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Abstinenz – der einzige Weg aus einer Abhängigkeit?

Abstinenz gilt in vielen Bereichen der Suchthilfe noch immer als zentrales Behandlungsziel. Dabei ist selbst die sogenannte substanzübergreifende Abstinenz weniger eindeutig, als der Begriff vermuten lässt: Koffein und Nikotin bleiben in vielen Einrichtungen ausdrücklich außen vor. Daneben existieren längst andere Modelle wie Teilabstinenz, Punktabstinenz oder medikamentengestützte Abstinenz. Hinzu kommen Programme zum kontrollierten Trinken oder kontrollierten Konsum, bei denen nicht der vollständige Verzicht, sondern eine geplante und überprüfbare Reduktion im Mittelpunkt steht.

Die Folge ordnet diese unterschiedlichen Ansätze ein und fragt, warum abstinenzorientierte Behandlungen im Hilfesystem deutlich besser ausgebaut sind als Angebote zur Konsumreduktion. Thematisiert werden Programme wie kontrolliertes Trinken, KISS und SKOLL sowie die praktische Schwierigkeit, außerhalb klassischer Abstinenzmodelle eine ähnlich intensive therapeutische Begleitung zu bekommen. Gleichzeitig wird betont, dass Abstinenz für viele Menschen eine hilfreiche und entlastende klare Regel sein kann, während andere mit Reduktion oder Teilabstinenz besser arbeiten können. Deutlich wird: Nicht ein einzelnes Ziel ist grundsätzlich überlegen, entscheidend ist vielmehr, ob das Hilfesystem unterschiedliche Veränderungswege ernsthaft anbietet und Menschen Zugang zu einer Behandlung ermöglicht, die zu ihren eigenen Zielen und Möglichkeiten passt.


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Abstinenz – der einzige Weg aus einer Abhängigkeit?

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PODCAST-METADATEN

Folge: 71
Erscheinungsdatum: 13.07.2023
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Abstinenz – der einzige Weg aus einer Abhängigkeit?
Sprecher: Stefanie Bötsch
Typ: Transkript

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Transkript Beginn

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Ist die Abstinenz der einzige Weg aus der Abhängigkeit? Bzw. ist es der einzig sinnvolle Weg? In dieser Folge sprechen wir mal ein bisschen kritischer über das Thema Abstinenz, schauen uns dabei verschiedene Modelle der Abstinenz an, außerdem aber auch alternative Konsumreduktionsprogramme, um eben nicht einer Abstinenz eintreten zu müssen und schauen am Ende noch mal wirklich kritisch drauf, was ist eigentlich der beste Ansatz?

00:27

Und was kann am meisten? Ich wünsche euch viel Spaß mit dieser Folge.

01:02

Hallo und willkommen zu einer neuen Folge Psychoaktiv. Ich bin Stefanie Bötsch, ich bin Suchttherapeutin und Sozialarbeiterin und in diesem Podcast sprechen wir alle zwei Wochen um Themen rund um psychoaktive Substanzen. Und heute sprechen wir ja eigentlich über das Gegenteil vom Konsum von psychoaktiven Substanzen, vielleicht, und zwar der Abstinenz.

01:27

Die Abstinenz ist schon sehr lange ein Streitthema. Es wird immer wieder diskutiert. Es ist jetzt wirklich kein neues Thema, aber ich finde schon, dass es da immer relativ auch verhärtete Fronten gibt. Deswegen wollte ich das einfach hier mal zum Thema machen und euch auch ein bisschen meine Meinung oder meine Überlegungen dazu reinstreuen. Was viele nicht wissen ist, dass es tatsächlich verschiedene Modelle der Abstinenz gibt.

01:55

Aber schauen wir uns doch mal ganz kurz erstmal diese substanzübergreifende Abstinenz, die Bestandteil von all den therapeutischen Maßnahmen sind, die wir in Deutschland einfach anbieten, ob die denn wirklich so substanzübergreifend ist. Denn die Antwort ist ziemlich einfach, nein, ist sie nicht. Es gibt zwei psychoaktive Substanzen, die ganz offensichtlich dafür ausgeschlossen sind. Und zwar…

02:19

Koffein, also Kaffee, schwarzer Tee, grüner Tee und was eigentlich noch viel verrückter ist, Nikotin, also Zigarettenreiniger.

02:28

Es wird oft und viel geraucht in Rehabilitationskliniken für Abhängigkeitserkrankungen, auch in Entgiftungen, auch in Selbsthilfegruppen. Da gibt es auch Raucherpausen. Das heißt, Nikotin darf weiterhin fester Bestandteil sein. Da fragt man sich ja schon ein bisschen, wieso eigentlich? Man muss sich ja wirklich überlegen, was da die Begründung ist. Und die ist relativ einfach.

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schwer zu finden oder auch relativ einfach, wie man es sieht. Weil Nikotin ist ja an sich eine sehr abhängig machende Substanz, die auch erhebliche Schäden hervorruft und auch dafür sorgt, dass man eventuell ab einer gewissen Zeit dann nicht mehr arbeitsfähig ist oder Einschränkungen in seiner Arbeitskraft hat. Das sage ich deswegen so klar, weil es ja vor allem in Rehabilitationen um die Wiederherstellung einer Arbeitskraft geht.

03:20

Dementsprechend macht es nicht so viel Sinn, erstmal auf den ersten Blick Nikotin da auszuschließen. Aber was Nikotin macht und das bringt uns, glaube ich, ziemlich schnell auf die richtige Spur, es macht keinen akuten Rausch, der uns sofort von unserer Arbeit bzw. von unserem Alltag abhängt.

03:40

Das heißt, wenn ich eine Zigarette rauche, kann ich danach normalerweise weiterarbeiten. Und da kommen wir zu einem Punkt, den ich schon öfters auch hier im Nebensatz in einem Podcast erwähnt habe. Und zwar, dass wir in Deutschland oder eigentlich auch im Allgemeinen eine ordentliche Rauschfeindlichkeit haben. Das heißt, der Rausch ist das Problem, außer der Alkoholrausch. Der ist lange akzeptiert, bis er dann nicht mehr akzeptiert ist im Rahmen der Abhängigkeitserkrankung.

04:08

Aber sonst geht es uns vor allem darum, dass keine Räusche mehr erlebt werden können. Weil sonst, um es mal plakativ zu sagen, würde es viel mehr Sinn machen, zum Beispiel LSD rauszunehmen aus dieser substanzübergreifenden Abstinenz. Denn in LSD gibt es viele Faktoren,

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die eben zeigen, dass LSD eine Substanz ist, die ein sehr, sehr geringes Abhängigkeitspotenzial hat. Und wenn es darum geht, Substanzen auszuschließen, die dafür sorgen, dass meine Abhängigkeitserkrankung getriggert wird, dann ist ja Nikotin ja genau das Falsche und LSD wäre ja dann eigentlich möglich, wenn man das so möchte. Aber

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Aber so funktioniert das nicht und unter einer substanzübergreifenden Abstinenz im Rahmen von Rehabilitationseinrichtungen und dem klassischen stationären Suchthilfesystem und auch ambulanten therapeutischem Suchthilfesystem ist substanzübergreifend exklusive Nikotin und Kaffee, also Koffein.

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Aber vor allem im ambulanten Bereich gibt es neben der substanzübergreifenden Abstinenz auch Begriffe, die sich über die Zeit etabliert haben, die andere Arten von Abstinenz bezeichnen. Und da haben wir zum Beispiel die Teilabstinenz. Teilabstinenz bedeutet, dass man von einer Substanz oder von mehreren, vielleicht den Hauptsubstanzen, wenn man es so möchte, eine Abstinenz anstrebt, aber dafür andere Substanzen weiter konsumiert und versucht,

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diese so gut es geht zu kontrollieren. Typisches Beispiel ist, finde ich, vor allem bei Klienten und Klientinnen, die illegalisierte Substanzen konsumieren, dass sie sagen, hey, ich hatte mit Alkohol noch nie ein Problem, aber mit Cannabis oder mit

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Speed, seid da kreativ in dem Beispiel eben schon und die sagen: „Hey, ich habe keinen Stress, wenn ich ab und zu mal Alkohol konsumiere, aber die illegalisierten Substanzen lasse ich weg.“ Oder es ist andersrum: Sie haben mit Alkohol Probleme und wollen diese Substanz weglassen, aber zum Beispiel mit Cannabis nicht. Also ich möchte da auf gar keinen Fall in eine Richtung je nach Legalitätsstatus argumentieren.

06:16

Eine andere, sehr klassische Teilabstinenz ist die medikamentengestützte Abstinenz, also Substitutionsbehandlungen. Das bedeutet, dass Menschen mit einer Opiatabhängigkeit ein Substitut bekommen vom Arzt, von ihrer Vergabestelle und

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bei konsumfrei zu bleiben. Das ist eigentlich Voraussetzung von einer Substitutionsbehandlung. Die Realität schaut da aber auch manchmal anders aus. Aber ich glaube, das wird mal Thema in der gesonderten Folge. Da wollte ich eigentlich mal in Frankfurt eine Substitutionspraxis besuchen. Werde ich noch machen. Und der dritte Punkt zum Thema andere Abstinenzen wäre dann die Punktabstinenz. Eine Punktabstinenz bedeutet, dass man in bestimmten

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Situationen

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versucht nicht zu konsumieren oder anstrebt dort nicht zu konsumieren oder es einfach schon schafft. Wie zum Beispiel auf der Arbeit, beim Autofahren oder aber auch in der Familienzeit, was ich auch sehr oft habe bei Klienten und Klientinnen, die es zum Beispiel schaffen, wenn die Kinder am Wochenende da sind, da nicht zu konsumieren, aber dann halt die ganze Woche sehr extrem. Und da spricht man dann eben von der Punktabstinenz, dass unter verschiedenen Bedingungen eben eine Abstinenz gehalten wird. Musik

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Musik

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Wer nun aber in seinem Veränderungsprozess von vorne herein sagt, yo, ich habe überhaupt keinen Bock, komplett abstinent zu leben, gibt es eben auch Konsumreduktionsprogramme. Doch, da muss man halt auch transparent sein, die sind nicht unbedingt überall gestreut und ich habe schon auch das Gefühl, für viele nicht so einfach auffindbar wie die klassischen Modelle. Deswegen stelle ich sie auch mal hier kurz vor, welche so die bekanntesten sind und verlinke euch auch die Links in die

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Folgenbeschreibung, wo ihr solche Konsumreduktionsprogramme findet. Da gibt es dann immer so gute interaktive Suchdinger, wo man das dann herausfinden kann. Schaut einfach in die Shownotes, da habe ich es euch verlinkt. Und zwar darüber hatten wir auch eine extra Podcast-Folge, die super interessant war. Einfach mal runterscrollen unter kontrolliertes Trinken und kontrollierter Konsum.

08:20

Da kommen schon die Begriffe rein. Und zwar sind das verhaltenstherapeutische Programme, wo es wirklich um die Konsumreduktion geht. Die funktionieren in der Regel mit einem Konsumtagebuch. Es wird der Konsum vorgeplant und man hat

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Ich glaube, 10 oder 12, ich bin mir da gerade nicht sicher, Sitzungen, wo man dann eben das Konsumtagebuch bespricht, die Ziele bespricht und verschiedene Themen bespricht. Das sind diese klassischen Konsumreduktionsprogramme, die eben unter kontrolliertes Trinken, kurz KT oder KISS, da geht es um illegalisierte Substanzen, findet. Ein weiteres Programm, das vor allem von der Caritas sehr gestreut wird, ist Skoll, das ist das Selbstkontrollprogramm. Das hat

09:03

kein Konsumtagebuch, so wie jetzt das bei KT und KISS vorgegeben ist oder auch empfohlen wird, sondern da geht es wirklich, das ist so eine Art Coaching-Programm. Ich finde das eigentlich ein ganz interessanter Ansatz, wo es wirklich darum geht, ein eigenes gesetztes Ziel zu schaffen, immer wieder zu kontrollieren und dahin zu arbeiten. Und auch das ist komplett zieloffen und hat auch einfach mehr so einen, ja,

09:26

Ja, so ein Coaching-Vibe. Wer das andere eher des Verhaltenstherapeutischer hat, hat eben Skoll auch mehr so ein Coaching-Vibe, was ein interessanterer und anderer Ansatz ist. Und man muss halt auch einfach gucken, was es in seiner Nähe gibt. Drogenberatungen per se in den Beratungsstellen sollte im besten Falle

09:43

auch zieloffen immer gearbeitet werden. Der Nachteil einer Drogenberatung gegenüber solchen Programmen ist leider, dass aufgrund der hohen Nachfrage, die es aktuell gibt und auch Fachkräftemangel, man nicht so regelmäßig Termine hat, wie wenn man zum Beispiel solche Konsumreduktionsprogramme macht.

10:01

auch wenn die dann zieloffen arbeiten, beziehungsweise auch an Teilabstinenzen und Punktabstinenzen mit einem arbeiten, muss man halt gucken, wenn man nur alle drei bis vier Wochen Termine bekommen kann, ist es natürlich auch für manche etwas zu wenig und zu schwer am Ball zu bleiben. Und diese Konsumreduktionsprogramme, die meistens Gruppenprogramme sind, da hat man dann halt eben wöchentliche Termine und hat dadurch einfach auch eine andere Begleitung. Musik

10:27

Abschließend stellt sich jetzt wahrscheinlich noch die Frage, was ist eigentlich der beste Ansatz? Braucht es eine Abstinenz? Braucht es Konsumreduktion komplett ausreichend? Wie ist das eigentlich? Wenn man jetzt erstmal rein von einer pragmatischen Ebene ausgeht, muss man halt ganz ehrlich sagen, wer sich auf eine substanzübergreifende Abstinenz einlässt, exklusive Nikotin und Koffein, der hat halt einfach…

10:55

Das beste Behandlungsangebot. Anders kann man es nicht sagen. Denn nur mit dieser Abstinenz kommt man in diese therapeutischen, organisierten Bereiche rein. Also sei es die ambulante Rehabilitation oder aber auch die teilstationäre und stationäre Rehabilitation, wo man nebenan

11:10

Einzeltherapie, auch Gruppentherapie hat in den teilstationären und stationären, dann auch Arbeitstherapie, Kunsttherapie, Sporttherapie und, und, und. Diese Therapien sind erstmal an diese substanzübergreifende Abstinenz

11:26

anders kann man es nicht sagen. Und wenn es rein aus dem Pragmatischen geht, dann muss man ehrlich gesagt sagen, bekommt man einfach die beste Behandlung, wenn man sich darauf einlässt. Finde ich absolut diskussionswürdig. Ihr kennt meine Haltung oder könnt sie euch denken über die Zeit meines Podcasts. Aber wirklich pragmatisch gesehen ist das halt einfach der Fall. Und das tut mir auch total leid für viele, die ja eigentlich genügend, ich sage immer, Einzelhandel

11:50

Eigentlich finde ich persönlich einfach wichtig, wie groß ist denn die Abstinenzfähigkeit, wenn es darum geht, therapeutisch zu arbeiten. Wenn es genügend Tage gibt, um es mal so zu sagen, wo die Person sich nüchtern mit Gefühle, Bedürfnisse und Emotionen auseinandersetzt, dann kann man auch therapeutisch arbeiten. Das ist so ein bisschen meine Benchmark, wie ich das persönlich sehe, aber rein praktisch und von den Kostengebern geübt.

12:15

gibt es diese Möglichkeit eigentlich nicht. Dass die Abstinenz aber auch so hart vorgegeben wird, hat durchaus ihre Vor- und Nachteile. Die Nachteile sind auf jeden Fall dieser stigmatisierende Aspekt, meiner Meinung nach, dass da einfach keine Zieloffenheit besteht. Man schreibt Menschen etwas vor, wie es zu sein hat. Und es ist ja auch eine Voraussetzung, um therapeutische Hilfe zu bekommen. Und somit müssen im Prinzip ein Symptom, ein ganz klares Symptom, und zwar der Konsum,

12:43

Ja, draußen bleiben in der Behandlung. Das muss man sich mal bei anderen Sachen vorstellen, bei anderen psychischen Erkrankungen. Ich würde ja auch keinem Menschen sagen, der an Depressionen leidet, ja kommen Sie bitte wieder, wann Ihre depressive Episode vorbei ist, dann können wir dann mal schauen, an was es gelegen hat.

12:59

Also diesen Aspekt darf man dabei einfach nicht vergessen. Trotz allem möchte ich nicht unterschlagen, dass so eine klare Abstinenzlinie auch für viele Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen total hilft. Ich musste an die liebe Nathalie Stüben denken, mit der ich auch schon zusammengearbeitet habe, die ja mit ihrem Programm ein ganz klares Abstinenzprogramm fährt, damit viele Menschen erreicht und auch einfach da eine klare Haltung zeigt. Und das hilft Menschen, weil…

13:25

Das hört man auch manchmal von Menschen, die so in kontrollierten Programmen drin sind, die sagen, eine Abstinenz ist in Anführungszeichen leichter, weil die Kontrolle eben so viel schwerer fällt manchmal und manche Menschen als eine Abstinenz und so eine klare Vorgabe eben auch eine klare Orientierung und eine klare Regelmitmachung.

13:43

bringt. Und deswegen, und das will ich immer wieder betonen, ich habe nichts gegen die Abstinenz. Ich argumentiere nur immer sehr viel auch für Konsumreduktion, Teilabstinenzen und andere Programme, weil es dafür halt einfach noch viel zu wenig Lobby gibt. Die Abstinenz ist omnipräsent. Wir haben da tolle Einrichtungen, tolle Programme, die mit der Abstinenz arbeiten.

14:04

Doch wir haben nur sehr begrenzte und sehr schlecht finanzierte Programme, die mit anderen Ansätzen wie Konsumreduktion arbeiten. Und deswegen heißt es für mich, diese Programme sollten viel mehr ausgebaut werden. Man sollte sich darüber Gedanken machen, wie sie in ein suchttherapeutisches Setting aufgebaut werden können, dass die Menschen auch wirklich Einzeltherapie während solchen Ansätzen bekommen können.

14:26

Und was natürlich auch für mich persönlich immer wichtig ist, daraus viele Erhebungen und Studien machen, um mehr Erkenntnisse zu gewinnen. Weil sorry, für mich hat das ehrlich gesagt keinen Wert, wenn man sagt, naja, die Abstinenz ist ja so gut erforscht und deswegen hat sie am meisten Validität. Ja, das kann natürlich gut sein, aber es ist natürlich sehr einfach zu sagen, wenn ich nur eine Sache erforsche, zu sagen, ja, die andere taugt nichts, wir haben da keine Forschung zu. Ja, sorry, was ist denn das für ein Argument?

14:52

Also es gibt schon Forschung zu kontrollierten Trinken und zu KISS, aber leider immer noch sehr begrenzt. Und da müsste halt einfach noch viel mehr rein investiert werden, damit wir darüber einfach mehr Erkenntnisse gewinnen. Also zusammengefasst,

15:09

Kann man hier eigentlich dann abschließen? Es gibt verschiedene Abstinenzmodelle, die auch schon alle einen Namen haben, wie am Anfang aufgeführt. Und selbst die substanzübergreifende Abstinenz ist nicht wirklich substanzübergreifend. Und neben der Abstinenz haben wir in der Behandlung eben auch schon verschiedene Konsumreduktionsprogramme, die aber eigentlich noch viel besser finanziert und ausgebaut werden müssen.

15:32

um an die Behandlungsperspektiven der Abstinenz rankommen zu können. Und man kann dabei nicht sagen, was ist das bessere Modell, was ist der bessere Ansatz, weil man darf halt einfach nicht vergessen, dass jeder Mensch individuell ist und auch seine individuelle Therapie und Ansatz und Möglichkeiten braucht und dafür braucht

15:51

Darf es nicht nur einen Ansatz geben, sondern einfach ein buntes Angebot an Hilfsmöglichkeiten, damit Menschen sich trauen, sich an die Suchthilfe zu wenden und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ja, meine Lieben, das war es mit mir von dieser Folge. Falls ihr Fragen habt, die ihr gerne möchtet, dass ich sie im Podcast bespreche, habe ich jetzt seit neuestem auch ein Google Form eröffnet.

16:15

wo ihr mir anonym Fragen stellen könnt und dabei nicht eure Identität preisgeben müsst. Schaut doch einfach mal in die Shownotes vorbei, da findet ihr das Formular. Da könnt ihr mir eben anonym schreiben und sonst habt ihr weiterhin die Möglichkeit, mir einfach auf Instagram zu schreiben, psychoaktiv.podcast

16:33

oder per E-Mail psychoaktiv.podcast at gmail.com findet ihr auch alles in den Shownotes. Falls euch mein Podcast gefällt, lasst ihn gerne ein Follow da, empfehlt ihn weiter, schreibt einen Kommentar, schreibt eine Bewertung. All das hilft mir mega weiter. Und jetzt wünsche ich euch eine wunderschöne Zeit und wir hören uns in zwei Wochen wieder. Das war Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Stephanie Bötsch.

17:14

Untertitelung des ZDF, 2020


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