Amphetamin, Speed, Pep, Schnelles | Wirkung & Risiken

In dieser Folge geht es um Amphetamin, besser bekannt als Speed, Pep oder Schnelles. Die Folge ordnet die Substanz zunächst in die Gruppe der Amphetamine ein und erklärt, warum der Begriff im Deutschen manchmal verwirrend verwendet wird: Amphetamin ohne „e“ meint die konkrete Substanz Speed, während Amphetamine mit „e“ eine Substanzgruppe beschreibt, zu der unter anderem auch MDMA-verwandte Substanzen gehören. Außerdem geht es um die Geschichte von Amphetamin – von der ersten Synthese über die medizinische Nutzung bis hin zum Einsatz als leistungssteigernde Substanz in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Wirkung im Gehirn: Amphetamin erhöht die Ausschüttung von Dopamin und Noradrenalin, blockiert deren Wiederaufnahme und hemmt zusätzlich den Abbau über MAO-Enzyme. Dadurch kann Speed wach, konzentriert, leistungsfähiger und euphorischer machen – gleichzeitig aber auch Unruhe, Schlafstörungen, Aggressionen, paranoide Zustände und starke körperliche Belastungen auslösen. Die Folge erklärt außerdem, warum das Abhängigkeitspotenzial besonders hoch ist: Gerade weil Speed anfangs oft funktional wirkt, kann es sich schleichend in immer mehr Lebensbereiche ausbreiten – vom Feiern über Lernen bis hin zum Alltag.

Unabhängige Aufklärung fördern. Fachlich weiterdenken.

Mit Psychoaktiv+ unterstützt du die Arbeit hinter Podcast und Magazin. Gleichzeitig kannst du mit der Vertiefungs-Mitgliedschaft auf exklusive Folgen und vertiefende Inhalte für Beratung, Therapie und Prävention zugreifen.


Amphetamin (Speed, Pep, Schnelles …)

=========================================
PODCAST-METADATEN
Folge: 7
Erscheinungsdatum: 18.10.2020
Podcast: Psychoaktiv
Titel: Amphetamin (Speed, Pep, Schnelles …)
Sprecher: Stefanie Bötsch

00:08
Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Steffi. Zieht’s euch rein! Jo Leute, willkommen bei der nächsten Substanzsonntags-Folge. Schön, dass ihr wieder mit dabei seid. Heute geht es um Amphetamin oder Speed oder Pep oder Susi oder Schnelles oder wie man das einfach auch nennen möchte. Ich werde wahrscheinlich diese Folge…

00:39
irgendwo zwischen Speed und Amphetamin rumpendeln. Wenn ich nur Amphetamin sagen würde, würde ich mich wahrscheinlich wieder die ganze Zeit des Todes verhaspeln. Also ja, irgendwo dazwischen, wir werden es sehen. Speed oder Amphetamin gehört zu der Substanzgruppe der Amphetamine. Vor zwei Wochen haben wir ja die Folge über Ecstasy bzw. MDMA gehabt. Da habe ich das schon mal kurz erklärt.

01:02
Das werde ich jedoch noch mal tun, für die, die die Folge nicht gehört haben. Und zwar kommt der Überbegriff Amphetamine von dem englischen Wort Amphetamine-Type Stimulants und kurz ATS. Im Deutschen ist da irgendwie ein bisschen was passiert bei der Übersetzung und deswegen wurde das so ein bisschen unübersichtlich bzw. verwirrend. Und zwar wurden die ATS einfach nur mit Amphetamine übersetzt.

01:27
Und dementsprechend haben wir eben den Unterschied zwischen Amphetamin ohne E, damit ist Speed gemeint, also eine Substanz und Amphetamine mit einem E, das ist eine Substanzgruppe. In dieser Substanzgruppe zählen sowohl Speed und Methamphetamin als Stimulantien oder unter den Entaktogenen MDMA und MDMA-verwandte Substanzen.

01:47
Speed wird klassischerweise in Pulverform gesnieft, kann jedoch auch geschluckt werden, zum Beispiel im Wasser aufgelöst oder auch in seltenen Fällen injiziert. So viel vorab und wir starten jetzt gleich mal in die Geschichte und schauen mal, wie Amphetamin sich seinen Weg in unsere Gesellschaftsmitte gebahnt hat. Amphetamin wurde das erste Mal 1887 von dem Chemiker Illeliano synthetisiert.

02:17
Wie bei vielen anderen Substanzen schon vorher verschwand aber Amphetamin erstmal von der Bildfläche und wurde erst 1927, also fast 40 Jahre später, 30 Jahre später, 40 Jahre später, vom US-Chemiker Gordon alles wieder erforscht.

02:34
Und alles, der testete erstmal die Amphetamine an sich selbst. Und da habe ich erstmal einen kleinen Zwischeneinschub, beziehungsweise etwas, über was ich mich super wundere, weil das kam jetzt schon öfters vor, dass in der Drogengeschichte, wenn ich mich mit den Substanzen auseinandersetze, die Chemiker die Substanzen erstmal an sich selbst getestet haben. Und da frage ich mich tatsächlich,

02:55
Wie kann ich mir das vorstellen? Nascht man als Chemiker ab und zu mal an seine Substanzen? Ist man da einfach total lebensmüde und wahnsinnig und sagt, doch ja, ist vielleicht ganz nett und ich probiere das einfach mal? Oder kann man als Chemiker das irgendwie oder als Chemikerin natürlich das irgendwie voraussehen, wie die Wirkung ist und weiß, auf was man sich einlässt?

03:16
Wie kann ich mir das denn vorstellen? Also wenn irgendwelche Chemiker oder Chemikerinnen meinen Podcast hören, wäre super interessant, wenn ich da mal eine Rückmeldung zu bekomme. Weil ich denke mir halt…

03:27
Was für krasse Leute, die einfach irgendwelche Substanzen erstmal testen und wie viel sie dann auch für die Wissenschaft tun, indem sie sich einfach dazu bereit erklären, weil es ist natürlich sehr schwierig, Substanzen an Menschen zu testen. Trotz all bin ich ein bisschen erstaunt über die Waghalsigkeit von Chemiker und Chemikerinnen, weil

03:48
In meinem Horizont, in meinem Erfassen finde ich das einfach ziemlich krass. Also gerne mal Bezug nehmen und mir schreiben, das würde mich wirklich wahnsinnig interessieren. So viel zu meinem kleinen Einschub. Ich habe mich wirklich die letzte Woche sehr darüber gewundert, als ich die Folge vorbereitet habe.

04:02
Kommen wir weiter zur Geschichte. Und zwar kam dann 1932 am Vertermin nach super komplizierten Verhandlungen mit alles über die Firma Smith Klein & French, also SKF, unter dem Handelsnamen Benzetrin auf den Markt. Benzetrin wurde am Anfang erstmal als Inhalationsmittel für Bronchialasthma verkauft. Und vier Jahre später war das sogar so frei verkäuflich, man kann sich das fast so ein bisschen vorstellen, wie wir…

04:30
Aspirin in der Apotheke bekommen konnte man damals Benzedrin auch in der Apotheke kaufen. Genauso einfach war es. Nach der Einführung wurde ziemlich schnell das Anwendungsgebiet von Benzedrin super krass erweitert und es wurde sowohl bei Heuschnupfen, Erkältung, Reisekrankheit und auch bei Schluckauf empfohlen. Im psychiatrischen Gebiet wurde es auch sehr früh eingesetzt und zwar bei neurotischen Depressionen und auch bei Opiat-Ampfängigkeiten.

04:57
und schizophrenen Psychosen. 1937 kam dann die Entdeckung, dass Benzedrin eine beruhigende Wirkung auf Kinder hat, die sehr hyperaktiv sind. Heute würde man sagen, dass die Kinder ADHS hatten, also ein Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom. In diesem Jahr, also 1937, wurde dann Benzedrin aufgenommen.

05:18
auch endlich verschreibungspflichtig. Sie haben also dann doch gemerkt, dass eventuell die Verschreibung bzw. die Ausgabe von Benzitrin ein bisschen besser kontrolliert werden sollte. In Deutschland wurde das Thema Benzitrin dann 1934 richtig spannend. Allerdings war den Deutschen das Benzitrin ein bisschen zu teuer. Und deswegen forschten sie dann an Methamphetamin weiter, um eben das teure Benzitrin zu umgehen. Und da es ja sehr ähnlich war zu Amphetamin.

05:47
Im Zweiten Weltkrieg wurde dann sowohl Methamphetamin als auch Amphetamin von den Weltmächten eingesetzt, um für mehr Leistungen der Soldaten zu sorgen.

05:56
Dass Benzedrin missbraucht wurde von College-Studenten, um ihre Leistung zu steigern, davon gab es schon die ersten Berichte in den 1930er Jahren. Zehn Jahre später schwappte dann dieser Trend auch in andere Gesellschaftsschichten, zum Beispiel in die Gesellschaft der Künstler und Kunsttreibenden, die das eben auch zur Leistungssteigerung nutzten und eben auch auf ihre Kreativität Einfluss zu nehmen. Durch diese Berichte dieser leistungssteigernden

06:22
Wirkung wurde dann die Substanz auch in Europa immer beliebter. In den 50er Jahren zog sich dann der Konsum von Amphetamin durch alle Gesellschaftsschichten. Man hatte sowohl

06:33
Ein Konsum von Hausfrauen, als auch von Sportlern oder auch von Fahrern. In den USA wurde Amphetamin als Rauschmittel dann im Jahr 1970 verboten. Deutschland hat sich da wieder ein bisschen Zeit gelassen. Da war es bis 1981 frei verkäuflich und wurde erst dann ins BTMG mit aufgenommen und somit verboten.

06:53
Bis heute kann jedoch Amphetamin bzw. Amphetamin-Dervriate in der Medizin eingesetzt werden. Man findet das vor allem in den Medikamenten für ADHS-Patienten, obwohl es hier wirklich immer Amphetamin-Dervriate, also Abkömmlige von Amphetamins sind. Der bekannteste Wirkstoff heißt Methylphenidat und wird oft unter dem Handelsnamen Ritalin und Medikinet verkauft.

07:18
Kommen wir nun zur positiven Wirkung, zur gewünschten Wirkung von Amphetamin oder Speed. Wie man schon ein bisschen aus der Geschichte raushören konnte, ist einer der Hauptwirkungen und einer der Hauptwünsche, die Speed mit sich bringt, die aufputschende Wirkung. Man wird also wacher, konzentrierter und es hilft, nächtelang durchzufeiern oder auch

07:40
eventuell nächtelang zu lernen. Es wirkt also auch auf kognitiver Ebene leistungssteigernd. Beim Feiern schwächt es die Wirkung von Alkohol ab. Man kann somit mehr trinken, hat das Gefühl, mehr am Partygeschehen dabei zu sein und mehr die Kontrolle zu behalten.

07:56
Außerdem verspürt man leichte Glücksgefühle, Euphoriegefühle. Man ist einfach energiegeladen und ready, die Nacht durchzumachen und zu feiern. Also ein kleines Helferlein, um eben wirklich durchzufeiern, lange durchzuhalten. Die Droge, die Substanz kann jedoch auch eine paradoxe Wirkung haben. Das bedeutet, dass die Wirkung unerwartet

08:18
umgedreht ist zur Normalwirkung und das passiert vor allem bei Menschen mit einer ADHS-Erkrankung beziehungsweise mit einer ADHS-Symptomatik.

08:27
Hier wirkt Speed nicht wirklich aufputschen, sondern vor allem beruhigend. Man bekommt seine Gedanken ein bisschen besser im Griff. Diese typischen Gedankensprünge der ADHS ordnen sich wieder. Man schafft es, sich länger auf eine Sache zu konzentrieren. Und auch der Redefluss wird gerader. Das kommt natürlich mit den ganzen Gedankensprüngen und Themensprüngen einher, die dadurch ein wenig verändern.

08:49
konzentrierter und geradliniger werden, also durch den Konsum. Man geht davon aus, dass Menschen mit einer ADHS-Erkrankung eine abnorme Neurotransmitterfunktion hat. Das heißt, sagen wir mal so, das, was die Neurotransmitter normalerweise im Gehirn machen, funktioniert bei den Menschen mit ADHS ein bisschen anders.

09:07
Amphetamin oder Speed kann das in irgendeiner Weise ausgleichen und somit kommt man eben zu dieser anderen Wirkung. Und dementsprechend ist das auch die Erklärung, warum Amphetamin Derviate in Form von Methylphenidat bei Medikamenten für ADHS verwendet werden. Das ist doch auch gleich ein super Übergang, um uns gemeinsam anzuschauen, was Speed eigentlich in unserem Gehirn macht.

09:30
Amphetamin wirkt insgesamt auf drei verschiedene Arten in unserem Gehirn. Es sorgt sowohl für eine erhöhte Ausschüttung für Dopamin und für Noradrenalin. Eine kleine Erinnerung wie immer, Dopamin ist der Neurotransmitter, der uns einen gewissen Drive und Motivation gibt und der unsere Aufmerksamkeit steigt und für Vergnügung sorgt. Neurotransmitter sind die Arten, die wir in unserem Gehirn haben.

09:53
Noradrenalin sorgt dafür, dass wir wachsam sind, wir aufpassen und eine erhöhte Konzentration haben und zusätzlich auch einen erhöhten Blutdruck.

10:02
Kommen wir nun zur Wirkweise. Ich habe ja gerade schon gesagt, Speed wirkt auf drei Arten. Damit wirkt es wirklich sehr vielseitig, sehr vielfältig. Wir haben in erster Instanz, dass Amphetamin dafür sorgt, dass Dopamin und Noradrenalin ausgestoßen wird. Das heißt, die ganzen Neurotransmitter schwemmen in den synapsischen Spalt.

10:24
werden Amphetamin gleichzeitig den Rücktransport blockiert. Das heißt, dass die Neurotransmitter nicht mehr in die Prä-Synapse zurücktransportiert werden können. Und jetzt haben wir eben eine Besonderheit, weil Speed zusätzlich noch die Mau-Enzyme blockiert. Das heißt, wir wissen ja, dass Mau-Enzyme dafür da sind, dass die Neurotransmitter im synapsischen Spalt zusätzlich abgebaut werden, zusätzlich zum Rücktransport und blockieren.

10:49
Speed blockiert auch die, das heißt, die Neurotransmitter können weder zurücktransportiert noch abgebaut werden und zusätzlich sind sie eben höher konzentriert im synapsischen Spalt, weil sie eben von der Droge komplett ausgestoßen werden. Das ist übrigens auch der Grund, dass…

11:06
länger wirkt als Kokain, da eben drei Funktionen blockiert sind, beziehungsweise zwei Funktionen blockiert sind und dieser erhöhte Ausstoß stattfindet. Natürlich packen wir die Wirkung von Speed, um sich das besser zu merken, auch wieder in die Metapher. Wer die Metapher, die Grundlagen noch nicht kennt, sollte nochmal in die erste Substanzsonntag-Folge einschalten, Drogen im Gehirn, da wird sie nochmal ausführlich erklärt. Und zwar Speed schafft

11:34
schickt erstmal einen Diktator in den Startpfaffen und zwar unserer Prä-Synapse. Der sorgt dafür, dass alle Dopamin- und Neuadrenalin-Floppen sofort ins Meer stechen. Da schwimmen sie zu den Anlegestellen und überbringen dort ihre Botschaft. In der Zeit, wo sie zu ihren Anlegestellen schwimmen,

11:56
kommt die Meutererflotte und meutert die Schlepperboote, die die Flotten wieder in den Starthafen bringen würden normalerweise. Außerdem

12:09
kommt die Kampfflotte und bekämpft die Seeungeheuer, die dafür sorgen, dass die Flotten zusätzlich noch auf den Meeresgrund gezogen werden, also abgebaut werden. Und somit sind sie im Meer gefangen, kommen weder zurück in den Starthafen, noch werden sie von irgendwelchen Seegeheuern gefressen und bleiben dort im Meer und docken immer

12:30
wieder an ihre Anlegestellen an, um dort ihre Botschaft zu überbringen. Soweit zu der Funktion im Gehirn und wir machen gleich weiter mit den Risiken und Nebenwirkungen von Amphetamin. Werbung

12:50
Wie immer starten wir gleich in die sofortigen Nebenwirkungen bzw. Nebenwirkungen, die direkt beim Konsum auftreten können. Da haben wir einmal physisch erweiterte Pupillen, Muskelkrämpfe, Kieferkauen, Kopfschmerzen und auch Magenschmerzen mit Übelkeit, eine erhöhte Körpertemperatur und eine Appetitlosigkeit.

13:12
Psychisch kann es zu einer inneren Unruhe und Nervosität zu kommen, bis hin zu Angstzuständen, Aggressionen und Schlafstörungen. Außerdem kann es zu paranoiden Gefühlszuständen kommen, bis hin zum Verfolgungswahn. Die Gefahr besteht vor allem dann, wenn man Speed dafür nutzt, mehrere Tage wach zu bleiben, denn da hat man dann eben diesen extremen Schlafentzug, der eben zu solchen psychotischen Episoden führen kann.

13:36
Wenn die Wirkung dann abklingt, ist man oft super ausgelaugt, hat ein extremes Schlafbedürfnis, ist einfach super krass erschöpft. Dazu kommt man zu einem höheren Konzentrationsmangel, man ist gereizt, hat Heißhunger und eine depressive Verstimmung. Symptome für eine Überdosierung sind Schwindel, Zittern, Schweißausbrüche, Blutdruckabfall, eine Mundtrockenheit bis hin zum Kollaps.

14:04
Bei Amphetamin wird davon ausgegangen, dass der leistungssteigernde Effekt nur bis zu einer gewissen Dosierung funktioniert. Überschreitet man diese Dosierung, wird die Wirkung fast umgekehrt und es kommt zu einem sehr diffusen und ziellosen Verhalten. Bei Überdosierung oder auch durchgehend hohem Konsum wird die Leistungsfähigkeit zunehmend chronisch eingeschränkt.

14:25
Da haben wir nämlich auch schon gleich das erste Symptom gehabt für einen chronischen Konsum beziehungsweise Langzeitnebenwirkung, die eingeschränkte Leistungsfähigkeit, die eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit. Im Normalfall kommt es zu einer ziemlichen Toleranzentwicklung.

14:39
Das ist eine große Herausforderung bei einem chronischen Konsum, was eben die Nebenwirkungen deutlich verstärkt. Wir haben hier zum Beispiel massive Schlaf- und Kreislaufstörungen und durch die Appetitlosigkeit kommt es zu einer Mangelernährung, das wiederum das Immunsystem stark belastet. Außerdem kann es zu Hautentzündungen kommen, das sogenannte Speedpickel.

14:59
Auch das Herz wird vom Konsum super stark belastet und es kann zu einer dauerhaften Blutdruckerhöhung kommen. Außerdem fühlt man sich nervöser, fahriger und ist allgemein in einem sehr unruhigen Zustand manifestiert.

15:12
Psychosen, die im Zusammenhang mit Amphetamin auftreten, sind meistens schizophrener Art. Das bedeutet, man hört Stimmen, man hatte auch Halluzinationen bis hin zu Wahnvorstellungen. Besonderer Hinweis zu den Frauen, das habe ich ja auch schon bei anderen Substanzen öfters gesagt, und zwar greift Amphetamin in den Hormonhaushalt ein und dazu kann es dazu kommen, dass man eine unregelmäßige bis ausbleibende Periode hat, aufzunehmen.

15:39
Außerdem setzt Amphetamin genauso wie andere Substanzen die Wirkung von der Antibabypille herab. Das heißt, um geschützt Sex zu haben, sollte man immer auf Barrieremethoden, also Kondome oder Femidome zurückgreifen, um wirklich geschützt zu sein. In der Schwangerschaft kann es außerdem zu Fehl- und Frühgeburten beim Konsum von Amphetamin kommen.

16:02
Außerdem wird der Fötus negativ beeinträchtigt durch den Konsum. Es kann zu Fehlentwicklungen oder Mangelerscheinungen kommen. Beim Stillen geht die Substanz dann über die Muttermilch in das Körper des Kindes und kann auch dort großen Schaden einrichten.

16:18
Allgemein sei gesagt, dass während der Schwangerschaft und auch während der Stillzeit allgemein von Substanzkonsum abgeraten werden sollte. Es gibt wirklich noch nicht so viele Studienergebnisse zu der Auswirkung vom Substanzkonsum auf den Fötus während der Schwangerschaft. Um einfach kein Risiko einzugehen, sollte man wirklich clean bleiben, sowohl von Alkohol als auch von Substanzen, während man schwanger ist, um das Kind zu schützen. Musik

16:48
Abschließend zu den Nebenwirkungen schauen wir uns noch das Thema Abhängigkeit an.

16:53
Bei Speed herrscht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit oder eine sehr hohe Gefahr vor allem, abhängig zu werden. Das kommt vor allem von der extremst hohen Funktionalität der Droge und dass sie nicht so einen krassen Rausch verursacht, sondern wie so ein kleiner Helfer einen Sachen überwinden lässt. Ich habe dafür mal ein kleines Fallbeispiel mitgebracht, das nicht aus meiner Praxis kommt, will ich dazu gesagt haben. Das so ein bisschen…

17:21
zeigen soll, wie so eine Entwicklung sein könnte. Schauen wir uns mal gemeinsam den Verlauf von Miriam an. Ich muss jetzt gerade ein bisschen nachdenken, welchen Namen ich nicht in meinem Freundeskreis habe und ich habe keine Miriam in meinem Freundeskreis. Ja, und

17:40
Miriam ist Studentin und sie geht gerne feiern am Wochenende und hat das schon immer Spaß gemacht und auf irgendeiner Feier bietet ihr irgendjemand Speed an. Sie konsumiert das erste Mal und fand es klasse, super krass praktisch. Der Rausch, der war nicht so intensiv, aber sie konnte die ganze Nacht durchfeiern, konnte trinken, ist dann irgendwann um 8 Uhr morgens ins Bett gegangen und es war einfach eine tolle Erfahrung, denn sie hat die Kontrolle behalten, obwohl sie die ganze Nacht durchgefeiert hat und auch echt viel Alkohol konsumiert hat.

18:10
Miriam fängt langsam an, immer öfters mit Speed zu feiern. Es ist einfach praktisch, sie möchte die Nächte durchhalten und Speed kommt ihr da wirklich sehr gelegen. Es ist auch nicht sehr teuer, also warum nicht?

18:23
Sie versucht trotz allem immer wieder Pausen einzulegen, Feiern zu haben, in denen sie nicht konsumiert, um einen Ausgleich zu schaffen. Allerdings fangen die Feiern ohne Speed zunehmend an, weniger Spaß zu machen. Sie wird früher müde, sie wird viel schneller betrunken. Irgendwie ist es nicht das Gleiche. Und sie hat irgendwie auch dann gar keine große Lust mehr, ohne Speed feiern zu gehen. So kommt es langsam, dass sie wirklich auf jeder Feier Speed zieht, mal mehr, mal weniger. Aber sie braucht das einfach unmittelbar.

18:51
um die Party so zu gestalten, wie sie das gerne haben möchte. Ein bisschen Zeit geht ins Land und es kommt eine Prüfungsphase von Miriam, die super stressig ist. Sie hat noch zwei Klausuren vorzubereiten und noch eine Hausarbeit. Das ist alles super eng gedrängt. Und dann sieht sie in ihrer Schublade noch ein halbes Gramm Speed vom Feiern letzte Woche. Soll sie oder soll sie nicht?

19:15
Sie entscheidet sich dafür. Kann ja nicht schaden. Es ist nur dieses eine Mal. Aber irgendwie muss ich ja den Stoff durchkriegen. Also den Lernstoff in diesem Falle. Und das schafft sie einfach nicht, wenn sie die Nächte nicht durchmacht. Und da kann Speed ihr ja super helfen. Es hilft ihr ja schon beim Feiern. Und somit

19:32
hat Speed einen anderen Lebensbereich von Miriam erobert. Sie wird auch in den nächsten Prüfungszeiten konsumieren. Sie hat gelernt, damit kann sie viel mehr schaffen. Ihre Noten werden erstmal besser. Es ist die perfekte Droge. So viel zum Fallbeispiel, ein bisschen aus der Sicht von Miriam.

19:50
Man sieht erstmal, oder was ich damit klar machen wollte, ist, dass man erstmal einen großen Vorteil von Amphetamin verspüren kann, eben da es so praktisch ist und eben auch vielseitig anwendbar ist. Die große Gefahr, die daraus jedoch besteht, ist eben das, man vertraut sich nicht mehr nüchtern, beziehungsweise es geht einem nüchtern nicht mehr schnell genug, nicht mehr gut genug, nicht mehr konzentriert genug.

20:12
Und so, das ist wirklich ein sehr typischer Verlauf für Menschen mit einer Amphetaminabhängigkeit, schleicht sich die Droge, die Substanz immer mehr in immer mehr Lebensbereiche, bis man irgendwann an den Punkt kommt,

20:24
dass man das Gefühl hat, es geht eigentlich gar nichts mehr nüchtern, weil Speed überall im Leben manifestiert ist und so kommt das eben zu einer Abhängigkeit. Natürlich treten dann irgendwann die Negativsymptomatik ein und dann kommt es dazu, dass man eben Speed konsumiert, um einfach nur die Negativsymptomatik auszugleichen.

20:45
Und ja, das ist eben wirklich sehr typisch im Verlauf und das wollte ich euch damit ein bisschen zeigen, denn es hat eben auch diese große Schattenseite. Man hat die hohe Funktionalität am Anfang, die kippt jedoch früher oder später, meistens leider auch früher und somit kommt man eben in eine hohe psychische Abhängigkeit, für die man normalerweise auch eine ordentliche Behandlung braucht, um diese zu überwinden.

21:11
Menschen mit einer ADHS-Erkrankung haben zusätzlich ein erhöhtes Risiko, denn die haben oft das Gefühl, wenn sie das erste Mal Amphetamin konsumieren und vielleicht auch gar nicht wissen, dass sie eine ADHS haben, das ist für die erstmal die Lösung ihres wirren Kopfes. Und dadurch entsteht eben auch eine hohe Gefahr, dass genau Menschen mit dieser Disposition der Neurotransmitter, die bei der ADHS vermutet wird,

21:36
größeren hang dazu haben bei speed zu bleiben um eben die adhs symptomatik auszugleichen wir sind fast am ende wir haben noch die nachweisbarkeit zeiten und zwar kann speed im blut bis zu einem tag nachgewiesen werden im urin bis zu vier tagen und im speichel bis zu 72 stunden

22:02
Bei Mischkonsum muss man vor allem darauf achten, was ich jetzt auch schon öfters erwähnt habe, dass Speed andere Drogen oder den Effekt von anderen Drogen übertüncht. Und das haben wir vor allem bei Alkohol und bei Exzellenz.

22:14
Das heißt, die aufputschende Wirkung von Speed macht, dass man die Wirkung von Alkohol oder von Ecstasy nicht mehr so spürt. Das sorgt dafür, dass man sowohl Alkohol als auch Ecstasy überdosieren kann und dass da eine erhöhte Gefahr dazu entsteht. Denn bloß weil man die Wirkung von Ecstasy nicht spürt oder vor allem auch die Wirkung von Alkohol nicht spürt, ändert das nichts daran, dass die Nebenwirkungen durchklingen können. Dementsprechend

22:41
sollte man da sehr aufpassen beim Mischkonsum und das immer im Hinterkopf haben. Ein anderer Mischkonsum, auf den ich hinweisen möchte, ist Amphetamin und Kokain, denn dadurch wird das Herz und der Kreislauf sehr stark belastet und das kann hin bis zu einem Zittern und zu einem Herzrasen gehen und das kann zusätzlich auch zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Auch hier Achtung beim Mischkonsum, lieber unterlassen. Musik

23:07
Jo Leute, das war es auch schon wieder mit meiner Folge zu Speed, zu Amphetamin. Wir haben mal wieder einen großen Rundumschlag gemacht und haben uns ein bisschen die Grundlagen zur Substanz angeschaut. Ich möchte hier nochmal darauf hinweisen, das habe ich am Anfang vergessen, das ist keine Motivation zum Konsum. Meine Folgen sind dafür da, um Menschen…

23:28
Informationen bereitzustellen, Menschen zu verhelfen, informierte Entscheidungen zu treffen und auch Menschen aus dem Suchthilfesystem bzw. aus dem Sozialarbeitersystem oder welche, die eben irgendwie mit Drogen und Alkohol zu tun haben in ihrer Arbeit, gute wissenschaftliche Informationen zu liefern, damit man weiß, mit was man es zu tun hat.

23:48
Falls ihr noch Fragen habt, beziehungsweise Rückmeldungen zu der Folge oder Fragen und Anregungen für neue Folgen, könnt ihr mir immer unter Instagram schreiben. Da findet ihr mich einfach unter psychoaktiv.podcast oder mir auch einfach eine E-Mail schreiben unter psychoaktiv.podcast at gmail.com. Wir hören uns in zwei Wochen wieder zur nächsten Substanzsonntagsfolge. Ich freue mich riesig drauf. Bis dann. Tschaußen.

24:35
Das war psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Steffi.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent mit Real Cookie Banner