Post acute Withdrawal Syndrome (PAWS): Wenn der Entzug nach dem Entzug kommt

In dieser Folge von Psychoaktiv geht es um PAWS, also das sogenannte post-akute Entzugssyndrom: Beschwerden, die nach dem akuten Entzug weiter bestehen bleiben oder später wieder auftreten können. Die Folge ordnet ein, warum Schlafprobleme, Reizbarkeit, innere Unruhe, depressive Verstimmung, Konzentrationsprobleme oder Craving nach dem Absetzen psychoaktiver Substanzen auftreten können, ohne vorschnell alles unter einen einzigen Begriff zu fassen. Dafür erklärt sie zunächst, wie sich Nervensystem, Stresssystem, Schlaf-Wach-Rhythmus und Belohnungssystem an regelmäßigen Substanzkonsum anpassen und warum der Entzug je nach Substanz sehr unterschiedlich verlaufen kann.
Darauf aufbauend zeigt die Folge, warum PAWS zwar entlastend wirken kann, wissenschaftlich aber deutlich vorsichtiger betrachtet werden muss. Die Studienlage ist uneinheitlich, der Begriff ist keine klar abgegrenzte Diagnose, und viele Beschwerden können auch durch Depressionen, Angststörungen, ADHS, Trauma, Schlafprobleme, fehlende Tagesstruktur oder den Wegfall einer wichtigen Bewältigungsstrategie erklärbar sein. Die Folge plädiert deshalb für eine differenzierte Betrachtung: Nicht jede anhaltende Belastung nach dem Konsumende ist automatisch protrahierter Entzug, aber sie sollte ernst genommen, fachlich eingeordnet und gegebenenfalls diagnostisch abgeklärt werden.
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PAWS: Wenn der Entzug nach dem Entzug kommt
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PODCAST-METADATEN
Folge: 138
Erscheinungsdatum: 11.06.2026
Podcast: Psychoaktiv
Titel: PAWS: Wenn der Entzug nach dem Entzug kommt
Sprecher: Stefanie Bötsch
Typ: Transkript
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Der akute Entzug ist vorbei, doch es geht einem einfach nicht besser. Schlafprobleme, Reizbarkeit, innere Unruhe, depressive Verstimmung – und das auch noch Wochen bis Monate nach dem Absetzen der psychoaktiven Substanzen. Warum ist das so?
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Auf Reddit lese ich hier sehr häufig „PAWS“ – Post-Acute Withdrawal Syndrome, also post-akutes Entzugssyndrom. Eine hartnäckige Art des Entzugs, die auch noch nach dem Abklingen der akuten Symptome bleibt. Und genau dieses Phänomen wollen wir uns heute in dieser Folge genauer anschauen.
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„PSYCHOaktiv“ – euer Podcast mit Suchttherapeutin Stefanie Bötsch – zieht’s euch rein!
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Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Folge „PSYCHOaktiv“. Schön, dass du wieder mit dabei bist, um mit mir über Themen rund um Drogenkonsum und Sucht zu sprechen. Ich verbringe ja ziemlich viel Zeit auf Reddit und in unterschiedlichsten Drogenformen, und dort gibt es ein Wort,
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das mir immer wieder untergekommen ist, und zwar „PAWS“. Das steht für Post-Acute Withdrawal Syndrome, also für Beschwerden, die nach dem akuten Entzug weiter bestehen bleiben. Das läuft dann ungefähr so ab, dass jemand schreibt: „Hey, ich bin seit mehreren Monaten clean,
01:40
aber ich fühle mich immer noch super depressiv, leer und antriebslos und irgendwie nicht wirklich ich selbst.“ Und sehr, sehr häufig und auch sehr schnell kommt dann die Antwort: „Hey, das ist PAWS.“ Und weil mir dieser Begriff in den letzten Wochen immer wieder begegnet ist, dachte ich mir: „Hey,
01:56
wir ordnen das auf jeden Fall mal hier im Podcast genauer ein.“ Denn diese Antwort kann meiner Meinung nach gleichzeitig zwar entlastend sein, aber auch ziemlich problematisch. Entlastend, weil sie sagt: „Naja, du bildest dir das nicht ein, dein Körper und dein Nervensystem brauchen Zeit.“ Problematisch, weil sie manchmal einmal danach klingt,
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als gäbe es nur diese eine Erklärung, und darüber werden wir heute sehr viel sprechen: Es hier ein bisschen an Studienlage mangelt. Doch bevor wir das tun, gibt es erstmal ein herzliches Hallo an die neuen „PSYCHOaktiv+“-Mitglieder. Hallo Gishan, Ute,
02:34
Katrin und Denise, danke, dass ihr mit eurer Mitgliedschaft diesen Podcast unterstützt. Für diesen Podcast gibt es nämlich eine Supporter-Mitgliedschaft „PSYCHOaktiv+“, die es eben möglich macht, diesen Podcast überhaupt zu betreiben. Denn tatsächlich ist es aufgrund des Themas sehr, sehr schwer bis unmöglich,
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diesen Podcast mit Werbung komplett zu refinanzieren. Deswegen gibt es „PSYCHOaktiv+“ einmal zum Supporten, und in der Vertiefungsmitgliedschaft bekommt ihr auch Zugriff auf die „PSYCHOaktiv“-KI. Die kann alle Podcastfolgen für euch zusammenfassen, sie greift auf alle Transkripte zurück und kann euch Fragen beantworten, die expliziten Stellen im Podcast finden,
03:16
Informationsblätter anhand der „PSYCHOaktiv“-Informationen für eure Klienten erstellen. Ihr findet „PSYCHOaktiv+“ unter dem ersten Link in der Folgenbeschreibung, und ich würde mich natürlich freuen, auch dich als Mitglied zu begrüßen. Und jetzt wollen wir in dieses Thema reinstarten.
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Bevor wir über das post-akute Entzugssyndrom sprechen, lasst uns erstmal Grundlagen schaffen und über den Entzug im Allgemeinen sprechen. Entzugssymptome können von Substanz zu Substanz sehr unterschiedlich aussehen und auch von Person zu Person. Ich erinnere mich da an eine Klientin,
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die ich in eine stationäre Entgiftung vermittelt habe, weil sie täglich synthetische Cannabinoide konsumiert hat. Und ich bin ein bisschen ehrlich an dieser Stelle, nee, ganz ehrlich sogar an dieser Stelle: Ich habe ihr, glaube ich, ein bisschen Schiss gemacht vor dem Entzug, weil ich die Erfahrung gemacht habe mit all meinen anderen Klienten, die synthetischen Cannabinoiden täglich konsumiert haben,
04:19
dass die wirklich ein sehr, sehr heftiges Entzugssyndrom hatten. Sowohl psychisch als auch physisch ging es ihnen mindestens mal zwei Wochen, wenn nicht sogar mehrere Wochen wirklich nicht gut. Bei ihr war es komplett anders. Sie hatte gar keine Entzugssymptome. Das heißt, ihr seht schon,
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das kann sich wirklich auch von Person zu Person unterscheiden, und jeder macht da auch andere Erfahrungen. Aber trotzdem kann man einiges über Entzugssyndrome sagen, bzw. wissen wir auch, wie es normalerweise bei den Menschen wirkt. Und starten wir vielleicht mal ganz grundsätzlich: Warum kommt es überhaupt zu einem Entzugssyndrom?
04:59
Wenn wir regelmäßig und in hohen Maßen psychoaktive Substanzen konsumieren, passt sich unser Körper an diese wiederholte Substanzwirkung an. Das betrifft zum Beispiel das Nervensystem, das Stresssystem, den Schlaf-Wach-Rhythmus, das vegetative Nervensystem und natürlich auch das Belohnungs- und Motivationssystem. Der Körper versucht,
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trotz regelmäßiger Substanzzufuhr wieder eine Art Stabilität herzustellen. Dieses Prinzip nennt man Allostase, also eine Stabilität durch Anpassung. Das haben wir auch schon mal in der Folge „Einmal süchtig, immer süchtig“ besprochen. Ich verlinke euch die Folge auf jeden Fall in der Folgenbeschreibung. Und dabei können wir zwei Ebenen unterscheiden.
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Einerseits gibt es suchtbezogene Veränderungen, die viele abhängig machende Substanzen gemeinsam haben, und zwar vor allem im Belohnungs-, Stress- und Motivationssystem.
05:51
Andererseits gibt es aber auch substanzspezifische Anpassungen, weil Alkohol, Opioide, Benzodiazepine, Cannabis, Kokain oder Amphetamine ja auch unterschiedlich wirken und teilweise eben auch auf unterschiedliche Systeme wirken. Und genau daran gewöhnt sich unser Körper. Er baut sich dementsprechend so um,
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dass er in eine Art neues Gleichgewicht kommt, wenn man eben diese Substanzen konsumiert. Wenn der Konsum dann plötzlich aber unterbrochen oder extrem stark reduziert wird, fehlt die Substanz, an die sich der Körper angepasst hat, und die bisherigen Gegenregulationen gegen die Substanz passen nicht mehr zur Situation.
06:32
Und genau daraus entstehen dann die Entzugssymptome. Viele verbinden den Entzug ja vor allem mit den körperlichen Symptomen wie Zittern, Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Kreislaufprobleme. Aber Entzug ist nicht nur körperlich, er kann halt eben auch psychisch sehr belastend sein, mit depressiver Stimmung, Angst, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen,
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innerer Unruhe, Schlafstörungen oder auch starkem Craving. Und wenn wir jetzt auf einzelne Substanzen schauen, dann ist wichtig: Nicht jeder Entzug ist auch physisch gleich gefährlich. Manche Entzüge sind vor allem unangenehm und psychisch sehr belastend, andere können aber wirklich medizinisch riskant sein oder sogar lebensbedrohlich und gehören immer zum Arzt.
07:14
Ganz oben ist dabei der Alkohol zu nennen. Bei Alkohol kann der Entzug tatsächlich lebensgefährlich werden. Typische Symptome sind hier Zittern, Schwitzen, Übelkeit, innere Unruhe, Schlafstörungen, Angst, ein erhöhter Puls und auch ein erhöhter Blutdruck. Und in schweren Fällen kann es aber auch zu Krampfanfällen oder einem Delir kommen.
07:34
Deshalb ist Alkoholentzug nicht einfach nur ein paar Tage irgendwie durchhalten und dann wird’s wieder, sondern gehört, wie ich schon gerade gesagt habe, auf jeden Fall in ärztliche Begleitung. Ähnlich vorsichtig muss man bei Benzodiazepinen sein. Auch hier kann ein abruptes Absetzen wirklich gefährlich werden. Der Entzug kann sich mit massiver Angst,
07:55
Schlaflosigkeit, innerer Unruhe, Zittern, Wahrnehmungsveränderungen und auch vegetativen Symptomen einhergehen. In schweren Fällen haben wir auch hier Krampfanfälle oder auch ein Delir, und deswegen werden Benzodiazepine in der Regel langsam ausgeschlichen und manchmal auch nach Umstellung auf ein länger wirksames Präparat.
08:15
Bei Opioiden ist der Entzug meistens für die Betroffenen extremst belastend. Typisch sind hier Schwitzen, die laufende Nase, Tränenfluss, Gähnen, Muskel- und Knochenschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Bauchkrämpfe, Schlaflosigkeit, innere Ruhe und auch hier starkes Craving.
08:33
Viele beschreiben einen Opioidentzug wie eine sehr schwere Grippe plus massive innere Getriebenheit. Und gerade weil der Entzug so aversiv ist, kann er eben Rückfälle stark begünstigen. Bei Cannabis sieht der Entzug oft weniger dramatisch aus, kann aber trotzdem deutlich belasten.
08:54
Häufig sind die Symptome Reizbarkeit, Schlafstörungen, intensive Träume, innere Unruhe, eine Appetitminderung, depressive Verstimmung, Angst und Craving. Körperlich können auch Schwitzen, Bauchbeschwerden oder auch Kopfschmerzen dazukommen. Und bei Cannabis ist es so ein bisschen so, dass man ja so schnell gesagt bekommt: „Naja,
09:13
Cannabis, da gibt’s überhaupt keinen Entzug und da braucht man auch gar nicht irgendwie Hilfe vom Arzt.“ Aber für manche Betroffene ist es tatsächlich so, dass sie die Symptome sehr stark erleben. Und weil sie irgendwie überall das Feedback bekommen, dass man eigentlich gar keinen Entzug haben sollte, kann das auch einfach sehr irritierend sein.
09:34
Bei Stimulanzien wie Amphetamin oder Metamphetamin steht häufig weniger so ein klassischer körperlicher Entzug im Vordergrund, sondern eher der sogenannte Crash. Also nach einer längeren Konsumphase kann es zu einer extremen Erschöpfung, zu langem Schlafen oder Schlafstörungen, depressiver Verstimmung und Reizbarkeit,
09:56
einem gesteigerten Appetit und sehr starkem Craving kommen. Klinisch wichtig ist hier vor allem auch ein Blick auf die depressiven Symptome zu haben, auf Suizidalität, auf das Angstempfinden und allgemein psychotische Symptome. Und bei Kokain ist es tatsächlich ähnlich. Auch hier geht es sehr häufig um Erschöpfung, um dysphorische oder depressive Stimmung,
10:18
Reizbarkeit, Schlafprobleme, Appetitsteigerung und intensives Craving. Und da seht ihr schon: Entzug ist halt nicht gleich Entzug. Das unterscheidet sich schlichtweg auch davon, welche Substanz man konsumiert. Ich bin jetzt halt mal auf verbreitete Substanzen eingegangen. Ich gehe da eigentlich auch in den Substanzkunde-Folgen im Podcast auch immer drauf ein.
10:40
Also falls ihr da zu einer bestimmten Substanz Informationen wollt: Ich habe schon über 30 Substanzen hier im „PSYCHOaktiv“-Podcast durchgenommen. Schaut einfach mal durch die Substanzen, da findet ihr vielleicht die Informationen, die ihr zu eurer Substanz sucht. Genau. Bis hierhin haben wir also vor allem über den akuten Entzug gesprochen,
10:59
also über die Phase, die relativ direkt nach dem Reduzieren oder Absetzen beginnt und je nach Substanz einige Tage bis wenige Wochen dauern kann. Also die akute Phase.
11:11
Was wir uns heute aber ja genauer anschauen wollen, ist das, was danach kommt, also das postakute Entzugssyndrom oder kurz PAWS. Und das schauen wir uns jetzt im nächsten Kapitel an.
11:30
Starten wir erst einmal mit dem Grundkonzept des postakuten Entzugssyndroms. Auf die wissenschaftliche Belastbarkeit gehen wir gleich im nächsten Kapitel ein, und das ist bei diesem Thema wirklich, wirklich wichtig. Aber im ersten Schritt möchte ich natürlich erst einmal klären, worüber wir hier überhaupt sprechen.
11:50
Wie schon gesagt: PAWS, also P-A-W-S, steht für postacute withdrawal syndrome. In Deutsch heißt das eher postakute Entzugssyndrom oder protrahiertes Entzugssyndrom. Und gemeint sind damit Beschwerden, die nach der akuten Entzugsphase weiter bestehen bleiben oder wieder auftreten.
12:11
Also nicht mehr unbedingt diese klassischen akuten Entzugssymptome wie Zittern, Schwitzen, Durchfall, Erbrechen oder auch diese massive körperliche Unruhe, sondern eher Symptome, die deutlich diffuser sind, also Schlafprobleme, Reizbarkeit, innere Unruhe, depressive Verstimmung, Konzentrationsprobleme, aber auch Craving.
12:32
Und die Theorie dahinter scheint auch erstmal plausibel, denn wenn sich der Körper und das Nervensystem über längere Zeit an eine Substanz angepasst haben, dann ist diese Anpassung nicht sofort rückgängig gemacht, nur weil die Substanz nicht mehr konsumiert wird und vielleicht nach der akuten Entzugsphase erstmal auch raus aus dem System ist.
12:54
Das Belohnungssystem, Stresssystem, Schlaf-Wach-Rhythmus, die Schmerzverarbeitung und die emotionale Regulation, die brauchen Zeit, um sich neu einzupendeln. Es geht also um die Annahme, dass anhaltende Beschwerden mit der körperlichen und neurobiologischen Umstellung nach längerem Substanzkonsum zusammenhängen können.
13:14
Und genau dieses Können ist hier wirklich wichtig, denn ob solche Beschwerden wirklich Entzug sind oder ob etwas anderes dahintersteht, das ist tatsächlich die große Frage. Und ich habe mich deswegen auch sehr lange jetzt erstmal mit der Studienlage beschäftigen müssen, weil das für mich alles schon ein bisschen irritierend war.
13:36
Und darum geht es jetzt.
13:41
Wie gesagt, ich bin auf den Begriff PAWS tatsächlich vor allem über Reddit gestoßen, und ich muss sagen, dort habe ich es wirklich, wirklich häufig gelesen, während dieser Begriff in meiner fachlichen Ausbildung nie explizit eine große Rolle gespielt hat. Auch wenn ich natürlich schon von verlängerten oder protrahierten Entzugssymptomen gehört habe,
14:03
aber so wirklich genau wissen, was genau damit gemeint ist, das habe ich einfach nicht. Und ich habe dann das gemacht, was wahrscheinlich viele Leute erstmal machen, wenn sie ein genaueres Bild haben möchten zu einem Thema. Okay, die meisten fragen wahrscheinlich aktuell ChatGPT. Ich habe mir erstmal einen Wikipedia-Artikel dazu durchgelesen,
14:23
und auch da hat sich das erstmal alles sehr plausibel angehört. Aber mit einem Blick in die Quellen fand ich das dann schon auch ein bisschen irritierend, weil also die neueste Quelle war von 2014. Keiner dieser Quellen hat sich direkt mit postakute withdrawal syndrome auseinandergesetzt. Dann habe ich meine Freunde, die im klinischen Setting arbeiten, mal eine Sprachnachricht geschickt und gefragt,
14:44
was die denn so darüber wissen. Auch nie ein Thema gewesen. Also ich fand das schon sehr verwirrend, wenn etwas in einem Forum so ein großes Thema einnimmt und wir gleichzeitig aber irgendwie aus dem klinischen Bereich da nicht so viel drüber reden.
15:04
Und ja, dann habe ich mich halt auf den Weg gemacht und mal geschaut: Okay, was wissen wir eigentlich darüber? Wie wird das irgendwie klinisch überhaupt untersucht? Und ja, was steht da schlichtweg dahinter? Und ich musste es auch bei meiner eigenen Recherche erstmal anpassen, denn wenn ich sehr eng nach dem Begriff postakute withdrawal syndrome gesucht habe,
15:25
dann war tatsächlich irgendwie auf PubMed da kaum Artikel überhaupt zu finden. Ich war dann ein bisschen erfolgreicher mit den Begriffen protracted withdrawal oder protracted abstinence. Und genau, was ich da rausgefunden habe, möchte ich euch jetzt mal kurz zusammenfassen.
15:44
Am meisten gibt es da tatsächlich noch zum Alkoholentzug. Da gibt es zum Beispiel ein systematisches Review aus dem Jahr 2022, und die Autorinnen beschreiben in diesem Review PAWS beim Alkohol als einen Zustand, der vor allem durch negative Affekte geprägt ist, also Angst, Dysphorie,
16:04
Anhedonie, Schlafstörungen, kognitive Beeinträchtigungen, Craving und Reizbarkeit. Also im Prinzip das, was wir auch gerade schon in der grundlegenden Erklärung zu PAWS gelernt haben. Diese Beschwerden können sich in der frühen Abstinenz entwickeln und über vier bis sechs Monate oder sogar länger bestehen bleiben.
16:24
Aber gleichzeitig ist auch dieser Review super vorsichtig. Die Autorinnen schreiben, dass spezifische Kriterien erst noch entwickelt und getestet werden müssen. PAWS ist nämlich keine saubere, etablierte Diagnose wie eine Abhängigkeitserkrankung nach ICD oder DSM. Es gibt Hinweise auf das Phänomen,
16:44
aber keine einheitliche Definition und keine klare empirische Grundlage, um PAWS zuverlässig von anderen Zuständen abzugrenzen, wie zum Beispiel von Depression, Angststörungen, kognitiven Beschwerden im Allgemeinen oder Symptomen, die halt schon vorher bestanden haben. Ein weiteres systematisches Review zeigt Ähnliches.
17:06
Dort wurden nämlich gezielt Symptome wie Craving und Schlafstörungen und Anhedonie untersucht.
17:11
Und interessant ist: Die Autorinnen haben Angst und Depression bewusst in ihrem Review ausgeschlossen, weil sie einfach gesagt haben, es ist methodisch schwierig zu sagen, ob diese Symptome wirklich Teil des protrahierten Entzugs sind oder eher Ausdruck einer komorbiden psychischen Störung. Gehen wir mal weiter zu den Benzodiazepinen,
17:31
und man kann davon ausgehen, so das war auf jeden Fall das Ergebnis meiner Recherche, dass das ganze Thema PAWS tatsächlich mit den Benzodiazepinen gestartet hat, weil da gibt es einen Text von 1991, also schon relativ alt, wo es eben um dieses protracted withdrawal syndrome von Benzodiazepinen geht.
17:54
Aber auch hier ist die Autorin Ashton super vorsichtig. Sie sagt: „Ja, länger anhaltende Beschwerden können Monate dauern. Sie müssen aber halt auch nicht zwingend echte pharmakologische Entzugssymptome im engen Sinne sein. Es kann eben auch ganz unterschiedliche Gründe dafür haben. Ja, ein Aspekt ist der Langzeitgebrauch und der Umbau des Systems,
18:13
aber es kann halt auch der Stress des Absetzens sein. Es kann eine ursprüngliche Angstproblematik sein. Es ist sehr schwer abzutrennen.“ Und gerade bei den Opioiden ist es ein ziemlich großes Thema, weil das Thema PAWS auch vor allem in den opioidspezifischen Formen diskutiert wird.
18:32
Allerdings finden wir gerade bei Opioiden weniger klinische Daten.
18:36
Auch hier gibt es ein Review, das beschreibt, dass nach längerem Opioidkonsum negativer Affekt auftreten kann, also eine reduzierte Motivation für natürliche Belohnungen, eine erhöhte Stressreaktivität, Dysphorie, Schlafprobleme, eine emotionale und körperliche Schmerzempfindlichkeit und eine Reizbarkeit. Aber gleichzeitig wird eben hier betont,
18:57
dass viele Mechanismen bei Menschen nur teilweise verstanden sind und ein großer Teil der Forschung aus Tiermodellen stammt.
19:05
Es gibt also kaum Humanstudien im Kontext mit Opioiden, und ich finde das so wild, weil ich habe sogar auf einer Website gelesen, dass 90 % der Menschen mit Opioidabhängigkeit eben PAWS erleben würden, also dieses postakute Entzugssyndrom. Diese Seite hatte keine Quellen,
19:25
und es gab überhaupt nichts, was diese Aussage in irgendeiner Art und Weise stützen könnte. Ich habe dann mit dieser Aussage mich noch mal auf den Weg gemacht, geschaut, ob ich irgendwie dafür Quellen finde. Ich habe nichts gefunden. Der Artikel hört sich aber total schlüssig, professionell und klar an,
19:45
und das ist so das, was mir bei PAWS die ganze Zeit irgendwie begegnet, dass wir Artikel haben, die nicht ordentlich belegt sind für ihre Aussagen und einem die Welt rund um dieses Entzugssyndrom erklären wollen. Und gleichzeitig eine Forschung, die mehr oder weniger sagt: „Wir wissen nicht wirklich, was,
20:04
wie, wo.“ Aber ich bin auch noch nicht so ganz fertig. Wir machen noch kurz bei den Stimulanzien weiter, wie Metamphetamin oder Kokain. Interessanterweise ist vor allem im Kontext zu Metamphetamin, dass ich auch in meiner Ausbildung über länger anhaltende Entzugssymptome gelernt habe, allerdings nicht unter dem Label PAWS.
20:24
Bei Stimulanzien wird eher von einem phasenhaften Verlauf geredet. Also es gibt eine akute Phase, eine frühe protrahierte Phase und eine spätere protrahierte Phase, in der eben so etwas wie kognitive Mattigkeit, Craving sowie depressive und ängstliche Symptome eine Rolle spielen können.
20:42
Ihr merkt also so ganz grundlegend: PAWS oder fachlich vielleicht etwas präziser der protrahierte Entzug ist kein sauberes, abgegrenztes Konzept. Ich habe hier auf der Seite der American Addiction Centers gelesen, dass der Begriff PAWS vor über 30 Jahren vor allem im Kontext von Benzodiazepinen beschrieben wurde.
21:02
Das habe ich ja gerade schon erzählt und sich seitdem besonders in der Online-Welt zunehmend verselbstständigt hat. Und ich fand es ganz spannend, dass ich auf der Seite das gelesen habe, wie es mir halt auch die ganze Zeit erschienen ist. Ich meine, die wissenschaftliche Literatur beschäftigt sich durchaus mit diesen anhaltenden Beschwerden nach dem akuten Entzug,
21:22
aber häufig unter anderen Begriffen sehr substanzspezifisch, nicht als irgendeine einheitliche Diagnose und vor allem eins super, super unschlüssig, wie genau man das abgrenzen kann und wie schwer einfach die Differentialdiagnostik ist. Denn wenn jemand nach dem Absetzen einer Substanz niedergeschlagen,
21:43
leer, antriebslos, ängstlich oder reizbar ist, kann das zu einem protrahierten Entzug passen. Es kann aber auch andere Erklärungen geben, und darum geht es jetzt im letzten Kapitel. Was könnte denn noch dahinterstehen, wenn es vielleicht kein protrahierter Entzug ist, sondern vielleicht irgendetwas anderes?
22:05
Zum Schluss kommen wir zu dem Punkt, wo ich schon, als ich angefangen habe, also wo ich mich nur durch die Foren gegraben habe, schon ein bisschen Schwierigkeiten hatte mit dem Konzept von PAWS.
22:20
Und das ist jetzt halt meine suchttherapeutische Einschätzung des Themas und soll hier und da vielleicht noch ein paar Punkte zum Nachdenken geben. Ich will grundlegend nicht sagen, das gibt es alles nicht. Absolut nicht. Wir haben ja gerade schön darüber gesprochen, was die Forschung schon zu protrahierten Entzug weiß. Und es ist ja schlichtweg auch so,
22:39
dass Menschen, die konsumieren und Dinge erleben, ja auch ein gewisses Wissen mit sich rumtragen. Und bloß weil wir es noch nicht systematisiert haben, heißt es ja noch lange nicht, dass es so etwas nicht gibt. Es gibt neurobiologische Anpassungen. Es gibt Menschen, die nach einem akuten Entzug noch über Wochen oder Monate mit Schlafproblemen und Reizbarkeit und Dysphorie und, und, und zu kämpfen haben.
23:02
Mein Problem beginnt allerdings da, wo PAWS meiner Meinung nach in diesen Foren zu einer Art allgemeingültigen Erklärung für alles wird, was nach einem Konsumende schwer bleibt. Und hier haben wir ein bisschen ein Problem, denn wenn meine Erklärung ist: „Na ja,
23:21
das ist protrahierter Entzug, dein komplettes Gehirn und deine Hirnchemie und so, die muss ich erst mal einpendeln, und das ist halt durch den ganzen Konsum total aus dem Gleichgewicht geraten“ und, und, und, dann haben wir auch so ein bisschen das Problem, dass das so eine gewisse passive Haltung mitherbringt. Also wenn sozusagen mein Kopf kaputt ist,
23:41
dann bleibt mir ja nicht viel anderes, als zu warten, bis sich das wieder einpendelt. Es setzt mich also in eine passive Haltung, wo man so ein bisschen darauf wartet, bis die Hirnchemie sich wieder einpendelt. Und das ist halt meiner Meinung nach ein sehr pathologisierendes Modell, denn ist das Gehirn halt dysreguliert,
24:01
muss man es halt aushalten, bis es wieder funktioniert. Und dafür, dass wir gar nicht so viel über PAWS wissen, ist das eine ziemlich niederschmetternde Erklärung mit manchmal zu viel Autorität, dass das jetzt wirklich die Erklärung ist. Aber es gibt ja auch noch andere Erklärungen, die gleichzeitig oder sogar stärker eine Rolle spielen können. Denn viele Menschen konsumieren ja natürlich nicht im luftleeren Raum.
24:23
Gerade Menschen, die eine Sucht entwickeln, da spielen häufig komorbide psychische Erkrankungen eine Rolle, und zwar Depressionen, Angsterkrankungen, ADHS, PTBS, Psychosen oder andere Belastungen. Und der Substanzkonsum kann diese Symptome überdecken, abdämpfen oder zumindest vorübergehend regulieren.
24:45
Wenn der Konsum dann wegfällt, fällt ja nicht nur dann die Substanz weg, es fällt auch für viele die primäre, wenn nicht sogar einzige Bewältigungsstrategie weg. Und dann ist es meistens so, dass nach dem akuten Entzug, der erst mal sehr viel Raum einnimmt, weil der sehr anstrengend ist, all das wieder sichtbar wird, was man halt über Jahre versucht hat, wegzudrücken.
25:07
Die Depression kommt wieder, die Angst ist wieder da, die ADHS knallt wieder ein durch die Gegend, die Traumasymptome kommen wieder, ein chronischer Schmerz wird stärker wahrnehmbar oder die innere Leere nimmt wieder richtig, richtig viel Raum ein. Und wenn ich dann einfach sage: „Nee, das ist ein protrahiertes Entzugssyndrom“,
25:27
dann übersieht man vielleicht, dass da schlichtweg auch andere Erkrankungen zugrunde liegen, die behandlungswürdig sind. Und meine Hypothese ist tatsächlich hier, dass PAWS in den Online-Foren ein bisschen ein Eigenleben entwickelt haben. Denn in den Foren ist es ja schon so, dass viele,
25:45
viele Menschen dort selbstgeleitete Veränderungsprozesse durchmachen, erstreiten, was auch immer, und sie versuchen halt, ihren Konsum zu beenden und zu reduzieren, und das eben oft ohne therapeutische Begleitung, ohne ärztliche Diagnostik und auch ohne so einen stabilen Behandlungsrahmen. Und ich möchte das an diesem Punkt gar nicht abwerten.
26:07
Mein Hauptgebiet, mit dem ich mich am liebsten wissenschaftlich beschäftige, ist die Selbstheilung. Ich halte sehr viel von Selbstheilung. Ich weiß auch, dass die meisten Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen sich wahrscheinlich selbst heilen werden. Und solche Foren sind großartig. Sie bringen Menschen zusammen, die unterstützen sich gegenseitig. Man spricht sich gegenseitig Mut zu.
26:27
Ich finde das richtig, richtig gut. Aber natürlich können in solchen Foren so eine Art eigene Theoriebildung entstehen. Also, wenn viele Menschen ähnliche Symptome beschreiben, dass dann so eine Erklärung wie PAWS, wenn man das ein paar Mal gehört hat, einfach sehr viel Raum einnimmt und das erst mal so eine sehr logische,
26:48
substanzbezogene Erklärung liefert. Und ich glaube, hier liegt halt auch so ein ganz wichtiger Punkt, weil gerade in so Selbstheilungsprozessen kann natürlich das Aufhören des Konsums ja erst mal so das große erste Ziel sein. Und dann hat man das geschafft und hat das vielleicht auch schon die ersten zwei,
27:07
drei, vier Wochen, zwei, drei, vier, fünf Monate geschafft, und es geht einem einfach nicht besser. Und man hat sich ja vom Aufhören des Konsums was Positives erwartet.
27:19
Aber es ist halt leider so, dass für viele Menschen nach dem Einstellen des Konsums auch einfach erst mal sehr viel innere Arbeit auf einen wartet. Das kann erst mal die eigenen psychischen Erkrankungen sein. Es können aber auch das soziale Umfeld sein, das vielleicht über den Konsum sehr gelitten hat. Das kann die Gewöhnung an einen nüchternen Alltag sein.
27:40
Es gibt ja wirklich sehr viele Aufgaben, die es zu lernen gibt, die es neu zu orientieren gibt, wenn man erst mal nüchtern ist. Und das kann natürlich auch sehr niederschmetternd sein, wenn man eigentlich denkt: „Okay, wenn ich endlich aufgehört habe zu konsumieren, dann ist der Großteil meiner Probleme gelöst. Dann höre ich auf zu konsumieren und merke: Wow,
28:00
okay, jetzt gibt es wirklich noch andere Probleme, die jetzt halt erst mal nüchtern wirklich sichtbar werden.“ Und das kann sehr niederschmetternd sein, also eine Art Abstinenzschock, weil dann plötzlich alle Dinge klar vor einem liegen. Und dann so eine logische Erklärung zu haben: „Na ja, das ist vielleicht ein protrahiertes Entzugssyndrom“,
28:21
hat ja irgendwo auch so ein bisschen was. Okay, ich warte einfach noch ein bisschen länger, und dann hört es irgendwann auf. Also, es hat vielleicht auch so etwas Linderndes, aber es kann halt einfach auch andere Erklärungen, andere Gründe, warum es einem nicht gut geht, verdecken und einen vielleicht auch ein bisschen aus der Aktivität rausholen und in die Passivität reindrücken,
28:40
weil man im Prinzip wartet, bis die Hirnchemie sich wieder reguliert, anstatt halt anzugehen und sich ja psychologische Hilfe zu holen oder anderweitig sich Unterstützung zu suchen, um mit den neuen Herausforderungen, die die Nüchternheit eben mit sich bringt, denen sich halt auch zu stellen. Deshalb gilt es hier auch schlichtweg,
29:01
differentialdiagnostisch vorzugehen. Wir sollten uns hier einfach fragen: Gab es zum Beispiel die Symptome schon auch vor dem Konsum? Wurden mit der Substanz vielleicht eben depressive Symptome, Angstsymptome, ADHS, Schmerz oder, oder reguliert? Gibt es soziale Isolation, eine fehlende Tagesstruktur oder ungelöste Konflikte, die die aktuelle Laune beeinflussen können?
29:22
Ist Schlaf ein zentrales Problem? Und war das vielleicht sogar auch der Anlass, warum man angefangen hat zu konsumieren? Sind denn alle medizinischen Faktoren abgeklärt? Gibt es irgendwelche Mängel, die vielleicht entstanden sind durch jahrelangen Substanzkonsum? Muss man vielleicht supplementieren? Braucht es eine psychotherapeutische Behandlung? Also,
29:41
wie gesagt, hier gilt es schlichtweg, das Thema abzuklären. Ich warne hier vor verkürzten Antworten, gerade weil PAWS so ein unfassbar unerforschtes Gebiet ist, wo mehr oder weniger Hypothesen gebildet werden und das aktuell in den Foren so ein bisschen als sehr solides,
30:02
festes Krankheitssystem angeboten wird, was es so nicht ist. Wir stehen hier am Anfang, um zu verstehen, was PAWS überhaupt sein könnte, und es gibt halt schlichtweg auch andere Erklärungen, die die Symptome, die man aktuell vielleicht so einem postakuten Entzug zuordnet, ganz genauso erklären können.
30:24
Ihr Lieben, das war es mit dieser Folge, und ich bin total gespannt, wie sie euch gefallen habt. Nutzt dafür gerne die Kommentare auf Spotify, auf YouTube oder einfach die Bewertung bei Apple und gebt mir gerne Feedback. Freut mich auf jeden Fall immer sehr. Mir war es heute einfach total wichtig,
30:46
dass wir uns eine Übersicht machen, was die Studienlage aktuell ist zu diesem protrahierten Entzug, postakuten Entzug, PAWS, wie man es denn gerne nennen möchte. Denn diese ist sehr, sehr spärlich, und es ist ein Begriff, ein Krankheitsbegriff, der sich online verselbstständigt hat,
31:05
sich schneller entwickelt hat, die Forschung dahinter aber kaum vorhanden ist und die sich sehr schwer tut, gerade mit der Differentialdiagnostik. Weil auch das haben wir ja gerade im letzten Kapitel auch noch mal sehr, sehr klar gemacht. Es gibt unfassbar viele unterschiedliche Erklärungsmodelle, die genau die gleichen Symptome sehr gut erklären können.
31:24
Also Achtung vor Verkürzungen und einfachen Erklärungen. Das sage ich hier im Podcast immer wieder. Wäre schön, wenn wir auf Dinge eine einfache Antwort hätten, ist aber nicht so. Und falls ihr diesen Podcast unterstützen möchtet, würde ich mich total freuen, wenn ihr euch die „Psychoaktiv Plus“-Mitgliedschaft anschaut. Wie gesagt, es gibt einmal das Supporter-Paket,
31:44
was wirklich dafür da ist, dass ich diesen Podcast überhaupt machen kann. Und im Vertiefungspaket gibt es dann noch ein bisschen mehr, wie zum Beispiel die „Psychoaktiv KI“. Da könnt ihr euch so eine Folge einfach zusammenfassen lassen, sie als Infoblatt für eure Klienten rauslassen. Also, da gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Ich würde mich auf jeden Fall total freuen,
32:04
euch als Mitglieder begrüßen zu dürfen, und dann hören wir uns in der nächsten Folge wieder. Bis dann. Tschüss.
