ADHS und Sucht – Löst Speed nicht einfach mein Problem? (Fallbesprechung)

Lara ist 24 Jahre alt und konsumiert seit mehreren Monaten fast täglich Speed, um konzentrierter, strukturierter und leistungsfähiger zu sein. Anders als andere erlebt sie die Substanz nicht als euphorisierend, sondern als beruhigend und ordnend und fragt sich deshalb, ob sie damit möglicherweise eine unerkannte ADHS erfolgreich selbst behandelt. Gleichzeitig schläft sie kaum noch, hat deutlich an Gewicht verloren und erlebt regelmäßig Phasen völliger Erschöpfung. Kann ein Konsum auch dann abhängig machen, wenn nicht der Rausch, sondern das Funktionieren im Mittelpunkt steht?
In dieser Fallbesprechung geht es um die Wirkung von Amphetamin bei ADHS, die Grenze zwischen funktionalem Konsum und fehlgeleiteter Selbstmedikation sowie die Risiken einer Diagnose, die ausschließlich auf Selbstbeobachtung und Social-Media-Inhalten beruht. Eingeordnet werden außerdem Schwierigkeiten mit Impulskontrolle, ADHS-Medikamente bei bestehender Suchtproblematik und mögliche erste Schritte in der Beratung. Deutlich wird: Eine subjektiv hilfreiche Wirkung schließt eine Abhängigkeitsentwicklung nicht aus – und Straßen-Speed ist nicht mit einer diagnostisch begründeten und ärztlich begleiteten ADHS-Medikation gleichzusetzen.
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