörungen, zu einer gesteigerten Enthimmung und Verlust der Kritikfähigkeit und zu einer erhöhten Aggressionsbereitschaft.

13:46

Ab 2 Promille kommt es zu starken Gleichgewichts- und Konzentrationsstörungen, zu Erbrechen, Verwirrtheit, kaum noch Reaktionsvermögen und Muskelerschlaffung. Außerdem zu Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen. Ab 3 Promille kann es dann zu Bewusstlosigkeit, Gedächtnisverlust, schwacher Atmung, Unterkühlung und Reflexlosigkeit kommen. Ab 4 Promille sind dann Lähmungen, unkontrollierte Ausscheidungen, Koma mit Reflexlosigkeit, Atemlosigkeit,

14:10

Atemstillstand und Tod, die unerwünschten Wirkungen. Das war jetzt eine Übersicht der unerwünschten Wirkungen, kann aber individuell ganz unterschiedlich ausfallen. Es gibt Menschen, die sensibler auf ethanolhaltige Getränke reagieren. Es gibt Menschen, die schon rein genetisch sehr viel Alkohol auch vertragen können. Und dementsprechend ändern sich dann natürlich auch die unerwünschten Wirkungen. Zu den akuten Folgen gehört definitiv aber auch noch der Kater am nächsten Tag.

14:36

beziehungsweise an den nächsten Tagen, der in Form von Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Konzentrationsstörung, Schwitzen, Magen- und Muskelschmerzen, Herzklopfen und depressive Verstimmungen auftreten kann. Man nimmt außerdem an, dass Menschen, die keine Katasymptome aufzeigen, aufgrund Genetik,

14:55

eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, eine Abhängigkeitserkrankung zu entwickeln, da sie keine negativen Konsequenzen durch einen hohen Alkoholkonsum verspüren. Diese Aussage muss man allerdings in der Komplexität der Entstehung eines Abhängigkeitssyndroms einordnen. Es kann allerdings ein mögliches Puzzleteil von vielen sein.

15:14

Die WHO schreibt in ihrem globalen Statusbericht zur Alkohol und Gesundheit aus dem Jahre 2018, dass jährlich drei Millionen Todesfälle auf Alkohol zurückzuführen sind. Das sind 5,3 Prozent, was echt eine Menge ist. Das ist auch deutlich mehr als bei Erkrankungen wie HIV, Diabetes oder Tuberkulose. In Europa

15:33

dürfte der prozentuale Anteil noch einmal deutlich höher sein, da es weltweit auch einige Länder gibt, die gar kein Alkohol oder nur sehr wenig konsumieren. Allerdings zählt dazu nicht nur die Tode, die durch eine hohe Intoxikation herbeigeführt werden, sondern eben auch durch die Langzeitnebenwirkungen, die der Alkohol so mit sich bringt. Hierzu gehören die Schädigung der Leber, wie zum Beispiel durch eine Fettleber, Hepatitis oder eine Leberzirrhose. Die Leberzirrhose wird unter anderem herbeigeführt durch das MEOS, was wir vorhin schon kennengelernt haben.

16:02

Es kann zu einer Schädigung der Magenschleimhaut kommen, also eine Gastritis, eine Schädigung der Bauchspeicheldrüse, Pankreatitis, eine Schädigung des Herzens, zum Beispiel in Form von einer Kardiomyopathie.

16:15

Nervenentzündungen wie Polyneuropathie, also Taubheitsgefühle, Ameisenkribbeln und Nervenschmerzen. Es kann zu Hirnschädigungen kommen und außerdem auch zu einer gesunkenen Leistungsfähigkeit. Es besteht auch ein erhöhtes Risiko für Krebs, der Mundhöhle, des Rachens, der Speiseröhre, der Brust, des Kehlkopfes, der Bauchspeicheldrüse und des Dick- und Enddarms.

16:36

Außerdem hat man allgemein eine deutlich erhöhte Infektionsanfälligkeit. An diesem Punkt ist vielleicht wichtig zu nennen, dass viele Menschen, die einen übermäßigen Alkoholkonsum haben, aufgrund der unerwünschten Wirkungen, vor allem aufgrund der unerwünschten Langzeitnebenwirkungen, zum Hausarzt gehen. Das ist in vielen, vielen Fällen der erste Kontakt zum Gesundheitssystem.

16:59

Aber oft werden dann diese Erkrankungen gar nicht mit Alkohol in Verbindung gebracht. Vielleicht auch nicht vom Hausarzt oder es ist ein Riesenschock für die Menschen, falls der Hausarzt auf den Alkoholkonsum anspricht. Hier an dieser Stelle braucht es wirklich gut geschulte Hausärzte, Hausärztinnen, die sich eben dem Thema annehmen und Menschen dabei helfen, Hilfe zu suchen und auch Hilfe anzunehmen. Bei Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann der Embryo geschädigt werden.

17:29

Das Kind kann damit das fetale Alkoholsyndrom bekommen. Das bedeutet, dass das Kind einen zu kleinen Kopf, eine Gesichtsfehlbildung, einen Herzfehler, Bewegungsstörungen, Schielen und eine geistige Behinderung haben kann. Aber ich glaube, für das fetale Alkoholsyndrom lohnt es sich wirklich auch noch,

17:46

eine eigene Folge zu machen. Ich werde mal schauen, welche Fachpersonen ich für dieses Thema finden kann, denn es ist ein sehr wichtiges Thema, über das man wirklich nicht oft genug aufklären kann. Die psychischen Störungen, die mit Alkohol einhergehen, sind etwas schwer zu fassen, denn dort stellt man sich sehr schnell die Huhn- oder Eifrage. Also, was war zuerst da? Ich habe ja zum Beispiel schon mal eine Folge zur Angststörung gemacht. Dort kann man inhaltlich gut nachvollziehen,

18:11

wie sich Alkohol und die Angst an die Hand nehmen können und sich gegenseitig eben sehr stark verstärken können. Das gleiche gilt auch für Depressionen, in denen Menschen, um ihre Symptome abzumildern, Alkohol konsumieren. Allerdings wirkt sich der Alkohol so auf die Hirnchemie aus, dass es zu negativen Verstimmungen kommen kann. Somit kann sich das eben gegenseitig hochschaukeln. Also ich konsumiere Alkohol, um meine depressiven Symptome abzumildern und gleichzeitig sorgt der Alkohol dafür,

18:37

dass meine Depression sich nur noch mehr entwickeln kann, weil ich aufgrund den Eingriff aufs Dopaminsystem, aufs Serotoninsystem eben eine ganz durcheinander Hirnchemie habe, die, wie man ja annimmt, es gibt auch schon erste Gegenstudien, bei Depressionen relevant sind.

18:53

Wie psychoaktive Substanzen sich mit psychischen Erkrankungen bedingen, dafür wird es immer wieder Folgen geben. Also ich habe ja schon eine zur Angststörung, zur sexuellen Funktionsstörung, eins zur Hochbegabung. Natürlich ist das keine Diagnose, aber auch da geht es eben darum, Besonderheiten mit psychoaktiven Substanzen zu verknüpfen. Und wenn euch diese Themen mehr gefallen, bleibt einfach wachsam, da werdet ihr auf jeden Fall noch weitere Folgen finden.

19:25

Lasst uns nun über das Psychose-Risiko von Alkohol sprechen. Das Psychose-Risiko wird ja meistens, und das auch oft übertrieben, gerne den illegalisierten Substanzen zugeordnet. Dabei übersieht man gerne, dass auch Alkohol ein Psychose-Risiko mitbringt und dies in zwei Formen, und zwar die Alkoholhalozynose und der Eifersuchtswahn. Beides sind seltene Folgen des Alkoholkonsums, aber – ich kann es nicht genug betonen –

19:49

Ist es bei illegalisierten Substanzen auch, wenn sie überhaupt ein Psychose-Risiko mit sich bringen? Beim Eifersuchtswahn handelt es sich um eine wahnhafte Überzeugung, dass der Lebenspartner untreu ist. Der Professor an meiner Hochschule, der selbst schon Patienten mit Eifersuchtswahn behandelt hat, meinte, aus seiner Erfahrung heraus ist der Eifersuchtswahn

20:07

waren auf eine bestimmte Person veränderungsresistent. Auch wenn eine Abstinenz eingehalten werden kann. Das Paar muss dann entweder mit der starken Eifersucht leben oder es braucht einen Partner-Partnerin-Wechsel. Die Alkoholhalozynose hingegen zeigt sich durch Wahnvorstellungen, zum Beispiel durch das Hören von Stimmen. Dies kann bei Behandlung und Abstinenz nach mehreren Monaten abklingen. Auch kann es zu einer akuten

20:29

Alkoholpsychose kommen während des Alkoholkonsums oder des Entzugs. Dies ist aber meistens abgeklungen, sobald die Person wieder nüchtern ist. Auf die ganzen sozialen Schäden von Alkohol möchte ich in dieser Folge nicht mehr eingehen, denn auch das würde schlichtweg den Rahmen sprengen. Doch auch dafür bin ich mit einer sehr, sehr interessanten Interviewgästin im Gespräch und da gibt es auf jeden Fall ein Follow-up. Schauen wir uns die Abhängigkeit bezüglich auf ethanolhaltige Getränke an.

20:59

Ethanol-haltige Getränke können eine schwere körperliche Abhängigkeit hervorrufen. Ein Grund hierfür ist zum Beispiel das Meos, das eine Möglichkeit eben bietet, dass unser Körper bei höherer Alkoholbelastung diesen schneller abbauen kann. Und daraus entwickelt sich eben eine sehr hohe Toleranz gegenüber des Alkohols.

21:16

was gleichzeitig dazu führt, dass höhere Mengen Alkohol konsumiert werden können. An dieser Stelle möchte ich gerne noch auf etwas hinweisen, was ich vor allem auch im privaten Bereich schon sehr oft gehört habe. Das Flexen, das Angeben damit, dass man eine hohe Alkoholtoleranz hat. Man vergisst dabei aber immer, dass es nicht weniger schädlich für einen Körper ist, bloß weil man den Rausch nicht fühlt.

21:40

Das heißt also, wenn jemand sagt, ja, ich vertrage das schon, das macht dem nichts aus. Oh doch, das macht dem was aus. Das macht vielleicht dem Rauscherleben nichts aus. Also die Person fühlt sich vielleicht orientierter als andere mit dem Konsum. Doch es macht dem Körper durchaus was aus. Denn der nimmt diese ganzen Mengen Alkohol auf und muss diese verarbeiten. Ein weiterer Grund, warum es zu so einer starken körperlichen Abhängigkeit kommt, ist,

22:04

ist der vorher erläuterte Umbau aufgrund des vielen Gabbers, mit dem der Körper umgehen muss. Auch das bedeutet, dass man immer mehr Alkohol braucht, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Aber wie schon gesagt, auch das Glutamat-System ändert sich und hört man nun auf zu trinken, hat man plötzlich einen großen Glutamat-Überschuss, ohne dass das

22:21

GABA das überhaupt ausgleichen kann. Und wir erinnern uns, Glutamat ist eher das Gas in unserem Körper, GABA die Bremse. Ja, ich wiederhole mich heute öfters, aber dann merkt man es sich vielleicht auch. Kurz, unser System nimmt sehr stark Fahrt auf und daraus resultieren eben auch diese Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, Nervosität, Schweißausbrüche, Angstzustände, Depressionen, aber eben vor allem auch epileptische Anfälle und Delir. Der Entzug von Alkohol gehört auf jeden Fall in die Hände von Mediziner und Medizinerinnen und sollte auf

22:49

von Lebensgefahr nicht zu Hause durchgeführt werden. Es ist völlig normal, dass in Drogenberatungen empfohlen wird, dass bis zum Entgiftungstermin weiter getrunken werden soll, um genau diese lebensgefährlichen Entzugserscheinungen zu vermeiden bzw. es zu vermeiden, dass die Person da alleine durch muss. Zu Alkohol gibt es auch ein paar Studien über die Genetik der Abhängigkeitserkrankung. Zum Beispiel wurde untersucht, ob

23:10

ob es eine Genetik für Alkoholabhängigkeit gibt. Hierfür wurden Adoptivkinder untersucht und es wurde festgestellt, dass obwohl diese schon in den ersten sechs Wochen ihres Lebens von Eltern ohne Alkoholabhängigkeit adoptiert wurden, trotzdem eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, selbst eine Abhängigkeitserkrankung zu entwickeln, wenn die leiblichen Eltern eben alkoholabhängig waren. Auch bei einer Zwillingstudie konnte gezeigt werden, dass in 26 Prozent der untersuchten Fälle beide Zwillinge

23:36

eine Alkoholerkrankung hatten. Dies war bei ein eigen Zwillingen der Fall. Bei zwei eigen Zwillinge waren es 12 Prozent. Kommen wir noch zur psychischen Abhängigkeit bzw. die Umweltfaktoren, die bei Alkohol eben auch eine große Rolle spielen. Und zwar haben wir in unserer Gesellschaft das Problem, dass der Alkoholkonsum sehr stark durchführt.

23:56

toleriert wird. Er wird nicht nur toleriert, er wird extremst gefördert. Ich habe das am Ende der letzten Folge auch schon ein bisschen dargestellt. Das bedeutet, Menschen, die Alkohol konsumieren und auch Menschen, die in einem kritischen Rahmen Alkohol konsumieren, bekommen immer Zuspruch. Ach, das ist die Moni, die ist immer betrunken, ist doch lustig.

24:19

ach, das ist der Peter, der verträgt das schon, der kann seine zehn Bier trinken, ist doch super, ne, beste Leben. Also ich selbst komme auch vom Dorf, erlebe das dort intensiver als in der Stadt. Das muss aber auch gar keine Pflicht sein. Das kann auch überall einem geschehen. Das bedeutet,

24:36

dass im Schnitt Menschen um die zehn Jahre brauchen bei einer Alkoholabhängigkeit, um sich Hilfe zu suchen. Und auch die Realisierung ist eine ziemlich harte, denn man wird ja die ganze Zeit ja fast schon gepusht, gelobt, gefeiert dafür, dass man so viel Alkohol trinken kann. Und plötzlich hat

24:53

hat man eine Abhängigkeitserkrankung und dann kippt dieses System extremst. Und dann kann es sehr schnell sein, dass alle Leute denken, wie ist das denn gekommen? Und das hätte ich ja nie gedacht etc. pp. Und das sind vielleicht die gleichen Leute, die vorher die Person noch zum Saufen angefeuert hat. Das ist tatsächlich im Gegensatz zu anderen illegalisierten Substanzen eine Besonderheit auch bei Alkohol, die es teilweise auch sehr schwer macht, sich da herauszuentwickeln oder überhaupt ein Gespür zuzunehmen,

25:18

dafür zu bekommen, ob es zu viel ist, wenn es einem das Umfeld so wirklich gar nicht spiegelt. Und auch wenn Menschen abstinent werden wollen und aufhören wollen zu trinken, sind sie immer noch mit diesem sehr konsumfördernden Umfeld umgeben. Es gibt Menschen, die immer wieder fragen, warum sie denn kein Alkohol trinken, ob man schwanger sei, die übergriffige Fragen stellen. Anders kann man es nicht sagen. Es sind übergriffige Fragen, die es nicht akzeptieren, wenn Menschen keinen Alkohol trinken.

25:46

Falls es hier Hörer oder Hörerinnen gibt, ich kann es mir kaum vorstellen bei meinem Podcast, die…

25:51

die denken, dass sie für eine gute Stimmung sorgen, indem sie alle Menschen dazu anfeuern, Alkohol zu trinken, hinterfragt das. Das ist für manche Menschen so hart und macht das Leben so viel schwerer. Und jeder sollte den Platz haben, um über seinen eigenen Konsum zu entscheiden, ohne dass jemand anderes da reinredet. Kommen wir fast zum Abschluss zur Nachweisbarkeit.

26:19

Alkohol lässt sich im Blut, Atem, Schweiß, Speichel und Urin nachweisen. Im Urin und im Speichel wird Alkohol anhand Ethylglucuronid, kurz ETG, nachgewiesen. Das ist ein Abbauprodukt von Alkohol. Bei geringem Alkoholkonsum kann dies 13 bis 20 Stunden, bei mittlerem Alkoholkonsum bis zu 36 Stunden und bei höheren Mengen

26:39

also etwa ab zwei Liter Bier und mehr bis zu 80 Stunden nachgewiesen werden. Im Blut und im Atem wird der Promillewert gemessen. Da hängt es natürlich auch davon ab, wie viel man konsumiert hat. Frauen bauen circa 0,1 Promille pro Stunde ab und Männer können bis zu 0,2 Promille pro Stunde abbauen.

26:56

Das kann man sich dann ungefähr runterrechnen. Es gibt aber auch Tests, an denen man sehen kann, ob jemand regelmäßig Ethanol-Getränke konsumiert, zum Beispiel den Gamma-Glutamyl-Transferase-Test, den GGT-Test. Die Person, die mehr als acht Standardgläser, also ungefähr zwei Liter Bier, täglich konsumiert, hat einen erhöhten Spiegel des GGT-Enzyms. Bei Konsumstopp dauert es ungefähr 25 Tage, bis sich das wieder ausgleicht.

27:22

Auch Leberkrankheit, Diabetes oder Übergewicht können dafür sorgen, dass der GGT-Wert erhöht ist. Also es ist nicht nur das Ethanol. Außerdem gibt es noch den Carbohydrat-defizientes Transferin, den CDT-Test. Der schlägt ca. nach einer Woche täglichen Konsum von 6 Standardkomponenten

27:40

Gläsern an. Dieser Wert halbiert sich circa nach 17 Tagen absoluter Abstinenz. Aber auch bei Schwangerschaft, Leberzirrhose und chronischer Hepatitis kann ein CDT-Wert sich verändern. Und der letzte Test ist der Test des mittleren Volumens von roten Blutkörperchen, der MCV-Test. Und dieser kann auch durch Alkohol erhöht werden. Und es braucht tatsächlich auch mehrere Monate, bis sich dieser normalisiert.

28:06

Zu guter Letzt möchte ich noch auf den Mischkonsum eingehen. Hier gilt es, eine Warnung auszusprechen, Alkohol mit anderen Daunern zu mischen. Dazu zählen Opiate wie zum Beispiel Tilidin oder Oxycodon. Dazu zählen Benzodiazepine wie Albrazolam oder unter dem Handelsnamen Xenex genannt. Dazu zählen aber auch andere Alkohole wie GHB, GBL, BDO, was auch G genannt wird. Hier kann es wirklich zu lebensgefährlichem

28:33

Atemstillstand kommen und man sollte auf diesen Mischkonsum auf jeden Fall verzichten. Ja, meine Lieben, das war es schon wieder von meiner Alkohol-Doppelsubstanz-Folge. Ich hoffe, euch hat die Folge gefallen. Wenn ihr mich unterstützen wollt, würde ich mich mega freuen, wenn ihr die Folge weiterempfehlt oder eben auch ein Like gebt oder dem Podcast folgt.

28:58

Ich habe aber auch seit Neuestem eine Steady-Seite, die findet ihr in den Shownotes. Steady ist eine Crowdfunding-Seite, wo man, wenn man das gerne möchte, sich dazu entscheiden kann, mich mit einem kleinen Geldbetrag zu unterstützen. Ich mache den Podcast ja schon immer in meiner Freizeit. Ich habe allerdings inzwischen auch meine Arbeit ein wenig reduziert und versuche auch verschiedene Arbeitsschritte auszulagern,

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Kurz, der Podcast nimmt sehr viel Zeit ein und ich versuche ihn gerade ein bisschen so zu managen, dass ich eben auch ein bisschen mehr Zeit für Freizeit habe. Also falls ihr mich dahingehend unterstützen wollt, bin ich euch mega dankbar. Wenn nicht, ist auch völlig okay. Ich freue mich auf jeden Fall, wenn ihr wieder in zwei Wochen mit dabei seid. Und bis dann. Tschüss. Das war Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Stefanie Bötsch.

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Musik


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