In dieser Folge geht es um MDMA beziehungsweise Ecstasy und darum, was diese Substanzgruppe von klassischen Stimulanzien wie Speed unterscheidet. Erklärt wird, warum MDMA zu den entaktogenen und empathogenen Substanzen zählt: Viele Menschen beschreiben unter der Wirkung ein starkes Gefühl von innerer Verbundenheit, emotionaler Offenheit und Nähe zu anderen. Die Folge ordnet außerdem ein, warum Ecstasy-Pillen auf dem Schwarzmarkt besonders schwer einschätzbar sind: Farbe und Prägung geben keine verlässliche Sicherheit über Inhaltsstoffe, Dosierung oder mögliche Streckmittel.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Wirkung von MDMA im Gehirn. Die Substanz erhöht vor allem die Serotoninverfügbarkeit, indem sie die Ausschüttung steigert und gleichzeitig die Wiederaufnahme hemmt. Dadurch entsteht die typische empathogene und stimmungsaufhellende Wirkung, aber auch der sogenannte Emo- oder Psychokater nach dem Konsum, wenn der Serotoninhaushalt vorübergehend erschöpft ist. Die Folge spricht außerdem Risiken wie Überdosierung, mögliche neurotoxische Effekte, psychische Nachwirkungen und Mischkonsum an – besonders die Gefahr eines Serotoninsyndroms bei Kombination mit MAO-Hemmern oder anderen serotonerg wirkenden Substanzen.
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MDMA / Ecstasy und Serotoninsyndrom
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PODCAST-METADATEN
Folge: 5
Erscheinungsdatum: 04.10.2020
Podcast: Psychoaktiv
Titel: MDMA / Ecstasy und Serotoninsyndrom
Sprecher: Stefanie Bötsch
00:10
Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Steffi. Zieht’s euch rein!
00:22
Jo Leute, was geht? Willkommen zu meiner vierten Substanzsonntags-Folge schon. Und zwar geht es heute um Ecstasy. Erstmal bittere Vorgeschichte. Ich habe es irgendwie gestern geschafft, die komplett fertige Folge zu löschen. Das heißt, ich sitze jetzt schon zum zweiten Mal vor dem Mikro mit dem ähnlichen Text, gleichen Text und nehme es einfach nochmal auf. Aber dann war das halt letztes Mal die Generalprobe und jetzt läuft es sicher super gut. Jo.
00:51
Jo, starten wir gleich ins Thema rein. Ecstasy oder MDMA gehört zu der Substanzgruppe der Amphetamine. So, wenn es euch jetzt ein bisschen so geht wie mir damals, denkt ihr euch vielleicht Amphetamine, hä, ist das nicht Speed oder Pep?
01:07
Was hat das jetzt mit MDMA zu tun? So ging es mir auf jeden Fall. Ich dachte einfach, das wäre eine Verwechslung, weil mir ist das aufgefallen in einem Entlassbericht von einem Klienten von mir. Und da war eben in der Konsumanamnese, in der Substanzanamnese, stand da ganz viel über Amphetamine drin, aber es ging die ganze Zeit nur um Pillen. Und ich war total verwirrt und dachte, ja, okay, von was labern die?
01:30
So, und dann bin ich mal auf die Suche gegangen und habe dann gemerkt, jo, Amphetamine kommen vom englischen Begriff ATS, Amphetamine Type Stimulants. Und das beschreibt eben eine Substanzgruppe, die sich in zwei Gruppen weiter unterspaltet. Und zwar haben wir einmal die Stimulantien, dazu gehört Amphetamin, ohne E am Ende, und Methamphetamin.
01:53
und eben die Entaktogene und dazu gehört eben MDMA, MDE und alle anderen MDMA-verwandten Substanzen. Was also passiert ist, ist bei der Übersetzung von den ATS Amphetamine Type Stimulants, dass es kein cooles deutsches Wort dafür gab und sie tatsächlich einfach nur Amphetamine mit E für die Übersetzung dieser Substanzgruppe verwendet haben. Das heißt,
02:17
Amphetamine ist nicht, wie ich dachte, einfach die Mehrzahl vom Amphetamin. Wenn man da auch mal ein bisschen drüber nachdenkt, macht das Deutsch überhaupt keinen Sinn. Eins für Amphetamin, zwei Amphetamine. Was soll das genau sein? Sondern Amphetamine ist die Substanzgruppe und Amphetamin ohne E ist die Substanz Speed oder PEPP.
02:35
Genau, aber darauf wollen wir jetzt nicht so tief heute eingehen, denn es geht ja heute um Ecstasy, um MDMA. Und deswegen starten wir jetzt erstmal rein mit der logischen Frage, was zur Hölle ist denn eigentlich der Unterschied zwischen MDMA und Ecstasy? Musik
02:53
Es besteht so ein urbaner Mythos, der auch eigentlich, ist ja eigentlich kein urbaner Mythos, weil es ist teilweise richtig, dass Ecstasy einfach MDMA in Pillenform ist. Das stimmt teilweise, weil im Prinzip ist Ecstasy der Überbegriff für alle Substanzen, die eben mit MDMA verwandt sind. Also MDMA, MDE, MDA, MDEA, also wenn ihr euch ein bisschen die Substanznamen anhört, einfach Echstase.
03:22
eine willkürliche Kombination von den Buchstaben M, D, M und E. Ja, Spaß beiseite, man merkt, dass ich keine Chemikerin bin. Die werden sich wahrscheinlich jetzt gleich die Hände über den Kopf schlagen. Auf jeden Fall ist Ecstasy eine Pillenform, in denen einer dieser gerade genannten Stoffe vorkommen kann. Ecstasy-Pillen können verschiedene Farben haben und auch verschiedene Prägungen, also Prägungen wie so kleine Bildchen auf den Pillen.
03:51
Und die geben Hinweise darauf, was für Inhaltsstoffe eventuell mit drin sind in den Pillen. Also so ein bisschen die Idee, naja, wenn ich die gleiche Farbe und die gleiche Prägung habe, müsste sie so funktionieren wie die letzte, wenn die auch die gleiche Farbe und die gleiche Prägung hatte.
04:08
In der Praxis funktioniert das nicht so perfekt, denn Preigungen und Farben können ganz einfach nachgeahmt werden. Der Schwarzmarkt ist kein kontrollierter Markt und Pillen vor allem sind immer so ein bisschen eine Wundertüte und manchmal auch eher eine sehr schlechte Wundertüte.
04:24
was die Konzentration von MDMA in der Pille angeht, aber auch was die Verunreinigungen angehen. Und hier möchte ich auch gleich mal eine Pillenwarnung aussprechen, das finde ich recht wichtig. Und zwar Pillen sind wirklich sehr oft verunreinigt und bekannte Streckmittel sind sowohl Amphetamine als auch Halluzinogene, wie zum Beispiel DOB, aber auch Koffein und toxische Substanzen wie PMA und Anthropin. Das heißt,
04:50
bei Pillen weiß man immer nicht so ganz genau, was man bekommt. Und da wir in Deutschland leider noch kein Drugchecking haben, ist es sehr schwierig herauszufinden, was man hat. Eine Möglichkeit hierzu ist immer in den benachbarten Ländern auf die Seiten zu schauen, wie zum Beispiel der Schweiz oder Österreich. Die können nämlich Drugchecking durchführen und da kann man dann eben Pillen googeln durch die Prägung, durch die Farbe und einfach mal schauen, sind die vielleicht in der Schweiz oder in Österreich auch aufgetaucht? Gab es dazu eine Warnung? Es ist
05:19
Nicht 100% Verlass auf diese Information, dass die Pille dann auch genau die ist, die man vielleicht im Internet findet, weil wie schon gesagt, Prägungen und Farben können nachgeahmt werden, aber es ist auf jeden Fall ein Indiz, ein Schritt in Richtung safer use und auch eine aktive Auseinandersetzung damit, was man konsumiert. Neben den Streikmitteln haben wir ja auch das Problem oder das Vorkommen, wie man es nennen möchte, dass
05:45
die Pillen immer potenter werden. Inzwischen können Pillen bis zu 300 Milligramm MDMA enthalten, was echt eine Menge ist. Wenn ihr mal überlegt, es gibt so eine Faustregel für MDMA, das heißt bei Frauen, die sollen ungefähr 1,3 Milligramm pro Kilogramm konsumieren und bei Männern ist die Dosis ein bisschen höher, da sind wir bei 1,6 Milligramm.
06:08
auf das Kilogramm Körpergewicht. Wenn man also davon ausgeht, man konsumiert eine komplette Pille und wir gehen es mal vom Schlimmsten aus und die hat wirklich 300 Milligramm MDMA, dann wäre das eine Dosis für einen 187,5 Kilogramm schweren Mann. Das sollte nur dazu gesagt sein. Vierteln bei Pillen super wichtig, wird immer wichtiger.
06:32
Das als kleiner Einschub. Ich mache ja eigentlich nicht wirklich Safer Use in meinem Podcast, das hatte ich schon im letzten Podcast gesagt. Dafür gibt es großartige Seiten wie Take Stuttgart oder Mindzone oder die Drugscouts. Aber ab und zu, wenn es wirklich sehr wichtige Dinge gibt bei einer Substanz, werde ich hier die auch aufnehmen.
06:52
Kommen wir wieder zurück zur Konsumart, denn MDMA gibt es nicht nur als Pillenform, sondern auch als Kristalle und als Pulverform oder als Pulverform auch in Kapseln. Also können dementsprechend auch auf andere Art und Weise geschluckt werden, eben in den Kapseln oder die Kristalle, die können auch im Wasser aufgelöst werden beziehungsweise nasal konsumiert werden, wenn man MDMA in Pulverform hat.
07:21
Schauen wir uns als nächstes mal die Geschichte von MDMA an und wie MDMA eigentlich in unsere Gesellschaft kam.
07:31
Und zwar wurde 1912 MDMA als Zwischenprodukt bei der Herstellung von der blutstillenden Substanz Hydrastin entdeckt und die Firma Merck hat das gleich mal patentieren lassen, obwohl die die Substanz eher ein bisschen unnütz fanden und die ist dann auch erstmal in Vergessenheit geblieben.
07:51
weil sie dachten, jo, ist eine nutzlose Substanz, aber wer weiß, für was es gut ist. Lassen wir doch mal ein kaiserliches Patent drauf machen. Es gab super lange Gerüchte, dass MDMA als Appetithügler hergestellt worden ist. Das ist allerdings inzwischen komplett widerlegt und kann dementsprechend als Gerücht bei uns im Kopf abgehakt werden. Spannend.
08:12
Spannend wird es in der Geschichte bei MDMA erst wieder 1976, also über 50 Jahre später. Da fing nämlich der Chemiker Alexander Schulgin, kein Plan, ob man das so wirklich ausspricht, dieser Chemiker fing auf jeden Fall an, sich für die Substanz zu interessieren. Der hat die Substanz von seiner Studentin gezeigt bekommen und
08:32
Und hat dann erstmal ein bisschen angefangen, an sich selbst herum zu experimentieren. 1978 veröffentlichte er dann schon als erster gemeinsam mit dem Pharmakologen David Nichols die erste psychopharmakologische Studie zur MDMA. 1970, also ein bisschen vor der Studie, zeigte Schulging seinem Kumpel Leo Zeff,
08:55
Die Substanz Leoceph war Psychotherapeut und er sah darin mega die Chance für die psychotherapeutische Praxis. Und der nutzte dann so die nächste Zeit damit, dass er durch die USA rumgetan…
09:07
vertigert ist, rumgefahren ist und seinen Kollegen eben die Substanz gezeigt hat und sie für die psychotherapeutische Praxis verteilt hat. Die Substanz war damals bei den Ärzten unter dem Namen Adam bekannt. Noch bevor das alles geschah, haben die Hippies, also die Hippie-Kultur in den USA, Ecstasy für sich entdeckt. Allerdings haben die nicht mit MDMA rumhantiert, sondern mit MDE.
09:31
Und zwar war die Substanz bei denen unter der Love-Drug und Hug-Drug bekannt und wurde eben dafür auch genutzt für das emotionale Zusammensein. Man geht jedoch davon aus, dass die Verteilung der Substanz in der Party-Szene, in der Rave-Szene, in der Freizeit-Szene durch die Verbreitung in den psychotherapeutischen Praxen geschehen ist. Da hat eben jemand von der Substanz mitbekommen und kam dann auf die findige Idee, dass auch
09:55
auf dem illegalen Markt zu vertreiben. In Deutschland verbreitete sich dann Ecstasy sehr durch die Rave-Kultur in den 90er Jahren. Es gibt selten eine Droge, die sich so schnell damals verbreitet hat wie Ecstasy und es wird schon seit jeher sehr, sehr eng in dem Zusammenhang mit der Rave-Szene gesehen. Verboten wurde MDMA dann 1986, da fiel es dann unter das Betäubungsmittelgesetz und war ab dem Punkt dann illegalisiert.
10:23
Musik
10:26
Kommen wir nun zur positiven Wirkung von MDMA. Die Wirkung, warum Menschen Gefallen daran finden, diese Substanz zu konsumieren. Ich habe ja schon vorhin am Anfang gesagt, dass MDMA entaktogen wirkt. Entaktogen ist ein Begriff dafür, wenn man bezeichnen möchte, dass eine Substanz das Innere berührt. Also dass man ganz im Frieden mit sich selbst ist und auch sich mit sich selbst verbunden fühlt, mit dem Unbewussten in sich selbst verbunden fühlt.
10:54
Allerdings ist Entaktogen nicht der einzige Teil des Wirkspektrums von MDMA. Und zwar, neben Entaktogen wirkt es auch noch Empathogen. Und ich habe heute echt viele fancy Begriffe für euch. Empathogen bedeutet…
11:10
dass man sich mit anderen sehr verbunden fühlt. Man denkt, man ist ein Teil einer großen Gruppe und alle sind irgendwie miteinander verbunden. Man kann sehr gut sich in andere einfühlen, mitfühlen. Das steigert natürlich auch eine Kommunikationsfähigkeit, die gerne mit Liebesbekundungen bzw. Zuneugungsbekundungen gespickt sind. Man hat einfach das Gefühl, die ganze Welt zuzunehmen.
11:36
ist befreundet um einen herum. Das Tanzen, das unter MDMA eben auch wie in einem Trance-Zustand funktioniert, gibt einem zusätzlich nochmal das Gefühl, ein Teil dieser tanzenden Masse, dieser tanzenden Gruppe zu sein. Die Wirkung von MDMA kann bis zu fünf Stunden andauern und danach sollte echt gut sein und man sollte auch nicht nachlegen, also noch mehr konsumieren. Warum das so ist, das wird einem deutlich klarer, wenn wir uns jetzt mal angucken,
12:04
Was MDMA eigentlich im Gehirn macht. Werbung
12:14
mdma wirkt sich auf drei neurotransmitter aus einmal dopamine einmal noradrenalin und auch serotonin und vor allem serotonin ist bei mdma sehr wichtig also werde ich mich vor allem darauf beziehen kleiner reminder was serotonin noch mal ist serotonin ist der neurotransmitter der für unsere stimmung zuständig ist unsere stimmung erheben kann es reguliert unser angstgefühl es macht uns
12:40
gelassen, innerlich sehr zufrieden und es reduziert auch unseren Appetit. MDMA wirkt nun auf zwei Arten. Auf der einen Seite wird deutlich mehr Serotonin als normal ausgestoßen und das Serotonin kommt in einen synapsischen Spalt, knallt an die Rezeptoren bzw. connectet sich mit den Rezeptoren und sorgt dafür, dass diese ordentlich stimuliert werden und die Botschaft von Serotonin, also das
13:09
innerliche Zufriedenheitsgefühl und die erhobene Stimmung an unseren Körper, an unser Sein weitergesendet wird. Auf der anderen Seite blockt MDMA den Rücktransport zurück in die Prä-Synapse. Das heißt, wir haben eine sehr hohe Konzentration an Serotonin in unserem synapsischen Spalt, die wirklich
13:30
Die Rezeptoren überstimulieren. Wir haben also eine ordentliche Serotonin-Party in unserem synaptischen Spalt, die immer wieder an die Rezeptoren andocken. Der Körper reagiert auf diesen Dauerregen von Serotonin auf die Rezeptoren damit, dass er die Produktion von Serotonin deutlich herunterfährt.
13:49
Denn er möchte das ja irgendwie ausgleichen und dementsprechend, wenn wir eh schon so überstimuliert sind, brauchen wir ja nicht noch mehr Serotonin. Gleichzeitig versucht der Körper, das Serotonin schneller abzubauen, damit sich die Lage im synaptischen Spalt wieder beruhigt. Dieses ganze Vorgehen heißt Tachronen.
14:06
So, musste ich natürlich ablesen, aber ich habe ja irgendwie heute die Folge der fancy Fachbegriffe, deswegen werfe ich die einfach mal rein. Serotonin wird in unserem Körper wieder sehr langsam aufgebaut.
14:20
Nach dem Konsum kommt es dementsprechend zu einem Emokater oder Psychokater, wie man das nennen möchte, also zu einer Art depressiven Verstimmung nach dem Konsum. Und das liegt eben einfach daran, dass wir keinen Serotonin mehr in unserem Körper haben, der unsere Stimmung reguliert und das auch uns kein Zufriedenheitsgefühl mehr gibt.
14:39
einer von vielen erklärungen von depression ist tatsächlich ein ungleichgewicht im neurotransmitterhaushalt unter anderem bei serotonin und dopamine also man kann schon sagen dass man wie eine depression auf zeit nach dem konsum von ecstasy hat dieser psycho kater oder emo kater kann für ein paar tage andauern bis sich der serotoninhaushalt wenigstens ein bisschen erholt hat in unserem kopf
15:05
Allerdings kann es bis zu Monaten dauern, bis der Serotoninhaushalt in unserem Kopf wieder so ist wie vor dem Konsum. Deswegen ist auch bei Ecstasy immer eine recht lange Konsumpause zwischen den verschiedenen Konsumeinheiten empfohlen, bis zu drei Monaten, um eben unserem Körper wieder die Möglichkeit zu geben, sich so zu erholen und sich wieder zu regenerieren. Es gibt außerdem Hinweise dazu, dass MDMA und Ecstasy neurotoxisch wirken.
15:32
Das bedeutet, dass über einen langen Konsum in einer sehr hohen Konzentration die Rezeptoren weggefetzt werden. Also es ist einfach zu viel, die verkommen und die Rezeptoren, die nachgebaut werden, sind nicht ganz so effektiv wie die ursprünglichen Rezeptoren. Allerdings, und das möchte ich noch dazu sagen, das ist alles im Diskurs, es werden Studien dazu gemacht,
15:56
Aber wir sind auch bei unserem Gehirn, wir wissen so viele Dinge nicht, dass es immer sein kann, dass sich die Wissenschaft weiterentwickelt und neue Erkenntnisse kommen. Ich erkläre immer so den aktuellen Stand, den ich eben herausfinden kann von den Substanzen, aber muss ich halt auch immer im Klaren sein, dass es innerhalb eines wissenschaftlichen Diskurs stattfindet.
16:15
Natürlich darf bei der Wirkung im Gehirn nicht unsere Metapher fehlen, einfach nur als kleine Merkhilfe, dass man sich das besser merken kann. Also MDMA schickt einen Diktator an den Starthafen unserer Prä-Synapse und der schreit und die ganzen Flotten von Serotonin gehen in den synaptischen Spalt, unser Meer und gehen an ihre Anlegestelle und überbringen dort ihre Botschaft.
16:41
Gleichzeitig schickt MDMA ihre Meutererflotte, um die Schlepperboote, die die Flotte wieder zurück in den Starthafen bringt, zu kentern. Was bedeutet, es stauen sich die ganzen Flotten im Meer und es bleibt nichts anderes übrig, als immer abwärts zu schwimmen und an die Anlegestellen anzudocken und somit ihre Botschaft zu übermitteln.
17:06
Natürlich, wie könnte es anders sein, hat Ecstasy oder MDMA auch Nebenwirkungen und auf die möchte ich erstmal eingehen. Und zwar gehe ich ja immer erstmal auf die direkten Nebenwirkungen ein beim Konsum. Hier kann es sowohl zu Konzentrationsstörungen, optischen Wahrnehmungsstörungen, einem Verschwurm sehen und auch ein Juckreiz wie so ein Krabbeln auf der Haut kommen.
17:28
Außerdem kann es zu Übelkeit kommen, zu einem verstärkten Schwitzen und bei einer Überdosierung kann es sogar dazu kommen, dass man halluziniert oder Paranoia bekommt. Am nächsten Tag, wie ich ja schon vorhin erwähnt habe, kommt es eben zu einer depressiven Verstimmung. Man kann sehr müde sein, es gibt Verkrampfungen der Kiefermuskulatur vom Kauen während dem Konsum, es kann zu Kopfschmerzen kommen, zur Mundtrockenheit und auch einer inneren
17:55
Unruhe und Ängstlichkeit. Ein weiterer Punkt kann sein, dass die Libido herabgesetzt ist und man so auch keine große Lust auf Sex hat. Außerdem regt MDMA den Stoffwechsel sehr an, was bedeuten könnte, dass die Wirkung der Antibabypelle herabgesetzt ist. Also immer auf Doppelprotektion achten. Kommen wir nun zu den Langzeitnebenwirkungen. Die sind einigermaßen überschaubar und
18:18
MDMA kann eben dazu führen, dass man eine depressive ängstliche Verstimmung bekommt bzw. auch eine ängstlich-depressive Symptomatik, die dann am Ende auch in Behandlung gehen muss. Außerdem wurde bei Konsumenten eine schlechtere Gedächtnisleistung festgestellt.
18:36
Allerdings muss man dazu den Studien auch sagen, dass es wenige Menschen gibt, die wirklich nur MDMA konsumieren und keine anderen Substanzen. Außerdem ist bei den Menschen, die an den Studien teilgenommen hat, hat sich das meist gelegt, als sie aufgehört haben zu konsumieren.
18:56
Kommen wir noch zum Thema Abhängigkeit. Ecstasy kann psychisch abhängig machen, allerdings sind die Patientinnenzahl sehr überschaubar, die wirklich als Hauptproblem Ecstasy haben. Normalerweise sind das eher andere Substanzen und Ecstasy ist unabhängig.
19:13
wirklich meistens nicht die Hauptsubstanz. Das liegt vor allem auch an der Konsumart. Man checkt sehr schnell, wenn man Ecstasy konsumiert, dass es einfach nicht so Spaß macht, wenn man das zu häufig macht, weil wo kein Serotonin ist, wird auch nichts passieren. Wir können nichts ausstoßen, was nicht da ist. Das heißt, Ecstasy hat dann noch ein bisschen eine aufputschende Wirkung, aber diese
19:37
Eine total erregende, euphorische Wirkung hat es eben nicht mehr. Und viele Konsumenten und Konsumentinnen erzählen mir dann eben, dass sie sehr schnell nachregulieren, dass sie vielleicht mal eine Zeit lang ein bisschen über die Stränge gegriffen haben. Sie lernen die Substanz kennen, sind erstmal sehr enthusiastisch mit dabei und merken aber sehr, sehr schnell, huch, irgendwie, wenn ich da nur so eine ganz kurze Konsumpause dazwischen einlege, dann macht das wirklich gar keinen Spaß und dann regulieren sie nach. Und da kommt es eben auch her, dass es wirklich…
20:06
sehr überschaubar ist, wer wirklich durch Ecstasy, also wirklich nur durch Ecstasy eine Abhängigkeitserkrankung bekommt.
20:16
Machen wir weiter mit den Nachweisbarkeitszeiten. MDMA ist im Blut bis zu 24 Stunden nachweisbar und im Urin bis zu vier Tagen. Es war auch diesmal wieder super schwierig, Informationen zu finden, wie lange Ecstasy im Speichel nachweisbar ist. Ich habe eine Quelle gefunden, in der stand, dass es bis zu vier Tagen nachweisbar ist. Ich habe leider keine zweite Quelle zur Bestätigung gefunden. Dann
20:41
Dafür habe ich bei meiner Recherche herausgefunden, dass der Speicheltest im Straßenverkehr als sehr genau und kaum manipulierbar gilt und deswegen in Deutschland ein rechtskräftiges Mittel ist. Bei Urintests ist das ein bisschen anders. Urintests sind sehr, sehr störenfällig und dadurch leichter anfechtbar.
21:00
Noch eine kleine Nebennotiz, es müssen keine Drogentests im Straßenverkehr gemacht werden. Man kann die immer verweigern, man muss sie nicht machen, die sind freiwillig, das wird gerne mal nicht so hingestellt, aber es ist so. Wenn es aber einen Verdacht gibt, dass…
21:16
man konsumiert hat, kann das natürlich zur Konsequenz haben, dass die Polizei einen mit auf die Wache nimmt und einen Bluttest macht. Aber an sich sind die Tests auf der Straße, auch das Aussteigen und auf einer Linie laufen, alles freiwillig und wird eben von Polizisten deswegen gemacht, um Indizien zu finden, um den Grund zu haben, jemanden mit auf die Wache zu nehmen. Musik
21:42
Zu guter Letzt haben wir noch den Mischkonsum. Ich möchte hier nochmal anmerken, dass Mischkonsum von Substanzen immer gefährlicher ist, immer einen schwierigeren Konsum darstellt. Ich…
21:54
Erzählt das immer über Mischkonsum, was ich besonders beachtenswert finde und wo ich auf jeden Fall darauf hinweisen möchte. Es gibt tolle Bücher zum Mischkonsum, wo man mal sich reinlesen kann. Bei mir im Podcast geht es vor allem um Warnungen, wo man besonders aufpassen muss. Bei MDMA haben wir eine Problematik mit dem Serotonin-Syndrom, wenn man MDMA mit anderen Mauhämmern konsumiert.
22:22
Ich habe ja in der ersten Substanz-Sonntagsfolge Drogen im Gehirn erzählt, dass MAO-Enzyme die Enzyme sind, die dafür sorgen, dass die Neurotransmitter im synaptischen Spalt abgebaut werden. So, MAO-Hämmer, da ist nämlich der Name auch Programm, das sind Substanzen, die diese Enzyme entlasten.
22:39
sodass die nicht mehr so gut die Neurotransmitter abbauen können. Wenn ihr euch jetzt zurückerinnert daran, wie MDMA wirkt, dass es sowohl die Wiederaufnahme blockiert und außerdem noch für einen erhöhten Serotoninausstoß sorgt, macht es ja trotzdem
22:54
total Sinn, dass Mauhämmer nicht damit konsumiert werden sollten, weil die sorgen noch zusätzlich dafür, dass Serotonin nicht so gut im synaptischen Spalt abgebaut werden kann. Das heißt, alle Abbauwege sind im Prinzip blockiert, was dafür sorgen kann, dass wir viel zu viel Serotonin im synaptischen Spalt haben und es sozusagen wie zu einer Serotoninvergiftung kommen kann. Mauhämmer sind zum Beispiel Medikamente, die bei Depressionen verschrieben werden können und
23:21
Aber auch Substanzen wie Mifedron sind Mauhämmer und da muss man eben ganz genau achten, wenn man wegen Depressionen Medikamente verschrieben bekommt, sollte man sehr gut gucken, was genau das für welche sind, um einfach hier auf Nummer sicher zu gehen und kein Serotonin-Syndrom hervorzurufen.
23:39
So, die Follow-up-Frage, die sich hier jetzt ein bisschen aufdrängt, ist, was zur Hölle ist denn eigentlich ein Serotonin-Syndrom und an was erkenne ich, dass ich eins habe? Da möchte ich jetzt gerne mit euch ein bisschen die Symptome durchgehen. Die Symptome können in drei verschiedene Kategorien eingeteilt werden.
23:57
Und zwar die vegetativen Symptome, ein gestörtes Zusammenspiel von Muskeln und Nerven und psychische Auswirkungen. Vegetative Symptome können zum Beispiel eine schnelle Atmung sein, Fieber, Bauchschmerzen, ein super starkes Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
24:15
Beim gestörten Zusammenspiel von Muskeln und Nerven ist der Name Programm und zwar sind hier die Symptome ein Zittern sowohl von Füßen, Händen und Augen und auch Muskelzuckungen am ganzen Körper. Als psychische Symptome haben wir sowohl Halluzination, eine sehr gesteigerte Stimmung, eine Koordinationsstörung, eine Unruhe, Nervosität und eine Aufmerksamkeitsstörung.
24:43
Das Serotonin-Syndrom kann tödlich enden. Es kann zu Herzrhythmusstörungen führen, zu krassen Schmerzen in der Brust, zu epileptischen Anfällen, die bis zu einem Koma führen können. Dementsprechend sollte man Symptome von einem Serotonin-Syndrom bekommen, während dem Konsum ab ins Krankenhaus. Nicht auf die lange Bank schieben, lieber auf Nummer sicher gehen, als zu spät zu schalten.
25:12
Mit diesem etwas harten Thema kommen wir zum Schluss der Folge. Wir haben die vierte Substanz-Sonntags-Folge geschafft. Heute ging es um Ecstasy. Wir haben super viel darüber erfahren. Erst am Anfang darüber, wie Ecstasy in die Substanzgruppe der Amphetamine einzuordnen ist.
25:29
Dann noch einen Überblick, wie MDMA-Ecstasy im Gehirn wirkt, was es für eine positive Wirkung hat, was aber vielleicht auch ein paar Schattenseiten sind und die Problematik mit dem Mischkonsum von Mauernhemmern und Ecstasy. Ich hoffe, euch hat die Folge gefallen. Ich würde mich mega über Rückmeldung freuen.
25:48
Schreibt mir einfach entweder auf Instagram, da findet ihr mich unter psychoaktiv.podcast oder auch über meine E-Mail-Adresse psychoaktiv.podcast at gmail.com. Ich freue mich auf eure Nachrichten. Ihr könnt mir natürlich auch immer Fragen stellen, wenn ihr eine coole Idee für eine Podcast-Folge habt. Schreibt mir einfach, ich freue mich und ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag oder wann immer ihr euch auch gerade die Folge reinzieht.
26:13
Bis Mittwoch, da sehen wir uns natürlich schon. Da ist nämlich wieder der erste Mittwoch des Monats. Bis dann, ich freue mich. Tschaußen! Das war Psychoaktiv, euer Drogen- und Alkoholpodcast mit Steffi.

